Ewers, Hanns Heinz

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Hanns Heinz Ewers (1871–1943)
Hanns Heinz Ewers’ Grab
Düsseldorf, Nordfriedhof
Inschrift des Grabsteins

Hanns Heinz Ewers (Lebensrune.png 3. November[1] 1871 in Düsseldorf; Todesrune.png 12. Juni 1943 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller und Regisseur.

Leben und Wirken

Ewers kam als Sohn des Kunstmalers Heinz Ewers und dessen Frau, der Übersetzerin Maria Ewers aus’m Werth, auf die Welt. Ewers besuchte in Düsseldorf das Gymnasium und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Berlin und Genf. 1914 befand er sich auf Weltreise und wurde für die gesamte Dauer des Ersten Weltkrieges in den VSA interniert. In der Zwischenkriegszeit galt er mit seinen schaurigen Horrorgeschichten als Begründer und führender Vertreter der Schwarzen Romantik. Der bereits vor dem Krieg erschienene Roman „Alraune“ (verfilmt 1928 und 1952) ist sein bekanntestes Werk: Ein künstlich erzeugtes Wesen „aus dem Samen eines Mörders“ und dem „Schoß einer Hure“ wird zum Schrecken der Mitwelt. In „Zauberlehrling“ steigerte er die Schilderung religiösen Wahns und erotischer Ausschweifung bis zum Exzeß. Er gilt als der Erfinder des Wortes „Kintopp“.

Ewers arbeitete auch als Übersetzer für Geschichten von Edgar Allen Poe. Weit vor 1933 trat er der NSDAP bei und veröffentlichte in der Weimarer Republik die deutsch-bejahenden Werke „Reiter in deutscher Nacht“ und „Horst Wessel“. 1934 folgte sein Werk „Stürmer – ein deutsches Schicksal“, 1941 „13 Gespenstergeschichten“ und 1943, seinem Todesjahr, „Die schönsten Hände der Welt“.

Gemäß offizieller Geschichtsschreibung galt er unter dem Nationalsozialismus als verfemter Autor. Tatsache ist aber, daß Ewers noch in Kürschners Deutscher Literaturkalender 1943 mit all seinen Werken gewürdigt wurde. Verboten wurden hingegen die Werke des 1943 verstorbenen Hanns Heinz Ewers 1945 erst durch die sogenannten „Befreier“.[2]

Werke (Auswahl)

