Baarová, Lída

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Lída Baarová

Lída Baarová, eigentlich Ludmilla Babkova (Lebensrune.png 7. September 1914 in Prag, Österreich-Ungarn; Todesrune.png 27. Oktober 2000 in Salzburg), war eine tschechische Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Ludmilla Babkova (ihren Künstlernamen, Lída Baarová, wählte sie nach dem tschechischen Schriftsteller Jindřich Šimon Baar, der mit der Familie befreundet war) war die Tochter eines Prager Magistratsbeamten. Sie besuchte ein Gymnasium und anschließend die dramatische Schule des Staatlichen Konservatoriums in Prag.

Erste Rollen spielte Baarová am Prager Nationaltheater. Der Film entdeckte sie bereits als Siebzehnjährige. In Filmlustspielen von Carl Lamac und Vladimir Slavinsky erntete sie ihre ersten Filmlorbeeren. Gute schauspielerische Leistungen bot sie insbesondere in den beiden sozialkritischen Literaturverfilmungen „Lidé na kre“ (1937; „Menschen auf der Eisscholle“) und „Panenstvi“ (1937; „Jungfernschaft“).

Bereits 1934 hatte sie einen Vertrag bei der UFA in Berlin erhalten[1] und gelangte schon mit ihrem ersten deutschen Film „Barcarole“ (1935) zu Starruhm, wurde allerdings in der Folge auf den Typ des exotischen Vamps festgelegt. Ihr Partner in „Barcarole“ wie auch in den Filmen „Ein Teufelskerl“ (1935) und „Die Stunde der Versuchung“ (1936) war Gustav Fröhlich, mit dem sie zeitweise auch privat liiert war.

Insgesamt folgten bis 1938 im Deutschen Reich neun Filmrollen, u. a. in „Patrioten“ (1937), „Die Fledermaus“ (1937), „Der Spieler“ (1938) und „Preußische Liebesgeschichte“ (1938). Umstände und Hintergründe einer Affäre mit Reichspropagandaminister Joseph Goebbels sind kaum aufzuklären, da von einem Wust prahlerischer „Berichte“ und „Memoiren“ angeblicher Zeugen umgeben. 1938 verließ sie Deutschland. Später war sie für die faschistische Filmindustrie Italiens tätig. 1945/46 wurde sie als „Kollaborateurin“ von den tschechischen Machthabern inhaftiert (sie saß im berüchtigten Pankrac-Gefängnis von Prag ein). Später konnte sie in den Westen exilieren.

Ab 1950 spielte sie erneut in Italien, u. a. in Federico Fellinis „I vitelloni“, dann in Spanien. 1956 ließ sie sich in Österreich nieder, dort an Theatern tätig, ab 1960 auch in der BRD. 1975 in einer Inszenierung von Rainer Werner Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Erfolge als Schauspielerin wie zur UFA-Zeit waren ihr nicht mehr beschieden.

Ehe

1958 heiratete sie in Salzburg den schwedischen Professor Kurt Lundwall, mit dem sie eine glückliche Ehe führte, bis ihr Mann 1980 starb. Lída Baarová verbrachte die restlichen zwanzig Jahre ihres Lebens in Salzburg.

Tod

Lída Baarová starb am 28. Oktober 2000 mit 86 Jahren – von den Medien fast unbeachtet – nach langer Krankheit in Salzburg. Ihre letzten Jahre verbrachte der einst an Luxus gewöhnte UFA-Star vereinsamt, von der Parkinsonschen Krankheit gezeichnet in ihrer Salzburger Wohnung und lebte von einer bescheidenen Rente. Sie wurde auf eigenen Wunsch in ihrer Geburtsstadt Prag im Familiengrab beigesetzt.

Filmographie

  • 1931: Die Karriere des Paul Camrda (Kariéra Pavla Camrdy)
  • 1934: Ein Mann, der sich zerreißen muß (Pán na roztrhání)
  • 1934: Die Versuchung der Frau Antonie (Pokušení paní Antonie)
  • 1934: Grandhotel Nevada
  • 1935: Barcarole
  • 1935: Leutnant Bobby, der Teufelskerl / Ein Teufelskerl
  • 1935: Einer zuviel an Bord
  • 1936: Die Stunde der Versuchung
  • 1936: Verräter
  • 1936: Die Komödiantenprinzessin (Komediantská Princezna)
  • 1936: Die kleine Schneiderin (Svadlenka)
  • 1937: Menschen auf der Eisscholle (Lidé na kře)
  • 1937: Jungfernschaft (Panenství)
  • 1937: Patrioten
  • 1937: Die Fledermaus
  • 1938: Der Spieler / Roman eines Schwindlers
  • 1938: Preußische Liebesgeschichte / Liebeslegende
  • 1939: Mitternachtszauber (Dívka v modrém)
  • 1939: Der feurige Sommer (Ohnivé léto)
  • 1940: Wenn die Nächte still sind (Za tichých nocí)
  • 1940: Arthur und Leontine
  • 1940: Die maskierte Geliebte (Maskovana milenka)
  • 1940: Zivot je krásný
  • 1941: Turbina
  • 1942: Palicova dcera
  • 1953: Die Müßiggänger (I Vitelloni)
Synchronsprecher
  • 1939: Mitternachtszauber (Dívka v modrém)
  • 1940: Die maskierte Geliebte (Maskovana milenka)

Fußnoten

  1. 1934 wurde sie als „slawische Schönheit“ von der UFA unter Vertrag genommen.
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