Gewerkschaft

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Gewerkschaften)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Gewerkschaft ist offiziell ein Interessenverband von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Geschichtliche Ursachen der Entstehung

Einführung

Aus der Not der Arbeiter entstand die Gewerkschaft. Umkämpft und missbraucht wie er, so waren auch seine Gewerkschaften umkämpft und umstritten; sie wurden oft politisch missbraucht. Des Arbeiters Instinkt einte sich hiergegen auf; immer wieder versuchte er auszubrechen aus der politischen Umklammerung. Dennoch wurde er zuletzt ihr Opfer, und damit wurden seine Gewerkschaften zu einem Instrument des politischen Klassenkampfes. Über den gesunden Sinn des Arbeiters siegte das politische Literatentum, der artfremde oder marxistische Intellektuelle, der bedenkenloser und gerissener war. Seit den Anfängen der Arbeiterbewegung, als der Jude Lassalle das ehrliche Streben deutscher Menschen nach Selbsthilfe auf berufsständischer Grundlage umfälschte und umbog ins Pollitisch- Demagogische, liegt dieser Zwiespalt des Wollens als Verhängnis über der Arbeiterschaft. Und so treffen wir in der Geschichte der Gewerkschaften neben dem ehrlichen und treuen Menschenschlag und Idealismus und Reinheit des Strebens, besonders in den letzten Jahrzehnten, den Typ des völlig entwurzelten und alles verneinenden, besessenen Klassenkämpfers, der der marxistischen Verhetzung restlos verfallen war. Zu keiner Zeit kam in der Gewerkschaftsgeschichte der Gedanke der Betriebsgemeinschaft auf. Die Gewerkschaftsbewegung entstand aus der Unerträglichkeit des wirtschaftlichen und sozialen Notstandes des Lohnarbeiters, als ein Versuch, diese Not zu mildern, unternommen von dem Arbeiter selbst. Ihre Anfänge reichen deshalb zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, als gleichlaufend mit der Entwicklung Deutschlands vom Agrarstaat zum Industriestaat der neue Stand der Besitzlosen sich bildete. In jenen Jahrzehnten begann im deutschen Volke eine tiefgehende wirtschaftliche und soziale Umschichtung. Die Besitzverhältnisse verschoben sich. Ein Teil des Bürgertums wurde besonders reich; ein anderer Teil verarmte und bildete mit dem verarmenden und entwurzelten Teil der landwirtschaftlichen Bevölkerung eine neue soziale Schicht, den „vierten" Stand. Mehrere Ursachen wirkten an diesem Strukturwandel des Volkes mit; neben der starken Bevölkerungszunahme war es vornehmlich die Änderung der wirtschaftlichen Betriebsformen infolge der Erfindung der Dampfmaschine.

Diese Umstände hätten jedoch nicht notwendigerweise zur Proletarisierung eines großen Volksteiles geführt. Die entscheidende Rolle dabei spielte eine neue Gesinnung, der auch in Deutschland zur Herrschaft gekommene Liberalismus. Staatspolitische Auswirkungen erbrachte der Liberalismus jedoch erst später, doch die fortschreitende Zeit der Reaktion gegen die Bestrebungen der Frontkämpfergeneration der Freiheitskriege, die Zeit der Herschafft der Bürokratie und der Polizeigewallt, war die beste Voraussetzung dafür, dass sich auf wirtschaftlichen und sozialem Gebiet die liberalistischen Grundsätze ungehemmt durchsetzen konnten. Es begann das Zeitalter der Selbstsucht und des schrankenlosen Egoismus. Die kapitalistische Gesinnung schuf den Typ des ausbeutenden und gewinnsüchtigen Unternehmers. Alles wurde zur „Ware", alles mit Geld messbar, für Geldlich und verkäuflich gemacht, auch die menschliche Arbeitskraft. Aus der liberalistischen Freihandelstheorie des Engländers Adam Smith (1723 bis 1790) und des englischen Juden David Ricardo (1772 — 1823, u. a. Schöpfer des so genannten „ehrenden Lohngesetzes", wonach sich der Arbeitston nicht über den notwendigen Unterhaltebedarf des Arbeiters erheben könne) entstand der „Weltmarkt": der internationale Waren, und Geldhandel, die internationale Austauschfähigkeit aller Vermögenswerte mit allen Möglichkeiten des Börsenspiels und der wilden Spekulation.

Internationaler Kapitalismus

Daraus aber entwickelte sich als neue Weltmacht der internationale Kapitalismus, der — kunstvoll getarnt — die Arbeitskraft der Völker Marktware machte und bedenkenlos ganze Völker dem Hunger preisgab, wenn er dafür an anderer Stelle verdiente. In dieses Weltwirtschaftsystem wurde Deutschland hineingestellt und eng mit ihm verflochten. Sein materieller Wohlstand wuchs, seine Industrie nahm einen gewaltigen Aufschwung, der Wert seines Gesamtaußenhandels betrug 1913 22 Milliarden; doch dieses Aufblühen seiner Wirtschaft berücksichtigte nicht den Verlust der deutschen Nahrungsfreiheit, das Versinken großer Volksteile, ungekannte und seelische Not und den Totalverlust eines erheblichen Teiles besten deutschen Erbgutes: über 6 Millionen schaffensfroher und Arbeitsgewohnter deutscher Menschen und deren Nachkommen verließen von 1821 bis 1932 Deutschland. Im Jahre 1820 lebten innerhalb der Grenzen des Reiches etwa 20 Millionen Menschen, davon rund 14 Millionen von der Landwirtschaft. Im Jahre 1932 lebten auf demselben Raum 66 Millionen, davon ebenfalls rund 14 Millionen von der Landwirtschaft. Das waren aber nicht mehr wie früher 70 Prozent, sondern nur noch 21 Prozent der Gesamtbevölkerung. Vor der Landflucht lebten drei Viertel des deutschen Volkes auf dem Lande und ein Viertel in der Stadt. Hundert Jahre später war es fast umgekehrt.

