Rohr, Willy

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Hauptmann Willy Rohr, Ausbildungsleiter des Sturm-Bataillons Nr. 5 (Rohr), 1917. Im Januar 1918 wurde dem Bataillon die erste deutsche Sturm-Panzer-Kraftwagen-Abteilung zugewiesen. Kurz darauf wurde Willy Rohr zum Major und Bataillonskommandeur befördert.

Wilhelm „Willy“ Martin Ernst Rohr (Lebensrune.png 19. Mai 1877 in Metz; Todesrune.png 8. März 1930 in Lübeck) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Kaiserlichen Heeres und der Reichswehr, zuletzt als Oberstleutnant. Rohr galt als „Vater der Sturm-Bataillone“, an deren Entwicklung er im Ersten Weltkrieg maßgeblichen Anteil hatte.

Leben

Willy Rohr auf dem Ehrenfriedhof zu Lübeck
Sturmtrupp Willy Rohr.jpg

Militär

Willy Rohr besuchte zuerst die Kadettenanstalten Bensberg und Karlsruhe bevor er an die Preußische Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde wechselte. Als Secondeleutnant trat er 1896 ins 3. Magdeburger Infanterie-Regiment Nr. 66, wurde von 1899-1903 zur Unteroffiziersschule nach Potsdam abkommandiert und war danach Bataillons-, später Regimentsadjutant. 1906 später wurde er zum Premierleutnant befördert.

Nachdem er 1911/12 bei der Infanterie-Schießschule in Wünsdorf als Lehrer tätig war, wurde er zum 10. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 161 nach Trier versetzt. Hier wurde er zum Hauptmann befördert. Seiner Neigung entsprechend wurde er 1913 in das Garde-Schützen-Bataillon[1] in Groß-Lichterfelde versetzt und fungierte dort als Chef der 3. Kompanie.

Erster Weltkrieg

Rohr war Gründer und Chef der Sturm-Abteilung „Rohr“. Rohrs neuentwickelte Taktiken basierten auf seiner Fronterfahrung und stellten einen maßgebenden Beitrag zur Entwicklung der Stoßtrupptaktik dar. Die Abteilung wurde nach ihren schweren Verluste bei der Schlacht um Verdun von der Hauptkampflinie herausgezogen und aufgestockt, das Sturm-Bataillon (der 5. Armee zugeteilt) – am 10. Februar 1917 in „Sturm-Bataillon Nr. 5 (Rohr)“ umbenannt – wurde zum Lieblingsbataillon des Kaisers, Rohr berichtete nun seiner kaiserlichen und königlichen Hoheit auf Verlangen oft persönlich.

Zu Lehrzwecken legte das Bataillon ein Übungswerk im Wald des Zerstörten Ortes Doncourt an. Hier wurden bis Kriegsende tausende von deutschen Offizieren aus dem Reich und Österreich ausgebildet. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrtruppe wurde das Bataillon immer wieder an Brennpunkte der Westfront geschickt.

Deutsche Militärmission

Im Winter 1916 / Frühjahr 1917 wurde eine Abordnung (Detachement) des Sturm-Bataillons Nr. 5 nach Sofia entsandt, um dort die Aufstellung eines bulgarischen Sturm-Bataillons in die Wege zu leiten; unter den Auszubildenden waren auch im Rahmen der Militärmission im Osmanischen Reich Offiziere der Osmanischen Armee.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg wurde er 1920 zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 29 der Vorläufigen Reichswehr versetzt. Mit Bildung des 100.000-Mann-Heeres im Jahre 1921 wurde er verabschiedet und mit dem Charakter eines Oberstleutnants zur Disposition gestellt.

Tod

Bis zu seinem frühen Tod am 8. März 1930 war Oberstleutnant a. D. Willy Rohr Direktor der Lübecker Getreidebank. Beigesetzt wurde er auf dem Ehrenfriedhof zu Lübeck.

Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

  • Paul Koch: Das Niederschlesische Pionier-Bataillon Nr. 5 und seine Kriegsverbände im Weltkrieg 1914/18. Sporn, Zeulenroda (Thüringen) 1928
  • Hesse Pascal, Laparra Jean-Claude: Le Sturmbataillon No. 5 Rohr 1916-1918; Histoire & Collections (France), 2011, ISBN 978-2-35250-166
  • Werner Lacoste: Deutsche Sturmbataillone 1915-1918; Helios-Verlag, 2. Auflage, Aachen 2010, ISBN 978-3-86933-013-6
  • Eberhard Graf von Schwerin: Königlich preußisches Sturm-Bataillon Nr. 5 (Rohr), aus: „Deutschlands großer Zeit“; Band 116, unter Zuhilfenahme des Tagebuches von Oberstleutnant a. D. Willi Rohr, Sporn, Zeulenroda 1939

Verweise

Fußnoten

  1. Mit dem Garde-Jäger-Bataillon bildete es die Leichte Infanterie im Gardekorps.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 161
  3. Militär-Wochenblatt Nr. 95/96 vom 25. November 1916, S. 2240.