Schubert, Franz

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den Komponisten. Für weitere Bedeutungen siehe Franz Schubert (Auswahlseite)

Franz Peter Schubert (Lebensrune.png 31. Januar 1797 am Himmelpfortgrund, heute Teil des 9. Wiener Gemeindebezirks Alsergrund; Todesrune.png 19. November 1828 in Wien) war ein deutscher Komponist aus dem Erzherzogtum Österreich. Zum Zeitpunkt seines Todes war nach der Niederlegung der Reichskrone 1806 aus dem Erzherzogtum das Kaisertum Österreich im Deutschen Bund geworden.

Franz Schubert

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

Als Franz Schubert seine Symphonien und Lieder schuf, klangen der deutschen Musik wieder Töne entgegen, in denen ein österreichisches Herz Wärme und Tiefe, Wehmut und singende Freude, Träume und schwellende Sehnsucht aussprach. In Wien führte Schubert ein recht dürftiges Leben; doch ließ er durch das tägliche Grau sich seine Kunst nicht verdüstern. Volkston brachte sein Lied, von jedem erfühlbar, jeden in seine Schmeichelgewalt verstrickend. Man sang seine Weisen vor dem Tore am plätschernden Brunnen, man sang sie in den Sälen des hohen Adels, der Wanderbursch sang sie, wenn er am Straßenrand das Heidenröslein grüßte. In alle Herzen sang sich der Musikant hinein, der in der Seele die schwere, mitunter schmerzliche Süßigkeit aller Schöpfung erfahren hatte. Er hat sich kindlich der Welt geöffnet und wie ein Kind hat er dann auch sein Werk hingeschenkt. Sein Leben war nicht von himmelstürmendem Aufbegehren beherrscht. Auch sein erfülltestes Werk hat er dem Schicksal nicht abgetrotzt, daß er es zur Vollendung hinführen könne: die Siebente Symphonie, in der er die schmerzlich selige Lauterkeit seines Herzens tief und keusch enthüllte, ist unvollendet geblieben.[1]

Werke

Zeichnung von Jos. Kriehuber

Bühnenwerke

  • Der Spiegelritter (um 1811, D 11, nicht aufgeführt), Fragment, Singspiel, August von Kotzebue
  • Des Teufels Lustschloß (1813/14, D 84, Hans Otto Theater Potsdam 1978), Natürliche Zauberoper, nach Joseph-Marie Loaisel de Tréogate von August von Kotzebue
  • Der vierjährige Posten (1815, D 190, Hofoper Dresden 1896), Singspiel, Theodor Körner
  • Fernando (1815, D 220, nicht aufgeführt), Singspiel, Albert Stadler
  • Claudine von Villa Bella (1815, D 239, Wien 1913), Fragment, Singspiel, Johann Wolfgang Goethe
  • Die Freunde von Salamanka (1815, D 326, Stadttheater Halle 1928), Singspiel, Johann Mayrhofer
  • Die Bürgschaft (1816, D 435, konzertant: Wien 1908, szenisch: Universität Jena, 2005), Fragment, Oper, nach Friedrich Schillers Ballade Die Bürgschaft, Textdichter unbekannt
  • Adrast (1819/1820, D 137), Lyrische Tragödie Johann Mayrhofer
  • Die Zwillingsbrüder (1818/1820, D 647, Hofoper Wien, 1820), Posse mit Gesang, Georg von Hofmann
  • Die Zauberharfe (1820, D 644, Theater an der Wien 1820), Zauberspiel mit Musik Melodram, Textdichter unbekannt
  • Lazarus (Wien 1820, D 689, Stadttheater Essen 1928), Musikalisches Drama, August Hermann Niemeyer
  • Sakontala, Oper 3 Akte (1820, D 701, Fragment, zum 1. und 2. Akt nur Entwürfe), Johann Philipp Neumann nach Klidasa
  • Alfonso und Estrella (1821/22, D 732, Hoftheater Weimar 1854), Große heroisch-romantische Oper, Franz von Schober
  • Die Verschworenen (1823, D 787, Sadttheater Frankfurt am Main im Comoedienhaus am Roßmarkt 1861), Singspiel, Ignaz Franz Castelli
  • Fierrabras (1823, D 796, Großherzogliches Hoftheater Karlsruhe 1897), Heroisch-romantische Oper, Josef Kupelwieser
  • Rosamunde (1823, D 797, Theater an der Wien 1823), Großes romantisches Schauspiel, mit Chören, Musikbegleitung und Tänzen, Helmina von Chézy
  • Der Graf von Gleichen (1827/1828, D 918, Staatstheater Meiningen 1996), Romantische Oper, Eduard von Bauernfeld

