Allegorie

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Als Allegorie (von altgr. αλληγορέω „etwas anders ausdrücken“) bezeichnet man die Darstellung einer Sache oder eines Geschehnisses als in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu einer anderen Sache oder einem Geschehnis stehend.

Allegorie in der Kunst

In der Kunst ist Allegorie die durchgeführte Personifikation abstrakter Begriffe: Religion, Liebe, Gerechtigkeit, Krieg, Friede, Frühling u. s. f. werden als lebendige Wesen handelnd und redend eingeführt. Wesentlich ist der Allegorie hier das Bewußtsein der bloß künstlerischen Personifikation ihres Gegenstandes; deswegen waren die alten Götter Griechenlands keine Allegorien, weil die Griechen an ihr wirkliches (nicht bloß künstlerisches) Dasein glaubten, sie wurden erst dazu mit dem Verfall dieses Glaubens. Die Allegorie gehört der reflektierenden Kunst an und entbehrt vermöge der nie ganz durchsichtigen Beziehung zwischen dem Begriff und seiner Personifikation der Allgemeinverständlichkeit. Sie darf daher nur sparsam verwendet werden und tritt beherrschend nur in Perioden hervor, wo Grübelei die Stelle unmittelbaren Kunstgefühls einnimmt. Daß aber auch in ihr Bedeutendes geleistet werden kann, beweisen Dante, Schiller (die Huldigung der Künste) und andere. Zu unterscheiden ist von der Allegorie das Symbol.

Allegorische Auslegung in der Theologie

In der Theologie bezeichnet man als Allegorische Auslegung diejenige Auslegung der biblischen Schriften, die voraussetzt, daß der „Heilige Geist“, als deren eigentlicher Urheber, etwas anderes, Geistigeres, gedacht und angedeutet habe, als Worte und Form seiner Rede unmittelbar aussprechen. Man bediente sich dieser Methode hauptsächlich, um den Widerspruch der veränderten religiösen Überzeugung mit dem Wortlaut der heiligen Schriften auszugleichen. Besonders ausgebildet war sie auch schon bei den alexandrinischen Juden in den letzten zwei Jahrhunderten vor Christus, da die altgriechisch-philosophische Bildung den Vorstellungen des Alten Testaments widersprach, ohne daß dieses allerdings ihr Festhalten an diesem hätte ändern können.

Am weitesten hat sie Philo getrieben, indem er die Allegorische Auslegung auf das ganze alttestamentliche Zeremonialgesetz und auf einen großen Teil der alttestamentlichen Geschichtserzählungen erstreckte. Auch die jüdischen Theologenschulen Palästinas, besonders die Pharisäer, übten diese Methode, wenn auch in beschränkterem Maße, und von den Pharisäern hat sie Paulus erlernt, während der Verfasser des Briefs an die Hebräer deutlich die Alexandrinische Schule verrät. Von Philo kam die Allegorische Auslegung auch zu den alexandrinischen Theologen der christlichen Kirche (siehe auch Gnosis). Auch die Neuplatoniker wendeten sie sowohl auf die alten Mythen wie auf die Homerischen Gesänge an. Die mittelalterliche Theologie unterschied vier Arten der Allegorischen Auslegung: die mystische, die anagogische, die moralische (oder tropologische) und die typische, nach den Gegenständen, welche man in den Schriften angedeutet fand (Göttliches, Himmlisches, Innerliches und äußerlich Entferntes). Es ist klar, daß mit der Allegorischen Auslegung einer spitzfindigen Willkür Tür und Tor geöffnet sind.

Siehe auch