Erste Dampfmaschine

1822 wurde in der Berliner Königlichen Porzellan- Manufaktur die erste Dampfmaschine Deutschlands aufgestellt. 15 Jahre später zählte Preußen bereits 401 Dampfmaschinen mit 7.507 PS.

1846 waren es 1.193 Maschinen mit 22.176 PS
1900 20. 909 Maschinen mit 3.709.682 PS
1911 60. 182 Maschinen mit 6.069.164 PS

1835 wurde die bekannte erste Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet. 1845 betrug die Länge des Eisenbahnnetzes 2131 km.

1850: 5 822 km.
1870: 18 560 km.
1890: 41 818 km.
1910: 59 031 km.

Deutschlands Eisenverbrauch betrug pro Kopf der Bevölkerung im Jahre 1834 = 5,8 kg, 1870 = 38,0 kg und 1910 = 218,0 kg. An Kohlen wurden in Preußen gefördert: 1843 = etwa 3,1 Mill. Tonnen; 1900 = 100,9 Mill. Tonnen; 1907 = 143,77 Mill. Tonnen.

Erwerbstätige in Bergbau, und Baugewerbe zählte man 1882 = 6.306.465 1895 = 8.281.220; 1907 = 11.256.294. In der Maschinenindustrie allein stieg die Zahl der Beschäftigten von 1895 bis 1907 von 385.223 auf 907.048 Personen, bei Krupp in Essen von 704 Personen (1851) auf 16.000 Personen (1873).

In Klein-, Mittel- und Großbetrieben waren folgende Erwerbstätige beschäftigt:

Jahr Kleinbetriebe Mittelbetriebe Großbetriebe (1 — 5) (6 — 50) (51 u. mehr)
1882 3 270 404 1 109 128 1 554 000
1895 3 191 121 1 962 049 2 907 329
1907 3 200 282 2 714 664 4 938 927

Mit den Familienangehörigen zusammengenommen, zählten die gewerblichen Lohnarbeiter etwa 18,7 Millionen, das ist 30 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zweifellos hat dieser industrielle Aufschwung zu unserer Weltgeltung beigetragen, aber keinem Einsichtigen blieben die entsetzlichen Erscheinungen und Wunden verborgen, die dem sozialen Körper der Nation geschlagen werden.

Die soziale Lage des neuen vierten Standes

Die soziale Lage des neuen vierten Standes war trostlos. Die Fabrikarbeiter, ehemals jüngere Söhne oder Enkel von Bauern, Landarbeiter, selbstständige Handwerker oder Handwerksgesellen, alle waren jetzt gleichermaßen besitzlos und abhängig vom Unternehmertum, alle gleichermaßen der Unerbittlichkeit und Mitleidlosigkeit dessen geistigen Grundlagen dargestellten kapitalistischen Wirtschaftssystems ausgeliefert. Ihr einziger Besitzt war ihre Arbeitskraft. Die aber war Marktware geworden, Angebot und Nachfrage bestimmten ihren Preis. Immer aber war unter dem liberalistischen System das Angebot größer als die Nachfrage. So musste der Arbeiter Raubbau mit seiner Gesundheit treiben, um mit dem erzielbaren Lohn sein Leben fristen zu können. Sank aber die Nachfrage weiter, entsprach die „Konjunktur" nicht den Prositwünschen des Unternehmers, dann sah sich der Arbeiter mitleidlos auf die Straße gesetzt. Diese Unsicherheit seiner wirtschaftlichen Existenz lag als immerwährender Druck auf ihm und seiner Familie.

Arbeitsverhältnisse

Die Arbeitsverhältnisse, unter denen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und noch weit in dessen zweiten Hälfte hinein gearbeitet werden musste, waren gesundheits- und moralzerstörend. Damals gab es noch keine gewerbepolizeilichen Vorschriften für Gesundheitsschutz und Unfallverhütung in den Fabriken und dahinzielende private Initiativen erst recht nicht. Infolgedessen entstanden „Berufskrankheiten", die sich wie Seuchen verbreiteten und die Arbeiterschaft zermürbten und dezimierten. Kein Gesetz beschränkte die Dauer der Arbeitszeit. Eine Arbeitszeit von 16 Stunden am Tage war nichts Ungewöhnliches.

Die Löhne waren sehr niedrig und reichten gerade mal zum Überleben. Die Maschinen wurden gewartet und gepflegt, damit sie möglichst lange leistungsfähig blieben, denn ihre Anschaffung kostete Geld. Die menschliche Arbeitskraft dagegen war für den Unternehmer ohne Geldaufwand zu ersetzen, darum wurde sie brutal ausgebeutet und dabei kein Unterschied gemacht, ob Mann, Frau oder Kind. Die Kinderarbeit brachte der Liberalismus ebenfalls hervor. Im zartesten Alter stehende Kinder beiderlei Geschlechts wurden zur Fabrikarbeit angehalten und ihre Gesundheit und Moral dabei völlig zerstört. Ein Verbot von Nachtarbeit und Sonntagsarbeit gab es zunächst überhaupt nicht; 1839 wurde verboten, Kinder unter neun Jahren in Bergwerken und Fabriken zu beschäftigen und andere Jugendliche länger als zehn Stunden bei Tage arbeiten zu lassen. Bis 1870 etwa betrug die „Normalarbeitszeit" 12 Stunden, um dann langsam auf 11 und später auf 10 Stunden herabgedrückt zu werden. Doch wurden diese Zeiten sehr oft wesentlich überschritten. Jahrzehnte lang ging dieses Fronen, ohne dass der Unternehmer, der Staat oder die breite Öffentlichkeit es als ungewöhnlich empfand weiter. Seine soziale oder volkswirtschaftliche Einsicht hinderte den Raubbau an der Volkskraft, und es ist kennzeichnend, dass die ersten staatlichen Schutzmaßnahmen (1839) nicht dem sozialen Empfinden entsprangen, sondern von wehrpolitischen Erwägungen ausgelöst wurden. Rekrutierungskommissionen hatten die verheerenden Wirkungen der Fabrikarbeit, der Frauen- und Kinderarbeit auf die Wehrkraft des Volkes festgestellt.

