Deutsche Kolonial-Jugendverbände

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Mitglieder der Kolonial-Jugend schwören 1932 am Grab von Carl Peters, „nicht eher zu ruhen und zu rasten, bis wir unsere Kolonien wieder haben.“ Quelle: „Hannoverscher Kurier“, 23. September 1932.

Es gab zahlreiche koloniale Jugendverbände und Jugendgruppen (darunter zahlreiche koloniale Mädchengruppen von 1926 bis 1933) in Deutschland, insbesondere während der Weimarer Republik, zur Pflege des Kolonialgedankens in Bezug auf die verlorenen Schutzgebiete, aber auch zur Pflege der Verbundenheit mit dem teilweise vom Feind besetzten deutschen Osten.

Erläuterung

Armelaufnäher der Deutschen Kolonial-Jugend (DKJ)
Konteradmiral a. D. Friedrich Johannes Martin Lützow bei der Marine- und Kolonialjugend
Abzeichen der Kolonial-Jugend Afrika (KJA)
Abzeichen der Jugendgruppe des FDKG

Durch ihre Erziehung zur Geschlossenheit und Kameradschaft und dank des Einflusses ihrer Jugendführer konnte sich die weitgehend autarke deutsche Kolonialjugend gegen die völlige Vereinnahmung durch die übergeordneten „Erwachsenenverbände“ durchsetzen. Bereits 1919 wurde die „Pflege des kolonialen Gedanken in die Lehrpläne u. a. der preußischen Schulen übernommen und eine rege Werbetätigkeit der Deutschen Kolonialgesellschaft an den Hochschulen entfacht. Bis 1928 konnte über den über den DKG-Jugendausschuß ca. 10.000 jugendliche Mitglieder in 130 Gruppen organisiert werden, im Frühjahr 1930 waren es dann 160 Jugendgruppen mit 12.000 Mitgliedern.

Am 28. April 1933 vereinigten sich der Bund Deutscher Kolonialjugend, der Deutsche Kolonial-Pfadfinderbund und das Deutsche Kolonial-Jugendkops zum „Deutschen Kolonialsturm“, der sich als der sich als „Kampftrupp für die koloniale Idee“ verstand. Eine weitere Vereinigung mit dem „Jungkolonialen Ring“ scheiterte, ebenso wie die eigenständige koloniale Jugendbewegung. Größere Gruppen bildeten bis ca. 1935 weitgehend selbständige „koloniale Scharen“ in der Hitlerjugend, kleinere Gruppen mußten sich 1934 der allgemeinen HJ anschließen.

Liste (Auswahl)

