Raspail, Jean

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Jean Raspail

Jean Raspail (Lebensrune.png 5. Juli 1925 in Chemillé-sur-Dême, Indre-et-Loire) ist ein französischer Schriftsteller.

Werk

Raspails literarisches Schaffen umspannt sieben Jahrzehnte und rund 40 Bücher. Er begann mit Reiseberichten über seine Expeditionen nach Südamerika. Dem folgten weitere Reisen unter anderem in den Nahen Osten, nach Japan, Hongkong, Afrika, die Karibik, die VSA und die Mongolei. Dabei zeigte er ein besonderes Interesse für aussterbende, vergessene und abgedrängte Völker, denen er vor allem in seinem Buch „La Hache des Steppes“ (Das Beil der Steppe, 1974) ein Denkmal setzte. 1958 erschien sein erster Roman „Le Vent de Pins“, der 1960 unter dem Titel „Miyamoto und die ehrenwerten Fremden“ ins Deutsche übertragen wurde. Weitere Übersetzungen: „Das Heerlager der Heiligen“ (1985, 2015), „Sie waren die ersten“ (1986), über „Tragödie und Ende der Feuerlandindianer“ und das „royalistische“ moderne Märchen „Sire“ (2005). Jean Raspail ist ein dezidierter Mann der Rechten. Welche Haltung er damit verbindet, kann man unter anderem in seinem berühmtesten Roman „Das Heerlager der Heiligen“ nachlesen. Im „Heerlager“ ist ein säkularisiertes Christentum bis hinauf zum Papst zu einem der Hauptschuldigen an der inneren Zermürbung und Aufweichung des Abendlandes geworden. Reduziert auf eine übersteigerte humanistische Ethik, propagiert es einen extremen Altruismus und Egalitarismus, der am Ende von kriecherischer Feigheit und geistiger Selbstkastration kaum mehr zu unterscheiden ist.

Jean Raspail: Die Republik verrät das Vaterland

„Was ich nicht begreifen kann, was mich in einen Abgrund betrübter Ratlosigkeit stürzt, ist die Frage, wie und warum so viele mit den Fakten vertraute Franzosen und so viele französische Politiker wissentlich, methodisch und auf geradezu zynische Weise die unausweichliche Opferung eines bestimmten Frankreichs (laßt uns an dieser Stelle auf das Adjektiv ‚ewig‘ verzichten, das so viele zarte Gemüter reizt) auf dem Altar eines überspitzten utopischen Humanismus vorantreiben. Ich stelle mir dieselbe Frage angesichts der allgegenwärtigen Organisationen, die bald für dieses, bald für jenes Recht streiten, all der Stiftungen, Denkfabriken und subventionierten Ämter, der Netzwerke aus Manipulatoren, die jedes Rädchen des Staates infiltriert haben (Bildung, Verwaltung, politische Parteien, Gewerkschaften etc.), der zahllosen Antragsteller, der korrekt gleichgeschalteten Medien und all dieser Vertreter der ‚Intelligenz‘, die Tag für Tag ungestraft ihr betäubendes Gift in den immer noch gesunden Körper der französischen Nation spritzen.“[1]

Prophet des Untergangs

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Textbeitrag von Alain de Benoist

Der Öffentlichkeit ist Jean Raspail vor allem als Autor des prophetischen Romans „Das Heerlager der Heiligen“ ein Begriff. 1973 erschienen, erzählt dieses erstaunliche Buch von der friedlichen Invasion Europas durch eine Millionen Einwanderer, die in Booten seine Küsten erreichen: Der Westen wird von der Einwanderungsflut aus der Dritten Welt regelrecht überschwemmt (siehe JF 12/06). Seither hat dieses Werk ständige Neuauflagen sowie Übersetzungen in zahlreiche Sprachen erfahren und seinem Verfasser einen Ruf als apokalyptischer Visionär eingebracht.

Raspail begann seine Laufbahn als Forschungsreisender, den die letzten Naturvölker begeisterten. 1949 fuhr er im Kanu über die Großen Seen zwischen den USA und Kanada. 1951/52 leitete er die Autorallye, die den gesamten amerikanischen Kontinent von Feuerland bis nach Alaska durchquerte. Zwei Jahre später begab er sich auf die Spuren der Inkas. Von diesen Reisen brachte er eine bedingungslose Liebe zu den Indianervölkern Nord- und Südamerikas mit, denen er auch mehrere Bücher widmete.

