Messerschmitt Bf 109

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Jagdeinsitzer Messerschmitt Me 109.jpg

Die Messerschmitt Bf 109 (Kurz Bf 109, oft fälschlicherweise auch Me 109) war ein deutsches Jagdflugzeug und der Standardjäger der deutschen Luftwaffe. Das Erfolgsmodell von Professor Willy Messerschmitt ist das meistgebaute Jagdflugzeug der Welt. Der Erstflug fand im Mai 1935 statt, der erste Kampfeinsatz erfolgte für die Jagdflieger der Legion Condor bei der J/88.

Die Anfänge – Prototypen

Jagdeinsitzer Bf 109 im_Angriff
Eine von Hans-Joachim Marseille 1942 geflogene Messerschmitt Bf 109 F-4/Trop (W.Nr. 8673) der 3./I./JG 27

Die Bf 109 V1 (Werk-Nr. 758) absolvierte am 28. Mai 1935 ihren Erstflug mit Werkspilot Flugkapitän Hans-Dietrich „Bubi“ Knoetzsch (mit Hanna Reitsch befreundet, späterer Offizier und Gruppenkommandeur der Nachtjagd) in Haunstetten. Das zivile Kennzeichen der Maschine lautete D-IABI.

Der zweite Prototyp V2 (Kennzeichen: D-IILU, Werk-Nr. 759) war bereits mit dem für die Serie vorgesehenen, damals aber noch mit Jumo 10 bezeichneten Motor ausgestattet. Die Maschine verfügte zudem über alle Vorrichtungen für den Einbau zweier 7,92-mm-Maschinengewehre MG 17 mit je 500 Schuß Munition. Die V3 hatte dann eine deutlich erhöhte Feuerkraft, aufgrund von Problemen blieb es bei der noch in Travemünde erprobten V4 (D-IALY, Werk-Nr. 878), dem Musterflugzeug für die B-Serie der Bf 109, vorerst bei den zwei mechanisch durchzuladenden MG. Die V5 (D-IIGO, Werk-Nr. 879) erhielt drei elektromechanisch durchzuladende MG 17 und wurde unter Carl Francke nun in Rechlin bei der Jägererprobung geflogen.

Ab Dezember 1936 wurden im Rahmen der zur Legion Condor gehörenden Jagdgruppe 88 zunächst die Prototypen V3 und V4 unter Gefechtsbedingungen erprobt. Dabei zeigte sich das neue Jagdflugzeug allen anderen im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzten Jagdflugzeugen meist russischer und italienischer Hersteller technisch voraus.

Während in Spanien der Einsatz der ersten Bf 109 die Fachwelt aufhorchen ließ, wurde das fortschrittliche Flugzeug beim IV. Internationalen Flugmeeting vom 23. Juli bis zum 1. August 1937 auf dem Militärflugplatz Dübendorf bei Zürich ausführlich vorgeführt. Sechs Bf 109 traten hier im Rahmen eines umfangreichen deutschen Aufgebotes gegen Flugzeuge und Flugzeugführer anderer Nationen an und entschieden sämtliche Wettbewerbe, an denen sie teilnahmen, für sich.

  • Carl Francke gewann auf der V7 (D-IJHA, Werk-Nr. 881) den Steig- und Sturzflugwettbewerb
  • Ernst Udet, zu diesem Zeitpunkt Chef des Technischen Amtes und seit April Generalmajor der neuen Luftwaffe, war mit seiner V14 (D-ISLU, Werk-Nr. 1029) sowohl für den Geschwindigkeitswettbewerb als auch für den Internationalen Alpenrundflug in der Klasse a, Einsitzer gemeldet. Dennoch siegte Franke mit der V13 (D-IPKY, Werk-Nr. 1050), da Udets Maschine einen Motorendefekt hatte. Während des Alpenrundflugs fiel dagegen Udets Motor ganz aus und machte eine Notlandung bei Thun erforderlich, bei der das Flugzeug zerstört wurde. Udet kam fast unverletzt davon.
  • Major Hans Seidemann siegte beim Alpenrundflug, er legte die Strecke von 367 km Länge in 56.47 min als Schnellster zurück.
  • Den gleichen Wettbewerb in der Klasse c, Dreierpatrouillen, gewann schließlich die Bf-109-Kette mit Hauptmann Werner Restemeier, Oblt. Fritz Schleif und Oblt. Hannes Trautloft überlegen.