Kolonialjugend

  • Bund Deutscher Kolonialjugend (BDKJ)
    • 1926 gründete sich aus den kolonialen Jugendgruppen der Bund der Kolonial-Pfadfinder und schloß sich dem Kolonialverein als Jugendorganisation an. Diese Pfadfinder nahmen ausschließlich Jungen auf, koloniale Jugendgruppen gab es aber weiterhin für Jungen und Mädchen. Gerade erst wurden die Gruppen umorganisiert, da gründete sich 1931 der Bund Deutscher Kolonialjugend. Dies war wieder einmal Anlaß einer Neustrukturierung. Er veranlaßte den Zusammenschluß der unterschiedlichen Jugendorganisationen und veränderte somit die Organisationsstruktur erneut. Es bildeten sich nun drei Obergruppen. Die „Jambolesegemeinschaft“, die Schulgruppen und im Gemeindebereich bestand die Gruppe „Kolonialsturm“ für Jungen und die „Hedwig von Wissmann-Jugend“ für Mädchen. So bestanden fortan die Gruppen bis sie um 1933 aufgelöst oder in Gruppen der Hitlerjugend umgewandelt wurden.
  • Deutsche Kolonial-Jugend (DKJ)
  • (Deutsche) Kolonial-Jugend (in) Afrika (KJA)
  • Jugendgruppe des Frauenbundes der DKG
    • Der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft (FDKG), welche 1907 von Offiziersehefrauen der südwestafrikanischen Schutztruppe, Unternehmern und hohen Beamten gegründet wurde, war ein Zweig der Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG). In Vereinen, Hilfskomitees, durch Reden, Vorträge und Zeitschriftenartikel bemühten sich vaterländische Frauen aus dem gehoben Bürgertum um die Erhaltung des Deutschtums in den ehemaligen Kolonien. Seine Jugendgruppe, insgesamt rund 2.500 Mitglieder, wurden in die Hitlerjugend eingegliedert, der FDKG ging offiziell in der Deutschen Frauenfront – bzw. dem deutschen Frauenwerk – auf. Trotz seiner Auflösung im Jahr 1936 sollten seine Arbeiten vorerst in der Abteilung IV (Abt. für kulturelle Aufgaben) des neu- bzw. wieder gegründeten Reichskolonialbundes (RKB) fortgesetzt werden, seine Vorsitzende sollte die Leiterin der Abteilung II des RKB (Abt. Schulung und Wissenschaft) werden.
  • Jungkoloniale Arbeitsgemeinschaft für deutsche Raumpolitik
    • Arbeitsgemeinschaft der erzkonservativen DKG seit 1930; In ihr sollten sich laut DKG-Generalsekretär Erich Duems die jugendlichen Teilverbände der Kolonialbewegung und der NSDAP kennenlernen und gemeinsame Aktivitäten diskutieren.[1]
  • Jungkolonialer Ring
    • Die DKG-Leitung versuchte im Herbst 1931, dem Verband angeschlossene verschiedene Gruppen der Kolonialpfadfinder zu einem „deutschen Kolonialsturm“ zusammenzuschließen und diesen wiederum mit den Jugendorganisationen des Veteranenverbands „Kolonialkriegerbund“ sowie des FDKG und dem Bund Deutscher Kolonialjugend zu einem „Jungkolonialen Ring“ unter dem Leiter Franz Xaver Ritter von Epp zusammenzuschließen. Der Ring sollte eine gemeinsame Front bilden, aber mancherorts bleib es bei der Rivalität.
  • Kolonial-Jugendscharen
    • Die mitgliederzahlenstarke Kolonial-Jugend-Abteilungen des Deutschen Kolonialkriegerbundes, zunächst seit Juli 1933 der HJ unterstellt, gingen organisatorisch, bis auf wenige Ausnahmen (Bremen, Siegen, München u. a.), im Sommer 1934 vollständig in die Hitler-Jugend auf.[2]

Kolonialpfadfinder (chronologisch)

