Kasachstan

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Казахстан
Kasachstan
Amtssprache Kasachisch (Nationalsprache),

Russisch (als zweite Amtssprache)

Hauptstadt Astana
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident Nursultan Nasarbajew
Regierungschef Premierminister Kärim Mässimow
Fläche 2.724.900 km²
Einwohnerzahl 17.994.200 (Stand 1. Mai 2017)
Bevölkerungsdichte 7 Einwohner pro km²
Währung Tenge (KZT)
Unabhängigkeit 16. Dezember 1991

(von der Sowjetunion)

Nationalhymne Menin Kasachstanym
Zeitzone UTC+5 und UTC+6
Kfz-Kennzeichen KZ
ISO 3166 KZ, KAZ, 398
Weltnetz-TLD .kz
Telefonvorwahl +7
Kasachstan.gif

Kasachstan ist ein multireligiöser Vielvölkerstaat, der bis 1991 Teil der Sowjetunion war. Die Kasachen sind das namensgebende Volk des Staates.

Zahlen

Kasachstan liegt zu 94,6 % in Zentralasien und zu 5,4 % in Europa. Das Land hat eine 7.000 Kilometer lange Grenze mit Rußland,[1] die allerdings nicht geographische und ethnische Grenzen abbildet, sondern von den Kommunisten zunächst 1920 willkürlich für die Kirgisisch Sowjetrepublik festgelegt wurde, die das heutige Kasachstan einschloß und aus der 1936 die Kasachische Unionsrepublik der Sowjetunion hervorging.[2] Die 17.737.000 Einwohner haben 2.724.900 km² Lebensraum zur Verfügung. Die Hauptstadt ist Astana und hat mehr als 600.000 Einwohner. Die größte Stadt ist Almaty mit mehr als 1.300.000 Einwohner. Almaty, das frühere Alma-Ata, war in Zeiten der Kasachischen Sozialistischen Sowjetrepublik (Kasachische SSR) und Anfangs des neuen Kasachstans die Hauptstadt des Landes. Die Amtssprachen dort sind Kasachisch (Staatssprache) und Russisch.

Ethnische Herkunft

In Kasachstan leben Angehörige von mehr als 50 ethnischen Gruppen mit jeweils mehr als 1.000 Angehörigen. Die größte Ethnie bilden mit 64 Prozent der Bevölkerung die Kasachen. Die größte Minderheit bilden mit rund 23 Prozent Russen. Es lebt außerdem eine Vielzahl von Angehörigen verschiedener Turkvölker, Kaukasier und anderer Volksgruppen in Kasachstan.

Die Angehörigen der Minderheit sind oftmals während der Herrschaftszeit Stalins durch Deportationen und Zwangsumsiedlungen nach Kasachstan gekommen.

Politik

Präsident Nursultan Nasarbajew

Regiert wird Kasachstan seit seiner Unabhängigkeit 1991 ununterbrochen vom 1940 geboren Nursultan Nasarbajew, der Anfang Mai 2015 durch ein Wahlergebnis von 97,7 % erneut für weitere fünf Jahre als Präsident „bestätigt“ wurde.[3]

Hintergrund

Aufgrund der im 19. Jahrhundert beginnenden russischen Vorherrschaft (→ Kolonialismus) und der Bolschewisierungspolitik im Zuge der Russischen Revolution versucht Kasachstan, trotz der engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit Rußland, seit seiner Unabhängigkeit 1991 einen verständlichen Abstand zu diesem zu wahren. Die politische Führung des Landes ist seit der Unabhängigkeit bemüht, ein ausgleichendes Geschichtsbild zu etablieren, das sowohl russische und sowjetische Ungerechtigkeiten und Verbrechen darstellt, als auch den zivilisatorischen Modernisierungprozeß, der infolge dieses Einflusses eintrat. Ferner wirkt die Staatsführung auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ausgleichend ein, wenn auch wenn kein grundsätzlicher Zweifel an der autoritären Führung besteht. Präsident Nasarbajew hält seine politischen Reden demonstrativ sowohl auf kasachisch als auch auf russisch, das als Verkehrssprache weiterhin von großer Bedeutung ist.[3]

Außenpolitik

Kasachstan verweigerte Rußland seine politische Unterstützung bei der Krim-Abstimmung der Vollversammlung der Vereinten Nationen (VN) im März 2014. Ebenfalls lehnte es das Land ab, die Einfuhrzölle für ukrainisch Produkte anzuheben, wie es Rußland als Reaktion auf die Ukraine-Krise gefordert hatte.[2]

