Schlacht am Kahlenberg

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Schlacht am Kahlen Berge: Entsatz der belagerten Reichsstadt Wien unter dem deutschen Herzog Karl V. (Gemälde von Pierre-Denis Martin)

Die Schlacht am Kahlenberg am 12. September 1683 beendete die Zweite Wiener Türkenbelagerung.

Erläuterung

Abwehr der Türkengefahr: Ausfall der Verteidiger der deutschen Reichsstadt Wien nach dem Sieg der Reichstruppen bei der Schlacht am Kahlenberg.

Ein deutsches Entsatzheer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter der Führung von Herzog Karl V. von Lothringen bestehend aus 50.000 Deutschen der Kaiserlichen Armee und zahlreiche deutsche Freiwillige, vor allem Bayern, Schwaben, Franken, Sachsen und Österreichern, schlug gemeinsam mit 24.000 Litauern, Ukrainern und Polen die Osmanen. Feldzeugmeister Graf Ernst Rüdiger von Starhemberg war der Kommandant der eingeschlossenen deutschen Reichsstadt Wien während der Türkenbelagerung. Weitere deutsche Feldherren waren Reichsmarschall (Erzmarschall) Johann Georg III. und Generalfeldmarschall Georg Friedrich von Waldeck.

Am 11. September 1683 besetzten die alliierten christlichen Truppen das Kahlengebirge. In den Morgenstunden des 12. September griff das deutsche Entsatzheer der Reichsarmee und der Kaiserlichen mit Truppen aus Bayern, Sachsen, Franken, Schwaben, Baden, Oberhessen, Venedig und Polen an, zirka – je nach Quelle – 54.000 bis 87.000 Mann. Die osmanischen Kommandanten konnten sich über die Taktik für den Zweifrontenkrieg nicht einigen. Nach zwölfstündigem Kampf griffen die Husaren der Kavallerie unter dem Oberkommando von König Sobieski von den Höhen des Wienerwaldes her ein. Die gesamte reichsdeutsche Streitmacht ging zum Generalangriff über, denn auch die Wiener Verteidigungstruppen begannen mit einem Ausfall, als sie sahen, daß die Schlacht am Kahlenberg zugunsten der Reichstruppen ausging, und stürmten die Laufgräben der Osmanen. Das osmanische Heer mit 160.000 bis 300.000 Mann[1][2][3] flüchtete überstürzt.

Geschichte

Obwohl die Gefahr der Islamisierung ganz Europas bestand, weigerten sich die Polen bis zuletzt, dem deutschen Reichsheer zu Hilfe zu kommen. Der Polen-König Jan III. Sobieski wollte ein Militärkontingent nur stellen, wenn er nominell den Oberbefehl führen durfte - über alle kaiserlichen Truppen. Diese Zusage wurde ihm gemacht.

Nach der Schlacht trafen sich Sobieski und Kaiser Leopold I. bei Schwechat vor Wien. Die Atmosphäre war frostig. Leopold konnte den großmäuligen und arroganten Polen nicht leiden, der damit angab, er habe ganz allein den Sieg gegen die Türken erfochten. Dennoch gelang es den Polen nicht, daraus auf Dauer politisches Gewicht in Europa zu gewinnen. Nach dem Tod Sobieskis 1696 versank Polen dann vollständig im Chaos.

Habsburg unter Leopold nutzte dagegen den Sieg, um die Osmanen aus Ungarn und Siebenbürgen zu vertreiben und begründete damit die Großmachtstellung Österreich-Ungarns. 1687 beschloß der ungarische Reichstag, daß die Habsburger fortan ein erbliches Recht auf die Stephanskrone haben sollten. Erst 1699 endete der sogenannte Große Türkenkrieg, in dessen Verlauf Prinz Eugen von Savoyen zum führenden Feldherrn des Hauses Österreich aufstieg.

Stärke und Verluste

Das vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aufgestellte Entsatzheer gegen die Türkengefahr bestand aus 74.000 bis 87.000 Männer (andere Quellen sprechen von nur bis zu 60.000), in der belagerten Reichsstadt Wien befanden sich zusätzlich 15.000 Soldaten und 8.700 Freiwillige. Die Türken hatten 160.000 bis 300.000 Mann.[4][5][6]

4.500 Soldaten des Entsatzheeres fielen im Kampf gegen die einfallenden Türkenhorden, weitere 12.000 starben bei der Verteidigung Wiens während der gesamten Belagerung. In Niederösterreich und um Wien wurden 30.000 Christen in Gefangenschaft von den Türken niedergemetzelt. Während der Belagerung von Wien fielen 20.000 Türken, weitere 40.000 fielen bei der Schlacht am Kahlenberg, 5.000 gerieten in Kriegsgefangenschaft.[7]

Bildergalerie

Literatur

  • Karl Toifel: Die Türken vor Wien im Jahre 1683. Ein österreichisches Gedenkbuch (1883) (PDF-Datei)
  • Victor von Renner: Wien im Jahre 1683. Geschichte der zweiten Belagerung der Stadt durch die Türken im Rahmen der Zeitereignisse. Aus Anlaß der zweiten Säcularfeier verfaßt im Auftrage der Gemeinderates der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien (1883) (PDF-Datei)
  • Friedrich Freiherr von Mühlwerth-Gärtner: Die Belagerung und der Entsatz von Wien im Jahre 1683, 1883 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Fußnoten

  1. Harbottle, Thomas (1905): Dictionary of Battles, E. P. Sutton & Co, S. 262
  2. Clare, Israel (1876): The Centennial Universal History: A Clear and Concise History of All Nations, with a Full History of the United States to the Close of the First 100 Years of Our National Independence, J. C. McCurdy & Co., S. 252
  3. Drane, Augusta (1858): The Knights of st. John: with The battle of Lepanto and Siege of Vienna, Burns and Lambert, S. 136
  4. Harbottle, Thomas (1905): Dictionary of Battles, E.P. Sutton & Co, S. 262.
  5. Clare, Israel (1876): The Centennial Universal History: A Clear and Concise History of All Nations, with a Full History of the United States to the Close of the First 100 Years of Our National Independence, J. C. McCurdy & Co., S. 252
  6. Drane, Augusta (1858): The Knights of st. John: with The battle of Lepanto and Siege of Vienna, Burns and Lambert, S. 136.
  7. S. C. Tucker: A Global Chronology of Conflict, Vol. Two, Santa Barbara (2010), ISBN 9781851096671