Fahne (1935 bis 1939) des „Bundes Deutscher Pfadfinder Südwestafrikas“; Bereits 1926 formierte sich eine Gruppe Pfadfinder in Windhuk und Swakopmund, während 1924 Ansätze in Tsumeb zustande kamen. Im April 1928 fand das erste Landestreffen der deutschen Pfadfindergruppen in Omaruru (nordwestlich Okahandja) statt. Während dieses Treffens folgte die Gründung des „Deutschen Pfadfinderbundes von SWA“ unter der Schirmherrschaft des Herrn Erich von Schauroth (ehemals Hauptmann der deutschen Schutztruppe). Im Januar 1932 rief Frau Rust den Lüderitzbuchter Mädchenbund ins Leben, und im April organisierten die Jungen ihr zweite Landestreffen bei Okahandja. Die Pfadfinder waren eine patriotische Jugendbewegung nach Südwester-Tradition. Die Jugendlichen fühlten sich Südwestafrika (als Kolonie und Mandatsgebiet), aber auch dem Reich in der Ferne verpflichtet. Sie trugen khakifarbene Hemden mit Weißdornabzeichen auf dem Ärmel, ein Halstuch und den seitlich hochgekrempelten Hut aus grauem Filz mit schwarz-weiß-roter Kokarde. Ihre Fahne zeigte ein schwarzes Balkenkreuz auf weißem Grund mit Weißdorn und im linken oberen Feld die ehemalige Reichskriegsflagge des Kaiserreichs.
Deutsche Pfadfinder in Südwestafrika
  • Kolonial-Bund Deutscher Pfadfinder (KBDP)
    • Jugendorganisation des Deutschen Kolonialvereins, Gesellschaft für nationale Siedlungs- und Auslandspolitik e. V.; Seit 1919 setze sich die Deutsche Kolonialgesellschaft dafür ein, Jugendliche für das koloniale Gedankengut zu gewinnen. Als sich der „Kurmarkgau Deutscher Pfadfinder“ 1925 keinem Pfadfinderbund zugehörig fühlte, wandte er sich an die Jugendgruppe der Deutschen Kolonialgesellschaft, welche ihn an den Deutschen Kolonialverein weiter empfahl. Dieser nahm sie auf und gründete am 5. August 1926 den KBDP.
  • Bund Deutscher Kolonialpfadfinder (BDKP)
    • Der 1926 gegründete KBDP spaltete sich am 4. März 1928 in den BDKP unter der Führung Ernst Klingelhages und in den Kolonialbund Deutscher Pfadfinder (KDP) unter August Döring auf.
  • Deutscher Kolonial-Pfadfinderbund (DKPB)
    • Nachdem Erhard Pörschmann Anfang 1931 die Führung des KBDP übernommen hatte, näherten sich beide Bünde wieder aneinander an. Ende 1931 wurde auf Führertagungen am 12. Dezember in Braunschweig und am 13. Dezember in Leipzig der Zusammenschluß beschlossen. Klingelhage wurde Bundesführer des neu entstandenen DKPB, Pörschmann sein Stellvertreter. Auf seinem zweiten und letzten Bundeslager wurde der DKPB am 1. August 1933 geschlossen in die Hitler-Jugend überführt.

Kolonialpfadfindergruppen existierten im gesamten Reichsgebiet mit Schwerpunkten in Brandenburg, im Rheinland und in Sachsen. Außerhalb des Deutschen Reichs gab es – wie bei fast allen deutschen Pfadfinderbünden der Weimarer Republik – Gruppen in der Ostmark (Republik Österreich). Daneben entstanden Auslandsgruppen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul (Deutsch-Brasilianer), in Chile (Deutsch-Chilenen) und in Südwestafrika.

Südwestafrika und HJ-Landesjugendführer von Loßnitzer

In der Ausgabe vom Juni 1934 veröffentlichte die Windhuker Pfadfinder-Zeitschrift „Der Trommler“ (eine Publikation des NSDAP-Auslandsdiensts, die kostenlos verteilt wurde) folgende Nachricht von Hauptmann a. D. Erich von Loßnitzer, HJ-Landesjugendführer für Südwestafrika:

„Der neue Landesjugendführer für Südwestafrika hat am 3. Juni 1934 seinen Wohnsitz in Windhuk genommen. Das Büro findet man im alten Pfarrhaus, Postanschrift: Postfach 24, Telefon 663. Er beabsichtigt bis Mitte Juli von Windhuk aus die Führung der deutschen Jugend zu übernehmen und wird seinen Reiseplan durch das ganze Land am Tag der Deutschen Jugend mit seinen Unterführern besprechen. Also vorwärts mit allen Jungen und Mädchen der Hitler-Jugend zum großen Jugendtreffen und Eurem Führer entgegen! Heil Hitler!“

Vom 5. bis 8. Juli 1934 fand in Windhuk der „Tag der Deutschen Jugend“ statt, zu dem von Loßnitzer aufgerufen hatte. Am ersten Tag begrüßte er die aus allen Teilen Süd- und Südwestafrikas angereisten Jugendlichen. Am Abend des 6. Juli gab es einen Fackelzug durch die Stadt. Anschließend führte die NSDAP-Ortsgruppe Hanns Johsts Schauspiel „Schlageter“ auf, was bei den Jugendlichen eine erhebende Wirkung hatte, so daß sie das Horst-Wessel-Lied anstimmten. Am 8. Juli fand ein Aufmarsch durch Windhuk statt. Landesjugendführer von Loßnitzer führte den Umzug in HJ-Uniform mit Hakenkreuzarmbinde und HJ-Fahne an. Der Aufmarsch endete mit einem Bekenntnis zum nationalsozialistischen Deutschtum.

