Lohse, Hinrich

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Hinrich Lohse (1896-1964)
Unterschrift Lohse, Hinrich.jpg

Hinrich Lohse (Lebensrune.png 2. September 1896 in Mühlenbarbek bei Itzehoe; Todesrune.png 25. Februar 1964 ebenda) war ein deutscher Gauleiter zur Zeit des Nationalsozialismus.

Leben

Schulbildung

Er entstammt einer alten schleswig-holsteinischen Bauernfamilie und wurde am 2. September 1896 in Mühlenbarbek geboren. Er besuchte von 1903 bis 1912 die Volksschule seines Heimatortes, später die höhere Handelsschule in Hamburg und war 1913 dann als kaufmännischer Angestellter in der Werftindustrie Blohm & Voss in Hamburg tätig.

Erster Weltkrieg

1916 wurde er zum Heeresdienst einberufen und kann mit dem Reserve-Infanterie-Regiment 76 an die Front. Bei eine Sturmangriff wurde er schwer verwundet und war nach seiner Genesung nicht mehr kriegsverwendungsfähig. Er arbeitete nun in der Heeresindustrie.

Weimarer Republik

Nach dem Kriege war er als Kaufmann und Bankbeamter tätig. Schon früh kommt Hinrich Lohse mit der völkischen Bewegung in Berührung und wurde bald einer ihrer eifrigsten Vorkämpfer, 1924 wurde er als Mitglied des „Völkisch-Sozialen Blocks“, der norddeutschen Ersatzorganisation für die verbotene NSDAP, Staatsverordneter in Altona. Nach Wiederzulassung der Partei im Reich gründete er in Altona die erste nationalsozialistische Ortsgruppe in der Provinz Schleswig-Holstein. Er entfaltete nun eine umfangreiche Propaganda- und Redetätigkeit und es gelang ihm überall in Schleswig-Holstein Stützpunkt um Stützpunkt aufzuziehen. Am 27. März 1925 setzt ihn Adolf Hitler als Gauleiter ein. Lohse breitet seine Tätigkeit nunmehr über das Gebiet der ganzen Provinz aus und schließt die Ortsgruppen zu einem schlagkräftigen Gau zusammen. Um in den weit verzweigten kleinen Orten alle Parteigenossen erlassen zu können, gründet er sehr bald ein Kampforgan, die „Schleswig-Holsteinische Tageszeitung“, die als erste Tageszeitung der NSDAP neben den „Völkischen Beobachter“ von Adolf Hitler anerkannt wurde.

Nach Landtagswahlen im Mai 1928 wurde Hinrich Lohse Mitglied der nationalsozialistischen Sechs-Männer Fraktion, die vier Jahre lang von der Parlamentstribühne des Preußischen Landtages aus die schwarz-rote Festung Preußens berannte und mithalf, sie sturmreif zu machen, bis im April 1932 162 Braunhemden in das Preußenhaus einzogen. Am 1. August 1932 wurde Hinrich Lohse zum Landesinspekteur Nord für die Gaue Holstein, Hamburg, Mecklenburg und Pommern ernannt. Damit wurde auch äußerlich die führende Stellung anerkannt, die Hinrich Lohse sich durch sein Einsetzen für den Nationalsozialismus in der deutschen Nordmark errungen hatte.

Drittes Reich

Gauleiter Hinrich Lohse.jpg

Von 1933 bis 1945 gehörte er dem deutschen Reichstag an. Lohse wurde kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 25. März 1933 zum Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein ernannt. 1937 wurde Lohse SA-Obergruppenführer, und 1939 wurde er, wie alle Gauleiter zu diesem Zeitpunkt, zum Reichsverteidigungskommissar ernannt. Als Hinrich Lohse 1941 zum Reichskommissar für das Ostland ernannt wurde, behielt er seine Position als Oberpräsident der Provinz Schleswig-Holstein bei. Zwischen 1941 und Herbst 1944 pendelte er abwechselnd zwischen Riga und Kiel, um beide Ämter ausüben zu können. In Schleswig-Holstein übte er in den letzten Monaten bis zum Kriegsende war er als Reichsverteidigungskommissar tätig.

Nachkriegszeit

Am 6. Mai 1945 wurde Lohse auf Grund britischer Forderungen durch den Reichspräsidenten Karl Dönitz als Oberpräsident von Schleswig-Holstein abgesetzt. Am 25. Mai 1945 wurde er vom britischen Militär festgenommen. Im Januar 1948 wurde Hinrich Lohse, als ehemaliger „Reichskommissar für die besetzten Ostgebiete“ in Bielefeld zu zehn Jahren Haft und Vermögensentzug verurteilt. 1951 wurde er krankheitshalber wieder entlassen. Im Entnazifizierungsverfahren wurde Lohse vom Kieler Entnazifizierungsausschuß lediglich als Belasteter in die Kategorie III eingestuft. Im November 1951 Erstritt sich Hinrich Lohse 25 Prozent seiner Pensionsansprüche, nachdem er Ende Oktober 1951 eine Klage gegen die Landesregierung von Schleswig-Holstein in Kiel einreichte. Der Grund war, dass Innenminister Paul Pagel die von der Spruchkammer bewilligten 25 Prozent seiner Oberpräsidenten-Pension erst dann auszahlen wollte, wenn der Bund seine Zustimmung gegeben habe. Lohse hatte gesagt, dass er lediglich seine Finanzen wegen schriftstellerischer Tätigkeit mit seinen Pensionsansprüchen sanieren wollte, weil er an einem Buch über die Geschichte der NSDAP arbeiten würde. Die Gewährung einer Oberpräsidenten-Pension wurde auf Druck des schleswig-holsteinischen Landtages später allerdings widerrufen.

Literatur