Je mehr die Maschinen vervollkommnet wurden, umso schematischer und eintöniger wurde die Fabrikarbeit. Je mehr der Lohnarbeiter zum Teil der Maschine wurde, die er bediente, umso minderwertiger fühlte er sich, und sein Wertgefühl wurde weiter herabgedrückt durch das in den Fabriken herrschende Aufsichts- und Antreibersystem. An die Stelle des alten Meisters, dem ein patriarchalisches Verhältnis mit dem Arbeiter verband, waren die Vertreter des annehmen Kapitals getreten, die Direktoren und Personalchefs. Sie hatten keine menschliche Beziehung zu den Arbeitern, immer öfter nicht einmal zu dem Betrieb. Wirtschaftlich und kulturell verarmt, zu seelenloser Tätigkeit bei unerträglich langer Arbeitszeit und niedriger Entlohnung verurteilt, in unwürdigen Wohnungsverhältnissen lebend, und am Arbeitsplatz schwerster Gesundheitsgefährdung ausgesetzt, dazu politisch entrechtet, sah sich der Lohnarbeiter in jeglicher Beziehung auf der untersten Stufe der sozialen Ordnung.

Das wohlhabende und gesicherte Bürgertum, das Beamtentum und der Adel waren nur auf die Wahrung ihrer eigenen Rechte und die Förderung ihrer eigenen Interessen bedacht. Ohne jedes Verständnis für die tieferen Ursachen des Entstehens des neuen Standes sahen sie ihn und seine Not eine unabwendbare und unabänderliche Zeiterscheinung an, aus jener gottgewollten Ordnung der Dinge sich ergebend, die eben der Klasse des Arbeiters die Verpflichtung zum Dienen, den Besitzenden aber das Recht zum Herrschen zuwies. Aus dieser Einstellung glaubten sie in Übereinstimmung mit der Kirche ihrer „Pflicht zur christlichen Nächstenliebe" Genüge zu tun, wenn sie die allzu sichtbar in Erscheinung tretende Not gelegentlich linderten, dann aber durch betontes Almosengeben. Darin liegt die historische Schuld des deutschen Bürgertums, daß es vergaß, daß dieser neue Mensch, der Folge der Industrialisierung und des Liberalismus als Heimatloser, Besitzloser und Entrechteter schuldlos vor ihm stand, Blut von seinem Blut war. Es stieß ihn von sich, überließ ihn sich — und dem Juden.

Denn der Arbeiter musste sich gegen die immer größer werdende Verelendung wehren, wollte er nicht gänzlich zugrunde gehen. Das Bürgertum versagte sich ihm; an ihn heran aber drängte sich geschäftewitternd das jüdisch- politische Literatentum und andere fragwürdige Existenzen an. So wurde der Geist und die Selbsthilfe der heutigen Arbeiterschaft von zwei grundverschiedenen Kräften bestimmt, deren gegensätzliches Wesen am sinnfälligsten in den Namen Wilhelm Weitling und Karl Marx zum Ausdruck kommt. Immer steht neben dem ehrlichen und aufrichtigen Streben des unverbildeten deutschen Arbeiters, dessen Gefühl stärker war als die Schulung seines Geistes und der mit eisernem Fleiß in langen Nächten um Erkenntnisse und Wissen rang, der hasserfüllte und doch kalt rechnende, artfremde Intellektualismus.

Von den Anfängen der Gewerkschaften bis zum „Sozialistengesetz" (1878)

Aus den Kreisen ehemaliger Handwerksgesellen kamen die ersten Versuche eines berufsständischen Zusammenschlusses mit neuer Zielsetzung. Wilhelm Weitling kam aus diesem Kreise. Im März 1848 gründete der Buchdrucker Stephan Born in Berlin einen „Arbeiterklub" und berief für August des gleichen Jahres einen „Allgemeinen deutschen Arbeiterkongress". An diesem Kongress nahmen 40 Delegierte teil.

Arbeiterverbrüderung

Auf ihm wurde als künftige Zentralstelle die so genannte „Arbeiterverbrüderung“ gegründet, die als Forderung u. a. aufstellte: Verbot allzu starker Lehrlingshaltung, Zehnstundentag und Wegfall der Kinderarbeit. — Die „Arbeiterverbrüderung“ verbreitete sich schnell, auch süddeutsche Vereine schlossen sich ihr an, bis die Reaktion sämtliche Vereine am 13. Juli 1854 kurzerhand polizeilich auflöste. Neben dieser ersten größeren Organisation, der „Arbeiterverbrüderung", bestanden hier und dort Berufsverbände, so z. B. 1848 ein Bauarbeiterverein in Berlin mit über 3000 Mitgliedern, ein „Nationaler Buchdruckerverein“ in Mainz und eine „Assoziation der Zigarrenarbeiter Deutschlands“ (1849) in Sachsen. Aber auch diese Berufsverbände wurden bald durch die Behörden aufgelöst.

