Flughafen Berlin-Tempelhof

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Am 6. Juli 1939: Adolf Hitler vor seinem neuen Privatflugzeug „Grenzmark“, Focke-Wulf 200 A-0 (S 8) „Condor“,[1] in Berlin-Tempelhof. Auf der linken Seite (gegenüber) befand sich sein Flugkapitän, SS-Gruppenführer Hans Baur, im Gespräch mit Hitler, mit weißer Schirmmütze, ist Luftwaffen-Adjutant Hauptmann Nicolaus von Below. Lachend hinter Hitler SS-Gruppenführer Julius Schaub, hinter Schaub mit Brille Oberst Victor Carganico, Kommandant des Flughafens Berlin-Tempelhof. Das Foto stammt von Walter Frentz, dem persönlichen Fotografen Hitlers.

Der Flughafen Berlin-Tempelhof war einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands und nahm 1923 den Linienverkehr auf. Der Zentralflughafen galt als „Mutter aller Flughäfen“ und ein Symbol der Luftfahrtgeschichte. Architekt war Ernst Sagebiel. Er plante die Gebäude in einem zeittypischen, sachlichen Monumentalstil.

Erläuterung

Der Vorplatz
Flughafen Berlin-Tempelhof
Gedächtnisfeier für Oswald Boelcke, Flughafen Tempelhof, 28. Oktober 1933; Erhard Milch (Mitte), links von ihm DLV-Präsident Bruno Loerzer, rechts von Milch Flieger-Pfarrer Propst Fritz Loerzer.
Feierlicher Empfang für die Rekordflieger der Fw 200 „Condor“ in Berlin, August 1938; von links: Flugzeugfunker Walter Kober, Oberflugmaschinist Paul Dierberg, Flugkapitän Alfred Henke und Zweiter Flugzeugführer Rudolf Freiherr von Moreau.

Berlin-Tempelhof war bis zum 30. Oktober 2008 neben Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld einer von drei Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin. Im Jahr 2007 wurden dort mehr als 350.000 Fluggäste abgefertigt. Gemessen an den Passagierzahlen lag der Flughafen 2007 damit an 22. Stelle in Deutschland. Der Flughafenbetrieb endete mit dem 30. Oktober 2008.

Geschichte

Die Anfänge

Die Fläche, auf der der Flughafen Tempelhof gebaut wurde, das Tempelhofer Feld, war ehemals ein Exerzierplatz. 1909 stellte Orville Wright hier seinen Startapparat auf, machte Flugvorführungen und einige Rekordflüge, nachdem bereits zuvor der Deutsche Gustav Weißkopf in den VSA den ersten Motorflug und der Deutsche Karl Jatho den zweiten Motorflug absolviert hatten.

„Für die vergleichsweise junge Geschichte der Fliegerei hat der ehemalige Flughafen Tempelhof eine bewegte Geschichte. Sie spiegelt wichtige Episoden des 20. Jahrhunderts wider, die sich in Berlin abspielten. Als einer der frühesten Verkehrslandeplätze ging Tempelhof 1923 in Betrieb. Er konnte auf einem bisher unbebautem Terrain, dem Tempelhofer Feld (ehemals Exerzierplatz), angelegt werden. Nach ersten Provisorien entstanden feste Flughafengebäude, die allerdings eine kurze Lebensdauer hatten: Ab 1934 plante man den Flughafen völlig neu, um dem steigenden Luftverkehr gerecht zu werden und ein Bauwerk im Sinne der neuen nationalsozialistischen Machthaber zu realisieren. Die bis 1941 errichteten Flughafengebäude gehören noch heute zu den größten Baukomplexen der Welt. Sie fassen das Flugfeld viertelkreisförmig ein, über einen zentralen Hochbau mit Empfangshalle ist ein großer Verwaltungsbereich angeschlossen. Dieser schafft einen halbkreisförmigen Platz zur Stadtseite.“[2]

Messen

Das Tempelhofer Feld war im Jahr 1922 zunächst als Standort für die neuen Messeanlagen vorgesehen. Auf Betreiben des damaligen Stadtbaurats Leonhard Adler konnte der Magistrat von Berlin aber davon überzeugt werden, das Tempelhofer Feld besser für den neuen Zentralflughafen zu nutzen.

