Varnhagen von Ense, Antonie Friedericke

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Antonie Friedericke Varnhagen von Ense.jpg

Antonie Friedericke Varnhagen von Ense, geb. Rahel Levin (Lebensrune.png 19. Mai 1771 in Berlin; Todesrune.png 7. März 1833 ebenda) war eine jüdische Schriftstellerin und Salonnière sowie die Ehefrau von Karl August Varnhagen von Ense.

Leben

Rahel trat in ihren mittleren Lebensjahren der evangelischen Kirche bei und ließ sich am 23. September 1814 taufen, nahm den Namen Antonie Friedericke an und heiratete Karl August Varnhagen von Ense, den sie seit 1803 kannte (er war Hauslehrer im Haus des Fabrikanten Cohen), am 27. September 1814. Nach vielen Jahren der enttäuschen Liebe und dem 1804 gelösten Verlöbnis mit dem spanischen Gesandten Don Raphael d’Urquijo fand sie endlich ihr Gegenstück. Trauzeuge war Friedrich de la Motte-Fouqué.

Nacheinander reisten dann beide zum Wiener Kongreß, ihr Mann Varnhagen von Ense mit dem Staatskanzler von Hardenberg als dessen als persönlicher Mitarbeiter.

Romantikertreffen

Sie führte zwei Berliner literarische Salons (damals noch als „Romantikertreffen“ bezeichnet) in den Jahren 1790 bis 1806 und erneut ab 1820. Zu den Teilnehmern des Freundeskreises gehörten ihre Jugendfreundinnen Dorothea von Schlegel und Henriette Herz, aber auch Friedrich Schlegel (für den sie sich einst ernsthafter interessierte), Jean Paul, Ludwig Tieck, Friedrich von Gentz, Ernst von Pfuel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Friedrich de la Motte Fouqué, Prinz Louis Ferdinand, dessen Geliebte Pauline Wiesel, später dann Heinrich Heine, Eduard Gans, Ludwig Börne und der Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Mehrmals besuchte das Ehepaar Varnhagen Goethe in Weimar.

Die geistreichen Abendgesellschaften waren erfüllt von Gedankenaustausch, Debatten und Schwärmerei.

Befreiungskriege

Während der Befreiungskriege 1813 organisierte sie die Versorgung der Verwundeten in Prag und sammelte Spenden für die Hinterbliebenen.

Literarische Erzeugnisse

Varnhagen von Ense hat erst spät einige wenige Texte anonym drucken lassen – insbesondere ihre Gedanken zu Goethes Werken – aber mit ihrem Ehemann zusammen einen Teil ihrer 10.000 Briefe und Tagebücher zur Veröffentlichung vorbereitet, so daß schon drei Monate nach ihrem Tode das erste von vielen posthumen Werken erscheinen konnte: „Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde“ (1833).

Tod

Antonie Friedericke Varnhagen von Ense starb 1833 in Berlin und liegt auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I in Berlin-Kreuzberg begraben. Das im Jahr 2007 durch das Landesdenkmalamt Berlin und die Varnhagen Gesellschaft restaurierte Ehrengrab der Stadt Berlin befindet sich im Feld 2.

Zitate

  • „Auf frischen, kleinen, abstrakten Wegen wollen wir gehen, die wir selbst noch nicht kannten: und auch auf diesen noch dem Wolkenspiel folgen, den Lichtzauber genießen, und auch dem Dunkel, wenn es reizt, nachziehen!“
  • „Daß in Europa Männer und Weiber zwei verschiedene Nationen sind, ist hart. Die einen sittlich, die andern nicht; das geht nimmermehr!“

Ehrungen (Auszug)

In den Städten Hamburg, Köln, Freiburg im Breisgau, Berlin, Oldenburg und Ludwigshafen sind Straßen nach Rahel Varnhagen benannt.

Literatur

  • Emma Graf: Rahel Varnhagen und die Romantik, Dissertation, Vero Verlag (2014), ISBN 978-3957388940

Verweise