Postkarte

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Ansichtskarte mit Völkerschlachtdenkmal und Aufruf zu deutscher Einigkeit

Postkarten kamen als „Correspondenzkarte“ gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf. Den offiziellen Namen „Postkarte“ vergab die Deutsche Reichspost am 1. März 1872. Strenggenommen beinhaltet die Postkarte ausschließlich Text und Briefmarke, jede Karte mit einer Illustration oder einem Lichtbildmotiv auf der Vorderseite wird als Ansichtskarte (auch: Ansichtspostkarte) bezeichnet.

Geschichte

Ansichtskarte der Turnbewegung 1905
Ansichtskarte zu Ehren der Blutzeugen, 9. November 1938; nach Gemälde von Professor Eber

Zum 1. Juni 1865 wurde erstmals in Preußen die sogenannte „Offene Karte“, auch „Aviskarte“ oder „Drucksachenkarte“ genannt, als offen versandte Mitteilung eingeführt. Diese Karten wurden für Firmenwerbung verwendet. Die Postkarte wurde von Privatpersonen zunächst noch wegen der offenen Lesbarkeit aus „sittlichen Gründen“ abgelehnt.

Am 1. Oktober 1869 erschien bei der Post der Donaumonarchie die von Prof. Dr. Emanuel Herrmann entwickelte „Correspondenz-Karte“ mit eingedrucktem Postwertzeichen. Die Karte kostete nur 2 Kreuzer (im Unterschied zu 5 Kreuzer für einen Brief), was gleichzeitig dem Wert der eingedruckten Briefmarke entsprach, und verkaufte sich bereits im ersten Monat 1,4 Millionen mal.

Am 26. April 1870 wurde Heinrich Stephan Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes und führte dort die Correspondenzkarte ein. Am 6. Juni 1870 zeichnete der preußische Ministerpräsident und Kanzler des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck die „Verordnung betr: die Einführung der Correspondenzkarte“ ab, die ab 1. Juli 1870 in Kraft trat. Daraufhin wurden von den Postverwaltungen des Norddeutsche Postbezirks zusammen mit Bayern, Württemberg und Baden ab 1. Juli 1870 eingeführt.[1]

Einführung in anderen Ländern

Einführung der Postkarte in anderen Ländern nach deutschem Vorbild:

Entwicklung

Die neue Correspondenzkarte entwickelte sich schnell zum Verkaufsschlager. Im Deutsch-Französischen Krieg gab es die erste Massennutzung der neuen Postkarte. Da die deutschen Truppen kein Porto zahlen mußten, wurden während des Krieges rund 10 Millionen Feldpostkarten von der Kriegsfront in die deutsche Heimat geschickt. Ansonsten konnten die Karten allerdings zunächst nur innerhalb des eigenen Landes verschickt werden. Erst als 1875 ein Weltpostverein gegründet wurde, sorgte dieser dafür, daß ein Versand innerhalb Europas auch länderübergreifend möglich wurde.

Seit dem 12. Oktober 1871 konnten Correspondenzkarten auch zu Drucksachen, seit dem 1. Januar 1872 zu Postvorschußsendungen (Nachnahme) benutzt werden. Ebenfalls 1872 gab es eine Gebührensenkung für Postkarten von der vollen Briefgebühr auf die Hälfte. Seit dem 1. Januar 1873 wurden Postkarten mit eingedruckten Postwertzeichen (Ganzsache) im Königreich Bayern und im Deutschen Reich von der Post verkauft. Im internationalen Postverkehr wurde die Postkarte mit dem Berner Postvertrag ab 1. Juli 1875 zugelassen. 1885 erhielten Privatpersonen die Erlaubnis, solche Karten zu erzeugen. Damit war der weltweite Siegeszug der Ansichtskarte nicht mehr aufzuhalten.

Wirkung und Form

Insbesondere die Postkarte trug wesentlich dazu bei, die bisher in Briefen üblichen Redewendungen einzuschränken und einen kürzeren Ausdruck in den Briefstil einzuführen. Anfangs war die Vorderseite der Karte noch dem Text vorbehalten, während die Rückseite ausschließlich für die Anschrift reserviert war (strenggenommen ist die Vorderseite einer Postkarte eigentlich diejenige, auf der die Anschrift eingetragen wird). Dann gab es Zwischenformen mit Anschrift und Bildmotiv auf einer Seite und dem Text auf der anderen. Aber schon bald setzte sich die Aufteilung, wie wir sie bis heute kennen, durch.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich auch eine unglaubliche Formen- und Materialvielfalt, wobei das heute bekannte Standardformat für Postkarten von 14,8 x 10,5 cm am 1. Oktober 1927 eingeführt wurde. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren dann Symbole des technischen Fortschritts sehr beliebte Motive für Ansichtskarten. Zeppeline, Lokomotiven, Schiffe und Autos spiegelten dabei, wie auch die künstlerische Plakate ihrer Zeit, immer auch die Fortschrittsgläubigkeit der Epoche wieder.

Nachdem die Postkarte Einzug ins Privatleben gehalten hatte, entwickelten sich schnell Spezialarten für festliche Anlässe. Von Hochzeitskarten bis Geburtstagskarten, von Weihnachtskarten bis hin zu Trauerkarten und allgemeinen Glückwunschkarten, die es heute für jeden nur erdenklichen Anlaß gibt (Taufe, Führerschein, bestandenes Abitur usw.). Und schnell entwickelte sich daraus auch die festlichere Variante der Doppelkarte (oder Klappkarte), die wie ein Brief im Umschlag verschickt wurde. Und in Museen werden gerne Kunstpostkarten mit Reproduktionen der dort gezeigten Kunstwerke verkauft.

Ansichtskarte

Bis in die 1920er Jahre hinein, als private Lichtbilder selten und teuer waren und vor allem nur Lichtbildkünstler über dementsprechende Gerätschaften verfügten, waren Ansichtskarten auch ein beliebtes Sammelobjekt, das eine ganze Zubehörindustrie hervorbrachte, die den geneigten Ansichtskartensammler mit Alben und Sammelkisten versorgte. Ansichtskarten zeigten die große Welt und gehörten im Bereich des Fremdenverkehrs zu den wichtigsten erwerblichen Andenken für Reisende. Dies änderte sich erst mit der Entwicklung immer preiswerteren und leichteren Kameras. Die Urlaubskarte erfreut sich aber auch im 21. Jahrhundert weltweit großer Beliebtheit, auch der Handel mit Ansichtskarten blüht wieder, so bieten zahlreiche Netzläden historisches Papier und alte Postkarten, ebenso gibt es bekannte Großanbieter, so z. B. „akpool“ oder „Delcampe“.

Filme (Auswahl)

  • 1965: „Die Ansichtskarte“ (Fernsehserie Das Kriminalmuseum) u. a. mit Paul Dahlke

Siehe auch

Verweise

Fußnoten