Dr.-Ing. Hermann Wurster konnte am 11. November 1937 erstmalig mit 610,95 km/h den Geschwindigkeitsweltrekord für Landflugzeuge nach Deutschland holen.

Vereinfachte Versionsübersicht

Zwei Rotten[1] (deutsche und rumänische) Bf 109 E bei einem Patrouillienflug über den Erdölfeldern von Ploesti im Königreich Rumänien. Das Bild machte der deutsche Rottenführer.
Farb-, Erkennungs- und Tarnvarianten der Bf 109 E bei den Jagdgeschwadern
Typ Triebwerk
(Volldruckhöhe)
Leistung 1) Sonder-
notleistung
Tank-
inhalt
Bordwaffen
in der Grundversion
Bf 109 A Jumo 210 B/D 680 PS 235 l 2 × 7,92 mm
Bf 109 B Jumo 210 D 680 PS 235 l 2(3) × 7,92 mm
Bf 109 C Jumo 210 G 730 PS 337 l 4 × 7,92 mm
Bf 109 D Jumo 210 D 680 PS 337 l 4 × 7,92 mm
Bf 109 E-1 DB 601 A-1 (4,0 km) 990 PS 400 l 4 × 7,92 mm
Bf 109 E-3 DB 601 A-1 (4,0 km) 990 PS 400 l 2 × 7,92 mm, 2 × 20 mm
Bf 109 E-4 DB 601 A-1 (4,5 km) 990 PS 400 l 2 × 7,92 mm, 2 × 20 mm
Bf 109 E-4/N DB 601 N (4,85 km) 1.020 PS 2) 400 l 2 × 7,92 mm, 2 × 20 mm
Bf 109 E-7 DB 601 A-1 oder Aa 5) 1.045 PS 400 l 2 × 7,92 mm, 2 × 20 mm
Bf 109 F-2 DB 601 N (4,85 km) 1.020 PS 2) 400 l 2 × 7,92 mm, 1 × 15 mm
Bf 109 F-4 DB 601 E 1.200 PS 3) 400 l 2 × 7,92 mm, 1 × 20 mm
Bf 109 G-2 DB 605 A 1.310 PS 4) 400 l 2 × 7,92 mm, 1 × 20 mm
Bf 109 G-6 DB 605 A (5,8 km) 1.475 PS 400 l 2 × 13 mm, 1 × 20 mm
Bf 109 G-6/U4 DB 605 AM 1.475 PS 1.800 PS 400 l 2 × 13 mm, 1 × 30 mm
Bf 109 G-10 DB 605 DB 1.430 PS 1.800 PS 400 l 2 × 13 mm, 1 × 30 mm
Bf 109 K-4 DB 605 DC 1.370 PS 2.000 PS 400 l 2 × 13 mm, 1 × 30 mm
  • 1) Bei Start-/Notleistung (für 5 min zulässig)
  • 2) Start-/Notleistung war für den DB 601 N gesperrt. 1020 PS waren für 30 min zulässig.

3) Start-/Notleistung war für den DB 601 E gesperrt. Freigabe von 1350 PS im Februar 1942 möglich.[2]

  • 4) Start-/Notleistung war für den DB 605 A bis etwa im Herbst 1943 gesperrt.
  • 5) Eine Bf 109 E-7 (Werk-Nr. 3523) mit DB 601 Aa (Werk-Nr. 11220) wurde 2003 aus einem russischen See geborgen. Die Leistungsangabe bezieht sich auf den DB 601 Aa.