Weil er stets die Rechte der Indianer verteidigt habe, erläuterte Raspail später, sei es ihm ganz selbstverständlich erschienen, sich auch im eigenen Land auf die Seite der Einheimischen zu schlagen: „Jeder Mensch – und jede Nation – hat das heilige Recht, im Namen ihrer Zukunft und im Namen ihrer Vergangenheit ihre Differenzen und ihre Identität zu bewahren.“ Der jüngst verstorbene Schriftsteller Jean Mabire schrieb 1974: „Wenn er für die Salon-Progressiven nur Sarkasmus übrighat, legt Jean Raspail für die Brasserie-Neorassisten nichts als Verachtung an den Tag.“

Raspail, der 1925 in der Nähe von Tours geboren wurde, ist Verfasser von rund dreißig Romanen und Essays. 2001 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Prix Jean Giono ausgezeichnet, 2003 erhielt er den Großen Literaturpreis der Académie française. Vor allem ist er ein Nostalgiker. Er sehnt sich nach der Monarchie zurück. In seinem eben auf deutsch erschienenen Roman „Sire“ träumt er davon, das französische Königtum habe an geheimem Ort bis in unsere Gegenwart überlebt (siehe JF 8/06). Seine Helden sind zumeist Einzelgänger. „Alle meine Bücher erzählen nahezu dieselbe Geschichte: die Suche nach einem absolut unerfüllbaren Traum.“ So schildert er in „Ich, König von Patagonien“ das bemerkenswerte, historisch verbürgte Abenteuer des französischen Notars Antoine de Tounens (1825 bis 1878), der sich 1860 zum König der patagonischen Mapuche-Indianer krönen ließ. Von der chilenischen und argentinischen Obrigkeit verhaftet, dann des Landes verwiesen, ließ er seinen Traum dennoch niemals los.

Mittlerweile gesteht Raspail jedoch seine Verzweiflung ein: „Der Westen ist hohl. Er hat keine Seele mehr. Ob es um Nationen, um Rassen und Kulturen oder um das Individuum geht, es ist immer die Seele, die die entscheidenden Schlachten gewinnt. Bei uns vermag ich kaum noch etwas davon zu erkennen.“ Nach uns die Apokalypse?


Zitate

  • „Ich kann derzeit nicht erkennen, inwiefern die islamische Kultur unsere bereichern kann, ganz zu schweigen von Afrika, das eine riesige Unordnung ist.“[2]
  • „Die Menschen, ganz gleich aus welchen Gründen sie zu uns kommen, sind uns normalerweise fremd und haben eine ganz andere Lebensweise als unsere europäische. Es sind Menschen, die ihre eigene Sprache sprechen, in Gruppen kommen und ihre Lebensweise innerhalb unseres Landes oftmals beibehalten. Die Tatsache, daß sie es ablehnen, wahrhafte Franzosen oder Deutsche zu werden, wie es andere schon vor ihnen geworden sind, macht aus unseren Territorien ein Mosaik verschiedener Zivilisationen. Die Demographie wird jedoch zeigen, daß diese Gemeinschaften deutlich schneller wachsen als die unsrigen und es deshalb zu einer Veränderung kommt. Ein kultureller Wandel steht bevor. In dem Moment, in dem die Zugewanderten eine innere Macht sind, ist die Partie verloren. Selbst in demokratischer Hinsicht werden sie dann die Wahlen bestimmen und so nach und nach die Oberhand über uns erlangen. Die Veränderung wird sich etwa 2050 vollzogen haben.“[3][2]
  • „Indem wir all diese Menschen zu uns kommen lassen, begehen wir an unseren Kindern ein Verbrechen, denn wir gestalten ihnen das Leben schwer. Mit der Aufnahme der Einwanderer fördern wir die Multikultur.“[3]
  • „Unser Land ist entchristlicht. Allerdings: Die Menschen geben vor, keine Christen mehr zu sein, aber in ihrem tiefsten Innern sind sie es weiterhin.“[3]
  • „Nur wenn es unter den europäischen Staaten einen ‚Verräter‘ gäbe, der wagen würde, von der derzeitigen Politik abzuweichen, wäre es möglich [die Masseneinwanderung zu stoppen]. In manchen Fällen könnte man die Einwanderer zurückschicken, doch wird behauptet, eine derartig große Zahl – das wäre nicht möglich. Wir wissen aber, daß es nach dem Zweiten Weltkrieg riesige Transfers von Polen und Deutschen gab. Mit der Grenzveränderung wurden Millionen von Menschen transferiert und oftmals unter Bedingungen, die nicht immer gut waren. In der Vergangenheit hat Frankreich bereits eine Millionen Algerier aufgenommen, ein Beweis dafür, daß der Transfer einer Masse sehr wohl möglich ist. Man muß sich nur dazu entschließen.“[3]
  • „Ich denke nicht, daß wir uns gegenüber allen für immer verschließen würden, aber es wäre wichtig, militärische oder polizeiliche Kräfte zu haben. Man müßte Europäer von Außereuropäern trennen und anhand eines Reisepasses entscheiden, ob die Person ins Land darf oder nicht. Das ist nicht schwer. Das schwere und schreckliche Problem liegt vielmehr darin, daß Menschenmassen ankommen.“[3]
  • „Die Mehrheit hat die Liebe für ihr Vaterland vollständig verloren.“
  • „Es gilt als eine der Hauptaufgaben des Menschen, sich zu reproduzieren. Keine Kinder mehr zu bekommen, ist in gewisser Weise ein Egoismus im Hinblick auf die Zukunft der Menschheit. Es bedeutet schließlich die Auslöschung. Keine Kinder mehr zu bekommmen, meint keine Hoffnung mehr zu haben und schließlich die Hoffnung aufzugeben.“
  • „Ich glaube, daß, solange der demographische Wandel noch nicht vollzogen ist, die einzige Verteidigung im Grunde genommen drin besteht, Kinder zu bekommen.“[3]

