Rohrmoser, Günter

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Günter Rohrmoser (* 29. November 1927 in Bochum; † 15. September 2008 in Stuttgart) war ein konservativer Sozialphilosoph. Er zählt zur Ritter-Schule.

Leben

Günter Rohrmoser, ev., wurde 1927 in Bochum geboren. Er studierte von 1947 bis 1955 Philosophie, Theologie, Nationalökonomie, Geschichte und Germanistik in Münster und Tübingen. 1955 promovierte er in Münster mit einer Arbeit über Shakespeare zum Dr. phil. 1961 habilitierte sich Rohrmoser in Köln im Fachbereich Sozial- und Religionsphilosophie über den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel.

Wirken

1961 bis 1976 war Günter Rohrmoser Ordinarius für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Münster/Westf. bzw. Westfalen-Lippe/Abteilung Münster II sowie Honorarprofessor an der Universität Köln. Nachdem der Versuch der SPD, ihn als Professor auf den Kölner Lehrstuhl für Philosophie zu berufen am Widerstand der CDU gescheitert war, wechselte er im April 1976 als Ordinarius für Sozialphilosophie an die Universität Stuttgart-Hohenheim (fr. Landwirtschafts-Hochschule).

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Im Jahr 1976 wurde Prof. Dr. Rohrmoser als Ordinarius auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Sozialphilosophie an die Universität Hohenheim berufen – eine Berufung, die damals auch von politischen Diskussionen begleitet war und für die sich der damalige Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) stark gemacht hatte. Zusätzlich zu seiner Hohenheimer Lehrtätigkeit übernahm Prof. Dr. Rohrmoser noch eine Gastprofessur für Politische Philosophie an der Universität Stuttgart.

Seit seiner Habilitationsschrift gilt Prof. Dr. Rohrmoser als ein herausragender Hegel-Forscher von internationalem Renommee, der die Traditionen des deutschen Idealismus weiterführt. Besondere Resonanz fand und findet sein Werk in Russland (Akademie der Wissenschaften), in Ost- und Mitteleuropa und in China. Auch als politischer Philosoph entwickelte Prof. Dr. Rohrmoser ein internationales Renommee.

In den 70er Jahren setzte sich Prof. Dr. Rohrmoser in zahlreichen Vortragsveranstaltungen bis hin zu Fernsehauftritten kritisch mit der Frankfurter Schule um Jürgen Habermas, Theodor W. Adorno sowie Herbert Marcuse und mit dem Marxismus auseinander, was den Sozialphilosophen weit über die Fachwelt hinaus bekannt werden ließ. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: Das Elend der kritischen Theorie (1970), Der Ernstfall – Die Krise unserer liberalen Republik (1994), Deutschlands Tragödie: Der geistige Weg in den Nationalsozialismus (2002), Konservatives Denken im Kontext der Moderne (2006). Von der sozial-liberalen Bundesregierung wurde er daraufhin in die Bund-/Länder-Kommission zur Erforschung der geistigen Ursachen des Terrorismus berufen. 1980 war Prof. Dr. Rohrmoser Mitgründer und erster Vizepräsident des konservativen „Studienzentrums Weikersheim”.

Durch seine brillanten, völlig frei gehaltenen Vorlesungen hat er ein großes, zunehmend wachsendes Auditorium bis zuletzt an sich binden, für die Philosophie faszinieren und zum Denken anleiten können. Seinen Schülern galt er als fordernder Lehrer, der der Entfaltung eigener Forschungsinteressen freie Hand ließ und immer neu zu inspirieren wusste. Neben fachlicher Brillanz nennen seine Schüler vor allem seine hohe menschliche Integrität als besonders schätzenswert.

