Carganico, Victor

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Carganico, Viktor.jpg

Victor Carganico (auch: Viktor; 15. Dezember[1] 1887 in Weenzen; Todesrune.png ermordet 27. Mai 1945 auf Gut Neugrimnitz bei Angermünde) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres (in verschiedenen Flieger-Abteilungen eingesetzt), der Vorläufigen Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Werdegang

1. Staffel der Feldflieger-Abteilung 3 (FFA 3)
Hauptmann Victor Carganico (links) 1916 als Fronteinweiser für Leutnant Manfred Freiherr von Richthofen
Hauptmann Victor Carganico und Manfred Freiherr von Richthofen (Mitte).jpg

Viktor Carganico trat am 20. März 1907 als Fahnenjunker in das königlich preußische Eisenbahn-Regiment Nr. 1 beim Garde-Korps in Berlin ein. Am 19. November 1908 zum Leutnant befördert, wurde er Kompaniechef in seinem Regiment und gehörte zum Kommando, das 1909 die vollständige Abholzung des gewaltigen 800 Morgen großen Fluggeländes des neu zu entstehenden Flugplatzes Johannisthal durchführte. Später diente er auch in einem Breslauer Regiment (im 4. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 51). Noch 1918 wird er im Breslauer Adreßbuch als Hauptmann, wohnhaft im Vorderhaus der Schwerinstraße 31 geführt.

Im Gegensatz zu vielen Meldungen war Carganico schon vor dem Kriege Flugzeugführer. Er war Angehöriger der 2. Kompanie des Flieger-Bataillons Nr. 4 in Metz). Schon im April 1912 machte er sich durch große Flüge in Metz bekannt.

„Flug Metz—Berlin. Am 5. Februar 1913 flog Leutnant Carganico mit Major Siegert als Beobachter auf L. V. G.-Doppeldecker mit 100 PS N. A. G.-Motor von der Fliegerstation Metz in 2 Stunden 20 Minuten ohne Zwischenlandung nach der Fliegerstation Darmstadt. Die durchschnittliche Höhe betrug 1300 Meter. Zweck des Fluges war die Besichtigung der Station Darmstadt durch den Kommandeur der Stationen des Westens Major Siegert. — Am 6. Februar setzte Leutnant Carganico seinen Flug von Darmstadt bis nach Berlin mit einer Zwischenlandung fort. Sein Beobachter war Leutnant Friedrich (G.-R. 79). Er legte 170 km in 1 Stunde 45 Minuten zurück. Am 22. Februar 1913 wurden von der Fliegerstation Metz von den Lts. Schulz, Carganico und Weyer mehrere nächtliche Überlandflüge bis nach Courcelles ausgeführt, die zum Teil gut gelangen.“

Am 1. April 1913 wurde er zur „Luft-Verkehrs-Gesellschaft“ abkommandiert. Die Flugsport (Ausgabe Nr. 8) berichtete:

„Leutnant Carganico, der bekannte Metzer Offiziersflieger, hat mit dem Apparat in letzter Zeit verschiedene hervorragende Flüge ausgeführt. Wirklich bewundernswert ist die außerordentliche Stabilität bei starkem Winde. Am 8. d. M. unternahm Leutnant Carganico mit Leunant II a a c k als Beobachter einen größeren Ueberlandflug, der als Ziel Breslau hatte. Der Apparat startete morgens um 6l/2 Uhr, mußte jedoch 18 Kilometer von Beeskow wegen Vergaserdefektes eine Notlandung vornehmen. Nachdem der Schaden gehoben war, flog Leutnant Carganico nach Beeskow zurück und führte dort über dem Exerzierplatz verschiedene Schauflüge aus. Am darauffolgenden Tage begann der Start um 6 Uhr in der Richtung nach Breslau. Ein starker Rückenwind begünstigte die Fahrt und legte der Apparat 260 km in der Zeit von 98 Minuten zurück, was einer Stundengeschwindigkeit von ca. 160 km entspricht. Die Landung erfolgte glatt in Breslau. Wie Leutnant Carganico erzählte, vollzog sich die Reise in den ersten 200 km in Schnee- und Hagelwetter. Weiterhin wurde der Apparat häufig durch Vertikal-Böen auf und nieder geworfen. Trotzdem hatte der Führer sehr wenig zur Erhaltung der Seitenstabilität zu tun und war hocherfreut über die außerordentliche Leistungsfähigkeit des Apparates.“