Hinweis: Die Leistungsdaten für die Daimler-Benz-Motoren beruhen auf Daimler-Benz-Unterlagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Wenn diese von den oft in der Literatur zitierten Werten abweichen, sind die Gründe meist:

  • Bezugnahme auf eine größere Höhe als 0 km in der Literatur
  • Angabe von im Einsatz nicht zugelassenen Leistungen in der Literatur

Produktionsübersicht

Oberleutnant Hermann Grafs Bf 109 G-2 „Gelbe 11“ als Staffelkapitän der 9./JG 52 „Karaya“
Montage der Bf 109

Produktion der Bf 109 bis zum 30. November 1944:

Version Erla MttR BFW WNF Györ FW Ago GFW ArW SUMME
A     20             20
B-1 175   76         99   350
C     58             58
D 168   4     123 128 80 144 647
E-1     14     90 80 665 615 1.464
E-3 838 35 50 275           1.198
E-4 275     245           496
E-5                 26 26
E-6N                 9 9
E-7 105 63   87       135 64 454
E-8       38       22   60
T               70   70
F-1   157   49           206
F-2 218 208   170     378   258 1.233
F-4 121                 121
F-4/R1       240           240
F-4/R2 5                 5
F-4/R3 36                 36
F-4tp 576                 576
F-4Z 55     806           861
G-1 20 67               87
G-1/R2   80               80
G-2 160 99 914             1.173
G-2tp 384 22               406
G-2/R1       10           10
G-3   50               50
G-4   89 636             725
G-4tp 266 173               439
G-4/R3       80           80
G-5 475                 475
G-6 2.565 4.119   1.159           7.843
G-6AS   325               325
G-6/R2       130           130
G-6/R3       40           40
G-6/U2 324                 324
G-6/U4       1.632 31         1.663
G-6tp 298 1.119               1.417
G-8       167           167
G-8/R5       734 31         767
G-10 333 112               445
G-10/R6 49                 49
G-14                   2.022
G-14AS                   1.306
G-14/U4         32         582
G div. zerstörte 119                 119
Ga2         1         1
Ga4         16         16
Ga6         106         106
K-2   1               1
K-4   531               531
SUMME 494 217 213 586 1.071 1.116 29.595

Gemäß Lieferplan 228 vom 15. März 1945 sollte die Produktion der Bf 109 im März 1945 mit 600 gebauten Flugzeugen auslaufen. Genaue Produktionszahlen liegen nicht vor, können aber näherungsweise erschlossen werden. Bis November 1944 wurden (ohne Ungarn-Produktion) 29.278 Bf 109 gebaut, bis Januar 1945 insgesamt 31.574 Stück. Im Februar und März wurden 1.477 Flugzeuge übernommen. Zu dieser Zahl müssen noch vor der Übergabe zerstörte oder beschädigte Flugzeuge gerechnet werden, deren Zahl aber nicht bekannt ist. Da in diesen beiden Monaten keine Luftangriffe auf die Bf-109-Werke geflogen wurden, kann mit etwa 1.500 Bf 109 gerechnet werden.[3] Bis zum 11. April 1945 übernahm die Luftwaffe weitere 34 Flugzeuge (davon eine K-4). Damit dürften etwa 33.100 bis 33.200 Flugzeuge von der deutschen Industrie gebaut worden sein. Zuzurechnen sind 217 Flugzeuge, die der Luftwaffe aus der ungarischen Produktion zugewiesen wurden. Die Gesamtproduktion beinhaltet etwa 1.450 Nahaufklärer. Zwischen Dezember 1943 und Januar 1945 lieferte Blohm & Voss insgesamt 403 Doppelsitzer-Umbauten Bf 109 G-12 aus. Die Reparaturindustrie baute 1942 insgesamt 473 E-Versionen zu Schlachtflugzeugen Bf 109 E-7/U1 und U2 um.[4] Die Produktion der Bf 109 macht damit ein Viertel der gesamten deutschen Flugzeugproduktion von 1933 bis 1945 aus.

