Reinhardt, Fritz (1898)

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Otto Skorzeny heftet Militärverwaltungsvizechef und Reichsnährstandsrat Dr. rer. nat. Fritz Reinhardt (in der wehrmachtsgeneralähnlichen Uniform eines Militärverwaltungs-Vizechefes) das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes an. Rechts daneben Landesbauernführer Hellmut Körner und Kurt Zschirnt, Berlin, 3. Oktober 1943

Fritz Reinhardt (Lebensrune.png 27. September 1898 in Kassel; Todesrune.png 30. September 1965) war ein deutscher Soldat des Deutschen Heeres, Offizier der SS sowie der Wehrmacht, Diplom-Landwirt, promovierter Doktor der Naturwissenschaften und Militärverwaltungsbeamter der deutschen Wehrmacht im Generalsrang. Ritterkreuzträger Dr. Reinhardt wird in historischen Quellen desöfteren mit Staatssekretär Reinhardt verwechselt.

Werdegang

Berliner Sportpalast am 3. Oktober 1943; von links: Skorzeny, Reinhardt, Zschirnt, Körner

Ausbildung, SS-Beförderungen und Dienststellungen

Im Rahmen der großen Kundgebung, die anläßlich des Erntedanktages 1943 im Berliner Sportpalast stattfand, wurden drei Männer mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes ausgezeichnet. Von rechts nach links: Militärverwaltungschef Hellmut Körner, SS-Sturmbannführer Kurt Zschirnt und Militärverwaltungs-Vizechef Dr. Fritz Reinhardt. Links daneben einer der Befreier des Duce, SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny, der den drei Männern im Auftrag Adolf Hitlers die Auszeichnung überreichte.
  • 1920 bis 1923 Studium der Landwirtschaft an der Universität Halle an der Saale
    • aktiv in der studentischen Korporation „VDSt“, Halle-Wittenberg
  • Beamter der Landwirtschaftskammer Halle
  • 1. Januar 1929: Eintritt in die NSDAP
    • NSDAP-Nr.: 109.707
  • 1934: Landwirtschaftsministerium als persönlicher Referent des Staatssekretärs im RMEuL Dr. Herbert Backe
  • 24. März 1934: Eintritt in die SS
    • SS-Nr.: 166.846
    • SS-Führer beim Stab des SS-Rasse- und Siedlungs-Hauptamtes
  • 15. September 1935: SS-Untersturmführer
  • 1935 bis 1937: Hauptabteilungsleiter der Landesbauernschaft in Schleswig-Holstein. Anschließend war er persönlicher Referent des Reichsobmannes (Reichsnährstand) Walter Behrens
  • 9. November 1936: SS-Obersturmführer als Angehöriger des Stabes beim Rasse- und Siedlungshauptamt
  • 11. November 1938: SS-Hauptsturmführer

Zweiter Weltkrieg

  • 13. Februar 1940: zum Generalquartiermeister des Heeres/Abteilung VII (Kriegsverwaltung) als Sonderführer (Z) in der Wirtschaftsabteilung kommandiert
  • 21. Mai 1940: Kriegsverwaltungsabteilungschef bzw. Kriegsverwaltungsvizechef in Paris
    • Zunächst Referent „Ernährung und Landwirtschaft“ in der Abteilung „Verwaltung“ (Hotel Majestic) beim Chef der Militärverwaltung in Frankreich General der Infanterie Streccius (am 26. Oktober 1944 ein Opfer des Bombenterrors in Hannover), später beim Militärverwaltungschef Dr. Elmar Michel im Verwaltungsstab beim Militärbefehlshaber in Frankreich
    • anschließend Chef der Gruppe Wi III (Land), Ernährung und Landwirtschaft, in der Wirtschaftsabteilung unter Militärverwaltungschef Dr. Elmar Michel im Verwaltungsstab beim Militärbefehlshaber in Frankreich
  • August 1941: Aus Kriegsverwaltungs-Vizechef wurde Militärverwaltungs-Vizechef
    • Am 15.08.1941 wurden die Amtsbezeichnungen Kriegsverwaltungschef in Militärverwaltungschef geändert, denn von da an hieß es nicht mehr „Kriegs-“, sondern „Militär“verwaltung
  • 9. November 1943: SS-Sturmbannführer
    • Quellen, die im Weltnetz angeben, daß Dr. Fritz Reinhardt am 9. November 1944 SS-Standartenführer wurde, lassen sich nicht belegen
  • 1943–1944 Chef der Abteilung Wi III (EuL) beim Chef der Militärverwaltung in Frankreich, zugleich Vertreter des Abteilungschefs Wirtschaft
  • 1944–1945 Sonderbeauftragter für Ernährung und Landwirtschaft beim Oberbefehlshaber West
  • 30. Januar 1945: SS-Obersturmbannführer
Dr. Fritz Reinhardt, Kurt Zschirnt, Otto Skorzeny und Hellmut Körner vor dem Berliner Sportpalast nach der Verleihungszeremonie des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes am 3. Oktober 1943

Verleihung des Ritterkreuzes

Am 3. Oktober 1943 wurde Dr. Fritz Reinhardt bei einer Großkundgebung im Sportpalast anläßlich des Erntedanktages das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes vonOtto Skorzeny überreicht, der dies auf ausdrücklicher Bitte des Führers an seiner statt tat.

Uniform

Die Uniform der Kriegs-/Militärverwaltungschefs sowie -Vizechefs glich der Uniform der aktiven Wehrmachtsbeamten im Generalsrang und hatte die Nebenfarbe grau, breite hellgraue Hosenstreifen und Mantelaufschläge; die Kragenspiegel und die Schulterstücke auf hellgrauer Unterlage waren blaugrün eingefaßt; Hoheitszeichen (Adler mit Hakenkreuz in den Fängen) und Sterne der Schulterstücke waren aus weißem Leichtmetall.

Nachkriegszeit

Bei Kriegsende geriet Reinhardt in alliierte Kriegsgefangenschaft. In der Folge wurde er als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen verhört.[1] Später wurde er im Interniertenlager Kornwestheim entnazifiziert.[2]

Rätsel um Tod

Noch in den 1990er Jahre gab es ambivalente Aussagen zum Tode von Dr. Reinhardt. Klaus Patzall schrieb in seinem militärhistorischen Werk Die Ritterkreuzträger des Kriegsverdienstkreuzes 1942–1945, Dr. Reinhardt wäre an der Westfront nach der Invasion in der Normandie 1944 gefallen, aber im Mars – Jahrbuch für Wehrpolitik und Militärwesen von 1996 (Biblio-Verlag) liest man, daß er 1965 starb.

Auszeichnungen (Auszug)

Drittes Reich

Literatur

  • Andreas Schulz / Dieter Zinke: Die Militärverwaltungsbeamten der deutschen Wehrmacht im Generalsrang, Verlag Veit Scherzer, ISBN 978-3-938845-60-8

Fußnoten