1913 nahm er als Vertreter der deutschen Heeresverwaltung (Flug Nr. 24) am Prinz Heinrich-Flug teil. Lt. Carganico war als Ersatz für den in Wiesbaden ausgeschiedenen Lt. Weyer in den Wettbewerb getreten und gewann den 5. Preis im Zuverlässigkeitswettbewerb. Kurz darauf nahm er mit einem L.V.G.-Doppeldecker (100 PS Argus) an der Flugwoche auf dem Johannisthaler Flugplatz teil.

„Offiziersflug Berlin—Breslau. Der bekannte Militärflieger Leutnant Carganico ist Sonnabend morgen um 3.50 Uhr mit Leutnant Zimmermann vom Flugplatz Johannisthal zu einem Fluge nach Breslau gestartet, um an der Sonntag beginnenden Breslauer Jubiläumsflugwoche teilzunehmen. Da der Motor infolge Verölens der Zündkerzen aussetzte, mußten die Militärflieger etwa 60 Kilometer von ihrem Ziel in Steinau niedergehen. Sie reparierten den Schaden und setzten dann ihren Flug fort.“

Bei der Jahrhundert-Feier-Flugwoche in Breslau im Juni 1913 bekam er mit der Höchstzahl (389 Punkte) beim „Photografie-Wettbewerb“ für Aufklärer den Ehrenpreis. Auch beim „Transport-Wettbewerb“ war er erfolgreich und erhielt den Ehrenpreis des Prinzen Sigismund von Preußen, ausgeflogen als Sonderhöhenpreis, da er eine Höhe von 1655 m erreichte. Beim Kaiser-Jubiläumspreis (während des Kaisermanövers) erhielt er den Ehrenpreis von 245 Mark, anschließend nahm er am Fernflug Berlin—Paris teil. Im Oktober 1913 bei den „Fernflugpreise der Nationalflugspende“ (insgesamt eine dreiwöchige Fernreise im Zeitraum vom 15. Oktober zum 8. November von Straßburg bis auf den Cannstatter Wasen zu Mercedes nach Stuttgart; 3450 km, u. a. über Graudenz, Posen, Breslau, Preßburg und Wien, dann München—Augsburg—Stuttgart bei 8 reine Flugtage) machte er wieder von sich reden, wie Flugsport (Ausgabe Nr. 23) berichtete:

„Lt. Carganico mit Lt. z. S. Friedberg als Beobachter flogen am 27. Okt. auf L. V. G.-Mercedes Doppeldecker um 6.15 Uhr in Johannisthal ab und landeten in Königsberg 10.15 Uhr. Nach kurzem Aufenthalt flogen die Flieger nach Graudenz weiter. Die Gesamtflugstrecke beträgt 700 km. Von hier aus flogen die Flieger über Breslau nach Wien, wo sie ihren Doppeldecker den österr. Fliegeroffizieren vorführen.“

Wie die „Volkswacht“ in Breslau in der Ausgabe vom 18. Mai 1914 berichtete, nahm Carganico auch an Flugrennen teil, dabei wurde er beim „Prinz Heinrich-Flug“ vom 17. Mai 1914 von Darmstadt aus, dem größten Zuverlässigkeitsflug vor dem Ersten Weltkrieg, einen Tag zuvor (16. Mai 1914) bei einem Probeflug schwer verletzt, als sein Doppeldecker abstürzte. Die Maschine drehte sich um sich selbst, dies war sein Glück, weil sie dadurch langsamer wurde. Beim Aufschlag wurde Leutnant Carganico herausgeschleudert, er brach sich dabei den linken Arm und das rechte Bein. Er wurde in das Darmstädter Garnisonslazarett eingeliefert.