Die Arbeiterbildungsvereine sind nicht aus der Arbeiterschaft hervorgegangen, sondern als Anhängsel des vom liberalen Bürgertum 1859 gegründeten „Nationalvereins" entstanden. Diese Arbeiterbildungsvereine waren der Beitrag des Bürgertums zur Lösung der sozialen Fragen. Die Arbeiterbildungsvereine entglitten bald der liberalen Führung und wurden politische Debattierklubs zur Verbreitung vorwiegend marxistischer Ideen. Dieser Verein kam der Gedanke der reinen Berufsvereinigung, dessen natürliche Entwicklungslinie man vor Jahren jäh unterbrach, zum ersten Male mit den politischen Kräften in Berührung, und es begann das Ringen zwischen deutschem Arbeitergeist und landfremdem Intellektualismus um Geist und Form der Arbeiterbewegung. Die Arbeiterbildungsvereine wurden das Sprungbrett für die beiden ersten orthodoxen deutschen „Marxisten": Wilhelm Liebknecht und August Bebel.

Doch bevor diese beiden auf die Gewerkschaftsbewegung Einfluss gewannen, erhielt die Arbeiterbewegung von einer anderen Seite Auftrieb. Zwei Arbeiter, der Zigarrenmacher Fritzche und der Schuhmacher Vahlteich aus Leipzig, erkannten gefühlsmäßig, daß die Arbeiterbildungsvereine kein brauchbares Mittel für den Kampf um die Besserung des Loses der Arbeiterschaft seien. Sie suchten deshalb einen neuen Weg und gründeten ein Komitee zur Vorbereitung eines allgemeinen Arbeiterkongresses. Dieses Komitee trat an den Juden Ferdinand Lassalle heran, um dessen Ansichten zu hören. Der jüdische Intellektuelle bewies ihnen, daß die angestrebte wirtschaftliche Selbsthilfe, die beabsichtigte gewerkschaftliche Vereinigung unpraktisch und nur der ausschließlich politische Kampf natürlich sei.

Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein

So gelang es Lasalle, am 23. Mai 1863 den "'Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" zu gründen und sich für fünf Jahre zum unabsetzbaren Präsidenten mit diktatorische Vollmachten wählen zu lassen. Seine Gewerkschaftsfeindlichkeit aber wurde noch auf Jahre hinaus zu einer Quelle von Zerwürfnissen in der deutschen Arbeiterschaft. Nach einem Jahr Präsidentschaft starb Lassalle (geb. 1825, gest. 1864). Sein Nachfolger mit allen Vollmachten wurde Johann von Schweitzer, eine sehr fragwürdige Persönlichkeit aus Frankfurt am Main. Auch er führte den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" absolut politisch und gewerkschaftsfeindlich, ähnlich wie Bebel und Wilhelm Liebknecht gleichzeitig in den „Arbeiterbildungsvereinen" wirkten. Der Unterschied war nur, daß Schweitzers „Lasalleaner", die anderen beiden dagegen „Marxisten" waren und daß sie sich gegenseitig theoretischer Lehrsätze wegen auf Kosten der Arbeiterschaft erbittert bekämpften. Obwohl so die reine Politik mehr und mehr in den Vordergrund der Bestrebungen der Arbeiter gerückt wurde, entstanden allenthalben so genannte Zentralverbände.

Zentralverbände

Wir wissen von den Bestrebungen der Tabakarbeiter unter Fritzsche, die sich 1865 zu einem „Allgemeinen Deutschen Zigarrenarbeiterverein" zusammenschlossen, von Bemühungen lokaler Buchdruckervereine in Berlin, Leipzig und am Mittelrheingebiet zum Gesamtzusammenschluss, der auch 1866 in Leipzig beschlossen wurde, und schließlich schlossen sich 1867 die Schneider zum „Allgemeinen Deutschen Schneiderverein" und 1868 die Bäcker Berlins zum „Allgemeinen Deutschen Bäckerverein" zusammen.

Auch die Holzarbeiter bemühten sich um Vereinigung. Der Gedanke der Berufsvereinigung blieb trotz so vieler Fehlschläge und inneren Unzulänglichkeiten außerordentlich lebendig. Kraftvolle Willensströme des jungen Arbeiterstandes führten immer wieder zu Aufbauversuchen. Bald jedoch ereignete sich das Musterbeispiel heuchlerischer „Gewerkschaftsbejahung" zum Zwecke der Förderung politischer Interessen. Bebel und Liebknecht hatten es durch ihre unermüdliche Arbeit unter den Arbeiterbildungsvereinen zustande gebracht, daß sich große Teile von ihnen für die sozial, demokratische Sache erwärmten. Sie legten den auf dem Vereinstag der Arbeiterbildungsvereine am 5. September 1868 in Nürnberg versammelten Vertretern ein Programm vor, welches die Hinwendung zur sozialdemokratischen Idee, die Anerkennung der Grundsätze der I. Internationale und die Schaffung von Gewerkschaften empfahl.

Von dem Programm des ebengenannten Vereinstages erfuhr auch der Präsident des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins", Schweitzer. Um Liebknecht und Bebel mit den Gewerkschaftsgründungen zuvorzukommen, warf er seine eigenen und Lassalles gewerkschaftsfeindliche Grundsätze über Bord und berief gegen die Widerstände seines eigenen Vereins, der einen solchen Gesinnungswechsel nicht mitmachen wollte, noch für September 1868 einen „Arbeiterkongress zwecks Gründung von Gewerkschaften" nach Berlin ein. Dieser war außerordentlich stark besucht. 142 008 Arbeiter und Arbeiterinnen hatten aus 56 Gewerbezweigen 205 Vertreter entsandt. Nach einer stürmischen Auseinandersetzung, die damit endete, daß eine aus 12 Maschinenbauern bestehende liberale „Opposition", die unter Führung von Dr. Max Hirsch stand, ausgeschlossen wurde (dies war der Anlass zur Gründung der Hirsch- Dunckerschen Vereine), wurde sodann beschlossen, zentral geleitete „Arbeiterschaften" zu bilden, die es gemeinsame Spitze im „Arbeiterbund" hatten, dessen Präsident Schweitzer war. So entstanden zum ersten Mal in der Geschichte des Arbeiterstandes regelrechte, einheitlich zusammengefasste Gewerkschaften.