Schriften

  • Fabelbuch (gemeinsam mit Theodor Etzel) Langen-Verlag München 1901 (PDF-Datei)
  • Singwald. Märchen. E. A. Seemann, Leipzig 1901
  • Hochnotpeinliche Geschichten. Seemann, Leipzig 1902
  • Die verkaufte Großmutter. Märchen, Seemann, Leipzig 1903
  • Billys Erdengang (mit Erich Mühsam). Eine Elephantengeschichte für artige Kinder. Märchen. Globus, 1904
  • Das Cabaret, Schuster & Loeffler, Berlin/Leipzig 1904
  • Edgar Allan Poe. Schuster & Löffler, Berlin/Leipzig 1905
  • Die Ginsterhexe und andere Sommermärchen. Illustriert von Paul Horst-Schulze. Schalscha-Ehrenfeld, Leipzig 1905
  • Gemeinsam mit Victor Hadwiger u. a.: Führer durch die moderne Literatur. 300 Würdigungen der hervorragendsten Schriftsteller unserer Zeit. Globus, 1906; korrigierter und kommentierter Neudruck: Revonnah, Hannover 2005, ISBN 3-934818-23-4
  • Das Grauen. Seltsame Geschichten. Erzählungen. G. Müller, München/Leipzig 1907 (PDF-Datei)
  • Mit meinen Augen… Fahrten durch die lateinische Welt. Konrad W. Mecklenburg vormals Richter’scher Verlag, Berlin 1908
  • Die Besessenen. Seltsame Geschichten. Erzählungen, Georg Müller, München/Leipzig 1908
  • Gemeinsam mit Hermann Bahr, Otto Julius Bierbaum, Otto Ernst, Herbert Eulenberg, Gustav Falke, Gabriele Reuter, Olga Wohlbrück, Ernst von Wolzogen u. a.: Der Roman der XII; Mecklenburg-Verlag Berlin 1909 (PDF-Datei)
  • Der Zauberlehrling oder Die Teufelsjäger. Roman. G. Müller, München/Leipzig 1909; Neuausgabe Alraune / Der Zauberlehrling. Area, Erftstadt 2005, ISBN 3-89996-505-1 (PDF-Datei)
  • Delphi. Drama in drei Akten. G. Müller, München/Leipzig 1909
  • Grotesken. G. Müller, München 1910
  • Die verkaufte Großmutter. Märchen. Moeser Nachf., Leipzig/Berlin 1910
  • Moganni Nameh. Gesammelte Gedichte. G. Müller, München/Leipzig 1910
  • Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens. Roman. G. Müller, München/Leipzig 1911; Neuausgabe Alraune / Der Zauberlehrling. Area, Erftstadt 2005, ISBN 3-89996-505-1 (PDF-Datei)
  • Gemeinsam mit Marc Henry: Joli Tambour! Das französische Volkslied. Neues Leben, Berlin 1911
  • Indien und ich. Mit 54 Fotos auf Tafeln. G. Müller, München/Leipzig 1911
  • Gemeinsam mit Marc Henry: Die toten Augen. Bühnendichtung (Oper). Musik (1912/13): Eugen d’Albert. UA 1916 (PDF-Datei)
  • Das Wundermädchen von Berlin. Drama in vier Akten. G. Müller, München 1913 (PDF-Datei)
  • Deutsche Kriegslieder. G. Müller, München/Leipzig 1915 (PDF-Datei)
  • Mein Begräbnis und andere seltsame Geschichten. Novellen. G. Müller, München/Leipzig 1917
  • Der gekreuzigte Tannhäuser. Erweiterte Ausgabe der Grotesken von 1910. G. Müller, München/Leipzig 1918
  • Das Mädchen von Shalott. Sechs Theaterstücke. (enthält: Das Mädchen von Shalott, Trecento, Delphi, Die toten Augen, Das Wundermädchen von Berlin und Der Weg zum Licht) G. Müller, München/Leipzig 1920 (PDF-Datei)
  • Vampir. Ein verwilderter Roman in Fetzen und Farben. Roman, G. Müller, München/Leipzig 1921 (auch Online-Ausgabe)
  • Die Herzen der Könige. Mit 6 Radierungen von Stefan Eggeler. Artur Wolf, Wien 1922. 500 Exemplare, in drei Ausgaben
  • Nachtmahr – seltsame Geschichten. Novellen, G. Müller, München/Leipzig 1922 (PDF-Datei)
  • Der Geisterseher. Nach Friedrich Schiller. G. Müller, München/Leipzig 1922
  • Ameisen; Roman. Verlag G. Müller München 1925
  • Die traurige Geschichte meiner Trockenlegung. Landsberg'sche Buchhandlung. Berlin 1927
  • Von sieben Meeren. Fahrten und Abenteuer. Sieben Stäbe, Berlin 1927
  • Fundvogel. Die Geschichte einer Wandlung. Roman. Sieben Stäbe, Berlin 1928
  • Reiter in deutscher Nacht. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart/Berlin 1931
  • Horst Wessel. Ein deutsches Schicksal. Cotta, Stuttgart/Berlin 1932
  • Stürmer! Ein deutsches Schicksal, Stuttgart 1934
  • 13 Gespenstergeschichten, Karl Siegiesmund 1941
  • Die schönsten Hände der Welt. Geschichten in der Sonne. Zinnen Verlag, München/Wien/Leipzig 1943

Filme

Drehbuch
  • 1913: Die Augen des Ole Brandis
  • 1913: Die Eisbraut
  • 1913: Ein Sommernachtstraum in unserer Zeit
  • 1913: Evinrude
  • 1913: Der Verführte
  • 1913: Die ideale Gattin
  • 1913: Der Student von Prag
  • 1914: Die Launen einer Weltdame
  • 1926: Der Student von Prag
  • 1933: Blutendes Deutschland [Neufassung]
  • 1933: Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929
Vorlage
  • 1916: Der unsichtbare Mensch
  • 1918: Alraune, die Henkerstochter, genannt die rote Hanne (lt. LAMP)
  • 1927: Alraune
  • 1930: Alraune
  • 1933: Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929
  • 1935: Der Student von Prag
  • 1952: Alraune
Darsteller
  • 1913: Evinrude
  • 1933: Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929
Deutsche Dialoge
  • 1933: Acciaio

Fußnoten

  1. Nach anderen Angaben am 3. Januar
  2. Prominente ohne MaskeDrittes Reich, FZ-Verlag, 1998, ISBN 3924309396