Oben nicht aufgeführte Versionen wurden ebenfalls geliefert: acht E-9N im Januar 1941 (vmtl. als E-4 verbucht), zwei F-0 im Dezember 1940, zehn F-3 im März 1942 (als F-4 verbucht), eine F-8 im November 1941 (als F verbucht), fünf F-4/R8 im November 1941 (als F verbucht) und eine G-1/R1 im September 1942 (als G-1 verbucht). Ebenfalls nicht aufgeführt sind Exportmodelle, die ohne Umweg über die Luftwaffe direkt an ausländische Abnehmer verkauft wurden (z. B. E-3a für die Schweiz). Lizenzproduktion im Ausland (sofern nicht re-importiert nach Deutschland wie die Ga-Serie aus Györ) z. B. für die ungarische oder rumänische Luftwaffe ist in diesen Daten ebenfalls nicht enthalten. Die Produktionszahlen der E-Serie sind nicht aufgeteilt nach den Unterversionen B, BN und N.

Auslieferungen von Bf-109-Jagdflugzeugen an die Luftflotten vom Dezember 1944 bis zum 11. April 1945:

Version Dezember Januar Februar März bis 11. April 1945 SUMME
G-6 109 64 9     182
G-14 11 79 157 47   294
G-14 AS 203 211 62 11   487
G-14/U4 56 47 2     18
G-10 67 104 38 4   213
G-10/R6 191 268 178 284   921
G-10/U4 62 79 132 95   368
K-4 325 338 233 168 1 1.065
G         33 33
SUMME 1.024 1.190 811 609 34 3.668

Die Zahl der Industrielieferungen (ohne beschädigte und zerstörte Flugzeuge) betrug für den Zeitraum Dezember 1944 bis März 1945 3.662. Damit können die Übernahmen als weitgehend identisch mit der Produktion angesehen werden.

Nach dem III. Reich

Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieb die Messerschmitt Bf 109 bei einigen Luftwaffen in Gebrauch. Es wurden, von noch in Böhmen vorhandenen Teilen wie Motoren, Tragflächen und Rümpfen noch einige Dutzend Maschinen in verschiedenen Versionen hergestellt. Die tschechoslowakischen Skoda-Werke erstellten aus Rümpfen und Tragflächen des Jägers und einem Junkers-Motor die Avia S-199, die, unter Umgehung des Embargos, auch an die neugegründete Luftwaffe Israels geliefert wurde.

Filmberichte

Dokumentation über das Flugzeug (fälschlich wird hier von einem angeblichen „Überfall auf Polen“ und einem „Überfall auf Rußland“ gesprochen, die es jedoch nie gab.):

Siehe auch

Literatur

  • Heinrich Hoffmann: Me 109 – der siegreiche deutsche Jäger. Entwicklung – Bau – Einsatz, Sonderdruck für die Messerschmitt AG, 1941
  • Hans-Jürgen Becker: Flugzeuge die Geschichte machten, Messerschmitt Bf 109, Motorbuch Verlag 1998, ISBN 978-3613017269
  • Heinz J. Nowarra: Die 109: Die Entwicklung eines legendären Flugzeugs, Motorbuch Verlag 2008, ISBN 978-3613028982
  • Harald Helmut Vogt: Messerschmitt Bf 109 Einsatzmaschinen – Das Nachschlagewerk, VDM-Verlag 2012
  • Paul Blackah, Malcolm V. Lowe: Messerschmitt BF 109, Werkstattbuch deutsche Ausgabe, Motorbuch-Verlag, ISBN 9783613031753
  • John Weal: Bf 109D/E Aces 1939-41, Osprey Publishing 2012 (eingeschränkte Voransicht auf Google-Bücher)

Verweise

Fußnoten

  1. Als Rotte wird in der militärischen Luftfahrt eine Formation aus normalerweise zwei Luftfahrzeugen, Flugzeugen oder Hubschraubern bezeichnet (Rottenführer und Rottenflieger). Dabei orientiert sich die Anzahl der Luftfahrzeuge an Notwendigkeiten, die sich aus dem Einsatzauftrag ergeben.
  2. Das Leistungsvermögen der Bf 109 F-4
  3. US Strategic Bombing Survey, Aircraft Division Industry Report, Second Edition January 1947, Table V-4
  4. Bundesarchiv/Militärarchiv Freiburg, RL 3, Produktionsprogramme und Übernahmen durch die Luftwaffe; National Archives, Washington, Produktionsprogramme Januar bis November 1944