Erster Weltkrieg

Angehhöriger der Kasta 8 vor einem Flieger („Walfisch“) mit VC (= Victor Carganico)

Seit dem 1. Oktober 1913 war er Adjutant des Flieger-Bataillons Nr. 4 in Straßburg, am 1. August 1914 in Feldflieger-Abteilung 3 (FFA 3) umbenannt, und wurde am 5. September 1914 zum Oberleutnant befördert. Im Oktober 1914, inzwischen im Fronteinsatz, wurde er von mehreren Zeitung als gefallen geführt (so z. B. die „Wiener Luftschiffer Zeitung“), denn das hatte das Armee-Verordnungsblatt vom 3. Oktober 1914 gemeldet. Kurze zeit später klärten die Zeitungen auf, daß der „totgeglaubte Oberleutnant Carganico hocherfreulicherweise recht munter unter den Lebenden weilt und seinem Vaterlande gewiß noch viele wertvolle Dienste erweisen wird“.

Er gehörte seit dem 1. März 1915, wie auch der spätere „Rote Baron“, der Brieftauben-Abteilung Ostende[2] (B.A.O.) an der Ostfront an, die am 20. Dezember 1915 in Kagohl 1 umbenannt wurde.

„Am 15. März 1915 wurde die BAO an die Ostfront verlegt und später dem am 15. Mai 1915 etablierten ‚Oberkommando Ost‘ (OberOst) bzw. der dort agierenden 11. Armee (Generaloberst August von Mackensen von Generaloberst von Hindenburg unterstellt. Standort war Allenstein-Deuthen und Lengainen in Ostpreußen – unweit der damaligen (etwa 80 Kilometer entfernten) Ostfront. Die Abteilung wurde ergänzt mit neuen bzw. weiteren Flugzeugen (Bestand um weitere 20 Flugzeuge erhöht). Die Abteilung wird im Osten von Hauptmann Hermann Kastner kommandiert, vorher unterstand sie in der OHL dem Stabsoffizier für Fliegertruppen Major Siegert. Die verstärkte BAO wurde erfolgreich im Rahmen der Schlacht von Gorlice-Tarnów eingesetzt. Vermutlich Anfang Juni 1915 wird die Gliederung der Brieftauben-Abteilung erneut geändert. Das Personal wird von 60 auf 20 Offiziere vermindert. Es werden als Abspaltungen die Feldfliegerabteilungen FFA 66 und FFA 69 sowie die BAM gebildet. Die BAO verlegte am 1. Juli 1915 nach Berlin, kurz danach wieder (zurück) nach Gistel. Hier wird sie neu aufgestellt. Die angegliederten Soldaten bzw. Flugzeuge wurden ab dem 15. August 1915 in eine neue (Teil-)Einheit überführt, die sich synonym zur BAO ‚Brieftauben-Abteilung Metz‘ (BAM) nannte. Aus BAO und BAM wurden im Dezember 1915 die Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung (KaGOHL) 1 und 2 mit je sechs Staffeln zu je sechs Flugzeugen. Die Kampfflieger hatten als Jagdflieger die ‚feindlichen Kampfgeschwader aufzusuchen und zu schlagen‘ und als Bomber durch ‚Massenangriffe mit Bombenwurf verheerend zu wirken‘. Da sich jedoch zeigte, daß die schweren, langsamen Kampfflugzeuge zum Luftkampf ungeeignet oder sogar dem Gegner unterlegen waren, unterblieb die zunächst geplante Aufstellung der schweren Fliegerabteilungen 101–103. Angesichts der Erfahrung, welche Wirkung massive Bombenabwürfe in Staffel- oder Geschwaderform erzielen konnten, wurde die Aufstellung der KaGOHL 3 bis 5 bis April 1916 entschieden, die ebenfalls per Eisenbahnverlegung hochmobil und somit für Bombeneinsätze an Frontschwerpunkten einsetzbar waren.“

