Guttenberg, Karl-Theodor zu

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Der neugekürte BRD-Verteidigungsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg (links) am 19.11.2009 bei seinem ersten Appell im Pentagon mit VS-Kriegsminister Robert M. Gates

Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (Lebensrune.png 5. Dezember 1971 in München; weitere Vornamen: Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester; seit seiner Gymnasialzeit kurz genannt „KT“) ist ein deutscher Politiker der BRD-Blockpartei CSU. Er ist Bestandteil eines Netzwerks von Einflußagenten der Vereinigten Staaten von Amerika in der BRD und verwaltete vom 10. Februar 2009 bis zum 28. Oktober 2009 das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, vom 28. Oktober 2009 bis zu seinem Rücktritt am 1. März 2011 das Verteidigungsministerium. Zuvor war er von November 2008 bis Februar 2009 Generalsekretär der CSU gewesen.

Werdegang

Herkunft

Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jakob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, röm.-kath., wurde am 5. Dezember 1971 in München als Sohn des Dirigenten und Umweltaktivisten Enoch zu Guttenberg (Lebensrune.png 1946) und der Gräfin Christiane von Eltz (Lebensrune.png 1951) geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern im Jahre 1977 heiratete Guttenbergs Mutter Adolf Henkell von Ribbentrop, den Sohn von Joachim von Ribbentrop. Karl-Theodor zu Guttenberg und sein jüngerer Bruder Philipp-Franz (Lebensrune.png 1973) wuchsen nach der Scheidung der Eltern beim Vater auf. Guttenberg hat vier Stiefgeschwister aus den zweiten Ehen seiner Eltern.

Er entstammt einem 1158 erstmals urkundlich erwähnten fränkischen Adelsgeschlecht von Großgrundbesitzern aus Guttenberg (Kreis Kulmbach).[1] Sein Urgroßonkel Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg (1902-1945) war überzeugter Monarchist und hatte enge Kontakte zu den Gegnern des Nationalsozialismus im Kreisauer Kreis. Nach Stauffenbergs mißglücktem „Hitler-Attentat“ (20. Juli 1944) wurde er verhaftet und im April 1945 von der Gestapo hingerichtet. Guttenbergs gleichnamiger Großvater Karl Theodor von und zu Guttenberg (1921-1972) war in den 1960er Jahren ein profilierter CSU-Außenpolitiker im Bundestag und gehörte zu den Architekten der ersten Großen Koalition in der Bundesrepublik. Unter Kurt Georg Kiesinger amtierte er 1967-1969 als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeskanzleramt.[2]

Ausbildung

1991 legte Karl-Theodor zu Guttenberg das Abitur am Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim ab und leistete danach Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald (Unteroffizier der Reserve). Er studierte von 1992 bis 1999 an der Universität Bayreuth Rechtswissenschaft sowie ab 1993 Politikwissenschaft an der Münchner Hochschule für Politik. Er legte das Erste, nicht jedoch das Zweite juristische Staatsexamen ab. Während seines Studiums absolvierte er ein Praktikum bei der Sozietät Mayer Brown in Neu York.

2007 wurde er an der Universität Bayreuth mit der Note „summa cum laude“ zum Dr. jur. promoviert. Seine Doktorarbeit trug den Titel „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“.[2]

Erste Tätigkeiten

Guttenberg betätigte sich als Student und Doktorand in der familieneigenen Forstverwaltung sowie Vermögensverwaltung. Als Verwalter eines erheblichen Millionenvermögens, zu dem bis 2002 eine Beteiligung an der Rhön-Klinikum AG gehörte, war er von 1996 bis 2002 Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Klinikum AG. Er absolvierte ein Praktikum bei der Springer-Zeitung Die Welt.

Politischer Aufstieg

Guttenberg, Liebling der Medien.

Ab 2002 war Guttenberg für die CSU Mitglied des Bundestags. Von November 2008 bis Februar 2009 war Guttenberg Generalsekretär der CSU. Anschließend löste als er 15. Verteidigungsminister («IBuK» - «Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt») in der Geschichte der Bundesrepublik Franz Josef Jung (CDU) ab.

Guttenberg hatte während seiner Amtszeit vor allem eine gute Presse beim Axel Springer Konzern.[3] 2011 setzte er die allgemeine Wehrpflicht in der BRD außer Kraft und plante, die Bundeswehr für Ausländer zu öffnen.

