Kommandostab „RFSS“

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Kommandostab RFSS im Spätfrühling/Sommer in Griechenland oder an der Ostfront 1941

Der Kommandostab „Reichsführer-SS“ entstand am 6. Mai 1941 durch die Umbenennung des bereits am 7. April 1941 von Heinrich Himmler als Führungsorgan der Sonderkampf-Einheiten gebildeten Einsatzstabes des Reichsführer-SS beim SS-Führungshauptamt. Zunächst dem SS-Führungshauptamt zugeordnet, war der Kommandostab RFSS ab dem 21. Mai 1941 (nach Beginn des Unternehmens „Merkur“) Himmler direkt unterstellt.[1]

Entstehung

Dem Kommandostab waren die beiden SS-Infanterie-Brigaden sowie die SS-Kavallerie-Brigade unterstellt, die aus den SS-Regimentern bestanden, die durch die Umbenennung der SS-Totenkopf-Standarten 7, 8, 9, 10, in SS-Infanterie-Regimenter bzw. der SS-Totenkopf-Reiter-Standarten 1 und 2 in SS-Kavallerie-Regimenter 1 und 2 entstanden waren. Auch waren motorisierte Einheiten des SS-Postschutzes als sogenannte „SS-Sicherungs-Bataillone“ dem Kommandostab unterstellt.

Am 30. Juni 1941 wurde die Stärke des Kommandostabs RFSS mit 18.438 Mann angegeben, andere Quellen geben bis zu 25.000 Mann an, wobei sie logistisch der Wehrmacht unterstanden. Im allgemeinen wird geschlußfolgert, daß die Gründung des Kommandostabes RFSS die Entfremdung zwischen Himmler und den professionellen Führern der Waffen-SS verstärkte. Dem Kommandostab wurde mißtraut und dessen Vorgehensweise auch innerhalb des Totenkopfordens mißbilligt, während die Waffen-SS an der Ostfront zu einem Inbegriff soldatischer Standhaftigkeit ohne Beispiel wurde. Unter den Mammutschlägen sowjetischer Stalin-Orgeln, Panzer und Infanteriemassen härtete sich das Renommee der SS-Soldaten, die Feuerwehr des deutschen Ostheeres zu sein.

Der Einsatz des Kommandostab „RFSS“ in Rußland

Schon mit Beginn des Unternehmens „Barbarossa“ war der Kommandostab „RFSS“ für die Absicherung des Hinterlandes zuständig, um Angriffe auf die Wehrmachteinheiten zu verhindern, die schnell Richtung Osten vordrangen. In den Jahren 1942 und 1943 wurden die dem Kommandostab „RFSS“ unterstellten Verbände immer mehr für „Partisanen- und Bandenbekämpfung“ unter dem Höheren SS- und Polizeiführer Rußland-Mitte Erich von dem Bach-Zelewski herangezogen, denn die mordenden bolschewistischen Verbrecher wüteten zunehmend stark im Rücken der Kampftruppen (rückwärtigen Heeresgebiet), wobei die Banden auch das eigene Volk drangsalierten und abschlachteten, wenn es mit den deutschen Eroberern kooperierte. Ebenso wurden die Verbände des Kommandostabes angehalten, nachrichtendienstliche Informationen zu sammeln und „zersetzenden Elementen“ entgegenzuwirken.

Gliederung[2]

Chef des Stabes: SS-Brigadeführer Kurt Knoblauch
Abteilung I (Führungsabteilung)
Ia SS-Obersturmbannführer Fritz Freitag
Ic SS-Hauptsturmführer Rudolf May
Id SS-Sturmbannführer Ernst Rode
Ig SS-Obersturmbannführer Dr. Ernst Höhne
Abteilung II (Adjutantur)
Leiter der Adjutantur: SS-Hauptsturmführer Alfons Zeitler
IIa SS-Hauptsturmführer Alfons Zeitler, von November 1942 bis vermutlich 1943 Bernhard Frank
IIb SS-Hauptsturmführer Emil Reichherzer
Abteilung III (Gerichtswesen)
Kommando-Richter: SS-Obersturmbannführer Horst Bender
Abteilung VI (Weltanschauliche Schulung und Truppenbetreuung)
Abteilungsleiter: SS-Obersturmbannführer Karl-Heinz Bürger
Oberquartiermeisterabteilung
Oberquartiermeister: SS-Standartenführer Wilhelm Hartenstein
Qu.1 SS-Hauptsturmführer Harro With
Qu.2 SS-Hauptsturmführer Franz Liebermann
H-mot. SS-Obersturmbannführer Georg-Henning von Bassewitz-Behr
IVa SS-Sturmbannführer Josef Spacil
IVb SS-Brigadeführer Ernst-Robert Grawitz
IVc SS-Hauptsturmführer Hermann-Josef Held

Weitere Verwendung

  • Die 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.) wurde im darauffolgenden Frühjahr 1943 umgegliedert: die SS-Freiwilligen-Legionen „Flandern“ und „Nederland“ wurden herausgezogen, dafür wurde der Verband mit lettischen Schutzmannschaften aufgefüllt und in Lettische SS-Freiwilligen-Brigade umbenannt. Im März 1944 erfolgte die Umgliederung zur 19. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 2). Die Legion Flandern bildete die SS-Sturmbrigade „Langemarck“, welche wiederum Ende 1944 in 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (flämische Nr. 1) umbenannt wurde. Die niederländische Legion wurde am 20. Mai 1943 in Grafenwöhr offiziell aufgelöst, da nicht genügend Freiwillige für eine geplante niederländische Division zur Verfügung standen. Aus dem vorhandenen Personal wurde die 4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade „Nederland“ formiert, die ab Februar 1945 als SS-Division firmierte.

Siehe auch

Fußnoten

  1. RFSS, Tgb. Nr. 114/41 g. Kdos., Sonderauftrag des Führers, 21. Mai 1941, gez. Himmler, gedruckt in Hans-Adolf Jacobsens Anatomie des SS-Staates, S. 219f., hier S. 220
  2. Da die Unterlagen zur genauen Struktur nur teilweise erhalten geblieben sind, ist eine Gliederung nur mit Vorbehalt zu dokumentieren.