Vowinckel, Kurt

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kurt Vowinckel.jpg

Kurt Vowinckel (Lebensrune.png 6. Oktober 1895 in Köln; Todesrune.png 25. November 1974 in Heidelberg) war ein deutscher Offizier, Verleger, Reichskommissar für den deutschen Buchhandel und Autor.

Wirken

Als Leutnant der Artillerie nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1920/21 war Vowinckel Volontär in Buchhandlungen in Frankfurt/Main und München, danach baute er eine Werbeabteilung im Verlag von Kurt Wolff (Verleger) auf, der den jungen Vowinckel förderte. Am 1. September 1923 wurde der Kurt-Vowinckel-Verlag in Berlin gegründet. Durch die Bekanntschaft mit Karl Haushofer wurde sein Interesse an der Geopolitik geweckt. So verwundert es nicht, daß am 1. Januar 1924 als eine der ersten Veröffentlichungen die „Zeitschrift für Geopolitik“ (ZfG) erschien. 1935 wurde der Verlag nach Heidelberg, 1960 nach Neckargemünd verlegt.

1926 war Vowinckel Angehöriger der Ring-Bewegung und 1928 an der Herausgabe der Zeitschrift „Der Ring“ beteiligt, offizielles Organ des Deutschen Herrenklubs. Vowinckel konnte Rudolf Heß (einstiger Schüler von Haushofer) überzeugen, innerhalb der NSDAP eine Arbeitsgemeinschaft für Geopolitik zu gründen. Vowinckel selbst wurde erst 1937 Mitglied der Partei. Seit 1933 trug sich die Zeitschrift für Geopolitik selbst und das Magazin „Wir und die Welt“ wurde seit 1939 mit einer sehr hohen Auflage in der Wehrbetreuung eingesetzt.

Vowinckel war ebenfalls Verleger für Konrad Meyers Zeitschrift „Raumforschung und Raumordnung“ (1936–1940) der „Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung“. Auch verlegte er das Handbuch des RAD „Spaten und Ähre“. Zu dieser Zeit war er auch Leiter der „Genossenschaft Deutscher Buchhändler“ im „Börsenverein der Deutschen Buchhändler“ (dessen Vorsteher er von Juni bis September 1934 war) mit dem Ziel, daß die Genossenschaft den Börsenverein ersetzen sollte. Statt dessen wurde Vowinckel auf Geheiß von Joseph Goebbels zum Reichskommissar für den deutschen Buchhandel und gründete kurze Zeit später den „Bund Reichsdeutscher Buchhändler“. Der Börsenverein sollte erst wieder 1945 in Leipzig neu entstehen.

1939/40 diente Vowinckel in der Wehrmacht, 1945 als Kommandeur der Volkssturm-Batterie in Heidelberg.

Versammlung der Gesellschaft für freie Publizistik. Hier von links nach rechts: Schriftsteller Peter-Paul Möbius, Verleger Kurt Vowinckel, unbekannt, Frankfurt a. M., Matthaeikirche, Gemeindesaal, 20. Oktober 1961

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarteten ihn Einzelhaft im Prominentenlager Oberursel und ein Berufsverbot bis 1952. Nachdem er die verlegerische Tätigkeit wiederaufnehmen konnte, setze Vowinckel nach erfolgloseren Versuchen mit geopolitischen Themen beachtete politische Lesezeichen im Dienste des Ehrenschutzes für eine nunmehr verfemte Generation durch Veröffentlichungen von Hans Fritzsche, Heinz Guderian oder Konstantin Hierl. Wer sich nicht von Wolfgang Borcherts überzogener Darstellung des deutschen Offiziers (entschuldigen wir das mal mit dem Begriff „Dramatisierung“) in „Draußen vor der Tür“ angesprochen fühlte, las Peter KleistsAuch Du warst dabei – Ein Buch des Ärgernisses und der Hoffnung“ und Hermann Teskes „Die silbernen Spiegel – Generalstabsdienst unter der Lupe“. Vowinckel gründete Scharnhorst, eine Buchkameradschaft und Soldatenbuchhandlung sowie die Politische Buchkameradschaft.

1960 war er Mitgründer der Gesellschaft für freie Publizistik[1] und deren Vorsitzender von 1963 bis 1970.

Vowinckel-Verlag

Der Vowinckel-Verlag entstand 1923. Er verlegte u. a. Publikationen des national-patriotischen Juniklubs, die Zeitschrift „Das Gewissen“ und stand der Ring-Bewegung nahe, die später ein eigenes Organ „Der Ring“ besaß. Nach Kriegsende wurde der Verlag von Kurt Vowinckel wiedergegründet. 1958 wurde der Sitz von Heidelberg ins nahegelegene Neckargemünd verlegt. Spätestens seit 1997 ist Gert Sudholt (Verlagsgesellschaft Berg) Eigentümer des Verlags.

In den 1950er Jahren publizierte der Verlag überwiegend sogenannte Kriegserinnerungsliteratur; einer statistischen Untersuchung für den Zeitraum von 1945 bis 1961 zufolge war er der Verlag mit den meisten einschlägigen Veröffentlichungen. Seit 1954 erschien die Reihe „Die Wehrmacht im Kampf“, die sich, herausgegeben von Hermann Teske, der wissenschaftlichen militärtheoretischen Erörterung von „Schlachten und Problemen des Zweiten Weltkriegs“ widmete. Bis 1973 erschienen 49 Bände der Reihe.

In einer zweite Reihe „Landser am Feind – Die Wirklichkeit des Krieges“ (späterer „Im Blick zurück – Das Erleben des Krieges an der Front“) erschienen zwischen 1957 und 1967 21 Titel. Die Autoren waren in der Regel Offiziere. Im November 1960 und erneut im Januar 1973 wurde das in der Reihe erschienenes Buch „Ein sonderlicher Haufen“ von Ingo Petersson durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.

Ein Zweigunternehmen des Vowinckel-Verlags war die „Scharnhorst Buchkameradschaft“, ursprünglich eine Buchgemeinschaft für Einzelbezieher. Sie gab die Reihe „Militärische Schriftweiser“ heraus, mit der unter anderem der Bestand von Bundeswehr-Büchereien bestückt wurde. Die „Scharnhorst Buchkameradschaft“ ging 1983 im Vowinckel-Verlag auf.

Werke (Auswahl)

  • Kurt Vowinckel Verlag, 1923–1973 – in fünfzig Jahren... ist alles vorbei (1973)

Verweise

Fußnoten

  1. Gert Sudholt (Hg.): Deutsche Annalen 1978 – Jahrbuch des Nationalgeschehens. 1978. S. 245–246.