Weltanschauung

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Weltanschauung ist die Ansicht von inneren und äußeren Zusammenhängen allen Lebens, die es dem Menschen ermöglicht, die Dinge nach Wert und Rang zu ordnen und sich selbst in Form einer persönlichen Gesinnung zu diesen in eine sinnvolle Beziehung zu setzen.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Eine Weltanschauung bedeutet damit die auf Wissen, Erfahrung und Empfinden basierende Gesamtheit persönlicher Wertungen, Vorstellungen und Sichtweisen, die die Deutung der Welt, die Rolle des Einzelnen in ihr und die Sicht auf die Gesellschaft betreffen.

Soweit sich diese Überzeugungen zu einem zusammenhängenden Ganzen fügen, kann von einer geschlossenen Weltanschauung gesprochen werden. Solche Systeme können auch von einer Gruppe, einer Gesellschaft und selbst einem Kulturkreis als Ganzem geteilt werden.

Weltanschauung strebt immer nach Allgemeingültigkeit und zielt entweder auf den Einzelmenschen ab oder auf die Gemeinschaft. In Abgrenzung zum Begriff der Ideologie – die die Lebenswelt, von deduktiven Vorgaben aus, formen will – ist Weltanschauung dagegen stets durch die Annahme und durch die Anverwandlung von lebensweltlichen Gegebenheiten bestimmt.

Der Begriff Weltanschauung hat als Germanismus Eingang in die englische Sprache gefunden.

Aussagen zum Begriff der Weltanschauung

Panajotis Kondylis: Weltbild als Entscheidung und Orientierungshilfe

Ein Weltbild zu haben, heißt sich entscheiden, und Entscheidung heißt: „den gordischen Knoten der chaotischen Vorwelt“ zu zerschlagen, „um an deren Stelle eine organisierte Welt zu setzen.“ [1] Die Entscheidung für die eigene Weltanschauung, aus der Vielzahl der Möglichkeiten des Soseins oder Andersseins, verleiht Orientierungs- und Handlungsfähigkeit sowie Identität. Die Weltanschauung „ist daher keine bloße Beschreibung der Welt, sondern auch und vor allem ein Handlungsentwurf, in ihm kristallisieren sich Ansichten und Absichten des Subjekts der Entscheidung im Hinblick auf Verwendung, Anordnung und Gestaltung der Dinge und der Existenzen die mit ihm in Berührung kommen.“[2] Nach Kondylis ist der Mensch auf eine Weltanschauung „als einzig möglichen stabilen Orientierungsrahmen unbedingt angewiesen.“[3] „Als Zuhause und Betätigungsraum des Subjekts und zugleich als Einheit von Inhalt und Sehweise, von Wirklichkeit und Ordnung oder Bewertungsmaßstab, ermöglicht das Weltbild den Umgang mit den Objekten (Personen und Sachen), die innerhalb seiner Grenzen anzutreffen sind“[4].

Wilhelm Dilthey: Typologie der Weltanschauungen

Wilhelm Dilthey versucht eine Typologie der Weltanschauungen.[5] Als Kern seiner Weltanschauungstheorie formulierte Dilthey:

„Die Weltanschauungen sind nicht Erzeugnisse des Denkens. Sie entstehen nicht aus dem bloßen Willen des Erkennens. [...] Aus dem Lebensverhalten, der Lebenserfahrung, der Struktur unserer psychischen Totalität gehen sie hervor.“

Damit ist für Dilthey die Weltanschauung an den Begriff des Lebens geknüpft, das in seiner Endlichkeit immer nur perspektivisch ist und in Ausschnitten zur Anschauung des niemals zu erreichenden Ganzen kommt. Weltanschauungen sind für Dilthey – wie auch philosophische Systeme – an das Herzblut eines Menschen geknüpft, an eine sie tragende Grundstimmung. Diese allein macht philosophische Systeme und Weltanschauungen mit ihren nie zu lösenden inneren Widersprüchen erst lebensfähig. Treffen verschiedene solcher Weltanschauungen aufeinander, so kann es zum Kampf der Weltanschauungen kommen.

Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen

Karl Jaspers' Psychologie der Weltanschauungen (Berlin 1919) versucht sich an einer Analyse der Elemente von Weltanschauungen in einer Weltanschauungspsychologie.