Plagiatsaffäre und Rücktritt

Im Februar 2011 verbreiteten die BRD-Massenmedien, daß er in seiner Doktorarbeit wissenschaftliche Standards der Quellennennung ignoriert und seinen Lebenslauf mit so nicht getätigten Praktika verfälscht habe. Guttenbergs weitere politische Karriere wurde durch die Medienkampagne maßgeblich beeinflußt.

Seine wissenschaftlich wertlose Dissertation wurde vom Bayreuther Staatsrechtler Peter Häberle durchgewunken und mit höchstem Lob bedacht. Häberle hatte 2007 von Stoiber den Bayerischen Verdienstorden erhalten. Zu beachten ist, daß der neue Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth in den Jahren, als Guttenberg an der Dissertation arbeitete, von der Rhön-Klinikum AG knapp 750.000 Euro erhielt. Großaktionäre waren - die Guttenbergs.[4]

Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth erkannte Guttenberg schließlich am 23. Februar 2011 den Doktorgrad ab[5], was dann am 1. März 2011 zu seinem Rücktritt führte. Der Präsident der Universität, dem diese Entscheidung zugeschrieben wird, starb 2013 bei einem Verkehrsunfall.[6]

Am 1. März 2011 trat Guttenberg als Verteidigungsminister zurück. Er legte außerdem sein Bundestagsmandat nieder.

Guttenberg, der am 10. März 2011 trotz unehrenhaften Verhaltens, insbesondere seines zunächst vehement abgeleugneten Wissenschaftsbetrugs, mit höchsten militärischen Ehren – dem Großen Zapfenstreich – verabschiedet worden war,[7] fand im Januar 2013 für die Täuschung gegenüber der Universität bei Anfertigung der Doktorarbeit und sein Verhalten nach Bekanntwerden der Vorwürfe diese Worte:[8]

Schreibfeder.png

Aus einer Mischung aus Eitelkeit und Dummheit bin ich auf die Schnauze gefallen.

– Karl-Theodor zu Guttenberg (2013)

Weitere Karriere

Nach dem Ende der politischen Karriere in der Bundesregierung zog Guttenberg sich in den VSA auf eine gut dotierte Gefälligkeitsposition zurück:

beim Center for Strategie and International Studies (CSIS), einer politischen „Denkfabrik“ in Washington. Der mit Schimpf und Schande aus dem Amt geschiedene Plagiator wird dort als distinguished statesman („herausragender Staatsmann“) geführt. Direktor John Hamre bescheinigte dem CSU-Mann einen „kraftvollen und kreativen Intellekt“. Er verfüge über „eine geostrategische Sicht, die seinem Alter weit voraus ist.“ Er lobte „Karl-Theodors Energie, Enthusiasmus und tiefe Hingabe zur transatlantischen Partnerschaft“. Die Springer-Zeitungen, die Guttenberg in bemerkenswerter Weise die Treue halten, berichteten darüber hocherfreut.[9]

Karl-Theodor zu Guttenberg lebt seit der Plagiatsaffäre in den VSA und trat unter anderem als Berater der EU-Kommission in Fragen zur Weltnetz-Freiheit auf. Er arbeitet für das Unternehmen Ripple Labs[10] und wirbt für Weltnetz-Zahlungssysteme (Zahlungsmittel XRP, Cyberwährungen wie Bitcoin) – Zitat: „Das traditionelle Zahlungssystem ist antiquiert, teuer und ineffizient“.[11]

Positionen Guttenbergs

  • Guttenberg hielt eine Demokratie in Afghanistan nach westlichem (VS-Amerikanischem) Vorbild für nicht erreichbar: „Ich bin schon länger zu der Überzeugung gelangt, dass Afghanistan gerade wegen seiner Geschichte und seiner Prägung sich nicht als Vorzeige-Demokratie nach unseren Maßstäben eignet“.[12][13]

Positionen zu Guttenberg

  • Zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan: Der Opposition im Bundestag (von SPD, Grüne, Linke) warf Journalist Peter Scholl-Latour im Dezember 2009 vor, die Debatte um den Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster nahe Kundus zu verfälschen. Die SPD trage dafür genauso die Verantwortung. Schließlich habe sich der Vorfall noch zu Zeiten der Großen Koalition abgespielt. Der jetzige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sei dagegen nur aufgrund seiner Popularität, seines Ranges und seines Vermögens zur Zielscheibe politischer Intrigen und des Neids geworden.[14]

