Köthen (Anhalt)

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Köthen

Wappen von Köthen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Magdeburg-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld
Provinz: Anhalt
Einwohner (2013): 26.889
Bevölkerungsdichte: 342 Ew. p. km²
Fläche: 78,42 km²
Höhe: 80 m ü. NN
Postleitzahl: 06366
Telefon-Vorwahl: 03496
Kfz-Kennzeichen: ABI
Koordinaten: 51° 45′ N, 11° 55′ O
Köthen befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Bürgermeister: Bernd Hauschild (SPD)

Köthen (von 1885 bis 1927 Cöthen) ist eine mitteldeutsche Stadt, ca. 67 Kilometer südöstlich von Magdeburg gelegen. Sie ist die Kreisstadt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt und war früher die Residenz des Fürstentums Anhalt-Köthen.

Lage

Köthen liegt westlich von Dessau. Mitten im Schwarzerdegebiet der Magdeburger Börde gelegen, verfügt die Köthener Umgebung über beste landwirtschaftliche Böden. Durch den Regenschatten des Harzes ist die jährliche Niederschlagsmenge geringer als im restlichen Deutschland. Köthen liegt im Zentrum der fruchtbaren Köthener Ebene.

Geschichte

Deutscher in Köthen von Ausländern totgeschlagen am 8. September 2018: Tatort am 9. September 2018; Die Tat, die eine weitere tragische Kerbe in die Liste der von Ausländern in Deutschland getöteten Deutschen schlug, löste in Köthen und darüber hinaus Wut und Trauer aus.

Der Gau Serimunt im Viereck zwischen Saale, Mulde, Elbe und Fuhne entwickelt sich im 11. Jahrhundert zum Herrschaftszentrum der Askanier.

Die erste Erwähnung Köthens findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1115, als der Askanier Otto von Ballenstedt plündernde Horden, „bei dem Orte, der Cothen heißt“ bekämpfte. Um 1150 bestand hier ein Archidiakonat unter der Dompropstei Magdeburg.

Auf Grund der anhaltischen Erbteilung 1603 fiel der Landesteil Anhalt-Köthen an den jungen Fürsten Ludwig I., der mehrere Jahre in Italien verbracht hatte und anstelle der alten Wasserburg einen Hof nach italienischem Vorbild errichten wollte. Schon 1604 war der heutige Ludwigsbau vollendet, später umgeben von ausgedehnten Gartenanlagen. In Italien wurde Ludwig das erste deutsche Mitglied der Accademia della Crusca, was ihn nun zur Gründung einer ähnlichen Organisation anspornte. 1617 gründete Ludwig von Anhalt-Köthen die „Fruchtbringende Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache“.

Am 7. Mai 1699 wurde die von Fürstin Gisela Agnes gestiftete St. Agnus-Kirche als Köthens erste lutherische Kirche eingeweiht. Die Grundsteinlegung war bereits am 9. Oktober 1694 erfolgt, die Fertigstellung 1698. 1714 wurde die Hofkapelle unter Augustin Reinhard Stricker gegründet, formell durch Gisela Agnes, doch auf Kosten ihres musikbegeisterten Sohns Fürst Leopold, der 1716 offiziell sein Amt antrat und im folgenden Jahr Johann Sebastian Bach als Nachfolger Strickers engagierte.

Johann Sebastian Bach komponierte hier viele Werke, darunter die Brandenburgischen Konzerte, sowie Teil I des Wohltemperierten Klaviers, die in den Räumen des Schlosses ihre Uraufführung erlebten. Am 27. Februar 1719 faßte Fürst Leopold den Beschluß, die Wallstraße und die Schulstraße sowie den heutigen Bachplatz als Stadterweiterung zu bebauen und mit einer neuen Stadtmauer umfassen zu lassen (Köthener Barockviertel). Hier befindet sich auch das zweite Köthener Bachhaus.

Am 18. April 1806 wurde Anhalt-Köthen ein Herzogtum. 1821 bis 1834 arbeitete der berühmte Homöopath Samuel Hahnemann als Fürstlicher Leibarzt in Köthen, wo viele seiner bekanntesten Schriften entstanden. Sein Wohnhaus in der Wallstraße ist bis heute erhalten. Auf seinen Spuren folgte der Heilpraktiker Arthur Lutze, der 1855 seine weltberühmte Klinik in Köthen errichtete, die heute renoviert und als Tagungsort zugänglich ist.

1822 konstruierte Hofbaumeister Gottfried Bandhauer das meisterhafte, an Ketten hängende Tonnengewölbe des Spiegelsaals im Ludwigsbau des Schlosses. 1828 errichtete Bandhauer den Ferdinandsbau, 1829 das Kloster und Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, und 1830 wurde die katholische Kirche St. Maria eingeweiht.

Zweiter Weltkrieg

Bei einem alliierten Terrorangriff auf Köthen am 20. Juli 1944 entstanden Zerstörungen am Schloß und an den Bahnanlagen. 1944 erreichen die ersten Flüchtlinge Köthen. Am 14. April 1945 begannen VS-amerikanische Truppen aus Richtung Pilsenhöhe mit dem Beschuß Köthens, um die Stadt kurz darauf einzunehmen.

Bekannte, in Köthen geborene Personen

  • Hermann Adalbert Daniel (1812–1871), geographischer Schriftsteller, Theologe und Lehrer
  • Hermann Gocht (1869–1938), Röntgenologe, Orthopäde und Hochschullehrer
  • Werner Haase (1900–1950), Begleitarzt von Adolf Hitler
  • Walter Rauff (1906–1984), Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und Chef eines Einsatzkommandos im Nordafrikafeldzug

In Köthen geborene Nichtdeutsche

  • Michael Naumann (geb. 1941), jüdischer Politiker (SPD), Journalist, Publizist und Verleger