Pichler, Adolf

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Adolf Pichler)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prof. Dr. Adolf Pichler; „Eine Schützenkompagnie von 181 Mann wurde gebildet, Pichler zum Hauptmann und der greise Kampfesgenosse Andreas Hofers, der Kapuziner Joachim Haspinger, zum Feldpater gewählt. Mit der schwarz-rot-goldenen, in der Stephanskirche feierlich geweihten Fahne an der Spitze zog die kleine Schar nach Süden und zeichnete sich in zwei Gefechten und zwar bei ponte tedesco und Cassaro so aus, daß sie von den Militärbehörden öffentlich belobt wurde. Pichler selbst erhielt später für seine Verdienste den Orden der eisernen Krone und wurde auf Grund dieser Auszeichnung mit dem Prädikate ‚Ritter von Rautenkar‘ geadelt. Nach zweimonatlichem Felddienste löste sich die Kompagnie auf und die Fahne wurde auf dem Schlosse Tirol hinterlegt. […] Mit Pichler ist nicht nur der bedeutendste Dichter, den Tirol seit den Tagen des Minnesanges besessen hat, nicht nur einer der besten österreichischen und deutschen Dichter überhaupt zu Grabe getragen worden, sondern vor allem auch eine Charaktergestalt, wie sie unsere Zeit nur ganz vereinzelt aufweist. Er verkörpert, wie ein Kritiker sehr treffend sagt, die geistige Entwicklung Tirols im 19. Jahrhundert und er hat auch auf die nachwachsende Generation so tief und bestimmend eingewirkt, daß wir mit vollem Rechte behaupten können, Pichler ist nicht gestorben, er lebt heute noch, er lebt im Geiste der tirolischen Jugend, der jungen deutschnationalen Streitkraft Österreichs.“[1]

Adolf Joseph Michael Pichler, seit 1889 Pichler Ritter von Rautenkar (Lebensrune.png 4. September 1819 in Erl bei Kufstein; Todesrune.png 15. November 1900 in Innsbruck), war ein deutscher Schriftsteller und Naturwissenschaftler.

Leben

Pichler wurde am 4. September 1819 als Sohn des Zöllners Josef Anton Pichler im tirolischen Dorf Erl an der bayrischen Grenze geboren, besuchte in Innsbruck das Gymnasium, betrieb dann zuerst Rechtswissenschaft, wandte sich jedoch schließlich an der Wiener Universität den Naturwissenschaften zu. Nach dem Medizinstudium kämpfte er 1848 für ein deutsches Tirol. Seine geognostische Untersuchung Tirols trug ihm im Jahre 1867 die Professur für Mineralogie und Geologie an der Universität zu Innsbruck ein, in welcher Eigenschaft Pichler bis zum Jahre 1891 tätig war. Wie als Gelehrter war Pichler auch als Dichter bedeutend, seinem Herzen lag vielleicht die Poesie näher als die Geologie. Literarisch trat er zum ersten Male mit einer selbständigen Gedichtsammlung im Jahre 1849 hervor. Seine lyrischen Gedichte, in denen namentlich die Naturliebe und das Naturverständnis des Dichters zum formvollendeten Ausdruck gelangten, schufen ihm bald einen Kreis begeisterter Freunde und Bewunderer, der sich noch bedeutend vergrößerte, als Pichlers erzählende Dichtungen unter dem Titel „Marksteine“ in der Öffentlichkeit erschienen. Die originellen Gestalten, die Pichler geformt hat, wurzeln im Tiroler Boden und atmen deutsche Lebenswahrheit.