Netzwerke und Mitgliedschaften

Guttenberg ist Mitglied der Atlantik-Brücke, eines transatlantischen Netzwerks, aus dem politisches Personal der BRD rekrutiert wird, welches die Vorgaben und Interessen der Eliten der Vereinigten Staaten von Amerika über den Atlantik hinweg in BRD-Politik umsetzt. Weiterhin: Mitglied in der „Transatlantischen Initiative“. Vorsitz Deutsch-Britische Parlamentariergruppe im Bundestag (2005-2009); Erster Vorsitzender „focus-europa e. V.“; Vizepräsident Südosteuropa-Gesellschaft, München; Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Berlin

Außerdem: Kreistag Kulmbach (ab 2002), CSU-Kreisvorstand Kulmbach, Bezirksvorsitzender CSU Oberfranken (ab 12/2007), Ortsvorsitzender CSU Guttenberg (bis 12/2008), Leiter CSU-Fachausschuß Außenpolitik (bis 12/2008), Mitglied ZDF-Fernsehrat (bis 2/2009), Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP). Er ist Mitbegründer der Spitzberg Partners LLC, eine Unternehmensberatungs- und Investmentgesellschaft mit Sitz in Neuyork.

Privates

Guttenberg ist seit 2000 mit Stephanie, geborene Gräfin von Bismarck-Schönhausen, verheiratet. Er hat zwei Töchter (geboren 2001 und 2002). Seine Ehefrau und Kinder trugen während seiner politischen Karriere zu seiner sehr positiven Darstellung in der BRD-Presse bei.

Siehe auch

Literatur

  • Friederike Beck: Das Guttenberg-Dossier – Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten. zeitgeist Print & Online, 2011, ISBN 978-3943007008

Verweise

Texte

Karikaturen

Fußnoten

  1. Bis 1848 waren die Reichsfreiherren zu Guttenberg mit königlichem und kaiserlichem Privileg auch die höchsten Richter in ihrer Region — danach wurden sie zu Untertanen des bayerischen Kurfürsten.
  2. 2,0 2,1 Munzinger-Archiv GmbH, 2009
  3. vgl. BILD, 27. Februar 2011: Verteidigungsminister weiter unter Druck. Wie steht Guttenberg seine schwerste Schlacht durch?
  4. Thorsten Hinz: „Der transatlantische Klon“ in: Junge Freiheit, 43/11, 21. Oktober 2011, S. 16
  5. Universität Bayreuth erkennt Guttenberg den Doktortitel ab Universität Bayreuth (23. Februar 2011), abgerufen am 25. Januar 2013
  6. KVB-Opfer war Uni-Präsident Bormann, Kölner Stadt-Anzeiger 14. Januar 2013
  7. Guttenberg feierlich verabschiedet RP online, abgerufen am 25. Januar 2013
  8. Spät geläuterter Guttenberg: Ich war eitel und dumm Focus online, 23. Januar 2013
  9. Thorsten Hinz: „Der transatlantische Klon“ in: Junge Freiheit, 43/11, 21. Oktober 2011, S. 16
  10. Ripple Labs wurde 2012 in San Francisco gegründet. Das Unternehmen ist benannt nach dem gleichnamigen Protokoll, das die Grundlage eines verteilten Währungsnetzwerks bildet. Damit lassen sich neben dem eigenen internen Zahlungsmittel XRP auch beliebige andere Währungen handeln. Ziel des Unternehmens ist es, das Open-Source-Protokoll zu einem Devisenmarkt auszubauen. Gewinn soll allein über die Wertsteigerung der einbehaltenen XRP-Anteile erzielt werden. Neben Google und dem Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz zählt auch der Bitcoin Opportunity Fund zu den Investoren des Start-ups.
  11. 12. Juli 2014: Das „Start-up Ripple Labs“ hat Ex-Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg engagiert, um sich in finanzpolitischen Fragen beraten zu lassen. „Ich will Ripple Labs helfen, die regulatorischen Fallstricke zu umgehen“, sagte Guttenberg gegenüber der Wirtschaftswoche.
  12. Verteidigungsminister: Guttenberg glaubt nicht an Demokratie in Afghanistan, handelsblatt.com, 26. Dezember 2009
  13. Nanu, Afghanistan keine Demokratie nach westlichem Vorbild (26.12.09)
  14. Scholl-Latour kritisiert deutsche Afghanistanpolitik, jungefreiheit.de, 18. Dezember 2009