Später schrieb er von den Härten an Galizienfront und den Kriegsverbrechen der Kaiserlich Russischen Armee, so auch vom gewaltsamen Tod des Flugzeugführers Oberleutnant und des Beobachters Leutannt Erich Leonhard bei Jaroslau (während der Kämpfe um den Übergang über den Fluß San) am 16. Mai 1915:

„Die Besatzung Oberleutnant Emmerich [sic!] und Oberleutnant Leonhardt war von den Russen abgeschossen worden. Später fand man beim weiteren Vormarsch Emmerich tot und ausgeplündert im verlassenen russischen Schützengraben, das Flugzeug lag verbrannt zwischen den damaligen deutschen und russischen Linien, und in den Drähten des Flugzeuges hing die verkohlte Leiche des armen Leonhardt. Man erzählte sogar, sie seien zu Todes gequält und ihnen dann der Kopf abgeschnitten worden.“

Ab dem 15. August 1915 gehörte Hauptmann Carganico der Brieftauben-Abteilung Metz (B.A.M.), die am 20. Dezember 1915 in Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung 2 (Kagohl 2) umbenannt wurde. Er war Flieger im Kampfgeschwader der Obersten Heeresleitung 1 (Kagohl 1) mit Oskar Knofe (späterer SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei) als Beobachter und Führer der u. a. mit L.F.G. Roland C.II und LVG C.II ausgestatteten Kampfstaffel 8 (Kasta 8; am 3.4.1917 in Bosta 8/Boghol 6 umbenannt) sowie später der Fliegerabteilung 34 (FA 34) als Nachfolger von Hauptmann Hugo Geyer – am 15. Januar 1917 wurde die Einheit in Fliegerabteilung (A) 265 (FA (A) 265) umbenannt. Er war 1917, ggf. nach einer Verwundung, kurze Zeit Führer der Fliegerersatz-Abteilung 11 (FEA 11), Anfang Januar 1918, über den Armee-Flug-Park 4 (AFP 4), für vier Tage Führer der Flieger-Abteilung 8 (FA 8) und ab 11. Januar 1918 Führer der Flieger-Abteilung 203 (Artillerie; FA A 203). Ab dem 11. Dezember 1918 kehrte er zwecks Demobilisierung zum Eisenbahn-Regiment Nr. 1 zurück. 1919 wurde er aus der Vorläufigen Reichswehr entlassen.

Zwischenkriegszeit

Wohnhaft in Berlin als Major a. D. (Südende, Berliner Str. 16) erhielt der 28jährige Carganico eine Anfrage von der mexikanischen Luftwaffe als Technischer Berater und nahm die hochdotierte Stellung an. Am 10. März 1926 legte der Passagierdampfer „Rio Bravo“ in Hamburg ab und fuhr nach Vera Cruz. Bis 1929 blieb Carganico mit seiner Familie (Frau Wally und die Kinder Horst und Edith waren am 26. August 1926 gefolgt) und kehrte dann nach Berlin zurück (zuerst wohnhaft in Karlshorst, in der Tresckowallee 94b).

Ende 1929 bzw. Anfang 1930 wurde er dann Geschäftsführer und schließlich als Nachfolger von Hauptmann a. D. Georg Krupp Generalsekretär der Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt e. V. (Berlin W. 35, Blumeshof 17), deren Mitglied er schon mindestens seit 1919 war. Die Gesellschaft wurde 1912 unter dem Namen Wissenschaftliche Gesellschaft für Flugtechnik e. V. (WGF) gegründet. Sie ist damit die weltweit zweitälteste technisch-wissenschaftliche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Bereits im ersten Jahr hatte die Gesellschaft 300 Mitglieder. 1914 wurde die WGF umbenannt und hieß fortan Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt (WGL).