Erich von Loßnitzer wurde kurz darauf des Landes verwiesen und die Tätigkeit der NSDAP mit der Hitlerjugend sowie des Pfadfinderbund wurden durch den SWA-Administrator untersagt und durch eine Rechtsverordnung vom 29. Oktober 1934 (Notice No. 141 of 1934) der Unionsregierung verboten. Auch Uniformen, Abzeichen und Fahnen wurden verboten. Bei Verdacht mußten Pfadfinder mit Leibesvisitationen rechnen. Die Mandatsbehörden erklärten damit die NSDAP zur rechtswidrigen („unlawful“) Organisation, nachdem bereits 1933 durch die SWA-Legislative Assembly (Criminal Amendment Ordinance, No. 13 of 1933) jegliche NS-Betätigung der Deutschen in Südwestafrika verboten worden war.

1935 konnte mit Zustimmung der Behörden mit den „Deutschen Pfadfindern von Südwestafrika“ ein neuer Pfadfinderverband gegründet werden. Da der Begriff „Bund“ im Namen verboten wurde, kam die Namensänderung zustande. Das Höchstalter wurde auf 17 Jahre begrenzt. Es entstand auch ein Spielmannszug. Seine Mitglieder durften weiterhin den Südwester mit schwarz-weiß-roter Kokarde tragen, die Verbandsflagge war eine Variante der Reichskriegsflagge mit einem stilisierten Kameldorn an der Stelle des preußischen Adlers.

Nach kurzer Zeit umfaßte die Organisation 1.200 Jungen und Mädchen in dreizehn als „Horsten“ bezeichneten Ortsgruppen und einen Spielmannszug. 1937 wurde das „Südwesterlied“ von Heinz Anton Klein-Werner (1912–1981) für die Pfadfinder gedichtet, es ist bis heute die offizielle Hymne des Deutschen Pfadfinderbunds in Namibia. Ab 1938 wurde dann monatlich die Zeitschrift „Der Pfadfinder“ verbreitet. In der ersten Ausgabe hieß es unter anderem:

„Wir verdanken diese Neugründung nicht zuletzt dem Entgegenkommen und der Einsicht unserer Regierung im Mandatsgebiet Südwestafrika, die uns Vertrauen entgegenbringt dank unserer freundschaftlichen Beziehungen zu den Boy Scouts of South Africa und den Voortrekkers. Unsere Jugendbewegung betreibt keine Politik! Wir sind jetzt südafrikanische Untertanen, aber deutsch geboren und werden Deutsche bleiben.“

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Organisation erneut verboten. Erst in den sechziger Jahren konnte sich der „Deutsche Pfadfinderbund Südwestafrika“ wieder formieren. Nach der Unabhängigkeit Namibias von Südafrika 1990 hieß der Zusammenschluß „Deutscher Pfadfinderbund Namibia“. Der Bund pflegt intensiv das deutsche Erbe. Es wurde 1992 eine Gedenkfahrt zum Grab von Theodor Leutwein nach Freiburg organisiert und in Windhuk das Denkmal für Deutsches Erbe und Theodor Leutwein errichtet. 2003 verbot die neue Regierung eine Feier der deutschen Pfadfinder zum Gedenken an den Sieg der deutschen Schutztrppe im Hottentottenkrieg.

Erich von Loßnitzer

Karl Erich von Loßnitzer (Lebensrune.png 4. August 1886 in Riesa) war Offizier der Sächsischen Armee, war laut Rangliste 1911 als Leutnant in der 5. Kompanie/Schützen-(Füsilier-)Regiment „Prinz Georg“ (Königlich Sächsisches) Nr. 108, dann Oberleutnant der Schutztruppe. Am 9. Juli 1915 geriet er in Südafrika in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er am 28. Mai 1919 als Hauptmann mit Patent vom 5. Oktober 1916 aus dem Heer entlassen. Später war er auch SA-Sturmführer.

