Reichsparteitagsfeld

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Die Luitpold-Halle des Reichsparteitagsgeländes.

Das Reichsparteitagsfeld in Nürnberg ist einer der größten Bauanlagen (ähnlich dem KdF-Seebad Rügen), die bisher in der Weltgeschichte einheitlich geplant wurden. Hier wurde von 1933 bis 1938 alljährlich der Reichsparteitag abgehalten. Baumeister des Geländes war Albert Speer. Trotz des freien Himmels sollte durch die Anlage der Eindruck eines geschlossenen Raumes erreicht werden.

Reichsparteitagsgelände

Karte des Reichsparteitagsgeländes um 1940

Das Parteitagsgelände stellte eine radikale Erweiterung des alten Stadtkerns dar. Die Tagungs- bzw. Hallenbauten lagen zur Stadt, die Freiraumanlagen der Aufmarschfelder und Lager abseits. Die städtebauliche Tendenz des Ausstrahlens von einem Kern wurde so fortgeführt. Mit Ausnahme der Luitpoldarena lagen die Tagungsbauten oberhalb des Dutzendteichs in Stadtnähe. Die Große Straße als Mittelachse bildete das Rückgrat der Anlage. Den Dutzendteich überdammte die Straße in einer Breite von 90 Metern.

Vom Luitpoldhain NW kommend sollte vor dem Teichufer eine Pfeilerhalle stehen, links die nicht beendete Kongreßhalle und rechts das nie gebaute Haus der Kultur. Am SO-Ufer zweigte eine Straße ab nach links auf das Zeppelinfeld. Nach rechts blickend sollte das Stadion für die NS-Kampfspiele entstehen, größer als das Olympiastadion Berlin. Hier sollte auch der Punkt sein, vermutlich die Haupttribühne des geplanten Stadions, an dem der Führer den Vorbeimarsch abnimmt. Von der Tribüne aus konnte man die alte Burg sehen, in der gegenüberliegenden Richtung die bewaldete Höhe über dem Märzfeld. Das Feld wurde in Erinnerung an das Gesetz über den Aufbau der Wehrmacht, der Wiederwehrhaftmachung, vom 16. März 1935 benannt und war für die Vorführungen der Wehrmacht bestimmt. Anfänglich auf 600 x 400 Meter geplant, wurden später 800 x 600 Meter angestrebt. Die Kiefern im Umland sollten durch Eichen ersetzt werden.

Das Lager im Südosten beinhaltete Parkplätze und unterscheidbare Lagerabteilungen: das SA-Lager in Hauszelten, das HJ-Lager in Rundzelten. Die Wasserversorgung des Lagers wurde durch eine Anlage auf der Bühlerhöhe sichergestellt. Der zwischen Märzfeld und Zeltlager geplante Bahnhof Märzfeld sollte nach Planung tiefgelegt werden.

Die Luitpoldhalle, mit der Vorderfront zur Luitpoldarena im Nordwesten gelegen, war für die Parteikongresse vorgesehen. Am Ende der Längsrichtung war im Innenraum das Hakenkreuz auf leuchtend rotem Tuch. Die ca. zwanzig Pfeiler auf jeder Seite wurden mit gedämpftem rotem Stoff bezogen und lenkten den Blick zum Raumschwerpunkt. Das Zeppelinfeld wurde 1936 fertiggestellt. Zuvor waren hier Holztribünen aufgestellt gewesen. Mit den Aufbauten waren die Maße 400 x 400 Meter. Drei Seiten wurden von gleichartigen Stufenwällen umfaßt. Die Fahnentürme überragen den Kamm der Wälle nur ein wenig. Der Tribünenbau der Nordseite erlangt seine Bedeutung durch symmetrische Aufteilung und die Betonung der Mitte. Der Innenraum im Mittelteil wird zum Ehrenraum ausgestaltet.

Die zu den Olympischen Sommerspielen 1936 errichtete KDF-Stadt Berlin wurde zum Parteitag 1937 dauernd im nordöstlichen Gelände aufgestellt.

Bildergalerie

Zeppelinfeld (1909–1933 noch Zeppelinwiese)
Die Luitpoldarena, 1942
Die Große Straße, 2004

Kongreßhalle

Hauptartikel: Kongreßhalle in Nürnberg

Die Kongreßhalle in Nürnberg ist der größte erhaltene nationalsozialistische Monumentalbau in Deutschland. Der Entwurf stammt von den Nürnberger Architekten Ludwig und Franz Ruff, geplant als Kongreßzentrum für die NSDAP mit Platz für 60.000 Menschen und einem freitragenden Dach. Geplant war eine Höhe von rund 70 Metern, erreicht wurden 39 Meter. Der größte Teil des Baues ist aus Ziegelsteinen gemauert; die Fassade wurde mit großen Granitplatten aus allen Gauen des Reiches verkleidet. Die Architektur, insbesondere der Außenfassade, orientiert sich u. a. am Kolosseum in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte 1935, der Bau blieb jedoch unvollendet, insbesondere kam es nicht mehr zur Überdachung. Das U-förmige Gebäude schließt an der Ostseite zum Dutzendteich hin mit zwei Kopfbauten ab.

Bildergalerie

Filmbeiträge

Privataufnahme von 1936
Der Volkslehrer“ und Gerhard Ittner auf dem Reichsparteitagsgelände

Siehe auch

Literatur

  • Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945, Bd. 3 Architektur, Grabert-Verlag, Tübingen, 1995, ISBN 978-3-87847-111-0 [Repräsentativ, Atlasformat, 1.012 Abbildungen. Beschreibung auf Netzpräsenz Buchdienst Hohenrain]
  • Werner Rittich: Architektur und Bauplastik der Gegenwart, Rembrandt-Verlag Berlin, 1938 (Einige Bilder)
  • Zentralblatt der Bauverwaltung: Bauten der Bewegung, Wilhelm Ernst & Sohn Verlag, Berlin-Charlottenburg 1942
  • Hans Stephan: Die Baukunst im dritten Reich, 1939 (Mit zip gepackte PDF-Datei)
  • Die Reichsparteitagsbauten. In: Baugilde, Heft 33. 1936. S. 997–1012
  • Norbert Borrmann: Kulturbolschewismus“ oder „Ewige Ordnung“. Architektur und Ideologie im 20. Jahrhundert. Ares Verlag, Graz 2009, ISBN 3-902475-65-X [198 S., zahlreiche Abbildungen]
  • Marcello La Speranza: Brisante Architektur: Hinterlassenschaften der NS-Zeit: Parteibauten, Bunker, Weihestätten, Ares Verlag, 2015 Vorsicht! Enthält politisch korrekte Verengungen und Versimpelungen im Sinne der Umerziehung!