Schilling, Rolf

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Rolf Schilling.jpg
Essayband „Eros und Ares“

Rolf Schilling (Lebensrune.png 11. April 1950 in Nordhausen) ist ein deutscher Dichter. Er wirkt auch als Nachdichter englischer, französischer und russischer Autoren.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Rolf Schilling wuchs in der DDR, in der Landschaft zwischen Harz und Kyffhäuser, auf. 1968 legte er sein Abitur ab. Nach dem Studium der Philosophie an der Berliner Humboldt-Universität war er von 1972 bis zum Jahre 1977 in Ilmenau am Institut für Marxismus-Leninismus der Technischen Hochschule beschäftigt, unterbrochen von anderthalbjährigem Wehrdienst bei der NVA (November 1973 bis April 1975). Im Mai 1977 gab Schilling seine Stellung in Ilmenau auf und konzentrierte sich seitdem auf seine schriftstellerische Tätigkeit. Informanten des Ministeriums für Staatssicherheit legten über den Dichter, der sich als unpolitisch verstand, acht Mappen mit Spitzel-Berichten, Briefkopien etc. an.[1]

Seine Bücher konnten niemals in der DDR publiziert werden. Er schrieb für nichtoffizielle Literaturorgane wie z. B. die „Ariadnefabrik“. Nach seinem Bekenntnis ging es ihm immer darum, das Eigene zur Sprache bringen, „ohne Rücksicht auf Echo und Resonanz“. Nach der Wende veröffentlichte der Arnshaugk Verlag eine Werkausgabe, die mittlerweile sechzehn Bände umfaßt.

Der weitgehend zurückgezogen lebende Dichter hielt 2006 beim „Wave Gothic Treffen“ in Leipzig im Rahmen eines Konzerts der deutschen Neofolk-Musikgruppe „Orplid“ eine Lesung in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals. Nach einer Pause von fünfzehn Jahren erschien 2012 ein neuer Gedichtband mit dem Titel „Lingaraja“.[2]

Dichterische Gestalt

Ein bedeutender Teil des lyrischen Werks von Rolf Schilling widmet sich der Huldigung an die alten Götter. In seinem Schaffen bedient er sich aller lyrischer Gattungen, vom Runenspruch bis zum Dithyrambus. Seine, wie Ernst Jünger sie nannte, mythisch-heraldische Grundhaltung, beruft sich auf Heidentum, Heros und Individualismus. Die moderne Wirklichkeit, die Welt der Technik, die Sprache des Alltags, kommt in Schillings Dichtung nicht vor. Er fühlt sich dem Mythos, der Sage, dem Heldischen verpflichtet:

Gedichtband „Tage der Götter“
Schreibfeder.png
Setz deine Runen ins Rechte,
Sei, der du bist,
Ob dich der Himmel befechte,
Ob dich die Erde vergißt,
Gott sich mit Schattengebärde
Jenseits der Zeiten verlier,
Weißt du: Gott, Himmel und Erde
Dauern gewaltig in dir.
– ROLF SCHILLING


Mit Ernst Jünger, den er verehrte, verband ihn eine langjährige Brieffreundschaft, ebenso fühlte er sich Arno Breker und Leni Riefenstahl schöpferisch und freundschaftlich nahe. Als Grund, sich von diesen Künstlern angezogen zu fühlen, benannte Rolf Schilling in einem Gespräch mit Thomas Lückewerth, daß diese in ihrem jeweiligen Metier den ersten Rang vertreten hätten: Ernst Jünger als Prosa-Autor, Arno Breker als Bildhauer und Leni Riefenstahl als Filmkünstlerin. Mit Arno Breker schuf er das gemeinsame Werk „Tage der Götter“, das 1991, wenige Wochen vor dem Tod Arno Brekers, erschien. Wie Schillings Verlag es ausdrückt, stellt sich das Buch so zugleich als Vermächtnis des Bildhauers dar „und bezeugt, indem es die Brücke zwischen den Generationen schlägt, die Wiedergeburt der mythischen Weltsicht in der neueren deutschen Dichtung“.

Als seine geistigen Erwecker betrachtet Rolf Schilling Friedrich Nietzsche und Richard Wagner.

Zitate von Rolf Schilling

„Nun gehören zur Elite nicht unbedingt jene, die sich selber dazu ernennen, dies ändert nichts an der Existenz einer geheimen Bruderschaft über die Völker und Zeiten hinweg. Zwei Dinge sind es, die den vornehmen Geist kennzeichnen: Er lebt souverän und er lebt solitär. Er ist unangreifbar im Bewußtsein seines angeborenen Privilegs, und er ist sich selbst genug. Er wahrt, wo alles zerfließt und verfällt, das Gefühl für Rang und Würde, auch den Sinn für Opfer und Ritual. Er allein stiftet im Verwehenden ein Sein. Wer aber meint, daß dieses Los ein leichtes und für jeden erstrebenswertes sei, der werfe sein bürgerliches Amt hin und nehme das Joch der Freiheit auf sich. Er wird sehen, wohin er kommt. Denn, ich sagte es schon anderswo und wiederhole es gern: Um der zu werden, der man ist, muß man vor allem einer sein. Und es gilt der Satz von Hölderlin:
‚An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.‘“[3]

Zitate über Rolf Schilling

  • „Rolf Schilling ist ganz lyrischer Sänger, Sprachrohr der Götter, Zeichenempfänger und -stifter. In der geschlossenen Form seiner Gedichte schafft er wundersame Bilder, Verse von seltener Klangschönheit und adliger Sprache.“ — Erik Tannhäuser[4]

Werke

Siehe auch

Literatur

  • Schühly, Wolfgang (Hrsg.): Natursprache. Deutsche Naturdichter der Nachkriegszeit. 2009, ISBN 3-926370-37-8
  • Erik Tannhäuser: Deutsch und hellenisch — Der Dichter Rolf Schilling. In: Elemente 6 (1998), S.129–131

Verweise

Fußnoten

  1. Erik Tannhäuser: Deutsch und hellenisch — Der Dichter Rolf Schilling, in: „Elemente“ 6 (1998), S.130
  2. 2,0 2,1 Sanskrit lingarāja „Phalluskönig“ ist ein Beiname des indisch-drawidischen Gottes Schiwa.
  3. Rolf Schilling: Das Holde Reich, Essays zur Symbolik. Edition Arnshaugk, München 1990, S. 25
  4. Erik Tannhäuser: Deutsch und hellenisch — Der Dichter Rolf Schilling, in: „Elemente“ 6 (1998), S. 130
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