Johst, Hanns

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Hanns Johst im Profil
Johst, Hanns-Unterschrift.jpg

Han[n]s Johst (Lebensrune.png 8. Juli 1890 in Seerhausen bei Riesa; Todesrune.png 23. November 1978 in Ruhpolding) war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und nationalsozialistischer Kulturfunktionär. Er war seit 1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer (RSK).

Leben

Hanns Johst (1890–1978)
„Wir sind die Schrift der kommenden Zeit“
Mit diesen Worten leitet der Dichter Hanns Johst, der Präsident der Reichsschrifttumskammer, ein von 67 deutschen Dichtern handgeschriebenes Buch ein, das Reichsminister Dr. Goebbels bei der Eröffnung der Buchwoche in Weimar überreicht wurde.

Jugend, Studium und berufliche Anfänge

Hanns Johst wurde am 8. Juli 1890 in Seerhausen bei Dresden als Sohn eines Volkschullehrers geboren. Mit 25 Jahren heiratete er 1915, meldete sich aber im selben Jahr als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg. In den 1920er Jahren, den Wirren der Weimarer Republik, schrieb er seine ersten Dramen. Er war ein Meister der reinen, schönen, unverfälschten, mit großem Idealismus geschriebenen Sprache.

Nach seinem Abitur an der Humboldt-Universität in Leipzig arbeitete er als Pfleger in den Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Diese Arbeit bereitete ihm jedoch keine innere Genugtuung. Er studierte zunächst Medizin, dann in München, Wien und Berlin Philosophie und Kunstwissenschaft. Der Erste Weltkrieg hatte seine Ausbildung unterbrochen und zugleich seine Liebe zu Volk und Nation verstärkt.

Entwicklung als Bühnenautor und Dramatiker

Hans Johst - Deutschland.jpg

Seine ersten Werke „Der junge Mensch“ (1916) und „Der Einsame“ (1917) zeigten schon in den Anfängen den späteren Johst. 1921 entstand „Mutter“, ein Buch der Dankbarkeit gegenüber dem Opfergeist der deutschen Mutter. Zu Beginn der 1920er Jahre nahmen seine Werke seinen berühmten Stil an, er wurde zum bewußten Deutschen. Er nannte es „die völkische Sendung der Dichtkunst“. Der Begriff „Volk“ wurde zu einem Treuebekenntnis für ihn. Schon bald verband sich dem schriftstellerischen Schaffen Johsts eine politische Gesinnung für den aufkommenden Nationalsozialismus, den er für die beste politische Idee und Verwirklichung hielt. Er schloß sich mit Begeisterung der Bewegung an und wurde im Jahre 1929 Präsident der Kulturorganisation „Kampfbund für Deutsche Kultur“.

Werdegang im Nationalsozialismus

Der Präsident der Reichsschrifttumskammer Hanns Johst (mit dem Rücken zur Kamera) bei seiner Ansprache anläßlich des Großdeutschen Dichtertreffens am 12. Oktober 1942 in der Weimarhalle

Johsts Werke wurden mit der Zeit immer kämpferischer. Sein Drama „Schlageter“ von 1933 wurde zu einem Musterbeispiel des nationalsozialistischen, vaterlandstreuen, mit heißer Liebe zur Nation und zum deutschen Volk gestalteten Bühnenstücks. In diesem Stück bekam Albert Leo Schlageter einen Ehrenplatz, zumindest auf der Bühne. Die Uraufführung in Berlin wurde zu einem Erfolg ohnegleichen und endete mit tosendem Beifall und dem Horst-Wessel-Lied. Die Liebe zu einem echten deutschen Schriftgut beherrschte nun das Leben Hanns Johsts. Seine Werke „Ich glaube“ (bereits 1928) sowie die Bücher „Maske und Gesicht – Reise eines Nationalsozialisten von Deutschland nach Deutschland“ (1935) und „Meine Erde heißt Deutschland“ (1938) können als Großwerke dichterischer Schöpfung angesehen werden. Er leitete als Dichter und Dramaturg im wahrsten Sinne des Wortes das deutsche Volk zu neuen Ufern.

