Volkskommissariat für innere Angelegenheiten

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Wappen des НКВД

Das Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD, auch NKVD; russ. Народный комиссариат внутренних дел, kurz НКВД, transkribiert Narodnyij Kommissariat Wnutrjennich Djel) war von 1934 bis 1946 die Bezeichnung für das sowjetische Innenministerium, welches Zeitweise auch als Geheimdienst fungierte. Das NKWD war die bolschewistische Zentrale des Staatsterrorismus, des Mordes und der Folter.

Erläuterung

„Deutsche Operation“ des NKWD
Zeitungsbericht vom 14. Juli 1943 über das Massaker von Winniza durch die Russen

1934 ging die vormalige (O)GPU im neugebildeten Volkskommissariat für innere Angelegenheiten der UdSSR (NKWD) auf.

Wirken

Das NKWD war zuständig für politische Überwachung, Nachrichtendienst, politische Strafjustiz, Verwaltung der Straf- und Verbannungslager (Gulag) und Grenzschutz. Es war das Instrument des stalinistischen Terrors und Folterapparat zum Nachteil deutscher Kriegsgefangene, insbesondere nach der Kesselschacht von Stalingrad. Das NKWD verübte während seiner Existenz zahlreiche Massenexekutionen an polnischen und deutschen Kriegsgefangenen, aber auch an eigenen Staatsbürgern, welche als Bedrohung für die bolschewistische Herrschaft gesehen wurden. (Siehe: Massaker von Katyn, Massaker von Winniza.) Auch deutsche Zivilisten wurden nach der Kapitulation der Wehrmacht verhaftet, entführt und/oder verschleppt, viele wurden nie wieder gesehen.

Deutsche Operation

Der Druck auf Ausländer begann in der Sowjetunion seit Mitte der dreißiger Jahre zu wachsen. Seit 1935 fanden umfangreichere Deportationen einzelner Ausländergruppen in verschiedenen Regionen statt. Sie dienten der Säuberung der Grenzgebiete angesichts des kommenden großen Krieges mit den Nachbarstaaten, um den Stalins Gedanken seit Mitte der dreißiger Jahre immer stärker kreisten. Den politisch-ethnischen Säuberungsaktionen fielen zehntausende deutschstämmige Sowjetbürger zum Opfer, deren Vorfahren vor allem im 18. und 19. Jahrhundert in Russland eine neue Heimat gefunden hatten.

„Der ‚Große Terror‘ der Jahre 1937/38 brachte für die Ausländer in der Sowjetunion Verdächtigungen, Schikanen, Verhaftungen, oft Lagerhaft oder den Tod durch Hinrichtung. Kaderabteilungen in allen Betrieben und Instituten sammelten schon seit 1935 Informationen über die Ausländer, die an das NKWD weitergeleitet wurden. Die Verfolgung der als ‚Spione‘ und ‚Saboteure‘ verdächtigten Ausländer erreichte Mitte 1937 eine neue Qualität, als die Parteiführung begann, ‚nationale Operationen‘ zu beschließen. In deren Zuge wurden in den nächsten 15 Monaten Hunderttausende Ausländer verhaftet, zu Lagerhaft verurteilt oder erschossen. […] Neben den Polen waren die Deutschen die erste nationale Gruppe in der Sowjetunion, gegen die eine NKWD-Operation im Sommer 1937 begonnen wurde. Stalin selbst hatte im Juli 1937 in einem Schreiben an den Geheimdienstchef Jeschow die Opfergruppen der Polen und Deutschen benannt. Weitere NKWD-Operationen gegen Nationalitäten der Sowjetunion folgten in kurzen Abständen. Zum Jahresbeginn 1938, als bereits 500 000 Personen im Zuge der am 5. August begonnenen ‚Kulaken-Operation‘ verhaftet worden waren, wurden die ‚nationalen Operationen‘ zum Hauptstrang des ‚Großen Terrors‘: Am 15. Januar 1938 ermächtigte das Politbüro den NKWD zur Zerschlagung der ‚konterrevolutionären nationalen Kontingente‘.“[1]