Mitgliedschaften/Ämter

  • Generalkonsul von Patagonien
  • Mitglied der Société des Explorateurs Français

Auszeichnungen

  • 1981: Grand Prix du Roman de L’Académie française
  • 1986: Prix Chateaubriand
  • 1987: Prix du Livre-Inter
  • 1992: Grand Prix du roman de la ville de Paris
  • 1992: Prix Alfred de Vigny
  • 2009: Prix Wartburg de Littérature für sein Lebenswerk
  • Prix des Maisons de la Presse
  • Prix Prince Pierre de Monaco

Werke

  • 1952 Terre De Feu - Alaska
  • 1955 Terres Et Peuples Incas
  • 1958 Le Vent Des Pins
  • 1960 Terres Saintes Et Profanes
  • 1962 Les Veuves De Santiago
  • 1963 Hong-Kong, Chine En Sursis
  • 1966 Secouons Le Cocotier (Band 1)
  • 1970 Secouons Le Cocotier (Band 2)
  • 1970 Bienvenue Honorables Visiteurs
  • 1971 Le Tam-Tam De Jonathan
  • 1972 L’Armada De La Dernière Chance
  • 1973 Le Camp Des Saints
  • 1974 La Hache Des Steppes
  • 1975 Journal Peau Rouge
  • 1976 Le Jeu Du Roi
  • 1977 Boulevard Raspail
  • 1978 Les Peaux-Rouges Aujourd'hui
  • 1979 Septentrion
  • 1980 Bleu Caraïbe Et Citrons Verts
  • 1981 Moi, Antoine De Tounens, Roi De Patagonie
  • 1982 Les Hussards
  • 1984 Les Yeux D’Irène
  • 1985 Le Président
  • 1986 Qui Se Souvient Des Hommes...
  • 1988 L’Île Bleue
  • 1990 Pêcheurs De Lune
  • 1991 Sire
  • 1992 Vive Venise
  • 1993 Sept Cavaliers...
  • 1995 L’Anneau Du Pêcheur
  • 1998 Hurrah Zara
  • 2000 Le Roi Au-Delà De La Mer
  • 2001 Adiós, Tierra Del Fuego
  • 2002 Le Président (Neuausgabe)
  • 2002 Le Son Des Tambours Sur La Neige
  • 2003 Les Royaumes De Borée
  • 2005 En Canot Sur Les Chemins D'eau Du Roi

Deutsche Übersetzungen

Literatur

  • Georg Alois Oblinger: Die konservativen Utopien des Jean Raspail. In: Vobiscum (Juni 2006), S. 46 f.

Verweise

Fußnoten

  1. Jean Raspail: Das Vaterland wird von der Republik verraten, Sezession, 5. Juli 2010 (Das Original erschien am 17. Juni 2004 in „Le Figaro“.)
  2. 2,0 2,1 Jean Raspail: „Europa ist unfähig, seine Kultur zu verteidigen“, Junge Freiheit, 16. Oktober 2015
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Junge Freiheit, 43/15, S. 3