Im Jahre 1934 wurde Johst Vorsitzender der Union nationaler Schriftsteller und 1935 der Deutschen Akademie der Dichter. Aufgrund seiner Verdienste um das deutsche Schriftstellertum und zugleich um den Nationalsozialismus bekam er eine Reihe von Auszeichnungen. Auf dem 7. Reichsparteitag im September 1935 in Nürnberg bekam er als erster den NSDAP-Preis für Kunst und Wissenschaft. Im selben Jahr wurde er – als Höhepunkt seiner Karriere – zum Leiter und Präsidenten der Reichsschrifttumskammer ernannt. Er war nun auch der führende Schriftsteller des Deutschen Reiches. 1936 folgte der Liebesroman „Die Torheit einer Liebe“. In dem Roman „Mutter ohne Tod“ (1933) wurde eine schöne und treue Art der Mutterliebe übermittelt. Johst war nicht nur Schriftsteller und Schöpfer einer gewählten Sprache, er vermittelte den jungen Menschen auch Idealismus und ein gesundes Sendungsbewußtsein als Mensch und Staatsbürger („Hanns Johst spricht zu Dir“, 1942).

Auch als dramatischer Dichter machte Hanns Johst von sich reden. In „Ruf des Reiches“ (1940) wurde schriftstellerisch die Tat des deutschen Soldaten als ewigem Kämpfer für die Gerechtigkeit einer führenden Kulturnation in Worte gefaßt.

Als der Schöpfer der Reichsautobahn, Fritz Todt, 1942 bei einem Flugzeugunglück nahe der Wolfsschanze in Rastenburg, Ostpreußen, ums Leben kam, wurde Johst beauftragt, ein Requiem für ihn zu schreiben.

Nachkriegszeit

Nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde Johst von den Alliierten in ein KL deportiert, seine Werke wurden auf den Verbotsindex gesetzt. Neid, Mißgunst und Haß seiner Gegner begleiteten seinen restlichen Lebensweg. Zunächst wurde er „nur“ als Mitläufer eingestuft und im Juli 1949 zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Johst legte Berufung ein und wurde daraufhin als „Hauptschuldiger“ zu dreieinhalb Jahren Arbeitslager verurteilt. Zusätzlich verlor er die Hälfte seines Vermögens. Weiterhin wurde er mit einem zehnjährigen Publikationsverbot belegt, was für Johst einem Todesurteil gleichkam. Dennoch konnte Hanns Johst im Jahre 1955 „Gesegnete Vergänglichkeit“ veröffentlichen, in welchem er seinen völkischen Idealen treu blieb. Damit verfiel er endgültig offizieller Verfemung, denn eine VS-amerikanische Unkultur hatte zwischenzeitlich Einzug gehalten. Die letzten Jahre seines Lebensweges verbrachte er am Starnberger See in seiner geliebten Natur im bayerischen Ruhpolding, wo er am 23. November 1978 verstarb.

Hanns Johsts Bücher mit ihrer reinen und edlen Sprache wirken nach bis in die Gegenwart.

Preise und Ehrungen

Schriften

Romane, Erzählungen, Novellen

  • Der Anfang, 1917 (PDF-Datei)
  • Der Kreuzweg, 1921 (PDF-Datei)
  • Consuela, 1924
  • Consulea – Aus dem Tagebuch einer Spitzbergenfahrt, 1925
  • So gehen sie hin, 1930
  • Die Begegnung, 1930
  • Die Torheit einer Liebe, 1931
  • Ave Maria, 1932
  • Mutter ohne Tod – Die Begegnung, 1933
  • Maske und Gesicht, 1935
  • Gesegnete Vergänglichkeit, 1955

Dramen

Johst - Schlageter.jpg

Lyrik

  • Wegwärts, 1916 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Rolandsruf, 1918 (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Mutter, 1921 (PDF-Datei)
  • Lieder der Sehnsucht, 1924
  • Briefe und Gedichte von einer Reise durch Italien und durch die Wüste, 1926

Reden und Propagandaschriften

  • Dramatisches Schaffen, 1922
  • Wissen und Gewissen, 1924
  • Ich glaube! Bekenntnisse, 1928
  • Meine Erde heißt Deutschland, 1938
  • Ruf des Reiches, Echo des Volkes, 1940
  • Hanns Johst spricht zu dir (Sammelausgabe), 1942
  • Erzählungen, 1944

Drehbuch und künstlerische Oberleitung

Literatur