Der NKWD-Befehl Nr. 00439 vom 25. Juli 1937

„Die ‚Deutsche-Operation‘ war der Beginn einer Reihe von Repressivmaßnahmen des kommunistischen Regimes, die als ‚nationale Linien‘ bezeichnet wurden. Faktisch waren es politisch-ethnische Säuberungsaktionen – denn die meisten der Inhaftierten wurden anschließend erschossen. Das ‚Volkskommissariat des Inneren‘ (NKWD) der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR), das aus der Geheimpolizei ‚Vereinigte staatliche politische Verwaltung‘ (OGPU) hervorgegangen war, erließ am 25. Juli 1937 den Befehl mit der Nummer 00439. Der Befehl leitete die ‚Operation zur Ergreifung von Repressivmaßnahmen an deutschen Staatsangehörigen, die der Spionage gegen die UdSSR verdächtig sind‘ ein. Es sollte die erste von einer ganzen Reihe ‚nationaler Operationen‘ werden, die faktisch politisch-ethnische Säuberungsaktionen des kommunistischen Regimes waren. Denn die meisten der Inhaftierten wurden anschließend erschossen. […] Mit dem Rundbrief Nr. 7/37 ‚Über den deutschen Aufklärungsdienst und dessen Bekämpfung‘ vom 9. Juli 1924 hat die Geheimpolizei OGPU reichsdeutsche Firmen und Bürger der Spionage bezichtigt. Gleichzeitig wurde die Behauptung aufgestellt, die deutsche Bevölkerung sei die wichtigste Quelle zum Abschöpfen von nachrichtendienstlichen Informationen. Deshalb wurde eine genaue Beobachtung ‚aller deutschländischen (germanischen) Kolonistenvereine, Schulen, Klubs, Wohlfahrtsgesellschaften zwecks Aufdeckung ihrer Verbindungen mit Vertretungen im Ausland, dem Deutschen Roten Kreuz u. a. angeordnet‘. Auffallend an dieser Anordnung ist, dass Vereine deutscher Sowjetbürger als ‚deutschländische‘, d. h. ausländische bezeichnet wurden. Damit wurde auf deutschfeindliche Unterstellungen aus der Zeit kurz vor und während des Ersten Weltkrieges zurückgegriffen. Ein Jahr später hieß es in einem Bericht ‚Über die deutsche konterrevolutionäre Tätigkeit in der UdSSR‘ bereits, die Deutschen seien als dem Kommunismus und der UdSSR feindselige Bevölkerungsschicht die größte Gefahr. ‚Die deutschen Kolonien sind die Basis für die antisowjetische Politik der Deutschen und der Politik der Sprengung von innen heraus‘. […] Schließlich wurde am 25. Juli der Befehl des NKWD der UdSSR Nr. 00439 herausgegeben, der vorsah, binnen drei Tagen alle deutschen Staatsangehörigen, die in Rüstungsbetrieben arbeiteten oder früher gearbeitet hatten, so wie alle deutschen Staatsangehörigen, die bei der Bahn beschäftigt waren, zu erfassen. Ab dem 29. Juli sollten sie alle binnen fünf Tagen verhaftet werden. Unverzüglich sollte auch das Umfeld aller Reichsdeutschen erfasst und mit der sorgfältigen operativen Überprüfung begonnen werden. Deutsche Konsulate meldeten der Botschaft Moskau zahlreiche Verhaftungen von reichsdeutschen Ingenieuren und Facharbeitern, die am 31. Juli 1937 stattfanden. Am 26. Juli wurden die Spitzenfunktionäre der Wolgarepublik, die sich auf der Parteikonferenz vom 1.-4. Juni für die Enttarnung von ‚Volksfeinden‘ einsetzten, selbst als solche verhaftet. Sie gehörten angeblich einer ‚faschistischen, nationalistischen Untergrundorganisation‘ an. Darunter waren auch alle Mitglieder des Gebietsparteikomitees.“[2]

Vom MGB zum KGB

Das NKWD wurde 1946 mit der Spionageorganisation Smersch zum MGB zusammengefaßt. Aus dem MGB ging 1954 der KGB hervor. Bei Babij Yar aufgefundene Mordopfer wurden durch die sowjet-bolschewistische Propaganda der deutschen Seite zugeschoben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung soll am 27. April 1989 folgendes berichtet haben:[3]

„In der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind 200 Leichen ausgegraben worden. Die Moskauer Wochenzeitung ‚Literaturnaja Gaseta‘ berichtete am Mittwoch, es handele sich dabei um Opfer der Stalinschen Säuberungen und nicht, wie die sowjetischen Behörden seither angegeben hätten, um von deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg Umgebrachte. Die Überreste der Frauen und Männer hätten sich in siebzehn Gruben befunden. Die Schädel zeigten Einschußlöcher. Die vor vier Tagen begonnene Exhumierung werde fortgesetzt. Dem Bericht zufolge hatte die Staatsanwaltschaft die Arbeiten angeordnet, nachdem die ‚Gesellschaft der Erinnerung‘, die sich der Ermordeten der Ära Stalin angenommen hat, eine Untersuchung verlangt hat. Die Gesellschaft ließ verlauten, es befänden sich bis zu 240.000 Tote in Massengräbern in der Umgebung von Kiew. Alle seien in den späten dreißiger Jahren vom Sicherheitsdienst NKWD, dem Vorläufer des KGB, hingerichtet worden.“

Siehe auch

Literatur

  • Andreas Naumann: Die NKWD-Todesmärsche in Richtung Osten 1941, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hgg.): Der Große Wendig, Bd. 3, 3. Aufl., Grabert Verlag, Tübingen 2010, S. 647–649
  • Benno Prieß: Unschuldig in den Todeslagern des NKWD 1946–1954. Torgau – Bautzen – Sachsenhausen – Waldheim, Eigenverlag, Calw 1992
  • Alexander Vatlin: „Was für ein Teufelspack“ – Die Deutsche Operation des NKWD in Moskau und im Moskauer, Metropol-Verlag, 2013

Verweise

Filmbeiträge

Fußnoten

  1. Erschießungen nach Plan und Laune, FAZ, 29. September 1999
  2. Alfred Eisfeld: Die „Deutsche Operation“, Bundeszentrale für politische Bildung, 2017
  3. zitiert auf nexusboard: Babi Jar – was geschah wirklich dort?