Kircheiß, Carl

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Kircheiss - Allein über den Atlantik.jpg

Carl Kircheiß (Lebensrune.png 17. Juli 1887 in Hamburg-Harburg; Todesrune.png 6. Dezember 1953 in Hamburg-Othmarschen) war ein deutscher Kapitän und Weltumsegler. Nach dem Ersten Weltkrieg gegen Deutschland war er am erneuten Aufbau der durch den Versailler Schandvertrag gestohlenen deutschen Walfangflotte beteiligt.

Leben

Zuerst Schiffsjunge, ließ er sich bis 1904 als Matrose ausbilden. 1908 wurde er Seesteuermann und 1912 folgte das Kapitänspatent. Damit war er mit 25 Jahren einer der jüngsten deutschen Kapitäne. In den nun folgenden Jahren tat er als Schiffsoffizier bei der Stinnes-Linie und bei der Hamburg-Südamerika-Linie Dienst.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges verließ er mit weiteren Reserveoffizieren Buenos Aires auf dem italienischen Dampfer „Tomaso di Savoia“ mit falschen Papieren und gelangte über Italien nach Deutschland zurück. Hier übernahm er am 30. August 1914 in Wilhelmshaven das Kommando eines kleinen Vorpostenbootes. Mit dem „SMS Seeadler“ erlitt er am 2. August 1917 Schiffbruch im Südpazifik. Von dort segelte er mit Kapitänleutnant Felix Graf von Luckner und vier weiteren Männern rund 2300 Seemeilen in einem offenen Boot von sechs Metern Länge durch den Pazifik bis er auf Neuseeland in ein englisches KZ deportiert wurde. Gemeinsam mit Luckner konnte er kurzzeitig fliehen, wurde jedoch erneut inhaftiert und kam erst 1919 frei.

Vom Januar 1926 bis zum Dezember 1927 unternahm er auf dem Kutter „Hamburg“ eine Weltumsegelung und war damit der erste deutsche Weltumsegler. Er war der erste, der bewußt im Winter zur Weltumsegelung aufbrach, um die sportliche Herausforderung zu suchen. Die Fahrt führte ihn von Cuxhaven durch die Nordsee und den Kanal in den Atlantik. Durch das Mittelmeer und den Suez-Kanal segelte er dann ins Rote Meer und den Indischen Ozean, legte in Indien, Japan und China an, setzte nach San Francisco über und steuerte durch den Panamakanal Neuyork an. Über den Atlantik kehrte er dann zurück nach Cuxhaven.


Verschiedene Zeitungsmeldungen:

Hamburger Nachrichten 9. Juni 1928 - Kircheiss.jpg Hamburgischer Correspondent 21. August 1928 - Kircheiss.jpg Nationalsozialistische Landpost - Kircheiss.jpg


Anschließend war er Mitbegründer einer neuerlichen deutschen Walfangflotte und als Kapitän und nautischer Direktor für den deutschen Walfang im südlichen Eismeer tätig. Stets, wenn Deutschland einen Krieg verloren hatten verboten die Sieger den arktischen Walfang Deutschlands, um es zu Importen aus den Siegerstaaten zu zwingen. So auch diesmal. Kircheiß vertrat das deutsche Recht auf Walfang, denn Deutschland war unter allen Völkern dasjenige, das am meisten Walöl verbrauchte:

Im Jahre 1930 führte Deutschland 165900 t Tran ein, der einen Wert von über 90 Millionen Mark hatte. Hätten wir eigene Walfanggesellschaften gehabt, so wären viele Millionen in Deutschland geblieben. Deutsche Firmen hätten für Schiffbau, maschinelle Einrichtungen, Ausrüstung und Proviant große Beträge verdient. Außerdem hätte die Beschäftigung vieler Menschen die Arbeitslosigkeit verringert.[1]
Kircheis SMS Seeadler.jpg Kircheiss mit seinem Segelboot.jpg

Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Kommandant schwer verwundet.

1933 wurde ihm zu Ehren in Hamburg-Harburg ein Platz benannt. 1948 benannten die englischen Besatzer den Kapitän-Kircheiss-Platz wieder in Kanalplatz um, ein Beitrag zur nachhaltigen Zerstörung des kollektiven Gedächtnissses des deutschen Volkes. Als Vorbild der deutschen Jugend wurde er von den Besatzern gehaßt. Er starb bei einem Verkehrsunfall auf der Elbchausee in der Nacht zum 6. Dezember 1953.

Auszeichnungen

  • Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse
  • Goldene Plakette des Hamburgischen Vereins Seefahrt

Werke (Auswahl)

Kircheiss - Weltumsegelung.jpg
  • Meine Weltumsegelung mit dem Fischkutter Hamburg, Berlin 1928
  • Polarkreis Süd - Polarkreis Nord: Als Walfisch- und Seelenfänger rund um die beiden Amerika, K. F. Koehler GmbH, Leipzig 1933 (Nachdruck im Salzwasser-Verlag 2012 Bestellmöglichkeit)
  • Sturmfibel für Segler, Hamburg 1935
  • Wal hooo! Weltreisen mit Harpunen, Angelhaken und Netzen, Wilkens-Verlag, Rendsburg 1950
  • Allein über den Atlantik, Bertelsmann-Verlag, Gütersloh 1952
  • Wasser, Wind und weite Welt: Als Schiffsjunge um die Erde, Bertelsmann-Verlag, Gütersloh 1953

Literatur

  • Charlotte Schultz-Ewerth: „Das neue Kircheiss-Buch. Ein Buch von Mut und deutscher Art“, Kribe-Verlag, Berlin 1929

Verweise

Fußnoten

  1. aus dem Vorwort zu: „Polarkreis Süd - Polarkreis Nord“