„Da sein Vater als Zöllner mehrmals versetzt wurde, verbrachte Pichler seine Kindheit u. a. in Scharnitz, Leitenhofen, Weißenhaus und Vils. Nach dem Besuch des akademischen Gymnasiums in Innsbruck begann Pichler 1840 an der Universität Jus zu studieren, da es noch keine medizinische Fakultät gab. Daneben studierte er aber auch klassische und neuere Sprachen und Literaturen (bei Alois Flir) und Philosophie und gründete nach dem Muster des Göttinger Hains die literarischen Vereine Eiche und Buche und den Verein der Nibelungen. 1842 hatte er die Mittel, um in Wien das Studium der Medizin zu beginnen. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Pustertaler Poeten und Mediziner Adolf Purtscher, bestieg er in Hall ein Frachtschiff und gelangte in 10 Tagen über Inn und Donau nach Wien. Beide halfen beim Rudern, kochten sich selbst und lasen in den Musestunden Homer. In Wien studierte Pichler tatsächlich Medizin (Promotion 1848), hauptsächlich interessierten ihn aber die naturwissenschaftlichen Fächer. Darüber hinaus hatte er u. a. Kontakte mit Schriftstellern wie Friedrich Hebbel und Franz Grillparzer. Er hielt aber auch weiterhin engste Beziehungen zu Tirol und gab 1846 die Anthologie Frühlieder aus Tirol heraus. 1848 nahm Pichler an den Studentenerhebungen in Wien teil. Als Hauptmann einer Tiroler Studentenkompagnie – auch der alte Pater Haspinger war dabei – kämpfte er bei Ponte Tedesco und Lodoron. Für seinen Einsatz wurde Pichler ausgezeichnet, zugleich aber unter Polizeiaufsicht gestellt. 1851 wurde Pichler zum ordentlichen Lehrer des Obergymnasiums in Innsbruck berufen, wo er Deutsch und Naturgeschichte unterrichtete. Den 1851 ausgeschriebenen Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur, für den Pichler von der zuständigen Fakultät einstimmig vorgeschlagen wurde, erhielt allerdings Ignaz Vinzenz Zingerle. 1867 wurde Pichler zum ordentlichen Professor für Mineralogie und Geologie an der Universität Innsbruck ernannt; diesen Lehrstuhl hatte er bis 1890 inne. Er betrieb als einer der ersten Alpengeologen äußerst penible Grundlagenforschung und klopfte Tirol erstmals mit dem Geologenhammer systematisch ab. Bekannt wurde Pichler aber weit mehr durch seine literarischen Werke, seine Gedichte und kräftigen ‚Sprüche‘, seine Epen - hervorzuheben ist Fra Serafico (1879) - und Epigramme, vor allem aber durch seine Schilderungen und Erzählungen: Aus den Tiroler Bergen (1861), Allerlei Geschichten aus Tirol (1867), die in der Folge mehrere Auflagen erlebt haben.
Die besondere Eigenart und Kraft beziehen diese Arbeiten aus der engen Verbindung von profunden naturwissenschaftlichen Kenntnissen mit seinem an der Klassik geschulten und doch 'eigenen' Stil, die Tiroler Landschaften und Menschen in einer seltsamen Klassizität erscheinen lässt. Pichler schildert Begegnungen und Erfahrungen mit Originalen des Landes: Bauern, Hirten, Jägern, Holzknechten, Wilderern, Schmugglern, Einsiedlern, er verwebt darin das Sagengut ebenso wie Erzählungen über die Ereignisse der Freiheitskriege. Pichlers Volkserzählungen sind fern von jeder Sentimentalität, jeder Verherrlichung des Bauerntums, nichts verbindet ihn mit jener Heimatliteratur, die später in die ‚Blut- und Boden‘-Dichtung mündet, er sieht auch das soziale Elend und erkennt früh die Möglichkeiten, die der Fremdenverkehr bietet. Pichlers Schilderungen und Gedichte über den Achensee haben zum Aufschwung des dortigen Fremdenverkehrs wesentlich beigetragen. Peter Rosegger erinnert sich allerdings auch an ein seltsames Gespräch über die Fremden: ‚Der Achensee, wo er bei der Scholastika die Sommer zuzubringen pflegte, war ihm bereits verleidet worden. Er gehe nicht auf Sommerfrische, um den Berliner Schöngeistern und den Wiener Juden die Honneurs zu machen oder von den Dresdener Blaustrümpfen angestaunt und um Autographen angebettelt zu werden. Er gehöre zu den Tirolern, und auch da nur wieder zu den Steinschädeln, die Funken geben, wenn man auf sie schlägt.‘ (Eine Erinnerung an Adolf Pichler. In: Heimgarten, 4, Jänner 1901, S. 278-282, hier 280) Noch zu seinen Lebzeiten wurde Pichler beinahe zu einem Kultobjekt, sowohl Liberale, Deutschnationale als auch (seltener) Konservative versuchten, ihn für sich zu vereinnahmen. Das katholische, streng konservative Blatt ‚Neue Tiroler Stimmen‘ verwies in seiner Ausgabe vom 13.7.1899 darauf, dass Pichler Mitarbeiter dieses Blattes gewesen war und zitierte genüsslich aus einem seinerzeit von Pichler verfassten Zeitungsartikel: ‚Ich habe während der Reaction die Fahne des Fortschrittes hochgehalten und für ihn gewirkt, dass sogar meine Stellung gefährdet war - in der Zeit, wo mancher liberale Gigant, der heute mit der Nase die Wolken kliebt, auf dem Bauche Speichel leckte. [...] Ich habe von der Zeit gelernt und mich daher in manchen Dingen den Conservativen genähert. Gewissen Liberalen gegenüber zum Ultramontanen zu werden, wär' auch keine Schande, wenn es überhaupt eine Schande ist.‘ […] Am 6. Juli 1899 veranstaltete die Literatur- und Kunstgesellschaft Pan ihm zu Ehren einen Fackelzug, in dessen Verlauf der Herausgeber der antikatholischen deutschnationalen Zeitschrift ‚Der Scherer‘ einen vorwiegend gegen sein Blatt gerichteten Hirtenbrief des Bischofs von Brixen öffentlich verbrannte.“[2]