Neben ihnen bestand der „Allgemeine Deutsche Arbeiterverein" weiter. Er war gewissermaßen. der Generalstab des Arbeiterschaftsverbandes und hie Urform der parteipolitischen Beherrschung des Gewerkschaftsgedankens. Die geschickten Winkelzüge Schweitzers hatten die „Arbeiterschaften" vor den politischen Karren der Lassalleaner gespannt. Schweitzer war somit Bebel und Wilhelm Liebknecht zuvorgekommen, die erst vier eben später.

„Internationale Gewerksgenossenschaften"

Am 27. Oktober 1868 gründeten in Leipzig, die „Internationalen Gewerksgenossenschaften" konnten, die sie eindeutig auf die marxistische I. Internationale (Marx saß in London) festlegten. Jetzt standen sich zwei Gewerkschaftsgründungen gegenüber, deren Führer sich erbittert bekämpften, weil sie im Grunde ihres .Herzens gewerkschaftsfeindlich waren, und die sich, ungeachtet des Andersgerichteten Willens des deutschen Arbeiters, unter allen Umständen die Gewerkschaften sichern wollten, um sie als politische Waffe zu verwenden. 1869 gründeten Bebel und Liebknecht eine „Internationale Manufakturfabrik- und Handarbeiter Gewrerksgenossenschaft", eine sächsische „Geweksgenossenschaft der Berg- und Hüttenarbeiter" und einen „Internationalen Buchbinderverein". Schweitzers Vorsprung blieb jedoch. Aber eine innere Schwächung seines „Arbeiterschaftsverbandes" und seines „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" machte sich bald bemerkbar durch die immerwährenden Auseinandersetzungen über seinen Gesinnungswechsel. Diese Schwäche nutzen August Bebel und Wilhelm Liebknecht aus und beriefen einen Kongress nach Eisenach ein, auf dem im August 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet wurde. Sowohl die Arbeiterbildungsvereine" als auch ein Teil der Mitglieder des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" traten zu der neuen Bartetz über. Der Eisenacher Kongress empfahl die weitere Gründung von „Internationalen Gewerksgenossenschaften". Infolge der Missstimmung gegen Schweitzer neigten auch viele seiner „Arbeiterschaften" mag und mehr dieser „Eisenacher Richtung" zu. Eine Umschichtung kündigte sich an. Da versuchte Schweitzer, für sich zu retten, was nicht mehr tu retten war.

Ohne Rücksicht auf die gewerkschaftlichen Interessen der Arbeiter zerschlug er deren berufliche Gliederungen, die „Arbeiterschaften", die er selbst gegründet habe. Er versuchte, die Arbeiter ganz in die Gewalt seiner politischen Organisation, des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" zu bringen, indem er von den Mitgliedern des neuen „Allgemeinen Deutschen Arbeiterunterstützungsbundes" — in den er die „Arbeiterschaften" überführte — die ausdrückliche Anerkennung dessen politischer Richtlinien forderte. Doch alle Winkelzüge waren umsonst. Der Arbeiterunterstützungsbund ging ein, der Arbeiterverein verlor an Bedeutung; im März 1871 trat Schweitzer von allen Ämtern zurück. Der erste große Versuch, den deutschen Arbeiter auf berufsständischer Grundlage zentral zu organisieren, war an der Charakterlosigkeit derer gescheitert, die sich der deutsche Arbeiter als Führer wählte. Die Hoffnung der enttäuschten Arbeiter wendete sich wieder lokalen Einzelvereinen zu, oder aber der anderen Gewerkschaftsrichtung.

Auf diesem anderen Flügel der Gewerkschaften unternahm damals der Tischler Tork den Versuch, die „Internationalen Gewerksgenossenschaften" aus dem Streit der politischen Richtungen (Lassalleaner und Eisenacher) herauszulösen und ihre parteipolitische Neutralität durch Gründung einer Gewerkschaftsunion" zu sichern. Alle Kreise, die parteipolitisch dachten, sprachen sich natürlich gegen diesen Plan aus, die Gewerkschaften selbst aber waren unumwunden dafür! August Bebel bejahte scheinheilig den Plan, sicherte aber der Sozialdemokratisch Arbeiterpartei die politische Kontrolle des neuen Gewerkschaftsblattes. Gründung der Union gelang im Juni 1874 in Magdeburg. Sie wurde die oberste Spitze der „Internationalen Gewerksgenossenschaften" und damit die Vorläuferin der späteren ,,Generalkommission der deutschen Gewerkschaften". Inzwischen gewann der Gedanke einer Vereinigung zwischen Lassalleanern und Eisenacher, also zwischen den politischen Gebilden, Boden. 25. Mai 1875, auf dem Gothaer Kongreß, erfolgte ihr Zusammenschluß. Damit war der Marxismus in Deutschland politisch und organisatorisch geeinigt. Diesem Zusammenschluß folgte am 28. Mai in gefährlich enger Nachbarschaft mit dem Marxismus auch die Verschmelzung der beiden Gewerkschaftsgruppen.

