Filbinger, Hans

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Hans Filbinger

Hans Karl Filbinger (Lebensrune.png 15. September 1913 in Mannheim, damals Großherzogtum Baden; Todesrune.png 1. April 2007 in Freiburg-Günterstal) war ein deutscher Jurist und Politiker. 1951 wurde er Mitglied der BRD-Blockpartei CDU, war von 1971 bis 1979 deren Landesvorsitzender in Baden-Württemberg sowie von 1973 bis 1979 einer ihrer stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Von 1966 bis 1978 war er Ministerpräsident Baden-Württembergs, 1973/74 als solcher Bundesratspräsident.

Werdegang

Hans Karl Filbinger, kath., wurde 1913 in Mannheim als Sohn eines Bankangestellten geboren. Sein Vater Johannes stammte aus der Oberpfalz, seine Mutter Luise aus dem badischen Sasbach, wo die Großeltern einen Hof hatten. Bei ihnen verbrachte Filbinger auch einen Großteil seiner Kindheit und Jugend. 1968 wurde er von der Gemeinde Sasbach zum Ehrenbürger ernannt.

Nach dem Abitur 1933 in Mannheim studierte Hans Filbinger Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft an den Universitäten Freiburg (u. a. bei Walter Eucken), München und Paris. Mit der Dissertation „Die Schranken der Mehrheitsherrschaft im Aktien- und Konzernrecht“ promovierte er 1939 zum Dr. jur. Im Anschluß an das Studium arbeitete er an der Freiburger Universität als Assistent und später als Lehrbeauftragter. 1938/1939 hielt sich Filbinger als Referendar in Paris auf. 1940 folgte die Große Juristische Staatsprüfung.

Wirken

Während des Zweiten Weltkrieges Marinestabsrichter, war er auch an Todesurteilen gegen Deserteure beteiligt – kriegsrechtlich einwandfrei. Drei Wochen nach der Kapitulation der Wehrmacht verurteilte er als von den Briten zugelassener Kriegsrichter einen deutschen Soldaten zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung u. a. wegen des Entfernens des Hakenkreuzes vom Uniformrock (»Gesinnungsverfall«). Trotzdem brachte er es später als Ministerpräsident Baden-Württembergs (1966 bis 1978) fertig, junge Nationaldenkende als „Rechtsextremisten“ zu verunglimpfen. Als die linke Medienseilschaft seine Vergangenheit anprangerte, versuchte Filbinger sich auch noch als antinazistischer Widerstandskämpfer darzustellen. Es nutze ihm nichts – er wurde Opfer seiner eigenen Bewältigung. Von seinen CDU-Parteifreunden im Stich gelassen, trat er unter dem Druck der linksgerichten BRD-Systemmedien zurück, denen er wegen seines konservativ-antikommunistischen Kurses ein Dorn im Auge war. Ein anderer Widerstandskämpfer, Eugen Gerstenmaier, erläuterte 1984: »Wer Hitler an den Kragen wollte, durfte nicht auffallen.« Deshalb sei auch Filbinger nicht aufgefallen.

Ministerpräsident

1977 erließ der Landtag von Baden-Württemberg auf Betreiben der von Filbinger geführten Landesregierung ein neues Universitätsgesetz, in welchem unter anderem die Verfaßte Studentenschaft abgeschafft wurde. Filbinger gehörte nach der Schleyer-Entführung zum Großen Krisenstab der Bundesregierung. Später wurde bekannt, daß man in der RAF kurze Zeit erwogen hatte, ihn statt Schleyer zu entführen[1]. Im Anschluß an Günter Rohrmoser machte Filbinger im „Deutschen Herbst“ die geistigen Brandstifter für den RAF-Terror verantwortlich.[2] 1998 bekräftigte er, die Vertreter der Frankfurter Schule seien die „maßgebliche Antriebskraft“ der „Exzesse“ an bundesdeutschen Hochschulen gewesen, die ihrerseits eine „Sympathisantenszene“ für den RAF-Terror gebildet habe: Damit einher ging jene „Befreiung zur Sexualität“, deren Auswirkungen wir heute in der Lawine von Pornographie und Perversion erleben müssen.[3]

Filbinger war in Baden-Württemberg sehr populär. Baden-Württemberg galt in seiner Ära als Vorbild politischer und wirtschaftlicher Stabilität und „Musterländle“ der CDU.

Staatliche und akademische Ehrungen

  • Das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Großoffizier der Französischen Ehrenlegion
  • Grand Prix France-Allemagne
  • Verdienstorden der Republik Italien Großkreuz
  • Großkreuz Isabel la Católica (Spanien)
  • Großkreuz/Nationalorden Kreuz des Südens der föderativen Republik Brasilien
  • Orden der Republik Ägypten I. Klasse
  • Outstanding Civilian Service Award (VSA)
  • Ehrendoktor der Universität Ulm
  • Ehrendoktor des privaten College Oglethorpe University in Atlanta, Bundesstaat Georgia (USA)
  • Verleihung des Titels Professor durch das Land Baden-Württemberg

Werke

  • Die geschmähte Generation. Politische Erinnerungen. Die Wahrheit aus den Stasi-Akten. 3., erg. u. überarb. Aufl., Bechtle-Verlag, Esslingen u. a. 1994, ISBN 3-762805-23-7 (Autobiografie)
  • Hans Filbinger. Ein Mann in unserer Zeit (Herausgeber: Lothar Bossle), Universitas-Verlag, 1998, ISBN 3800410524
  • Entscheidung zur Freiheit, Busse-Seewald Verlag, 1982, ISBN 3512002137
  • Die Medien – das letzte Tabu der offenen Gesellschaft. Die Wirkung der Medien auf Politik und Kultur (mit Eugen Biser und Lothar Bossle), ISBN 3775811354

Zitat

  • „Was früher Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“

Verweise

Fußnoten

  1. Stefan Wisniewski: Wir waren so unheimlich konsequent... Ein Gespräch zur Geschichte der RAF. ID-Verlag, Berlin 1997 ISBN 3-89408-074-4 S. 29
  2. Martin Lüdke: '^'Die Eule der Minerva. Max Horkheimers „Gesammelte Schriften“ (ZEIT 1986)
  3. Hans Filbinger: Festvortrag auf der 7. Weikersheimer Hochschulwoche 1998