Kurland

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Karte von Kurland um 1740

Das Kurland ist ein Gebiet in Lettland. Kurland im Baltenland umfaßt eine Fläche von 13.628,28 km². Das Gebiet ist mit Ausnahme der hügeligen Gegend um Talsi (Talsen) in der Kurländischen Schweiz relativ flach. Hauptfluß ist die Venta (Windau). Nach Kurland benannt war auch die Heeresgruppe „Kurland“.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kurland und Livland

Die Kuren hatten zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert gemeinsam mit den Preußen die führende Rolle unter den baltischen Stämmen inne. Das Volk der Kuren besiedelte ursprünglich die gesamte Kurische Nehrung, Teile des Festlandes am Kurischen Haff und im Memelland. Bereits Mitte des 7. Jahrhunderts wurde Kurland auch von Wikingern besiedelt. Nordische Sagas schildern die Taten der Könige Ivar Vidfamne und Harald Hildetand aus dem Geschlecht der Skjödungar.

Nach der Eroberung der Region durch den Livländischen Orden und den Deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert gingen die Südkuren in den Pruzzen oder Prußen, den späteren Ostpreußen, auf. Die nördlichen Bevölkerungsteile vermischten sich mit Litauern und Letten. Über Kurland zogen die Ritter des Deutschen Ordens bei ihrer Ostsiedlung bis weiter nach Livland, in das Gebiet des heutigen Estland, wo versprengte Heeresteile und deren dänische und estnische Verbündete im Jahre 1242 in der Schlacht auf dem Peipussee durch russische Truppen unter Alexander Newski geschlagen wurden.

Im Sinne der antideutschen politischen Korrektheit wird öfters behauptet, daß im Ersten Weltkrieg das Deutsche Reich das Kurland annektieren wollte, jedoch gibt es hierfür keinerlei Indizien.

Gouvernement Kurland

Das Gouvernement Kurland gehörte zu den drei vom baltendeutschen Adel und dessen Ritterschaft beherrschten Ostseegouvernements (mit Gouvernement Livland bzw. Riga und Gouvernement Estland) des Russischen Kaiserreiches im heutigen Lettland mit der Hauptstadt Mitau.

Schicksal in und nach den beiden Weltkriegen

Im Ersten Weltkrieg wurde Kurland 1915 von der deutschen Armee besetzt. Als im November 1918 der Lettische Volksrat die unabhängige Republik Lettland ausrief, gehörte auch Kurland dazu. Nach Ausrufung einer Lettischen Räterepublik im Dezember 1918, stießen im Januar 1919 bolschewistische Truppen bis zum Fluß Venta in Kurland vor. Im März 1919 erfolgte eine Gegenoffensive von vereinigten deutschen und national-lettischen Truppen. Bis 1940 existierte dann die erste Republik Lettland.

Nach Einrichtung mehrerer Stützpunkte auch in Kurland bereits 1939 wurde ganz Lettland 1940 von der Roten Armee gewaltsam okkupiert. Die Sowjetregierung proklamierte (gegen den Protest der Botschafter der Westmächte) am 21. Juli die Errichtung der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik und ließ diese um Beitritt zur UdSSR bitten, der am 5. August 1940 erfolgte. Die deutsch-baltische Volksgruppe war bereits 1939 infolge des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes in die Gegend von Posen, in den sogenannten Warthegau, umgesiedelt worden, von wo sie, wenn sie nicht abgeschlachtet wurden, 1945 wieder vertrieben wurde.

Von 1941 bis 1944/45 war das lettische Territorium bis zur schrittweisen Rückeroberung durch die Rote Armee ab Sommer 1944 von deutschen Truppen besetzt und verwaltungstechnisch dem Reichskommissariat Ostland zugeordnet. Der ehemalige General Oskars Dankers bildete 1942 eine waffenbrüderliche Verwaltung, während der Kommunist und Terrorist Arturs Sprogis lettische Partisanenbanden und kriminelle Freischärler gegen Zivilbevölkerung und Lettische SS-Einheiten führte. Noch im Februar 1945 bildete die eingeschlossene frühere deutsche Heeresgruppe Nord, jetzt Heeresgruppe Kurland, eine „Republik Kurland“.

In sechs verlustreichen Kurlandschlachten von Oktober 1944 bis März 1945 wehrten die im „Kurland-Kessel“ eingeschlossenen Wehrmachtverbände, unterstützt von lettischen Einheiten, sowjetische Offensiven ab, und retteten somit Millionen deutschen Flüchtlinge das Leben.

Über die Häfen Windau und Libau liefen bis zum 9. Mai 1945 Evakuierungen von Vertriebenen, Flüchtlingen, Verwundeten und Heereseinheiten. Ein Teil der Heeresgruppe Kurland soll auch nach Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 zunächst noch erwogen haben, ihrerseits nicht zu kapitulieren, sondern sich als Freikorps nach Art der Baltikum-Freikorps von 1919 aufzustellen. Das Vorhaben konnte jedoch nicht ausgeführt werden. Etwa 200.000 Deutsche und Letten gingen am 10. Mai 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Krieg und Kriegsfolgen (Vertreibung und Massenmorde durch Bolschewisten) führten zu erheblichen Bevölkerungsverlusten auch in Kurland.

Erneute Bolschewistische Besetzung

Kurland gehörte bis 1991 zur Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Besonders eine forcierte Industrialisierung war mit der Ansiedlung vieler Angehöriger anderer Volksgruppen aus der UdSSR verbunden, unter denen die Russen dominierten.

Republik Lettland

Mit der Neukonstituierung der Republik Lettland wurde 1991 die Zugehörigkeit des Landes zum modernen Europa und 2004 zur Europäischen Union hergestellt.

Siehe auch

Literatur

Verweise

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