Die geeinten Gewerkschaftsverbände entwickelten sich gut, bis alle weiteren Hoffnungen plötzlich zunichte wurden durch ein Ereignis, das die Gewerkschaften weder gewollt noch verschuldet hatten: die Mordversuche an dem alten Kaiser Wilhelm I. Das darauf folgende "Gesetz gegen die gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" vom 19. Oktober 1878 zerschlug auch die Gewerkschaften. Die „Sozialistenverfolgung" begann. Fast alle Verbände verfielen der Auflösung.

Vom Sozialistengesetz bis 1933

Nach 12 Jahren — 1890 — kam das Sozialistengesetz zu Fall. Die Arbeit, inzwischen heimlich und getarnt fortgeführt, konnte wieder offen und frei ausgenommen werden. Mit rund 121 000 Mitgliedern traten die Gewerkschaften in diesen neuen Zeitabschnitt, der ihnen bedeutsame Kämpfe und Entscheidungen brachte. Selbstbewusst und stark nahmen sie im Mai 1890 wegen der Aussperrung der Hamburger Arbeiter den Kampf gegen die Unternehmer auf. Aus den Notwendigkeiten dieses monatelangen harten Kampfes entstand ausgehend von der Initiative der Vertrauensmänner der Metallarbeitergewerkschaft — ein festerer organisatorischer Zusammenschluss der Einzelverbände, die „Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands". Damit war ein Organ der Gewerkschafts- Bewegung geschaffen, das für die Folge außerordentlich viel für die Ausbreitung der Verbände und die wirtschaftliche und kulturelle Besserstehung der Arbeiter getan hat. Aber je mehr sich ihre Bedeutung hob, um so mehr wurde sie auch zum Gegenstand des Reiches und des Misttrauens der Sozialdemokratischen Partei.

In der Wahl von 1892 hatte die demokratische Partei ihre Stimmenzahl beinahe verdoppelt, und dieser Erfolg blendete mehr als die zähe und stille Kleinarbeit der Gewerkschaften, obwohl er zu einem großen Teil gerade den Gewerkschaften zu danken war. In der Sozialdemokratischen Partei lehnte man auf Grund der marxistischen Entwicklungs- lehre die Gewerkschaften theoretisch ab. Man bezeichnete sie sogar als regelrechte Hindernisse zur Verwicklung des Endzieles, sie der ,,Verelendungstheorie" praktisch entgegenarbeiteten und dabei nicht Fortzuleugnende Erfolge hatten. Auf dem Kölner Parteitag der Sozialdemokratie 1893 platzten die Gegensätze wuchtig und für jedermann sichtbar aufeinander. Auf diesem Parteitag wurde das Urteil über die Gewerkschaften gesprochen. Es wurde eine Entschließung angenommen, die zwar, wie üblich, die Notwendigkeit der Gewerkschaften „anerkannte", aber den Parteigenossen ein absolut rückhaltloses eintreten für die Gewerkschaften verbot. Ein Antrag Legiens, den Parteigenossen den Eintritt in die Gewerkschaften zur Pflicht zu machen, wurde abgelehnt. Hiermit war klar und deutlich die Wurzel des geistigen Kampfes bloßgelegt. Es ging nicht mehr um kleinliche Führerstreitigkeiten, sondern um die Frage: Orthodoxie im Sinne des reinen Marxismus oder praktische Arbeit zur Überwindung der täglichen Not. Die Sozialdemokratie entschied sich eindeutig für das erstere, musste aber notgedrungen die Gewerkschaften in Kauf nehmen und versuchte deshalb weiter, die Verbände unter ihre Obhut zu bekommen und sie mit marxistischem Geist zu erfüllen.

Nach einer vorübergehenden Wirtschaftsdepression Anfang der neunziger Jahre setzte auch für die Gewerkschaften ein neuer Aufstieg ein. Die „Generalkommission" begann in zäher Arbeit schrittweise die innere Organisation zu befestigen und auszubauen. Man stellte besoldete Kräfte an und schuf sich Gewerkschaftshäuser. Die emsige Arbeit bleibt nicht ohne Eindruck auf die Außenwelt. Die Arbeiterschaft bekam neues Zutrauen und erklärte in zunehmendem Maß ihren Beitritt.

Von 237 094 Mitgliedern des Jahres 1892 stieg die Bewegung bis 1896 auf 329 230 Mitglieder und 51 Verbände. Die Gewerkschaften wuchsen langsam in das gesamte soziale Leben des damaligen Staates hinein, sie nahmen praktischen Anteil an der Lösung der strittigen Probleme des Tages und erzogen ihre Mitglieder nicht im Entferntesten zu dem aufsässigen Geist gegen Staat und Wirtschaft, wie es die blindwütige Sozialdemokratie tat.

Tarifverträge

Als die Gewerkschaften dazu übergingen, durch Tarifverträge mit den Unternehmern den Arbeitsfrieden für größere Zeiträume zu sichern und die Reibungsmöglichkeiten zu vermindern, wurde das Misstrauen der Sozialdemokratie stärker denn je.

Mitgliederbewegung

Die Mitgliederbewegung und die Geldlage erreichten vom 3. Gewerkschaftskongress (1899) bis bum 5. Kölner Kongress (1905) folgenden Stand:

Jahr Zentralverbände Mitglieder Einnahmen (RM) Ausgaben (RM) Vermögen
1899 55 580473 7687154 6450876 5577547
1900 58 680427 9454075 8088021 7745902
1901 57 677510 9722720 8967168 8798333
1902 60 733206 110977744 8967168 10253559
1903 63 887698 16419991 13724336 12973726
1904 63 1052108 20190630 17738756 16109903
1905 64 1344803 27812257 25024234 19635850

