Olympische Spiele 1904

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St. Louis 1904: Der erfolgreichste nichtamerikanische Teilnehmer war der deutsche Schwimmer C. Rausch, der über die halbe und ganze englische Meile siegte. Deutschland gewannen vier von neun Wettbewerben.

Die Olympischen Spiele 1900 (offiziell Spiele der III. Olympiade genannt) fanden vom 1. Juli bis zum 23. November 1904 in St. Louis im VS-Bundesstaat Missouri statt.

Wissenswertes

St. Louis hat diese Hoffnungen vielfach mit dunklen Farben vermischt. Abermals erwies sich die Verkoppelung mit einer Weltausstellung nicht als förderndes Motiv. Der Sport Europas war wirtschaftlich nicht stark genug, um größere Expeditionen über den Ozean auszurüsten. Amerika war noch wirklich weite, weite Welt. Deutschland und Ungarn waren die einzigen Nationen, die mit einer kleinen Schar die Fahrt über das große Wasser wagten. Die weltumspannende Idee der Olympischen Spiele war ihrer Zeit weit vorausgeeilt, in den Werkstätten arbeiteten die Techniker und Ingenieure noch an dem Ausbau der Maschinen, die die Völker später zusammenrücken sollten.

Ähnlich standen sich Leistungen und Organisationen gegenüber. Keine Feier leitete die Kämpfe ein, kein Ausklang schuf eine Erinnerung erhebender Art. Nüchtern und kalt trat das äußere Gesicht Amerikas hervor. Eine schmucklose Anlage wurde zum Schauplatz der Kämpfe gemacht. Eine schlichte Holzbarriere umsäumte den Platz, eine offene Tribüne war das einzige kahle Prunkstück, und nur in gelegentlicher Zerstreuungssucht strömten einige Hunderte der Besucher der Weltausstellung nach der sportlichen Schau. Nirgends gab es eine Spur einer gepflegten Kultur. Die Teilnehmer wohnten in einem riesenhaften Hotel, das in seiner Größe mit mehr als 7.000 Zimmern echt amerikanisch anmutete. Es war ein roher Holzbau, der den Atem des Urwaldes nicht verleugnete und war jeder Bequemlichkeit fern. Erhaben, großartig und voll reicher Effekte war das Ende des Baues. Um die Kosten des Abreißens zu sparen, geisterte seine Kraft in Flammen zum Himmel empor.

Auf der sportlichen Seite wurde der olympische Gedanke nur zum Teil gewahrt. Das Fehlen einer ernsthaften europäischen Konkurrenz ließ die Kämpfe zu einem amerikanischen Sportfest werden. Allein die Höhe der Leistungen atmete olympischen Geist und bezeugte den unaufhaltsamen Fortschritt. Wieder stellte das amerikanische Volk eine phantastische Fülle hochbegabter Kämpfer heraus. Unverwüstlich riß Ray Ewry seine Sprungsiege im Hoch- und Weitsprung aus dem Stand an sich, um in ungebrochener Frische das Fest eines dritten Olympias zu erreichen. In seinem Hochsprung von 1,65 aus dem Stand lag gewiß bereits jene gewaltige Schnellkraft, die die Amerikaner der Gegenwart die 2-Meter-Grenzen mit Sicherheit überqueren läßt.

Je mehr Züge der Vergangenheit wieder greifbare Gestalt gewinnen, desto klarer erscheint die Brücke zum gegenwärtigen Standard. Das hohe Lied eines dreifachen olympischen Triumphes fehlte nicht in dem Blütenkranze der großartigen Leistung. J. D. Lightbody, der später auch sein Können in Deutschland zeigte, siegte über 800 Meter, 1.000 Meter und im 2.000-Meter-Hindernislauf. Noch dreißig Jahre später war seine Zeit über 800 Meter mit 1,56 eine ansehnliche Tat. Ein Koloß an Kraft und Muskeln trat beim Kugelstoßen in den eisernen Ring: R. W. Rose; gewaltig wie ein Urwaldriese, schmetterte er die Kugel auf 14,80 Meter Weite, und neben ihm jagte J. Flanag den Hammer auf 51,23 Meter durch die Lüfte.

Frechheit und Humor kreuzten sich beim Marathonlauf mit den Höchstleistungen menschlicher Energie. Ein amerikanischer Teilnehmer bestieg unterwegs kühn und wohlgemut ein Auto, ließ sich an die Spitze fahren und stahl dem eigentlichen Sieger den größten Beifall des Publikums, da er als erster den Platz erreichte und die freche Tat noch nicht ruchbar geworden war.

Im Schwimmen war damals Europa den Vertretern der neuen Welt überlegen. Von den neun Schwimmwettkämpfen gewann Deutschland mit einer kleinen Truppe von elf Kämpfern vier. C. Rausch siegte über die halbe und ganze englische Meile. W. Brack gewann das 100-Yards-Rückenschwimmen und G. Zacharias die 400-Meter-Bruststrecke. Ungarn siegte ebenfalls in zwei Kämpfen, so daß sich die Reise der beiden europäischen Expeditionen wohl gelohnt hatte. Amerika aber öffnete die Augen.