Am Sonntag, den 29. Juni 1930 fand auf dem Flugplatz Johannisthal der Fliegergedenktag statt. Die „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Flugplatzes Johannisthal“ mit seinem Vorsitzenden Macholz und dem Johannisthaler Gustav Raschke war der Organisator der Veranstaltung. Im Mittelpunkt stand die Enthüllung eines „Fliegergedenksteins auf dem alten Startplatz.

„Im Auftrage der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt und des Deutschen Luftfahrtverbandes legte Major a. D. Carganico einen Kranz nieder, des gleichen der Vorsitzende des Rings Deutscher Flieger, Hauptmann von Wilamowitz-Moellendorf, Flugleiter von Bredow im Auftrage der Deutschen Luft-Hansa und die Kameradschaftliche Vereinigung der Marineflieger. Musikalisch wurde die Feier von der Reichswehrkapelle der Fahrabteilung Lankwitz unter Leitung von Obermusikmeister Thiele und von dem Männergesangsverein ‚Hoffnung‘, Johannisthal, wirkungsvoll umrahmt.“

Ihm unterstand auch die Schriftleitung der „ZFM“, der „Zeitschrift für Flugtechnik und Motorluftschiffahrt – Fachblatt und Jahrbuch der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt E.V.“ Vom 10. bis 13. September 1930 leitete er die XIX. Ordentliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft in Breslau. Am 1. Oktober 1934 wurde er bei der Luftwaffe reaktiviert und als Major Flughafen-Kommandant von Tempelhof. Am 1. April 1936 zum Oberstleutnant und am 1. Januar 1939 zum Oberst befördert, wurde er am 1. Februar 1939 Lehrgangsleiter in Staaken.

Am 6. Juli 1939: Adolf Hitler vor seinem neuen Privatflugzeug „Grenzmark“, Focke-Wulf 200 A-0 (S-8) „Condor“, in Berlin-Tempelhof. Auf der linken Seite (gegenüber) befand sich sein Flugkapitän, SS-Gruppenführer Hans Baur, im Gespräch mit Hitler, mit weißer Schirmmütze, ist Hauptmann Nicolaus von Below. Lachend hinter Hitler SS-Gruppenführer Julius Schaub, hinter Schaub mit brille Oberst Victor Carganico, Kommandant des Flughafens Berlin-Tempelhof. Das Foto stammt von Walter Frentz, dem persönlichen Fotografen Hitlers.

Zweiter Weltkrieg

Im August 1939, inzwischen wohnhaft in der Berliner Straße 17, wurde er Fliegerhorst-Kommandant von Anklam, im September 1939 von Okzie in Polen und 1940 Kommandant des Fliegerhorstes Schwerin-Görries.[3] Am 1. Dezember 1941 zum Generalmajor befördert, wurde er im Juni 1941 Flughafenbereichs-Kommandeur in Baranowicze in Rußland. Im März 1942 zum Flughafenbereichs-Kommandeur von Hagenow ernannt, wurde er am 1. Oktober 1942 Flughafenbereichs-Kommandeur 1/VI bzw. Koflug 7/XI Südrußland (Raum Tatsinskaya, Millerovo, Morosovskaya). Ab dem 26. November 1942 war er zudem zeitweise Luftversorgungsführer Stalingrad bei der Luftflotte 4 unter Wolfram Freiherr von Richthofen, nur Tage später übernahm diese undankbare und nicht zu bewältigende Aufgabe Generalleutnant Martin Fiebig, Kommandierender General des VIII. Fliegerkorps. Wie schon Carganico zuvor hatte auch Fiebig Generaloberst Friedrich Paulus mitgeteilt, daß eine vollständige Versorgung des Stalingrader Kessels unmöglich sein wird. Von Richthofen unterstütze Fiebig bei seiner Einschätzung, daß nur ein Ausbruch die Lage retten könnte, aber Generaloberst Maximilian von Weichs von der Heeresgruppe B und Reichsmarshall Hermann Göring erlaubten Fiebig nicht, seine schriftliche Analyse dem Führer vorzulegen. Carganico und Fiebig sollten recht behalten.

