Huchel, Peter

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Peter Huchel, um 1963

Peter Huchel (Helmut Huchel) (geb. 3. April 1903 in Berlin-Lichterfelde; gest. 30. April 1981 in Staufen im Breisgau) war ein deutscher Lyriker, Dichter, Redakteur und Karrierist.

Leben und Wirken

Peter Huchel war der Sohn eines Beamten (zuletzt Obersekretär). Wegen einer Krankheit seiner Mutter wuchs er in dem Dorf Alt-Langerwisch in der Mark Brandenburg auf dem Bauernhof seines Großvaters auf. Später besuchte er ein Gymnasium in Potsdam und studierte dann Literatur und Philosophie an den Universitäten Berlin, Freiburg und Wien. Ab 1927 unternahm er ausgedehnte Reisen durch Frankreich, den Balkan und die Türkei. In Paris schlug er sich als Übersetzer durch, ein Jahr lang arbeitete er in Grenoble als Bauernknecht. In Frankreich befreundete er sich mit dem Philosophen Ernst Bloch und mit dem Kritiker Hans A. Joachim. Er wurde dort auch mit dem russischen Lyriker Jessenin bekannt, dessen Verse er ins Französische übertrug.

Nach seiner Rückkehr arbeitete er ab 1930 in Berlin mit Bloch, Joachim und Alfred Kantorowicz zusammen und war Mitarbeiter der damals bekannten Literaturzeitschrift „Die literarische Welt“ (Willy Haas). Huchel verfaßte in den 1930er Jahren zahlreiche lyrische Werke und wirkte im Kreis der Zeitschrift Die literarische Welt. In der BRD-Geschichtsschreibung wird stets von seiner Ablehnung dem Nationalsozialismus berichtet, die ihn Kontakt zu Widerständlern suchen ließ. Tatsächlich war er einer der meistbeschäftigten Rundfunkdichter des Dritten Reiches, seine ausgesprochene Funkbegabung wurde von Franz Lennartz 1943 ausdrücklich gelobt. Ab 1941 diente Huchel bei der Luftwaffe und geriet 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Danach wurde er Sendeleiter in Ost-Berlin und Chef des SED-Organs Sinn und Form. 1951 erhielt er den Nationalpreis der DDR. 1971 ging er in die BRD, die er „als freiesten Staat, den es überhaupt gibt“ anpreiste, während er die DDR als „Schrotthaufen“ bezeichnete. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt auch der Literaturpreis Deutscher Freimaurer[1].

Hörspiele im Dritten Reich (Auswahl)

  • Die Magd und das Kind
  • Margarete Line
  • Maria am Weg
  • Dr. Faustens Teufelspakt und Höllenfahrt
  • Die Herbstkantate
  • Der letzte Knecht
  • Der Bernsteinwald
  • Gott im Ährenlicht
  • Hans Sonneburg
  • Brigg Santa Fé
  • Zille Martha
  • Reihe 3, Stand 10

Auszeichnungen

  • 1951: Nationalpreis der DDR
  • 1963: Fontanepreis
  • 1968: Großer Kunstpreis von Nordrhein-Westfalen
  • 1972: Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur
  • 1974: Andreas-Gryphius-Preis
    • Lessing-Ring
    • Literaturpreis der Deutschen Freimaurer
  • 1976: Pour le mérite für Wissenschaft und Kunst
  • 1979: Jacob-Burckhardt-Preis
    • Eichendorff-Literaturpreis
  • Namensgebung der Peter-Huchel-Straße und der Peter-Huchel-Chaussee (Berlin)
  • Wolf Biermann widmete Huchel ein Gedicht

Fußnoten