Innenpolitik

Im Zuge der Ukraine-Krise erließ Kasachstan im April 2014 ein Gesetz, daß es ermöglicht separatistische Aufrufe mit bis zu zehn Jahren Haft zu bestrafen. Außerdem werden im Ausland gehostete Netzseiten von kasachischen Weltnetzdienstleistungsunternehmen blockiert, die sich kritisch zur Politik des kasachischen Präsidenten äußern und die die territoriale Integrität in Frage ziehen. Hintergrund dürften nicht ungerechtfertigte Befürchtungen der Regierung sein,daß Abspaltungsversuche der russischen Bevölkerung, die sich vor allem im Nordosten des Landes konzentriert und gut 20 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, auch in Kasachstan eintreten könnten.[4]

Wirtschaftspolitik

Die Wirtschaft Kasachstans ist stark mit der Rußlands verwachsen. Gemeinsam mit Rußland und Weißrußland vereinbarte Kasachstan die Gründung der „Eurasischen Wirtschaftsunion“,[1] die schließlich 2015 in Kraft trat.

Das Dorf Beynew in der kasachischen Steppe

Die Kasachendeutschen

Der Diktator und Massenmörder Josef Stalin war von einer Unzahl kindischer Ideen besessen. Diese hatten z. B. wie bei der flächendeckenden Besiedlung Sibiriens unzählige Todesopfer zur Folge.

Im Zuge des verlorenen Ersten Weltkrieges behandelte Stalin die in der Sowjetunion verbliebenen Deutschen als Untermenschen. Während die wehrhaften Wolgadeutschen sämtliche Menschenrechte verloren, durften die Deutschen in Kasachstan wenigstens noch Deutsch untereinander sprechen. Stalin zog in der restlichen Sowjetunion und in ganz Kasachstan die nicht anti-sowjetischen Deutschen zusammen, stellte sich vor die kasachische Steppe und sprach „Das macht ihr mir jetzt urbar!“.

Nahezu mittellos machten sich die Kasachendeutschen an die Arbeit und erfüllten ihre naturellen Zwangsabgaben an den sowjetischen Staat und konnten ihr eigenes Überleben sichern. Mehr gab der karge Steppenboden nicht her. Diesen Mehrertrag hätten die Kasachendeutschen sowieso nach Moskau abführen müssen. Als zusätzlicher Stolperstein erwies sich die sowjetische Zwangskollektivierung. In Kasachstan erschien die deutschsprachige KPdSU-Zeitung „Freundschaft“.

Als sich 1991 für die gemischtrassigen und reinen Kasachendeutschen die Möglichkeit bot in die BRD zu übersiedeln – die man für ein „Paradies“ hielt –, machten davon 1.915.000 Kasachendeutsche Gebrauch. Diese waren multisozial altdeutsch und sowjetisch geprägt und kamen mit der wertelosen Gesellschaft der BRD oftmals nicht zurecht und entdeckten ihr Heimatgefühl zu Kasachendeutschland wieder oder wurden kriminell. Von ehedem 2.100.000 Kasachendeutschen befinden sich heute noch 185.000 zumeist alte Kasachendeutsche in Kasachstan.

Eisschnellaufbahn Medeo

Sonstiges

Kasachstan war ein großer militärischer Übungsplatz für die Warschauer Vertragsstaaten. Das hieß man fuhr in den Ostteil des Landes, schoß eine Langstreckenrakete vom Typ SS-20 oder SS-22 auf ein 2.000 km entferntes Übungsziel in eine abgesperrte westliche Zielregion des Landes, ließ sich das Kurzergebnis übermitteln und fuhr dann ins Zielgebiet um die angerichtete Wirkung zu betrachten.

In Kasachstan leben 18.492 Juden, die sechs Synagogen zur Auswahl haben.

Die Stadt Almaty beherbergt im Stadtteil Medeo die mit 2.000 Meter Höhe am höchsten gelegene Eisschnellaufbahn der Erde. Bis die DDR die Unterdruckkammer erfand war Medeo das heißbegehrte Ziel der Leistungssportler aus dem sozialistischen Lager.

Verweis

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Junge Freiheit, 27/14, S. 8
  2. 2,0 2,1 Junge Freiheit, 2/15, S. 8
  3. 3,0 3,1 Junge Freiheit, 20/15, S. 9
  4. Ethnische Zwietracht unter Kontrolle, FAZ, 25. April 2015