1925

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Inhaltsverzeichnis

Januar 1925

Zusammenbruch des Barmatkonzernes.

  • 1. Januar: In Berlin stellt sich die völlige Zahlungsunfähigkeit der Gebrüder Barmat heraus; sie werden verhaftet.

Durch Vermittlung einiger Abgeordneter haben sie von der Preußischen Seehandlung, von der Girozentrale und vom Reichspostscheckamt etwa 35 Millionen Goldmark erhalten, ohne daß wirkliche Deckungen vorhanden waren.

Deutschland erhält seine Handelsfreiheit wieder.

  • 10. Januar: Durch den Teil X des Versailler Vertrages waren Deutschland auf fünf Jahre einseitige, ebenso schädliche wie demütigende Einschränkungen seiner Wirtschaftspolitik auferlegt worden; vor allem hatte es allen Feindstaaten die volle wirtschaftliche Meistbegünstigung ohne Gegenseitigkeit gewähren müssen. Die Frist für diese Sonderbestimmungen läuft jetzt ab.
  • 15. Januar: Luther wird Reichskanzler, womit die seit dem 15. Dezember 1924 dauernde Kabinettskrise ihr Ende findet. Die Deutschnationalen treten in die Regierung ein, Stresemann bleibt Außenminister.

Vorgeschichte des Locarnovertrages.

Das seit der Reichstagswahl vom 4. Mai 1924 beobachtete starke Anwachsen nationaler Gesinnung in Deutschland löst in Frankreich ernste Beunruhigung aus. Nachdem der Vorstoß über Versailles hinaus im Ruhrkampf misslungen ist, versucht man jetzt, wenigstens das im Friedensdiktat Erreichte unbedingt zu sichern, und zwar auf die verschiedenste Art: Ausbau eines riesigen Heeres, einer gewaltigen Flotte, einer überragenden Luftwaffe — alle zu stärkster Offensive befähigt. Um ihnen von vornherein eine günstige Operationsbasis zu schaffen, dehnt man die Herrschaft über Rhein und Saar so lange als möglich aus. Inzwischen gewinnt Frankreich Zeit, im eigenen Lande einen unüberwindlichen Festungsgürtel zu bauen, während Deutschland jede derartige Anlage verboten bleibt. Um zu verhindern, daß sich im Deutschen Reich finanzielle Mittel zu einem Revanchekrieg ansammeln, sucht man den starken Druck der Reparationen selbst dann aufrechtzuerhalten, als ihr weltwirtschaftlicher Widersinn immer augenfälliger wird. Schließlich soll ein Netz von Garantiepakten und militärischen Geheimverträgen mit den Nachbarstaaten Deutschlands dieses völlig einkreisen. Mit Belgien (1920) sowie mit Polen und der Kleinen Entente (1921) hatte dies Bestreben einen erfolgreichen Anfang genommen. Auch nach Beendigung des Ruhrkampfes sucht die französische Politik der Nachkriegszeit unermüdlich, die widerstreitenden Interessen der im Völkerbund zusammengeschlossenen Staaten ihren Sicherheitsbedürfnissen dienstbar zu machen. Kaum ist der Dawesplan festgelegt, als sie von neuem zu einem kühnen Schachzug ausholt.
Vergeblich waren bisher alle Bemühungen Frankreichs gewesen, mit England zu einem Garantieabkommen zu gelangen. Jetzt (September 1924) trifft man in Genf zusammen, um sich unter neuen Verhältnissen einander anzugleichen. Hierbei gelingt es den Franzosen, in das Protokoll des in Genf entworfenen Paktes die Bestimmung einzubauen, daß die Streitkräfte jedes Völkerbundsmitgliedes durch einfachen Mehrheitsbeschluss gegen jeden Angreifer in Marsch gesetzt werden dürfen. Nun aber hatte Frankreich durch seine Bündnisse fast automatisch eine solche Mehrheit hinter sich. Es hätte damit z. B. die englische Flotte jederzeit für seine eigenen Zwecke beanspruchen können.
Dieses Ansinnen hatte jedoch in England eine Ablehnung des Genfer Protokolls zur Folge. Das nach dem Sturz der Arbeiterregierung MacDonald (November 1924) gebildete neue englische Kabinett Baldwin mit dem französisch gesinnten Austen Chamberlain als Außenminister versucht nunmehr, die französischen Wünsche von sich auf Deutschland abzulenken — allerdings nicht, ohne gleichzeitig auch Deutschland dabei den Rücken zu stärken. England will so eine Vermittler- und Schiedsrichterrolle zwischen Frankreich und Deutschland spielen. Zunächst stimmt es allerdings zu. die I. (Kölner( Zone vorerst nicht zu räumen ! Ferner tritt es mit Frankreich in Verhandlungen darüber ein. das Rheinland als angebliches europäisches Streitobjekt der Zukunft zu neutralisieren und unter die Kontrolle des Völkerbundes zu stellen.. Als Stresemann davon hört, beschließt er. dieser Bedrohung zuvorzukommen.