Damit war die Mitgliederzahl der Sozialdemokratie längst überflügelt. Im gleichen Maße, in dem die Gewerkschaften sich in der Richtung sachlicher und fruchtbringender Arbeit entwickelten, gewann in der Sozialdemokratie eine radikale Strömung die Oberhand. Der Konflikt zwischen beiden Organisationen trieb zum Höhepunkt. Die radikale Sozialdemokratie predigte neuerdings den von der Jüdin Rosa Luxemburg aus Rußland importierten Gedanken des politischen Massenstreiks und wollte den Gewerkschaften die alleinige Last für die Opfer der politischen Maifeier- Demonstrationen aufbürden. Selbstbewusst und fast einmütig beschloss daraufhin der Gewerkschaftskongress in Köln (1909): Der Kongress hält alle Versuche, durch die Propagierung des politischen Massenstreiks eine bestimmte Taktik festlegen zu wollen, für verwerflich; er empfiehlt der organisierten Arbeiterschaft, solchen Versuchen energisch entgegenzutreten." So entbrannte aus dem inneren Gegensatz die offene Fehde. Die Sozialdemokratie verstand es jedoch, die starken Regungen der Selbstherrlichkeit der Gewerkschaften bald zu unterdrücken. Auf dem Mannheimer Parteitag der Sozialdemokratie (1906) wurden die Gewerkschaftsführer zu einem „Abkommen" getrieben, dass wohl formell die Gleichberechtigung der Gewerkschaften anerkannte, aber in Wirklichkeit deren Gleichschaltung mit der Sozialdemokratie bedeutete. Immer seltener wurden die Akte, in denen sich einzelne Gewerkschaftsführer auflehnten gegen die Politisierung und gegen die Theoretiker des Marxismus, und immer zuverlässiger funktionierte das marxistische Strafgericht gegen die „Ketzer". So blieb es ohne nennenswerte Änderungen bis 1914. Als Abschluss dieses zweiten Geschichtsabschnittes der „freien" Gewerkschaftsbewegung diene folgende Übersicht der letzten neun Jahre, die ihren stetigen Aufstieg klar veranschaulicht:

Jahr Mitgliederstärke Einnahmen (RM) Ausgaben (RM) Überschuss (RM)
1906 1 689 709 41 602 939 36 963 413 25 312 634
1907 1 865 506 51 397 784 43 122 519 33 242 545
1908 1 831 731 48 544 396 42 057 516 40 839 791
1909 1 832 667 50 529 114 46 264 031 43 480 932
1910 2 017 298 64 372 190 57 926 566 52 575 505
1911 2 339 785 72 086 957 60 025 080 62 105 821
1912 2 553 162 80 375 597 61 238 421 80 833 168
1913 2 573 718 82 176 747 75 036 306 88 110 855
1914 2 075 759* 71 033 156 79 709 156 81 567 712
  • Mobilmachung

Die Gewerkschaften während des ersten Weltkrieges

Als das deutsche Volk 1914 zum Schicksalskampf aufgerufen wurde zum ersten Weltkrieg, erhärte die „Generalkommission" unverzüglich Bereitwilligkeit, die Gewerkschaften in den Dienst des Vaterlandes zu stellen. Es gab bei ihr kein Schwanken wie bei der Leitung der Sozialdemokratie, die erst drei Tage später unter dem Druck der aufgestandenen Station und nicht zuletzt durch die spontane Gewerkschaftsentscheidung ihre eigene Entscheidung traf. Auch während der ganzen Kriegsdauer standen die Gewerkschaften in enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden treu zu ihrem Volk. Sie waren an der marxistischen Zersetzung der und der Heimat unbeteiligt, im Gegenteil, die Zersetzungsarbeit der radikalen Marxisten richtete sich daher sogar gegen die Gewerkschaften. Der sozialdemokratische Jude Dr. Herzfeld gab 1917 die Losung heraus:

„Gegen die Gewerkschaftsinstanzen ist innerhalb her Gewerkschaften vorzugehen durch Gewinnung der Leitungen, ebenso gegen die sozialpatriotische Haltung der Gewerkschaftspresse", ferner „systematischer Kampf gegen die Politik der Gewerkschaftsinstanzen innerhalb der Gewerkschaften. Zu diesem Zwecke Organisierung der auf Seiten der Opposition stehenden Gewerkschaftsmitglieder und Schaffung eines speziellen Gewerkschaftsorgans".

Die „Generalkommission" ging zwar gegen solche Zersetzungsversuche vor, aber gleichwohl wohl besinnt hier ihre schwere geschichtliche Schuld, zwischen deutschen Gewerkschaften und dem internationalen Marxismus auch jetzt noch nicht den klaren Trennungsstrich gezogen zu haben. Das wäre der Augenblick gewesen, die Gewerkschaften wieder vom Marxismus zu befreien. Denn der Traum einer "Gewerkschafts- Internationale" war zerflattert, die Solidarität des internationalen Proletariats hatte sich als ein riesiger Schwindel herausgestellt. Als der Führer der deutschen freien Gewerkschaften, Carl Legien, der zugleich Sekretär des „Internationalen Gewerkschaftsbundes" war, im Oktober 1916 bei den ausländischen Genossen einen internationalen Kongress in Bern zwecks Friedensbemühungen vorschlug, lehnten die Franzosen und Engländer schroff ab.