Geistliche Musik

  • 6 lateinische Messen (darunter die große Es-Dur-Messe) sowie die Dutsche Messe
  • 2 Stabat mater
  • Kleinere Kirchenkompositionen (darunter ein großes Halleluja, eine achtstimmige Hymne für Männerchor mit Begleitung von Blasinstrumenten, das Tantum ergo für Vokalsolistenquartett, Chor und großes Orchester)

Lieder

Orchesterwerke

Sinfonien

12 Sinfonien (davon fünf unvollendet).

Die Zählung der Sinfonien hat sich mehrfach geändert und führt daher gelegentlich zu Verwirrung. Unstrittig sind die ersten 6 vollendeten Sinfonien. Eine gelegentlich als Nr. 7 gezählte Sinfonie, die sogenannte Gmunden-Gasteiner]], galt als verschollen. Nach heutiger Forschung ist aber erwiesen, dass sie identisch mit der Großen Sinfonie in C-Dur ist. Die sogenannte Unvollendete in h-Moll wurde früher als 8., jetzt als 7. bezeichnet. Die Große Sinfonie in C-Dur wurde ursprünglich als 7., später als 9. Sinfonie gezählt; nach heutiger Forschung zählt sie als seine 8. Um weniger Verwirrung zu stiften, werden die beiden Werke heute meist als Unvollendete (h-Moll) und Große (C-Dur) Symphonie bezeichnet.

Zu den Fragmenten sei bemerkt, dass sie von ihrem Umfang sehr unterschiedlich sind. Zwischenzeitlich wurden jedoch alle in einen aufführbaren Zustand gebracht und auf Schallplatte bzw. CD eingespielt.

Ouvertüren

  • 9 Ouvertüren (darunter die zu Zauberharfe/Rosamunde, Fierrabras und Alfonso und Estrella)

Sonstige Orchesterwerke

  • Orchesterstücke (Fragmente) D 71c und D 94a
  • Konzertstück („Concerto“) für Violine und Orchester D-Dur, D 345
  • Rondo für Violine und Streichorchester (Streichquartett) A-Dur, D 438
  • Polonaise für Violine und Orchester B-Dur, D 580

Kammermusik

  • Forellenquintett, für Klavier, Violine, Viola, Cello und Kontrabass (1819, Erstdruck: 1829).
  • Streichquintett C-Dur D 956 (op. posth. 163)
  • 12 (nach anderen 15) Streichquartette
  • 2 Klaviertrios und 2 Einzelsätze für Klaviertrio
  • 2 Streichtrios
  • 2 große Duos und 3 kleinere Duos für Klavier und Violine.
  • Oktett für Streicher und Bläser

Klaviermusik

  • 21 Sonaten, davon 12 vollendet, herausragend vor allem die letzten drei (Deutsch-Verzeichnis 958, 959 und 960)
  • Acht Impromptus in zwei Zyklen, D 899 und D 935, sechs Moments musicaux, „Fünf Klavierstücke”, D 459, und „Drei Klavierstücke”, D 946, sowie die pianistisch herausragende „Wanderer-Fantasie”, D 760
  • zahlreiche Werke für Klavier zu vier Händen (darunter z. B. die Fantasie f-Moll, D 940, sowie der berühmte „militärische Marsch”, D 733)
  • 13 Variationen über ein Thema von Anselm Hüttenbrenner in a-Moll, D 576
  • kleinere Stücke für Klavier Solo wie das Allegretto in C, D 915, oder der „Grazer Galopp”, D 925, und viele weitere, darunter etliche unvollendete Werke und Fragmente

Die erste Gesamtausgabe der Werke Schuberts erschien ab 1884 bei Breitkopf & Härtel.

Siehe auch

Verweise

Literatur

  • Richard Benz: Franz Schubert, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 419–433
  • Imre Ormay (Hg.): Sie irrten sich, Herr Kritiker. Gemeinschaftsausgabe der Verlage Corvina (Budapest) und VEB Deutscher Verlag für Musik (Leipzig), 4. Auflage 1969 [damals noch keine ISBN], S. 50-57

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden , 1937 Lehmanns-Verlag München