Der Universität Hohenheim blieb Prof. Dr. Rohrmoser auch über seine Emeritierung im Jahre 1996 verbunden, was unter anderem in seinen andauernden Vorlesungen Ausdruck fand, die er jeden Montag und Freitag im Hörsaal 1 der Universität abhielt. In Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen und langjährigen Tätigkeit überreichte ihm Rektor Prof. Dr. Hans-Peter Liebig als Vertreter der Universität Hohenheim anlässlich seines 80. Geburtstages auf einer privaten Feier eine Dankesurkunde. Weitere Ehrungen erhielt der engagierte Sozialphilosoph unter anderem durch das Bundesverdienstkreuz, die Akademie der Wissenschaften Russlands und die Akademie für Sozialwissenschaften Chinas.

Quelle: Nachruf von Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Liebig, Rektor

Ehrungen

  • 1997: Bundesverdienstkreuz am Bande (anlässlich des 70. Geburtstages)
  • 2007: Dankesurkunde der Universität Hohenheim für seine hervorragenden Leistungen und langjährige Tätigkeit

Stimmen über Rohrmoser

  • Wenn es einen Gegenspieler der ‚Kritischen Theorie’ gab, der ihr an philosophischer und ästhetischer Subtilität, an politischer, ja ideologischer Zielstrebigkeit und schließlich an Kenntnis ihrer geistigen Quellen in der posthegelianischen Gedankenbewegung das Wasser reichen konnte, dann war es Günter Rohrmoser.“ Aus dem Nachruf von Lorenz Jäger in der FAZ (17.9.2008)
  • Zu hoffen ist, (…) daß der Philosoph Günter Rohrmoser in seiner ganzen Tragweite noch erkennbar wird. In nichts anderem besteht sein letzter Wille! Dann wird sich noch deutlicher zeigen: Rohrmosers Werk gehört der Philosophia perennis an und dem nationalen Gedächtnis. Es ist kein Besitz bestimmter Kreise und Richtungen.Harald Seubert in seiner ausführlichen Würdigung des Philosophen Rohrmoser in der „Jungen Freiheit“ (19.9.2008)
  • Heute sind die prominenten Köpfe der Links- und der Rechtshegelianer nicht mehr groß voneinander entzweit. Jürgen Habermas und Hermann Lübbe duellieren nur mehr um die eigenen Verdienste bei der ‚Fundamentalliberalisierung’ des Landes. Dagegen wetterte Rohrmoser, der seit 1979 an der konservativen Kaderschmiede Universität Hohenheim lehrte, unermüdlich weiter gegen die ‚dekadente’ Republik und die ‚Diktatur des Relativismus’.“ Stephan Schlak in der „Süddeutschen Zeitung“ (18.9.2008)

Schriften

  • Das Elend der kritischen Theorie. Rombach, Freiburg 1970.
  • Die metaphysische Situation der Zeit. Seewald, Stuttgart 1975.
  • Zeitzeichen: Bilanz einer Ära. Seewald, Stuttgart 1977.
  • Krise der politischen Kultur. v. Hase & Koehler, 1983.
  • Geistige Wende warum. v. Hase & Koehler, 1984.
  • Der Ernstfall – Die Krise unserer liberalen Republik. Ullstein, 1994.
  • Emanzipation oder Freiheit. Propyläen, 1995.
  • Die Wiederkehr der Geschichte. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1995.
  • Landwirtschaft in der Ökologie- und Kulturkrise. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1996.
  • Wer interpretiert die Geschichte – Die Herausforderung der Wertedebatte. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1996.
  • Christliche Dekadenz in unserer Zeit – Plädoyer für die christliche Vernunft. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1996.
  • Geistiges Vakuum – Spätfolgen der Kulturrevolution. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1997. (aus dem Inhalt)
  • Der Ernstfall auch in Russland – Russische Philosophen diskutieren Günter Rohrmoser. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 1997.
  • Deutschlands Tragödie. Der geistige Weg in den Nationalsozialismus. München 2002.
  • Konservatives Denken im Kontext der Moderne. Gesellschaft für Kulturwissenschaft e. V., 2006.
  • Kulturrevolution in Deutschland. Philosophische Interpretationen der geistigen Situation unserer Zeit Resch, Gräfelfing, 2008. (Klappentext und Bestellmöglichkeit)

Verweise