Pietzsch, Albert

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Albert Pietzsch (1874–1957)

Albert Theodor Pietzsch (Lebensrune.png 28. Juni 1874 in Zwickau; Todesrune.png 13. Juni 1957 in München) war Leiter der Reichswirtschaftskammer, Präsident der Industrie- und Handelskammer in München und Fabrikant.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Albert Pietzsch wurde am 28. Juni 1874 als Sohn des Realgymnasiumsprofessors F. W. Pietzsch in Zwickau in Sachsen geboren und besuchte dort die Vorschule und das Realgymnasium. Nach der Reifeprüfung leistete er von 1893 bis 1894 eine praktische Arbeit im Labor und einer Werkstatt an der Technischen Hochschule in Dresden. Dort studierte er das Fach Maschinenbau von 1894 bis 1898. Hierauf war er anderthalb Jahre Assistent beim Elektrolytischen Institut der Technischen Hochschule in Dresden und trat dann in die Dienste der Chemischen Fabrik Buckau bei Halle ein. Von 1900 bis 1908 wirkte er erst als Ingenieur, dann als Oberingenieur in der Chemischen Fabrik Buckau in Ammendorf bei Halle (Saale). Dort entwickelte er neue Prozeßverfahren zur Produktion von Kalilauge und Chlor. Er modernisierte durch den Ausbau dieser Erfindung das ganze Unternehmen und war achteinhalb Jahre Oberingenieur dieses Werkes. 1910 gründete er dann die Elektrochemischen Werke AG München, die er bis 1928 als Mitinhaber, darauf nach der Umbildung in eine Aktiengesellschaft als Direktor verwaltete.

Weimarer Republik

Schon 1925 lernte er in München Adolf Hitler kennen, und er hatte vielfach Gelegenheit, seine Gedankengänge über den Aufbau des Reiches und der Wirtschaft kennenzulernen. Er wurde bald von den Ideen Adolf Hitlers gefangengenommen, führte Hitler weitere führende Männer der Industrie und Wirtschaft zu und forderte sie zur Mitarbeit auf.

Drittes Reich

Vom 31. Oktober 1933 bis Mai 1936 wirkte er als Vertrauensmann im Stabe des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß. Im Vorstand des Reichsstandes der Deutschen Industrie wirkte er ab 1933. Er führte als Leiter die Hauptgruppe V der Reichsgruppe Industrie bis August 1934.

Zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer München wurde er 1934 ernannt. Im März 1936 erfolgte die Ernennung zum Leiter der Reichsstelle für Wirtschaftsmoral. Von Dezember 1936 bis 1944 wurde er Leiter der Reichswirtschaftskammer in Berlin. Dort führte er auch den Vorsitz im Ausschuß für Preisbildungsfragen und im Ausschuß für Auslandshandelskammern. Auch leitete er ab 1940 in München die Wirtschaftskammer, in der er die Leitung der Industrie- und Handelskammerabteilung und der Bezirksausgleichstelle übernahm. Weiterhin hatte er einen Sitz im Präsidium der Einrichtung inne, die Deutsche Gruppe der Internationalen Handelskammer in Berlin genannt wurde.

Im Jahre 1942 leitete er am 30. September eine Sitzung, die er im Auftrage des Reichswirtschaftsministeriums abhielt. Eingeladen waren die Beauftragten zur Errichtung von Gauwirtschaftskammern, die Vertreter der Reichsgruppen in der Reichsgruppe Industrie und die führenden Geschäftsführer der Industrie-, Handels- und Wirtschaftskammern. Ziel des Referats von Pietzsch war es, die Konzeption der neuen Organisation der Kammern vorzustellen, um eine möglichst einheitliche Gestaltung der deutschen Wirtschaftsorganisation zu erreichen. Grundlage dieser organisatorischen Veränderungen war die Gauwirtschaftskammeraufbauverordnung vom 30. Mai 1942, die die Ausrichtung auf die Kriegswirtschaft bezwecken sollte. Im Zuge dieser Veränderungen wurden viele Kammern in Gauwirtschaftskammern umorganisiert.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte er sein Werk in München bis zum Jahre 1955.

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften

  • Grundlagen der Wirtschaftslenkung, mit Ferdinand Grünig, in: Die Verwaltungs-Akademie, Bd. 3, Berlin 1936
  • Auslandsdeutschtum und Arbeit Deutscher Handelskammern im Auslande, in: Deutsche Wirtschafts-Zeitung 1937 Nr. 1, S. 8
  • Ansprache auf der Festsitzung der Reichswirtschaftskammer anläßlich des 60. Geburtstages des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht am 22. Januar 1937, in: Schriftenreihe der Deutschen Wirtschafts-Zeitung, Heft 3, Berlin
  • Die Ehrengerichtsbarkeit der gewerblichen Wirtschaft, in: Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht 4 (1937), S. 193
  • Die deutsche Selbstverwaltung im nationalsozialistischen Staat,in: Deutsche Wirtschafts-Zeitung 1937, Nr. 24/25, S. 764
  • Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Berlin 1938
  • Zur Frage der Ordnung der weltwirtschaftlichen Beziehung, 1939
  • Der Aufbau der Gauwirtschaftskammer – Vortrag, gehalten auf einer Tagung in der Reichswirtschaftskammer am 30. September 1942, Berlin 1942

Literatur

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