Mit einer spektakulären Nachtlandung auf dem Tempelhofer Feld, bei der in fünf Maschinen Mitglieder des Haushaltsausschusses des Magistrats aus Leipzig zurückkehrten, konnte er die Stimmung zugunsten des Flughafens ändern. Der Haushaltsausschuß war nach Leipzig geflogen, um sich dort über die neu entstandenen Messehallen zu informieren.

Provisorium

Auf Kosten der Firmen Junkers und Aero Lloyd wurde am Nordrand des Tempelhofer Feldes ein Stück Land planiert, das für den Flugbetrieb mit kleinen, leichten Flugzeugen gerade groß genug war. An der Hasenheide entstanden zwei Holzhallen mit je 1.000 m² Grundfläche und das Stationsgebäude. Am 8. Oktober 1923 erteilte das Reichsverkehrsministerium der betriebsbereiten Anlage eine vorläufige Konzession.

An diesem Tag hatte Dr. Adler den Magistrat zur Besichtigung des Provisoriums eingeladen. An Hand von vielen Zahlen und Modellen bewies er dem Magistrat, wie notwendig dieser Platz für die zukünftige Verkehrsentwicklung sei. Ein anschließender Rundflug konnte auch die letzten Magistratsmitglieder für den Flughafen umstimmen, obwohl ein Flugzeug über der Hasenheide abstürzte, wobei zwei Magistratsmitglieder tödlich verunglückten.

Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH“

Die „Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH“ (BFG) wurde am 19. Mai 1924 gegründet. Aufsichtsrats-Vorsitzender war Leonhard Adler. Aufgabe der Gesellschaft war der „Ausbau und Betrieb des Flughafens auf dem Tempelhofer Feld und anderer Luftverkehrseinrichtungen in Berlin“. Gesellschafter waren zunächst der Magistrat von Berlin und ab 27.  September 1924 das Reich. 1925 beteiligte sich auch der Freistaat Preußen an der Gesellschaft.

Schließung des Flughafens

Der rot-dunkelrote Senat unter Klaus Wowereit ließ am 31. Oktober 2008 trotz eines Bürgerbegehrens Berlin-Tempelhof schließen. Bei der sogenannten Abschieds-Gala protestierten Menschen am Flughafen, auch vor den geladenen Gästen innerhalb des Flughafengebäudes wurde Wowereit als der Hauptverantwortliche für die Schließung ausgebuht. Wowereit sagte bei seiner Abschiedrede:

„Bei aller Wehmut – es ist kein Verlust der Geschichte.“[3]

Nachnutzung

Kopf des Reichsadlers, der sich von 1940 bis 1962 auf dem Hauptgebäude des Flughafens Tempelhof befand; der Adlerkopf der einst 4,50 Meter hohen Statue mit der Weltkugel in seinen Fängen wird heute auf dem Platz der Luftbrücke ausgestellt.

Vermarktung des Flughafens

Die Berliner Immobilien-Management GmbH (BIM) vermarktet im Auftrag des Landes den Flughafen Tempelhof. Eine Modemesse hatte nicht am Ausschreibungswettbewerb teilgenommen, bekam aber von Wowereit als Erste einen Nutzungsanspruch für Tempelhof. Andere Bewerber mußten sich erst bei einen Ideenwettbewerb für die Nutzung mit ihren Konzepten für anschießende Verhandlungen präsentieren.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit verkündete nach Scheinverhandlungen, daß die Modemesse Bread and Butter Gebäude von Tempelhof mindestens zehn Jahre anmietet, aber immer nur im Sommer für zwei Monate dort eine Modemesse stattfinden läßt. Damit sind andere vielversprechende Nutzer, wie die Studios Babelsberg oder auch das Alliiertenmuseum, verprellt worden.