Paul Tillich: Weltanschauung als „Haus des Geistes“

Paul Tillich beschrieb Weltanschauung als das „Haus des Geistes“. Dem modernen Menschen mangele diese:

Der moderne Mensch ist dadurch charakterisiert, daß er ohne Weltanschauung ist und daß er das Weltanschauungs-Haben ablehnt, im Sinne des Schauens eines Hauses, dessen Zimmer und Einrichtungen man kennt, dessen Fundamente und dessen Dach und in dem man wohnt. So steht der moderne Mensch den Dingen nicht mehr gegenüber, sie sind für ihn das Rätsel, zu dem er hier und da einen Vorstoß macht, von dem er hier und da etwas erringt, sich etwas offenbaren läßt von dem undurchdringlichen Geheimnis. Aber es gibt kein Haus des Geistes, in dem man gemütlich wohnen kann.[6]

Arthur Moeller van den Bruck

Weltanschauung hat nach Arthur Moeller van den Bruck den Zweck, „uns Menschen der Erde einen Halt in der Welt zu geben“.[7]

„Eine Weltanschauung wurzelt in dem Glauben, daß die Lenkung der Welt wie die Regelung unseres Lebens nach Kräften geschieht, die nicht mechanisch in uns, sondern dynamisch außer uns liegen. Eine religiöse Weltanschauung verpersönlicht diese Kräfte, eine philosophische systematisiert sie, eine künstlerische bildet sie nach.“[8]

Armin Mohler

Armin Mohler definierte:

Weltanschauung ist nicht dasselbe wie Philosophie. Während die Philosophie ein Teil des alten geistigen Gehäuses des Abendlandes ist, fassen wir die Weltanschauung als ein Ergebnis des Zerfalls dieses Gehäuses auf. Der Versuch die Weltanschauung bloß als eine weniger klar durchgebildete Philosophie [...] zu verstehen, sieht am wesentlichen vorbei.“ Das Wesentliche für Mohler ist: „[...], daß in ihr [der Weltanschauung] Denken, Fühlen, Wollen nicht mehr reinlich geschieden werden können.

Houston Stewart Chamberlain: „deutsche Weltanschauung“

Houston Stewart Chamberlain beschäftigte sich mit der Frage, was deutsche Weltanschauung sei. Der deutsche Begriffskreis „Weltanschauung“ decke sich keineswegs mit dem griechischen „Philosophie“. Das bezeichnend Deutsche in der deutschen Philosophie könne nur aufgezeigt werden, wenn man den weiteren Begriff einer deutschen „Weltanschauung“ schon besitzt und zu Hilfe ruft. Chamberlain argumentiert, wir täten nicht gut daran, wollten wir – um die deutsche Weltanschauung kennenzulernen – uns in erster Reihe an die Berufsdenker wenden. Statt dessen wählt er den Zugang zur deutschen Weltanschauung durch eine Reflexion über den deutschen Bauern:

„Weltanschauung hat jeder deutsche Bauer: denn mag seine Welt noch so begrenzt sein, er ist genötigt und geübt, sie mit nie nachlassender Spannkraft zu betrachten und zu befragen; irrt sein Urteil, so hat er nichts zu beißen. Weil er ihr angehört, so gehört sie ihm an. Die Begrenztheit seiner Erkenntnisse wird reichlich aufgewogen durch ihre unmittelbare Bedeutung. Und unser deutscher Bauer erschaut nicht bloß das Sichtbare mit sehr klugen, vielsehenden Augen, sondern eine reiche Welt des Unsichtbaren umgibt ihn auf Schritt und Tritt: was er glaubt, was er fürchtet, was er hofft, was sein Handeln bestimmt, ist aus nüchternem Sinne und reger Einbildungskraft, aus Wissen und Wähnen, aus geprüfter Erfahrung und uraltem, seiner ursprünglichen Bedeutung verlustig gegangenem Aberglauben zusammengesetzt, - wobei wir ja nicht versäumen wollen, die Weltanschauung des Bauern durch die Anführung des Wortes Goethes zu ehren: ‚Der Aberglaube ist ein Erbteil energischer, großtätiger, fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigentum schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen.’“[9]

Daß ein Mensch sich bewußt sei, eine Weltanschauung zu besitzen, werde nur in den verhältnismäßig seltenen Fällen höherer Bildung und geübterer Selbstbesinnung zutreffen. Dies mache aber weder für den Reichtum, noch für die Lebhaftigkeit und damit auch für den Lebenswert einer Weltanschauung den Prüfstein aus.

