Artamanen

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Ein Artamane im Einsatz

Als Artamanen bezeichneten sich die Mitglieder des 1923 in München gegründeten „Bund Artam e. V.“; bei dem Verein handelte es sich um eine deutschnationale Jugendorganisation der deutschen Jugendbewegung.

Die Namensgebung bezog sich unmittelbar auf einen Aufruf von Willibald Hentschel, der in den „Blättern aus Niegard 2“ (1923) gefordert hatte:

„Eine ritterliche deutsche Kampfgemeinschaft auf deutscher Erde – ich nenne sie Artam.“

Vermutlich stützte sich die Namensgebung auf die althochdeutschen Wörter „art“ (Ackerbau) und „manen“ (Männer). Die Parole der Artamanen lautete:

„Gläubig dienen wir der Erde und dem großen Stirb und Werde.“

Hentschel leitete den Verein bis 1927, dann übernahm das NSDAP-Mitglied Hans Holfelder das Amt. Hauptsitz war Halle (Saale). Weitere führende Köpfe im Verein waren Bruno Tanzmann von der Deutschen Bauernhochschule, Wilhelm Kotzde-Kottenrodt, Gründer und Führer des Jugendbundes Adler und Falken, und August Georg Kenstler, Herausgeber der Zeitschrift „Blut und Boden“. 1927 gründete Georg Wilhelm Schiele die Gesellschaft der Freunde der Artamenbewegung und warb in finanzkräftigen Kreisen um Unterstützung.

Die Gruppe hatte zeitweise rund 2.000 Mitglieder. Sie vertrat eine völkische, agrarromantische Blut-und-Boden-Ideologie und propagierte einen freiwilligen Arbeitsdienst in der Landwirtschaft. Nach ihrem Selbstverständnis bedeutete „Artam“ „die Erneuerung aus den Urkräften des Volkstums, aus Blut, Boden, Sonne und Wahrheit“. Die Artamanen strebten an, in den deutschen Ostprovinzen in einer möglichst autarken Gemeinschaft zu leben, auf dem Lande und von bäuerlicher Tätigkeit. Die Gemeinschaft der Artamanen war seit 1927 hierarchisch nach dem Führerprinzip gegliedert. Nach ihrer Überzeugung würde sich das Schicksal Deutschlands nicht im Westen entscheiden, nicht an Rhein und Ruhr, sondern an der Weichsel und Memel.

Die Großgrundbesitzer im Osten bezahlten die Freiwilligen jedoch oftmals nicht, gaben ihnen schlechte Unterkünfte und behandelten sie auch schlecht. Deshalb ging der Bund Artam daran, die Einkünfte der Mitglieder bis auf ein kleines Taschengeld in eine gemeinsame Kasse einzuzahlen. Aus diesen Mitteln wurden Güter aufgekauft, die dann in einzelne Höfe zu durchschnittlich 15 Hektar aufgeteilt wurden.

Zu den Mitgliedern der Artamanen gehörten einige später prominente Nationalsozialisten, wie z. B. der spätere Reichsbauernführer Richard Walther Darré, der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

Nach der Auflösung und dem Verbot aller übrigen Organisationen der bündischen Jugend und der freien Jugendbewegung im Zuge der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten wurde der „Bund der Artamanen“ als einzige Ausnahme im Oktober 1934 korporativ in die Hitler-Jugend (HJ) übernommen und bildete später den Kern des Landdienstes der HJ.

In der Form von alternativen Geschichten bzw. in einer deutschen Science-Fiction wurden die völkischen Ideen von Artam durch Volkmar Weiss in dem Roman „Das Reich Artam“ wieder aufgegriffen.

Literatur

  • Stefan Brauckmann: Artamanen als völkisch-nationalistische Gruppierung innerhalb der deutschen Jugendbewegung 1924–1935, in: Jahrbuch des Archivs der deutschen Jugendbewegung, NF, Band 2/05, S. 176–196, Schwalbach [Wochenschau-Verlag] 2006, ISBN 978-3-89974310-4
  • Walter Dietrich: Artam Siedler, Siedlungen, Bauernhöfe – Versuch einer Dokumentation über die Siedlungsgebiete der Artamanen in den Jahren 1926–1945, Selbstverl., Witzenhausen 1982
  • Michael H. Kater: Die Artamanen – Völkische Jugend in der Weimarer Republik, Historische Zeitschrift 213 (1971), S. 577–638
  • Alwiß Rosenberg: Bäuerliche Siedlungsarbeit des Bundes Artam – Ein agrarpolitischer Versuch bündischer Jugend, in: Jahrbuch des Archivs der Deutschen Jugendbewegung, 9 (1977), S. 199–229
  • Peter Schmitz: Die Artamanen – Landarbeit und Siedlung bündischer Jugend 1920–1945, Bad Neustadt an der Saale 1985, ISBN 3-922923-36-4
Belletristik
  • Volkmar Weiss:
    • Der Clan aus Geld und Genen – Ein erster Bericht aus dem Reich Artam. Books on Demand (BoD), Norderstedt 2003, ISBN 3-8330-0253-0
    • Das Tausendjährige Reich Artam – Die alternative Geschichte 1941–2099, Verlag Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2011, ISBN 978-3-926370-45-7

Verweise

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