Isländische Sagen

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Die isländischen Sagen oder Isländersagas (auch Íslendingasögur genannt) sind ein in Island beheimateter Genus der Sagenliteratur und Teil der nordischen Literatur des Mittelalters. Die isländischen Sagen bestehen aus 36 Prosawerken und 128 sogenannten „Þættir“ (kleine Erzählungen; wortwörtlich übersetzt „Tauerbe“). Der Name Tauerbe rührt daher, weil Erzählungen zufolge die verfaßten Seiten mit Morgentau bestrichen wurden, um die „Draugr“ (Geister die in isländischen Sagen eine Schutzfunktion erfüllen) an die Þættir zu binden. Die Sagas werden im allgemeinen als Familiengeschichte (genealogisch-chronologisch), Erzählung einer Fehde, mittelalterliches isländisches Alltagsleben, als Heldenbiographie oder als Familien- oder Distriktchronik (regionale Geschichte) aufgefasst.

Þættir

Es gibt zwei Formen der Þættir: Eine besteht aus Kurzprosas und eine andere thematisiert eine Nebenhandlung, die in Wirklichkeit Teil einer größeren Haupthandlung ist. Die „Biskupasögur“ (Bischoffssagas) gelten unter den heidnischen Isländern nicht als Teil der isländischen Sagen, da sie christliche Elemente enthält und ebenso christliche Werte verherrlicht. Die meisten Prosawerke sind jedoch Königsprosas, deren Protagonisten aus Adelsfamilien stammen. In den Kurzprosas sind es meist Personen aus der breiteren Gesellschaftsschicht, wie z. B. ein Schmied oder Bauer. Bemerkenswert ist, daß die meisten Geschichten gar nicht in Island handeln, sondern die Protagonisten auf Reisen sind, z. B. nach Norwegen oder nach Nordamerika zu den Indianern, wie es in der Vinlandsaga erzählt ist. Hierbei wird besonders die Intention der Reise hervorgehoben.

Wichtige Isländersagas

1. Das Westviertel

  • Hávarðer saga Ísfirðings – „Saga von Hárvarðr aus dem Eisfjord“
  • Bjarnar saga Hítdœlakappa – „Saga von Björn dem Hitdœla-Kämpfer“
  • Egils saga Skallagrímssonar – „Saga vom Skalden Egill Skallagrímsson“
  • Eyrbyggja saga – „Saga von den Leuten auf Eyr“
  • Fóstbrœðra saga – „Saga von den Schwurbrüdern“
  • Gísla saga Súrssonar – „Saga von Gísli Sursson”
  • Gunnlaugr Ormstungas saga – „Saga von Gunlaug Schlangenzunge“
  • Hœnsa Þóris saga – „Saga vom Hühner-Thorir“
  • Laxdœla saga – „Saga von den Leuten aus dem Laxárdalr“
  • Bárður Snæfellsás – "Saga von Bárður Snæfellsás"

2. Das Nordviertel

  • Bandamanna saga – „Saga von den Verbündeten“
  • Grettir der Starke – „Saga von Grettir Ásmundarson”
  • Hallfreðar saga – „Saga vom Skalden Hallfreðr Óttarson”
  • Heiðarvíga saga – „Saga vom Kampf auf dem Hochmoor“
  • Kormáks saga – „Saga von Kormák dem Liebesdichter“
  • Ljósvetninga saga – Saga von den Leuten von Ljósavatn“
  • Reykdœla saga (ok Víga-Skútu) – „Saga von Vémundr aus dem Reykjadalr“
  • Valla-Ljóts saga – „Saga vom Goden Valla-Ljót”
  • Vatnsdœla saga – „Saga von den Leuten aus dem Vatnsdalr”
  • Víga-Glúms saga – „Saga von Víga-Glúm”

3. Das Ostviertel

  • Droplaugarsona saga – „Saga von den Söhnen der Droplaug“
  • Hrafnkels saga Freysgoða – „Saga vom Freyspriester Hrafnkell“
  • Þorsteins saga hvita – „Saga von Thorstein dem Weißen“
  • Vapnfirðinga saga – „Saga von den Leuten des Vápnafjord“

4. Das Südviertel

  • Brennu Njáls saga – „Saga vom weisen Njál“

Besonderheiten

Die Kristni saga ist eine Isländersaga, die den Prozeß der Christianisierung Islands in den Jahren nach 981 erzählt. Die Christianisierung ging vor allem auf den Druck des norwegischen Königs Olav Tryggvason zurück, der von 995 bis 1000 regierte. Im Jahre 1000 beschloß der islandische Thing (Ding) die Einführung des Christentums, ohne allerdings nichtchristliche Traditionen gänzlich zu bannen. Die Christianisierung Islands ist auch Thema der zu den Íslendinga sögur gehörenden Njáls saga.

Die Färingersaga (altnordisch „Faereyinga saga“, neufäröisch „Føroyinga søga“) ist die älteste Quelle zur Geschichte der Färöer und wichtigste schriftliche Quelle zur Wikingerzeit auf den Färöern.

Die „Eiríks saga rauða“, „Erikssaga“ oder „Die Saga von Erik dem Roten“ ist eine der Isländersagas, die die Entdeckung Grönlands und Neufundlands durch eine Familie isländischer Seefahrer und Kaufleute beschreibt. Da es zwei Versionen dieser Sage gibt, ist man sich nicht sicher, welche die Richtige sein könnte.