Februar 1925

  • 9. Februar: Deutschland schlägt einen Rhein- und Sicherheitspakt vor, und zwar unverbindlich und unter strengster Geheimhaltung. Man will die in Versailles geschaffenen völkerrechtlichen Verhältnisse am Rhein garantieren, wenn nur dafür die deutsche Politik als gleichberechtigt anerkannt wird. Indem man zeigt, daß Deutschland auf jede Revanche verzichtet, hofft Stresemann die schlimmsten Paragraphen des Versailler Vertrages durch direkte Verhandlungen beseitigen und die besetzten Rheinlande wieder frei machen zu können. England und Amerika, die diese Gedanken im Herbst 1924 stellenweise sogar angeregt haben, greifen jetzt die deutschen Vorschläge als neue Verhandlungsbasis auf und unterstützen sie. So sieht sich Frankreich gezwungen, den von ihm erstrebten Garantievertrag Fallenzulassen und den deutschen Vorschlägen näher zu treten.
  • 27. Februar: Neugründung der NSDAP.
Das Parteiprogramm bleibt unverändert, die Ziele sollen ausschließlich auf legalem Weg erstrebt werden. Die Reichsregierung stempelt aber den deutschen Frontsoldaten Adolf Hitler zum Ausländer und verbietet ihm das Reden.
  • 28. Februar: Friedrich Ebert, der erste Präsident der deutschen Republik, stirbt nach kurzem Krankenlager. Das deutsche Volk wird damit plötzlich vor die Entscheidung gestellt, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Bis zur Neuwahl wird Reichsgerichtspräsident Simons stellvertretender Reichspräsident.

März 1925

Erste Reichspräsidentenwahl.

  • 29. März: Insgesamt wurden 7 Kandidaten angesetzt. Die meisten Stimmen (10,4 Millionen) erhielt der nationale Block, der Jarres aufgestellt hatte. Es folgt Braun (Sozialdemokrat) mit 7,8, Marx (Zentrum) mit 3,9 und Thälmann (Kommunist) mit 1,8 Millionen Stimmen. Für den 2. Wahlgang bestand die Gefahr, daß die Weimarer Koalitionsgruppen, die sich auf einen Kandidaten einigten, damit das Übergewicht über den nationalen Block erlangten.
Nach dem Orginalgemälde von Biber-Wasmuth, Hamburg
Letzterer musste also jemand präsentieren, der Jarres an Volkstümlichkeit überlegen war. Hierfür kam nur ein Mann in Frage — Hindenburg —, der unvergessen im Herzen aller nationalen Deutschen lebte. Er lehnt jedoch zunächst die Kandidatur ab — er sei zu alt. Erst dem Großadmiral von Tirpitz gelingt es. den greisen Marschall zur Annahme zu bewegen.

April 1925

Mai 1925

Polen beginnt auf der Westerplatte bei Danzig mit dem Bau eines Munitionshafens und lässt gleichzeitig durch französische Firmen mit französischem Geld den neuen Kriegshafen Gdingen anlegen.

