Clausewitz, Carl von

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Darstellung des Generalmajors von Clausewitz im Parade-Waffenrock. Bei dem weißen Tatzenkreuz als Halsorden (über einem weiteren roten Orden) oberhalb der Großen Ordensschnalle handelt es sich wahrscheinlich um den Roten Adler-Orden II. Klasse. In zahlreichen farbigen Gemälden wird aus der schwarz-weißen Vorlage ein goldenes Ordenskreuz gemacht, was aber so kaum stimmen mag.

Carl [Karl] Philipp Gottlieb [Gottfried] von Clausewitz (auch: Claußwitz; Lebensrune.png 1. Juli 1780 in Burg bei Magdeburg, Todesrune.png 16. November 1831 in Breslau) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, zuletzt Generalmajor der Preußischen Armee, und weltweit renommierter Militärtheoretiker und -philosoph.

Von Clausewitz wurde durch sein Hauptopus Vom Kriege prestigevoll. Seine Theorien und Thesen über Strategie, Taktik und Philosophie hatten immense Auswirkungen auf die Reifung des Kriegswesens und der Kriegskunst in allen westlichen Ländern. Seine Gedankenmodelle werden bis zum heutigen Tag an wichtigen Militärakademien doziert und werden im Feld der Unternehmensführung sowie in der Werbung verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend und Militär

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Von Clausewitz wurde am 1. Juni 1780 in Burg bei Magdeburg als vierter Sohn eines verabschiedeten preußischen Leutnants geboren. Sein Großvater väterlicherseits war Professor der Theologie in Halle. Einer Familientradition zufolge, die sich aber nicht mehr durch schriftliche Unterlagen erhärten läßt, stammte die Familie von einem schlesischen Adelsgeschlecht von Klausewitz ab.

Im 13. Lebensjahr trat er als Fahnenjunker der Armee bei. Er rückte 1793 mit dem Potsdamer Infanterieregiment Prinz Ferdinand ins Feld. Von seiner Teilnahme an den Rheinfeldzügen 1793 und 1794, besonders an der Eroberung von Mainz, hat er später in Briefen an seine Braut berichtet. Nach dem Friedensschluß von Basel kehrte er 1795 als Leutnant in seine Garnison Neuruppin zurück. In den Jahren 1796 bis 1801 fand von Clausewitz dort Zeit, sich seinen Studien zu widmen. Er las die zeitgenössische Literatur über die Französische Revolution, das Kriegswesen und die Politik, besuchte aber auch Vorträge über Logik und Ethik.

Dank bester Empfehlungsschreiben gehörte er im Oktober 1801 zum ersten Jahrgang der von Gerhard von Scharnhorst gegründeten Kriegsschule in Berlin. Hier wurde er maßgeblich durch das Denken des Generals von Scharnhorst, der bereits die Zusammenhänge von Politik und Kriegführung begriffen hatte, beeinflußt. Auch mit den Schriften Immanuel Kants wurde er an der Akademie vertraut. Als Mitglied der Militärischen Gesellschaft, eines Diskussionsforums für höhere preußische Offiziere, kam er mit den drängendsten Fragen des damaligen Militärs in Berührung, und ein unveröffentlichtes Manuskript (heute bekannt als Strategie von 1804) bezeugt, daß er schon in jener Zeit an die Verfassung militärischer Schriften dachte.

Im Jahre 1804 graduierte von Clausewitz als Bester seiner Klasse und fand danach als Adjutant des Prinzen August von Preußen Verwendung. Somit hatte er Zugang zum Hof und zur höheren Gesellschaft, wo er auch seine spätere Frau Marie von Brühl kennenlernte. Im Jahr darauf erschien in der Zeitschrift Neue Bellona anonym ein von ihm verfaßter Artikel, der gegen das Werk des Militärschriftstellers Dietrich Adam Heinrich von Bülow gerichtet war und als erste Veröffentlichung von Clausewitz gilt.

Teilnahme an den Befreiungskriegen

Im Jahre 1806 zog von Clausewitz als Stabskapitän und Adjutant in den Vierten Koalitionskrieg. Nach der preußischen Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 ergab er sich zusammen mit dem Bataillon des verwundeten August von Preußen, das den Rückzug deckte, erst nach weiteren Kämpfen und einer Verfolgungsjagd am 28. Oktober in den Uckersümpfen bei Prenzlau der Division Beaumont und damit Marschall Murat.[1] Er wurde nach Berlin gebracht und gemeinsam mit Prinz August Napoleon I. vorgestellt, der im Schloß residierte. In dem kurzen und herablassenden Gespräch behauptete Napoleon, daß er stets den Frieden gewünscht habe und gar nicht verstehe, warum Preußen ihm den Krieg erklärt habe; diese Behauptung wurde von Clausewitz später in ein besonders von Lenin geschätztes Bonmot übertragen:

Marie Sophie von Clausewitz, geb. Gräfin von Brühl
„Der Eroberer ist immer friedliebend, er zöge ganz gerne ruhig in unseren Staat ein.“[2]

Von Clausewitz verbrachte 1807 nach dem schmachvollen Diktatfrieden von Tilsit ein Jahr in französischer Kriegsgefangenschaft, zuerst in Nancy, dann in Soissons und Paris. Hier analysierte er in seinen Historischen Briefen über die großen Kriegsereignisse im October 1806 die Niederlage der Preußischen Armee. Nach seiner Rückkehr holte ihn von Scharnhorst 1809 in seinen persönlichen Stab. Von da an arbeitete er als einer der wichtigsten Reformer an der Reorganisation der Armee.

Im Jahre 1810 wurde er zum Major befördert und diente als von Scharnhorsts Bürochef sowie als Lehrer für Generalstabsdienst und Taktik. Darüber hinaus unterrichtete er als Hauslehrer auch die preußischen Prinzen (darunter auch den Kronprinzen und späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I.).

Da es von Clausewitz 1812 moralisch nicht möglich war, den Aggressor und Besatzer deutscher Königreiche Napoleon in seinem Krieg gegen Rußland zu unterstützen, verließ er die Armee und trat in die Russisch-Deutsche Legion ein. Seinem Freund von Gneisenau hinterließ er eine patriotische Denkschrift, welche erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und unter dem Titel Bekenntnisschrift von 1812 veröffentlicht wurde. Er nahm an allen wichtigen Schlachten teil und übernahm bei der Konvention von Tauroggen eine wichtige Vermittlerrolle. Der König von Preußen Friedrich Wilhelm III. weigerte sich anschließend, den Fahnenflüchtigen wieder in preußische Dienste zu übernehmen. So machte von Clausewitz die Befreiungskriege bzw. den Russisch-Deutsch-Französischen Krieg von 1812 bis 1815 als Stabschef eines russischen Korps mit, bis es ihm am 30. März 1815 nach völliger Rehabilitation erlaubt wurde, als Oberst nach Preußen zurückzukehren, wo er, wie so viele andere deutsche Offiziere der einstigen Russisch-Deutschen Legion, der Preußischen Armee erneut beitrat. Am 22. April 1815 wurde er Chef des Generalstabes des III. Armeekorps.

Im Jahre 1815 nahm er noch einmal als Stabschef von Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann, Kommandeur des preußischen III. Armee-Korps, an dem Feldzug gegen Napoleon als Teil der Siebten Koalition teil und kämpfte bei der Schlacht bei Ligny und der Schlacht bei Wavre, die Voraussetzung für den Sieg bei der Schlacht bei Belle Alliance war.

Allgemeinen Kriegsschule

In den folgenden drei Jahren diente von Clausewitz erneut als Stabschef bei August Neidhardt von Gneisenau in Koblenz.

Grabmal des königlich preußischen General-Majors Carl Phillipp Gottfried von Clausewitz

Der Heeresoffizier, inzwischen Obrist, trat am 9. Mai 1818 seinen Dienst als Direktor (vorerst ohne Lehrerlaubnis) der Allgemeinen Kiregsschule an. Im September 1818 erfolgte auch seine Beförderung zum Generalmajor. Mit 38 Jahren war er der jüngste General der Preußischen Armee. 1821 wurde er in den Generalstab aufgenommen. Diese Stellung hatte er bis zu seinem Tode am 16. November 1831 inne.

Um 1823/24 entstand mit Nachrichten über Preußen in seiner größten Katastrophe ein weiteres Werk, das sich erneut mit den Geschehnissen des Jahres 1806 beschäftigte. Allgemein ließ ihm der Posten an der Kriegsschule viel Zeit zu eigenen Arbeiten. Sein Hauptwerk Vom Kriege entstand in jener Zeit. Im Jahre 1827 wurden Clausewitz und seine Brüder (darunter der spätere Generalleutnant Wilhelm Benedikt von Clausewitz) offiziell vom preußischen König geadelt. Dies war nichts anderes als eine Bestätigung des Familienadels, den die Familie bisher nicht eindeutig hatte nachweisen können.

Erst 1830 wurde er versetzt (er blieb jedoch offiziell Direktor der Allgemeinen Kriegsschule, wurde jedoch vertreten), zuerst zur Artillerie-Inspektion nach Breslau. Aber schon im Juli desselben Jahres kam es zum Polnisch-Russischen Krieg 1830/1831 und von Clausewitz wurde zum Stabschef des preußischen Observationskorps unter von Gneisenau berufen. Die russischen Truppen brachten die Cholera nach Polen, die sich bald über ganz Europa ausbreitete. Auch von Gneisenau starb daran, und von Clausewitz übernahm die Befehlsgewalt über die preußischen Truppen.