Nach seiner Ausweisung 1934 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde Ergänzungsoffizier der Wehrmacht als Major (E) mit Rangdienstalter (RDA) vom 1. August 1935 und am 1. April 1940 als Oberstleutnant (E). Am 1. Juli 1941 wurde er aktiver Oberstleutnant mit RDA vom 1. April 1940 und schließlich am 21. November 1941 Kommandeur des Infanterie-Regiments 187/87. Infanterie-Division. Als solcher ist er am 21. März 1942 an der Ostfront gefallen. Nachträglich wurde er zum Oberst mit RDA vom 1. März 1942 befördert.

Jambo (Zeitschrift)

„Jambo“ war ab 1924 eine Zeitschrift des Kolonialen Jugendausschusses (KJA), von der KORAG gegründet, die als „koloniale Monatsschrift der jungen Deutschen“ ab 1925 monatlich erschien. Die Zeitschrift enthielt Berichte aus den ehemaligen deutschen Kolonien, Abenteuergeschichten im Stil des Kolonialromans und Nachrichten aus dem Verbandsleben der deutschen kolonialen Jugendbewegung. Für die Herausgabe von Jambo erhielt der Koloniale Jugendausschuss eine Förderung der Abteilung für koloniale Angelegenheiten des Auswärtigen Amtes. Später unterstand sie der Deutschen Kolonialgesellschaft.[3] Die Zeitschrift erreichte im Jahr 1930 30.000 Leser. 1943 wurde „Jambo“ kriegsbedingt eingestellt.

Literatur

  • Robert Rüdiger Beer: Der Stand der Jugendbewegung und wir, in: „Grenzgau Ostland“ 4 (1927) 2, S. 68 f.
  • Willy Hain: Jahresrück- und Ausblick, in: „Der junge Ostmärker. Monatsschrift für die Ostmarkarbeit der deutschen Jugend. Mitteilungsblatt der Jungscharen im deutschen Ostbund“ (1932) 1, S. 1 f.
  • Winfried Speitkamp: Die Jugendarbeit der deutschen Kolonialbewegung in der Zwischenkriegszeit, in: „Historische Jugendforschung“ (N.F.) 2 (2005 [2006]), S. 69-83
  • Susanne Heyn: Kolonial bewegte Jugend – Beziehungsgeschichten zwischen Deutschland und Südwestafrika zur Zeit der Weimarer Republik, transcript Verlag, 2018

Fußnoten

  1. Im Juni 1933 wurde auch die „Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft“ (KORAG) in den „Reichskolonialbund“ (RKB) überführt. Dieser wiederum wurde dem in München ansässigen Kolonialpolitischen Amt (KPA) der NSDAP unterstellt, welches nur einen Monat zuvor gegründet worden war. Heinrich Schnee versuchte bei all diesen organisatorischen Maßnahmen, nach wie vor die Kolonialbewegung zu dominieren. Nach hinhaltendem Widerstand erfolgte die Auflösung der DKG und die Integration in den Reichskolonialbund schließlich im Sommer 1936. Ritter von Epp behielt die Leitung des ebenfalls reorganisierten RKB, der aber die Selbständigkeit gegenüber der Partei verloren hatte. Schnee zog sich dagegen verbittert vollständig aus der Leitung der Kolonialbewegung zurück. Sein ehemaliger Generalsekretär Erich Duems wechselte von Berlin nach München und leitete nun von dort aus die Presse- und Verlagsarbeit sowohl des KPA als auch des RKB, der schon 1938 über eine Million Mitglieder hatte.
  2. Von der Hauptversammlung des Kolonialkriegerbundes in Kiel, in: „Kolonial-Post – Amtliches Organ des Deutschen Kolonialkriegerbundes“, Jahrgang 1934, Nr. 7, 23. Juli 1934, Auflage 5300, S. 98
  3. Reiner Fenske: Imperiale Verbände im Deutschland der Zwischenkriegszeit im Vergleich. Die Beispiele des „Deutschen Ostbundes“ und der „Deutschen Kolonialgesellschaft“, Dissertation, S. 133