Gedichte

Professor Pichler auf einer Wanderung (Ansichtskarte)

Drei Gedichte: „Die Fahne“, „Den deutschen Frauen in Österreich“ (eines von vielen Bekenntnissen zum Deutschsein) und „Taten[3]

Pichler - Gedichte 01.png Pichler - Gedichte 02.png


Werke (Auswahl)

  • Marksteine (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Frühlieder aus Tirol (1846)
  • Aus dem wälsch-tirolischen Kriege (1849) (PDF-Datei)
  • Üeber das Drama des Mittelalters in Tirol (1850) (PDF-Datei)
  • Ludus de ascensione domini: Ein mittelalterliches Schauspiel (1852) (PDF-Datei)
  • Gedichte (1853) (PDF-Datei)
  • Beiträge zur Naturgeschichte von Tirol: Zur Geognosis Tirols (1860)
  • Aus den Tirolerbergen (1861) (PDF-Datei)
  • Allerlei Geschichten aus Tirol (1867) (PDF-Datei)
  • In Lieb' und Hass: Elegien und Epigramme aus den Alpen (1869) (PDF-Datei)
  • Zu meiner Zeit: Schattenbilder aus der Vergangenheit (1892) (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Spätfrüchte: Gedichte verschiedener Art (1896) (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Jochrauten (1897)
  • Neue Marksteine; erzählende Dichtungen (PDF-Datei)
  • Die Tarquinier; Trauerspiel in fünf Akten (PDF-Datei)
  • Dramatische Dichtungen (PDF-Datei)
  • Fra Serafico (PDF-Datei)
  • Der Flüchtling. Ein Brautpaar. Zwei Geschichten aus Tirol (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Adolf Pichler, Einleitung von Karl Bienenstein
  2. Adolf Pichler, Lexikon Literatur in Tirol
  3. Volk und Vaterland: deutschvölkisches Dichterbuch, Band 2 herausgegeben von Adolf Bartels (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!