Das reichhaltige Doppelwort Weltanschauung versteht Chamberlain nicht als Weltweisheit oder Schulweisheit: „W e l t a n s c h a u u n g zeigt sich in allem Tun und Leiden, in allem Hoffen und Dulden, in allem Erstreben und Unterlassen, sie offenbart sich in der Arbeit und in der Muße, im Dichten und im Denken, im Ernst und im Scherz, in Kunst, Religion, Staatsbildung, Verwaltung, Schule, Unterhaltungen, Spielen; wir sehen sie am Werk in Krieg, Sieg und Niederlage, in der Stunde des Aufruhrs, im Jubel, in Prüfungen, in den Jahren des Aufstiegs unter dem belebenden Hauche großer Persönlichkeiten und in den Jahren der Entmutigung, wenn die engköpfigen Gewohnheitsmenschen und die engherzigen Eigensüchtler sich des öffentlichen Dinges bemächtigt haben.“

Artikel aus dem staatspolitischen Handbuch


Quelle Folgender Text stammt aus dem Staatspolitischen Handbuch, Band 1: Begriffe.

Weltanschauung ist ein sehr deutsches Wort und wird in anderen Sprachen häufig ohne Übersetzung verwendet. Ursprünglich bedeutete es soviel wie die Fähigkeit des Menschen, die Welt auf Begriffe zu bringen, später die Integration von Erfahrung, Beobachtung und Erkenntnis in ein geistiges Ganzes, das uns Beurteilung und Wertung (Wert) erlaubt. Regelmäßig wird betont, daß die W. aus »unserer psychischen Totalität« (Wilhelm Dilthey) hervorgeht, weshalb sie nie ganz rational begründbar ist, und ihr etwas Unabgeschlossenes, Prozessuales anhaftet, was sie von Denksystemen – religiöser beziehungsweise philosophischer Natur – oder einer elaborierten wissenschaftlichen Theorie unterscheidet. Ein Differenzpunkt, der sie auch von den Ideologien als Ersatzreligionen trennt, die sich seit der Aufklärung in mannigfacher Form ausbildeten.

Die Scheidelinie zwischen W. und Ideologie ist allerdings nie ganz klar gezogen, und bezeichnenderweise wurde in der NS-Zeit »W.« zum Ersatzbegriff für das, was eigentlich Ideologie war. Hier zeigte sich auch, daß es Phasen der Geschichte gibt, in denen das Verlangen nach W. massenhaft auftritt und allgemein verbreitet ist, während in ruhigeren Zeiten dieses Bedürfnis erlahmt oder die private W. kein Bedürfnis nach öffentlicher Anerkennung beziehungsweise Abgleich mit den vorherrschenden Überzeugungen kennt.

Dieser Hintergrund erklärt hinreichend den Vorbehalt der konservativen Seite gegenüber Begriff und Sache der W. Die Präferenz für das Pragmatische, das Konkrete (Konkretion) und den Realismus führen hier zu der Annahme, daß man einer W. entraten könne, daß man im Gegensatz vor allem zur Linken keine – ideologischen – Krücken brauche, um die Wirklichkeit zu erkennen. Diese Auffassung zeugt entweder von einer Orientierung am Positivismus, der dem Konservativen von Hause fremd ist, oder von einer gewissen Naivität, die ihrerseits als Ausdruck »natürlicher W.« (Max Scheler) betrachtet werden kann, weil sie die eigenen Auffassungen für selbstverständlich und unhinterfragbar hält.

Dagegen muß jede reflektierte Haltung zu der Erkenntnis kommen, daß es im Menschen ein unabweisbares Bedürfnis gibt, ein möglichst vollständiges Bild von sich selbst und dem Zusammenhang des Seins zu entwerfen und daß dieses Bedürfnis in Spannung zur »Aspektstruktur« (Karl Mannheim) menschlicher Erkenntnis steht, das heißt, daß ein vollständiges – objektives – Begreifen nicht möglich ist, sondern daß das Begreifen standortbezogen bleibt, ohne daß das Bedürfnis nach W. deshalb verschwände.

Von hier aus erklärt sich auch der enge Zusammenhang der W. mit jedem »Legitimitätsglauben« (Max Weber, Legitimität) und der Annahme einer prinzipiell sinnvollen Ordnung der Welt. Die Verbindung des einen mit dem anderen bleibt sogar dann erhalten, wenn ein Sinn prinzipiell bestritten wird und eine skeptische oder zynische Intelligenz sich nur mehr an der »Sinngebung des Sinnlosen« (Theodor Lessing) versucht.