Juni 1925

  • 4. Juni: Die Alliierten überreichen eine neue umfangreiche Entwaffnungsnote mit angeblichen Verstößen Deutschlands, um zu beweisen, daß die Räumung der I. (Kölner) Zone noch nicht möglich sei.
  • 10. Juni: Der Stinneskonzern bricht zusammen. Die Inflation hatte in Deutschland eine Reihe von „Konzernen" entstehen lassen, von denen der größte Teil in vollkommener Wahllosigkeit aufgebaut war. So hatte der Großindustrielle Stinnes kurz vor seinem Tode, am 10. April 1924, einige tausend Werke unter seiner Leitung vereinigt und beherrschte praktisch damit einen großen Teil des deutschen Wirtschaftslebens.
Hugo Stinnes betrieb zunächst die gesunde vertikale Zusammenfassung von Wirtschaftsbetrieben, d.h. er versuchte, vorn Rohstoff bis zum Fertigprodukt den gesamten Herstellungsprozess in seine Hände zu bekommen und einheitlich zu gestalten. Dadurch vermochte er alle zwischen beiden liegenden Gewinne einzusparen und infolgedessen billig zu liefern, ohne daß dabei dem Arbeiter ein Lohnausfall entstand. Beim „Ausverkauf Deutschlands" ging aber Stinnes dazu über, wahllos Betriebe und Firmen zu erwerben, die nicht das geringste mit seinem eigentlichen Konzern zutun hatten: Schiffswerften, Schifffahrtslinien, Maschinen- und Automobilfabriken, Zellstoff- und Papierfabriken, Wälder, Zeitungen, Filmgesellschaften, Wohn- und Bürohäuser, Gasthöfe und Hotels. So entstand ein „horizontales" unorganisches Wirtschaftsgebilde, das nur noch durch eine Verwaltungsgemeinschaft miteinander verbunden war. In den schweren Zeiten nach der Inflation war dieses nicht mehr lebensfähig. Kaum ein Jahr nach dem Tode des „ungekrönten Königs" von Deutschland brach der Stinneskonzern unter ungeheuren Verlusten zusammen.

Juli 1925

Um diese Zeit trennt sich die NSDAP von der Völkischen Freiheitspartei, da letztere für die sozialen Ziele kein Verständnis zeigt. Gleichzeitig bildet Adolf Hitler aus den Getreuesten der alten SA und all denen, die sich ihr neu anschlossen, die neue SA, die fortan braunes Gewand und braune Mütze trägt. Zum Führer wird Hauptmann von Pfeffer, der Gauleiter Westfalens, berufen.

August 1925

Deutschland vor der Wahl zwischen Ost- und Westorientierung: Als Antwort auf den von Deutschland am 9. Februar angebotenen Sicherheitspakt war Mitte Juli eine englisch-französische Note in Berlin übergeben worden, welche die öffentlichen Verhandlungen über den künftigen Sicherheitspakt nunmehr in Gang bringt. Vor allem streben jetzt auch Polen und die Tschechoslowakei an, ähnliche "Sicherheiten- herauszuschlagen. Gleichzeitig meldet Rußland als Partner der Rapallo -Verträge bei Deutschland seine Bedenken an: Die Verträge würden hinfällig, wenn Deutschland sich aus freien Stücken unter die Botmäßigkeit der Rußland feindlich gesinnten Westmächte begabe Noch in letzter Stunde versucht Tschitscherin seine Einwendungen in Berlin persönlich vorzubringen; aber der Kurs ist bereits entschieden Die deutsche Regierung hat sich für eine Westorientierung entschlossen Im Hinblick auf die erfolgte Räumung der Ruhr glaubt man mit Fortsetzung der Verständigungspolitik auf dem richtigen Wege zu sein, um so mehr, als am 15. September Deutschland endlich nach Locarno eingeladen wird.