Der Chef des Studios Babelsberg, Carl Woebcken, nannte diese Nachricht einen Mega-Gau. Dadurch seien seine Pläne, Tempelhof als „Filmhafen“ mit Studios und Ateliers zu nutzen, durchkreuzt. Die Studios Babelsberg nähmen offiziell keine Stellung mehr zu den Plänen in Tempelhof. Der Leiter des Alliiertenmuseums, Helmut Trotnow, reagierte auf die Nachricht, daß alle Hangars und die Haupthalle zweimal jährlich an die Modemesse vergeben werden, überrascht. 2009 nutzte das Museum einen Hangar als Depot und wollte von Dahlem nach Tempelhof umziehen.[4]

Auch dem Deutschen Technik-Museum in Berlin wurden wegen dem Umzugs der Modemesse „Bread and Butter“ die Räumlichkeiten auf dem Flughafen-Gelände gekündigt. In einer Halle in Tempelhof stehen mehrere Flugzeuge.[5]

Kritik und Aufklärungsbedürftig, warum Messe-Boss Karl-Heinz Müller ohne Ausschreibung die riesigen Flächen zur Verfügung bekommt, nachdem er erst einen Landesorden bekommen hatte und dann mitsamt der Bread & Butter nach Barcelona verschwunden war. „So kommt uns der Wowereit nicht davon.“ Man wundert sich auch, warum Müller und nicht die Babelsberger Filmstudios den roten Teppich ausgerollt bekommt [6][7][8]

Das Land Berlin wird fünf Millionen Euro in den ehemaligen Flughafen Tempelhof investieren. Christoph Fisser vom Vorstand des Studio Babelsberg sagte, wenn die Miete tatsächlich lediglich 1,6 Millionen Euro betrage, werde das Ganze zu einem Riesenskandal, der Betrag sei natürlich ein Witz. Der Flughafen sei überhaupt nicht mehr anderweitig zu vermieten außer für Veranstaltungen.[9]

Kosten zu Lasten des Steuerzahlers

Die Schließung des Flughafens Tempelhof bescherte dem Land Berlin bis zum Januar 2010 einen Verlust von mehreren Millionen Euro.[10]

Siehe auch

Fußnoten

  1. Von der zivilen Ausführung der Fw 200, Serie A-O, wurden zehn Maschinen gebaut, die bei Focke-Wulf, Lufthansa und Reichsluftfahrtministerium als S 1 bis S 10 bezeichnet wurden.
  2. Luftaufnahme des Flughafens Berlin-Tempelhof
  3. Abschied vom Flughafen Tempelhof – Buhs und Pfiffe für Wowereit bei Abschieds-Party, 1. November 2008
  4. Filmstudio: Tempelhof ist zu klein für alle, tagesspiegel.de, 30. Januar 2009
  5. Technik-Museum in Berlin droht wegen Umzug einer Modemesse mit Verlust der Räumlichkeiten, Deutschlandradio Kultur, 31. Januar 2009
  6. Jetzt fliegen die Fetzen: Umzug von Bread und Butter kommt nicht überall gut an, Berliner Kurier, 30. Januar 2009
  7. Tempelhofs Zukunft: Ein Flughafen – und drei Konzepte, tagesspiegel.de, 31. Januar 2009
  8. Wowereit schuld an Tempelhof-Chaos: Teilvermietung blockiert alle anderen Nutzungen, tagesspiegel.de, 01. Februar 2009
  9. rbb-tv, 12. Februar 2009
  10. Immobilie - Tempelhof-Aus sorgt für Millionenverlust, rbb-online.de, 16. Januar 2010