Am 13. März 1943 zum Flughafenbereichs-Kommandanten 1/VI ernannt, wurde Carganico am 20. Oktober 1944 in die Führerreserve des OKL zur Verfügung (z. V.) der Fliegerersatz-Division versetzt. Er hatte den Fliegertod seines Sohnes bei der Reichsluftverteidigung im März 1944 nie überwunden.

Tod

Generalmajor z. V. Victor Carganico wurde am 27. Mai 1945, beinahe drei Wochen nach der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945, auf Gut bzw. Domäne Neugrimnitz bei Angermünde von Rotarmisten erschossen, seine Familie (so seine Gemahlin „Wally“) soll ähnliches Schicksal angedeiht worden sein.

Familie

Victor Carganico war mit Waltraut „Wally“, geb. Meincken (Lebensrune.png 14. August 1891 in Iquique, Chile) verheiratet. Sein 1917 in Breslau geborener Sohn war der 1944 gefallene Ritterkreuzträger Horst Carganico, seine Tochter war Edith, verheiratete Riedel (Lebensrune.png 30. Dezember 1919 in Berlin). Vermutlich sein Neffe, ebenfalls in Breslau geboren, war Walter Carganico, Kompaniechef der Panzertruppe im Krieg und später Generalmajor der Bundeswehr.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften

  • Mit der B.A.O. im Vormarsch durch Galizien. In: Eberhardt, Walter v.: „Unsere Luftstreitkräfte 1914–18. Ein Denkmal deutschen Heldentums“, Weller Verlag, Berlin 1930, S. 371–380.
  • 20 Jahre Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt e. V.
  • Der Flughafenkornmandant, in: „Die Luftreise – Zeitschrift für Luftverkehr Lufttourismus und Flugsport“, Heft 3, 1936

Literatur

  • Viktor Carganico. Pionier der deutschen Militärfliegerei – Nach einmaligen Flugleistungen 1916 „Fronteinweiser“ des Roten Kampffliegers, in: Landser Großband Nr. 924

Fußnoten

  1. Vereinzelte Quellen geben das Geburtsdatum mit 15. Mai oder 15. Juli 1887 an.
  2. Brieftauben-Abteilung Ostende
  3. Der ehemalige Fliegerhorst Schwerin-Görries kann auf eine lange Luftfahrtgeschichte zurückblicken. Die Gründung des Platzes erfolgte bereits 1912. Ein Jahr darauf siedelte Anthony Fokker seine Flugzeugwerke in Görries an. Hier wurden vor und während des Ersten Weltkrieges die bekanntgewordenen Fokker-Jagdflugzeuge gebaut. Es entstanden ca. 2000 Flugzeuge. Das Werk beschäftigte zeitweise 1200 Mitarbeiter. Mit dem Ende des Weltkrieges kam auch das Aus für den Flugzeugbau in Deutschland. Anthony Fokker verließ 1919 Deutschland, um in den Niederlanden neu zu beginnen. Als „Startkapital“ nahm er 200 Flugzeuge und 400 Motoren mit. In den Folgejahren wurde es eher ruhig in Görries, bis in den 1930er Jahren die Luftwaffe den Platz übernahm und ausbaute. So war der Platz vor dem Kriege die Heimat des Sturzkampfgeschwaders 162 „Immelmann“. Nach dem Krieg erfolgte keine fliegerische Nutzung mehr. Das Gelände wurde aufgeteilt und zwar sowohl in einen militärisch (bis 1993 sowjetische Kaserne, zuletzt FlaRakRgt 896) als auch einen zivil genutzten Bereich (Industrieansiedlung).