Oktober 1925

Der Locarnopakt

Das Deutsche Reich ist durch Reichskanzler Luther und durch Stresemann, England durch Chamberlain, Frankreich durch Briand und Italien durch Mussolini vertreten. Außer Belgien (Vandervelde) nehmen auch Polen und die Tschechoslowakei an der Konferenz teil.
Das Kernstück der Vereinbarungen war der so genannte Westpakt, d. h. der eigentliche Locarnopakt. Durch ihn verpflichteten sich das Deutsche Reich, Frankreich und Belgien gegenseitig. die durch den Versailler Vertrag geschaffenen Rheingrenzen aufrechtzuerhalten und auf jede gewaltsame Änderung zu verzichten. Die Bürgschaft für diesen Vertrag übernahmen England und Italien. Weiterhin verpflichteten sich das Reich. :Frankreich und Belgien, jeden Angriffskrieg gegeneinander zu unterlassen und etwaige Streitigkeiten einem Schiedsgericht zu unterwerfen. Für den Fall einer Verletzung des Vertrages versprechen sich die Mächte gegenseitigen Beistand gegen den schuldigen Teil. Dieser Westpakt sollte nach dem Eintritt des Reiches in den Völkerbund in Kraft treten.
Auch die Ostgrenzen des Versailler Vertrages, das so genannte Ostlocarno, sollte das Reich noch einmal freiwillig anerkennen. Stresemann wies dies zwar entschieden zurück, schloss aber mit Polen und der Tschechoslowakei ebenfalls je einen Schiedsvertrag ab.
Das gesamte Vertragswerk ging davon aus, daß früher abgeschlossene Vereinbarungen und etwaige Streitigkeiten aus diesen nicht von ihm berührt werden sollten. Damit behauptete das Versailler Diktat seinen unbedingten Vorrang.
Von dem Locarnopakt hatte die deutsche Außenpolitik eine wesentliche Entspannung des deutsch-französischen Verhältnisses erwartet. Im Grunde aber hat sie mehr erreicht, daß Frankreich seine angeblichen Rechte auf Sanktionen fallen lässt und in Aussicht stellt, die Frage der Räumung der I. Rheinlandzone und einige Erleichterungen in der Militärkontrolle im günstigsten Sinne demnächst aufzugreifen. Sonst aber kam man mit leeren Händen zurück — im Gegenteil: Man hatte auf die Rückgabe von Elsaß-Lothringen nochmals in aller Form. und zwar jetzt freiwillig, verzichtet. Ebenso haue man Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages über die entmilitarisierte Zone neu bekräftigt So blieb es Deutschland auch in Zukunft verboten, links des Rheines und in einem 50 km breiten Streifen rechts des Rheines irgendwelche Truppen zu halten. während Frankreich die seinigen bis unmittelbar an die Grenze heran schieben durfte. Zum Schiedsrichter zwischen Frankreich und Deutschland war fortan England bestellt. Deutschland aber konnte Iden Locarnopakt von sich aus niemals kündigen; denn dieser sollte so lange in Kraft bleiben, bis der Völkerbund, der seine Tore für Deutschland öffnen wollte, mit Zweidrittelmehrheit beschließen würde, daß seine eigenen Sicherheitsgarantien nunmehr ausreichend seien. Über all dieses stellte jedoch die damalige deutsche Politik die Hoffnung auf den „Geist von Locarno". Aber schon bei der Rückkehr der Delegation nach Berlin fand diese eine sehr zwiespältige Stimmung vor.
  • 22. Oktober: Regierungskrise in Deutschland. Die Deutschnationalen lehnen die Locarnopolitik ab und treten aus der Regierung aus. Das Kabinett wird im weiteren Verlauf immer mehr von der Sozialdemokratie beeinflusst, welche die Verständigungspolitik unterstützt.

November 1925

Gleichzeitig beschließt die Botschafterkonferenz, die Räumung der Kölner Zone am 6. Dezember beginnen zu lassen, also fast ein Jahr später, als dies im Versailler Vertrag vorgesehen war.
  • 27. November: Annahme der Locarnoverträge im Reichstag mit 291 gegen 174 Stimmen nach schweren parlamentarischen Auseinandersetzungen.

Dezember 1925

Im November und Dezember begann in Südtirol von Seiten Italiens ein Unterdrückungsfeldzug gegen die 300.000 Deutschtiroler. Man vernichtete die deutsche Presse, führte geheime Briefzensur, faschistische Spionage. italienischen Militärdienst. Religionsunterricht und Gerichtssprache ein.
Ende 1925 hatte die NSDAP 27.000 Mitglieder.
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