Matthisson, Friedrich von

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Friedrich von Matthisson

Friedrich Matthisson, seit 1809 von Matthisson (Lebensrune.png 23. Januar 1761 in Hohendodeleben bei Magdeburg; Todesrune.png 12. März 1831 in Wörlitz), war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.

Leben

Friedrich Matthisson, Gemälde von Christian Ferdinand Hartmann, 1794, Gleimhaus Halberstadt.jpg
Matthisson, Friedrich von. Gedichte. Neueste, sehr vermehrte u. vollständigste Ausgabe. Theile 1 und 2 (in 1 Bd.), 1815.jpg

Friedrich von Matthisson war der Sohn von Johann Friedrich Matthisson (Todesrune.png 1760), Feldprediger der Preußischen Armee, dann ab 1758 Pfarrer in Hohendodeleben bei Magdeburg. Sein Vater starb wenige Wochen vor seiner im Pfarrhaus der Sankt-Peter-Kirche stattfindenden Geburt. Zeit seines Lebens unternahm Matthisson Reisen durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (oft reiste er in das Erzherzogtum Österreich), aber auch Frankreich, Belgien, Dänemark, Italien und in die Schweiz. Im Zuge dieser Reisen nahm er jede Gelegenheit wahr, um literarische Größen der Epoche aufzusuchen, wie beispielsweise Klopstock, Voß, Claudius und Schiller. Tirol lernte er während seiner Tätigkeit als Reisebegleiter der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau kennen (seit 1795) und besuchte es zweimal, 1799 und 1803. Matthisson hielt seine Reiseeindrücke nicht nur in seinen Erinnerungen schriftlich fest, sondern ließ diese auch in seine Gedichte einfließen.

1809 wurde Matthisson in den württembergischen Adelsstand erhoben und arbeitete ab 1812 als Legationsrat, Mitglied der Hoftheaterintendanz und Oberbibliothekar für König Friedrich von Württemberg. Nach dem Tod seiner zweiten Frau im Jahre 1824 blieb von Matthisson noch einige Zeit in Stuttgart im Dienst des Königs, bat 1828, nach 16 Jahren, um Entlassung und ging nach Wörlitz zurück, wo er 1831 verstarb.

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Beliebter Lyriker; Pfarrerssohn, erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung auf der Schule zu Klosterbergen und der Universität Halle, wurde Lehrer am Philanthropin zu Dessau, dann Erzieher in Livland, Deutschland, Frankreich und der Schweiz, 1794 Vorleser und Reisegeschäftsführer der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau, 1812 Geh. Legationsrath, Hoftheaterintendant und Oberbibliothekar zu Stuttgart, von wo er sich 1824 nach Wörlitz zurückzog. Seine Ode „Adelaide“, die schon Wieland's Bewunderung erregte, ist durch Beethoven's herrliche Musik Gemeingut aller gebildeten Völker geworden. Außer seinen Gedichten, die sich durch einen sanften, elegischen Ton, lebendige Naturschilderung und rhetorische Glätte empfehlen, hinterließ er fünf Bände „Erinnerungen“ in Prosa sowie eine lyrische Anthologie in zwanzig Bänden, zugleich mit Lebensnachrichten und Charakteristiken von zweihundert Dichtern.

Familie

Matthisson heiratete 1793 in Zürich (⚮ 1797) seine Verlobte, das Hoffräulein Luise von Glafey, Tochter des anhaltinischen Hofmarschalls in Dessau Eucharius Carl Friedrich von Glafey (1738–1822). Aus der Ehe ist ein Sohn entsprossen, der jedoch früh verstarb. Danach zerbrach die Ehe und wurde 1797 geschieden. In Wörlitz im Jahre 1810 heiratete er dann Luise Schoch (1790–1824). Tochter des Hofgärtners Johann Georg Schoch (1753–1826).

Einführung in das Werk

Einführung in Leben und Werk:[2]

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Gedichte

Zuruf

Matthisson - Zuruf.jpg
Alles kann sich umgestalten!
Mag das dunkle Schicksal walten.
Muthig! auf der steilsten Bahn.
Trau' dem Glücke! trau' den Göttern!
Steig', trotz Wogendrang und Wettern,
Kühn, wie Cäsar, in den Kahn.
Laß den Schwächling angstvoll zagen!
Wer um Hohes kämpft, muß wagen!
Leben gelt es oder Tod.
Laß die Woge donnernd branden!
Nur bleib immer, magst du landen
Oder scheitern, selbst Pilot!


Adelaide

Hauptartikel: Adelaide (Gedicht)
Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten,
Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen,
Das durch wankende Blütenzweige zittert,
Adelaide!
In der spiegelnden Flut, im Schnee der Alpen,
In des sinkenden Tages Goldgewölken,
Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis,
Adelaide!
Abendlüfte im zarten Laube flüstern,
Silberglöckchen des Mais im Grase säuseln,
Wellen rauschen und Nachtigallen flöten:
Adelaide!
Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe,
Eine Blume der Asche meines Herzens;
Deutlich schimmert auf jedem Purpurblättchen:
Adelaide!

Werke (Auswahl)

  • Friedrich v. Matthisson's Literarischer Nachlass nebst einer Auswahl von Briefen seiner Freunde (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4)

Literatur

  • Heinrich Döring: „Friedrich von Matthisson's Leben“, Supplementband zu den gesammelten Schriften, Zürich 1833 (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. in: „Gedichte von Friedrich von Matthisson“, Hrsg. Ernst Kelchner, Leipzig 1874 (PDF-Datei)