Zitate

  • „Ehe der Denker überhaupt an die Aufgabe der theoretischen Formulierung herantritt, verfügt er schon über einen ganzen Schatz von »Vorurteilen«, Tendenzen und Wertgesichtspunkten, mittels deren er das chaotische Durcheinander der Außenwelt zu sichten trachtet. Das fertige System ist zumeist die nachträgliche begriffliche Rechtfertigung des a priori Gefühlten. Politische Theorien sind emotionale Gebilde, getragen und gespeist vom Willen zur Wirkung.“Peter Richard Rohden
  • „Der völkischen Weltanschauung muß es im völkischen Staat endlich gelingen, jenes edlere Zeitalter herbeizuführen, in dem die Menschen ihre Sorge nicht mehr in der Höherzüchtung von Hunden, Pferden und Katzen erblicken, sondern im Emporheben des Menschen selbst, ein Zeitalter, in dem der eine erkennend schweigend verzichtet, der andere freudig opfert und gibt.“Adolf Hitler[10]
  • „Schon im Worte ›Weltanschauung‹ liegt die feierliche Proklamation des Entschlusses, allen Handlungen eine bestimmte Ausgangsauffassung zugrunde zu legen. Eine solche Auffassung kann richtig oder falsch sein. Sie ist der Ausgangspunkt für die Stellungnahme zu allen Erscheinungen und Vorgängen des Lebens und damit ein bindendes und verpflichtendes Gesetz für jedes Wirken. Je mehr sich nun eine solche Auffassung mit den natürlichen Gesetzen des organischen Lebens deckt, um so nützlicher wird ihre bewußte Anwendung für das Leben eines Volkes sein.“Adolf Hitler auf dem Reichsparteitag 1933[11]

Siehe auch

Literatur

  • Geoffrey Parrinder: Sexualität in den Religionen der Welt. Patmos-Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-69114-1 [englische Originalausgabe: London 1980]
  • Arnold Wagemann: Arische Weltanschauung im Kampf mit dem Fremdtum, Volksdeutsche Verlagsanstalt, 1925
  • Hermann Heller: Die politischen Ideenkreise der Gegenwart [1926], zuletzt: Gesammelte Schriften, Bd. 1, Leiden 1971
  • Karl Jaspers: Psychologie der Weltanschauungen, Berlin 1922
  • Werner Betz: Zur Geschichte des Wortes >Weltanschauung< in: Anton Peisl / Armin Mohler (Hgg.): Kursbuch der Weltanschauungen. Schriften der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, Bd. 4, Berlin / Frankfurt am Main / Wien 1980;
  • Wilhelm Dilthey: Die Typen der Weltanschauung und ihre Ausbildung in den metaphysischen Systemen, in: Max Frischeisen-Köhler (Hg.): Philosophie und Religion, Berlin 1911;
  • Armin Mohler / Anton Peisl (Hgg.): Kursbuch der Weltanschauungen. Schriften der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, Bd. 4, Berlin / Frankfurt a.M. / Wien 1981
  • Peter Richard Rohden: Die weltanschaulichen Grundlagen der politischen Theorien, in: Paul Wentzcke (Hg.): Deutscher Staat und deutsche Parteien. Festschrift für Friedrich Meinecke zum 60. Geburtstag, München / Berlin 1922, S.1-35; ders.: Die Hauptprobleme des politischen Denkens von der Renaissance bis zur Romantik, Berlin 1925

Verweise

Fußnoten

  1. Panajotis Kondylis: Macht und Entscheidung, S. 35
  2. Panajotis Kondylis: Macht und Entscheidung, S. 61
  3. Panajotis Kondylis: Macht und Entscheidung, S. 20
  4. Panajotis Kondylis: Macht und Entscheidung, S.19f.
  5. Wilhelm Dilthey: Die Typen der Weltanschauung und ihre Ausbildung in den Metaphysischen Systemen, Berlin 1919
  6. Paul Tillich: Gesammelte Werke, Band 5, S.19f.
  7. Arthur Moeller van den Bruck: Weltanschauung, in (ders.): Die Zeitgenossen, Minden 1906, S. 21
  8. Arthur Moeller van den Bruck: Weltanschauung, in (ders.): Die Zeitgenossen, Minden 1906, S.19
  9. „Deutsche Weltanschauung“
  10. In: Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S. 449
  11. Zit. n. SS-Handblätter für die weltanschauliche Erziehung der Truppe
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