Tod

Generalmajor Carl von Clausewitz erkrankte an der Cholera, kehrte im Herbst 1831 nach Breslau zurück und starb wenige Tage darauf am 16. November 1831 im Alter von 51 Jahren. Zwischen 1832 und 1837 gab seine Witwe Marie von Clausewitz auf eigene Kosten die hinterlassenen Schriften des Generals heraus.

Clausewitz-Gesellschaft e. V.

Von-Clausewitz-Briefmarke, Deutsche Bundespost 1981.jpg

Die Clausewitz-Gesellschaft e. V. bildet sich aus ca. 1.000 Mitgliedern, die mehrheitlich aus aktiven und ehemaligen Offizieren besteht. Präsident der Gesellschaft war u. a. General a. D. Dr. Klaus Reinhardt, ihr Ehrenpräsident war u. a. der ehemalige (1966–1972) Generalinspekteur der Bundeswehr, General a. D. Ulrich de Maizière.

Ehrenmedaille „General von Clausewitz“

Mit der Medaille sollen die Gedanken des militärischen Denkers und großen Philosophen Carl von Clausewitz geehrt bzw. in diesem Zuge dessen Vorbild für die Gegenwart übertragen werden. Ebenso ehrt man das geistige Erbe des deutschen Generalstabes und deutscher Tradition der Militärtheorie. Dabei ist heute vor allem die Auseinandersetzung mit den strategischen und sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit wichtig, und in vielen Veranstaltungen werden dieses Fragen besprochen und geklärt.

Die Clausewitz-Medaille ist eine besondere Ehrung der Clausewitz-Gesellschaft e. V., die jährlich einem Offizier der Bundeswehr, der sich in der Ausbildung für den Nationalen Lehrgang Generalsstabs-/Admiralstabsdienst befindet, auszeichnet. Am 1. Juni 1968 wurde der Beschluß zu dieser Ehrenmedaille gefaßt.

Zitate

  • „Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.“[3]
  • „Stolz auf unsere großen Männer dürfen wir nur sein, solange sie sich unserer nicht zu schämen brauchen.“
  • „Zu fürchten haben wir jetzt eigentlich nichts mehr, alles zu hoffen! In diesem Zustand ist alles, was geschieht, jede neue Bewegung, jeder neue Stoß in der politischen Welt ein Prinzip neuer Hoffnung. So gehe ich jetzt mehr als je der Zukunft mutigen Schrittes entgegen.“ (16. April 1812)
  • „Ich glaube und bekenne; daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die Würde und Freiheit seines Daseins; daß es diese mit dem letzten Blutstropfen verteidigen soll; daß es keine heiligere Pflicht zu erfüllen, keinem höheren Gesetz zu gehorchen hat; daß der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie zu verwischen ist; daß dieser Gifttropfen in dem Blute eines Volkes in die Nachkommenschaft übergeht und die Kraft später Geschlechter lähmen und untergraben wird.“

Schriften

Auszeichnungen (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard von Pelet-Narbonne (Hg.): Erzieher des Preussischen Heeres, 1905–1907 Band 8: Clausewitz (PDF-Datei)
  • Paul Schmitthenner: Carl von Clausewitz, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 635–648
  • Bolko von Oetinger / Tiha Ghyczy / Christopher Bassford (Hgg.): Clausewitz – Strategie denken. (Amerikanische Originalausgabe: Clausewitz on Strategy. Inspiration and Insight from a Master Strategist, herausgegeben vom Strategieinstitut der Boston Consulting Group; John Wiley & Sons, New York 2002), dtv, München 2003, 978-3-423-34033-5
  • Horst von Metzsch: Zeitgemäße Gedanken um Clausewitz, 1937 (Mit zip gepackte PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Nach W. von Schramm: Clausewitz. Esslingen 1977, S. 114–120. Vor Erschöpfung blieben von den etwa 240 verbliebenen Mann ungefähr 100 in den Sümpfen stecken, ohne sich befreien zu können.
  2. Vom Kriege. 18. Aufl., S. 215, zitiert nach W. von Schramm, Clausewitz. Esslingen 1977, S. 123–124
  3. Carl von Clausewitz, Vom Kriege. Zit n. 96-book.png PDF Google-BücherCarl von Clausewitz, Marie von Clausewitz (Hg.): Hinterlassene Werke ueber Krieg und Kriegsfuehrung, Band 1, F. Dümmler 1857, S. 3
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