Die Revolte vom 9. November 1918

Die Revolte vom 9. November 1918 leitete den einen weiteren unrühmlichsten Abschnitt der Gewerkschatftsgeschichte ein. An der Revolte selbst zwar nicht unmittelbar beteiligt, ketteten nach deren Gelingen die Gewerkschaften ihr eigenes Schicksal ganz an den Marxismus. Jetzt gab es bei ihren Führern keine Unterschiede in der Sinnung mehr, wie zu den Zeiten deJs .Kölner Kongresses; marxistischer Geist beherrschte Partei und Gewerkschaften in gleicher Weise, ausschließlich und allein bestimmte jetzt der Jude! Am 13. Februar 1919 bildete sich dass erste Reichskabinett der Republik. In ihm saßen zwei Gewerkschaftler, Wissel und Schmidt, neben fünf anderen Sozialdemokraten; an der Spitze stand Ebert. Somit besaßen Sozialdemokratie und Gewerkschaften damals die ausreichende Macht, die dem deutschen Arbeiter und dem deutschen Volke gemachten Versprechungen einzulösen oder wenigstens die Einlösung ernsthaft in Angriff zu nehmen. Die Bahn für die Verwirklichung der verworrenen Ideen der marxistischen Theoretiker war frei. Aber schon an der ersten Aufgabe und am ersten Versprechen versagten sie. Die Gewerkschaftsführer haben seit 1918 jede sozialdemokratische Politik unterstützt, gefördert und gebilligt. Sie folgten der Sozialdemokratie von der Unterzeichnung des Versailler Diktats über die Annahme des Londoner Ultimatums bis zu den Dawes- und Young- Gesetzen und der Unterstützung der Notverordnungspolitik Brünings. So wurden sie mitschuldig an der Versklavung und Verelendung des Volkes, die in erster Linie traf. –

Immer enger wurde das Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Sozialdemokratischer Partei. Eine Organisation benutzte die andere all Stütze in dem sich durch Mitgliederschwund ankündigenden Zerfall. Durch öffentliche Aufrufe und Hergabe von Wahlgeldern leisteten die Gewerkschaften der SPD Wahlhilfe. Den Gipfel aber erreichte dieser Missbrauch des deutschen Arbeiters und seiner Selbsthilfeorganisationen, als die Gewerkschaften in die "Eiserne Front", die die marxistische Kampforganisation Kampforganisation gegen den Nationalsozialismus, eingegliedert wurden. Der freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter selbst aber äußerte unmissverständlich seine Ansicht über die Gesinnungslosigkeit seiner Führer: Von 7 751 589 im Jahre 1922 sank die Mitgliederzahl auf 4134902 im Jahre 1931 und auf rund 3360000 im April 1933. —

Ruhmlos war das Ende der Gewerkschaften: Sie hatten sich dem Marxismus beschrieben und starben mit ihm! Am 2. Mai 1933 besetzte die NSDAP. ihre Verwaltungsstellen und stellte die Reste ihres Vermögens sicher. Sie hörten praktisch zu bestehen auf, als ihre Mitglieder in die Deutsche Arbeitsfront übergeführt wurden. —

Das Dritte Reich

Die ursprünglichen Gedanke aber, aus denen die Gewerkschaften einst entstanden waren, der Kampf des ehrlichen deutschen Arbeiters um Schuss seiner Arbeit, um Anerkennung seines Werkes und um seine soziale Ehre finden erst unter dem Nationalsozialismus ihre Erfüllung. In einem Umfange und in einer Art, die kein Gewerkschaftler je zu träumen gewagt, verwirklichte Adolf Hitler im Dritten Reich den Gedanken der sozialen Gerechtigkeit. Er entriss den Arbeiter der Proletarisierung, gab ihm seine Ehre und sein Vaterland wieder, aber er zwang ihn zu gleich, den Klassenkampfgedanken zu begraben und verpflichtete ihn für den Gedanken der Betriebsgemeinschaft, der Leistungsgemeinschaft und der Volksgemeinschaft. Der Nationalsozialismus überwand nicht nur den Klassenkampfgedanken, sondern neu gestaltend und neuschöpferisch brachte er dem Arbeiter eine Organisation, in welcher er mit allen anderen schaffenden Deutschen gemeinsam sozialpolitisch betreut wurde: die Deutsche Arbeitsfront.

Einfluss vom Geheimdienst der VSA

Die amerikanischen Gewerkschaften übernehmen eine entscheidende Rolle in der Deutschlandpolitik der VSA. Sie sollen die deutsche Arbeiterschaft kontrollieren, die nach Kriegsende zu 40 Prozent gewerkschaftlich organisiert ist – mit einem hohen Anteil von Kommunisten. Wieder ist es die CIA, die die Aktionen lenkt. CIA-Agenten gründen ein „Internationales Komitee für Freie Gewerkschaften“, das den Aufbau freier unabhängiger Gewerkschaften in Westeuropa fördern soll. Die amerikanischen Gewerkschaftsvertreter halten engen Kontakt zu verschiedenen Verlagshäusern, sponsern Veröffentlichungen und sind u.a. bei der Finanzierung einer Großdruckerei behilflich. So kommt es, dass wichtige außenpolitische Aktivitäten der USA nicht von der amerikanischen Regierung gelenkt werden. Der Einfluss der CIA reicht bis in die Spitzen der deutschen Politik. Neben der selbstverständlichen Unterstützung konservativen Politiker wird über die Gewerkschaften auch auf die SPD-Führung Einfluss ausgeübt.

Thomas Braden: „Ich weiß, dass Willy Brandt Geld von der CIA erhalten hat. Und überhaupt war es so. Benötigte irgendein deutscher Politiker mit demokratischen Absichten Hilfe und Unterstützung gegen die Kommunisten, hätte ihm die CIA geholfen.“ Soweit bekannt, haben deutsche Nachkriegspolitiker wie Willy Brandt aus der Annahme von CIA-Geldern keinen persönlichen Vorteil gezogen, sondern sie für Wahlkampagnen und Unterhalt des Parteiapparates verwandt. Auf jeden Fall aber hat die materielle Unterstützung die Verbindungen zu den USA gestärkt. Germany made in USA? Sicher, im Sinne einer erfolgreichen Demokratisierung. [1] (Siehe Schuman-Plan)

Siehe auch

Verweise

Fußnoten