Jagdgruppe 88 (Legion Condor)

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Adolf Galland ließ sich das Tarnen und Anbringen des Tatzenkreuzes nicht verbieten.

Die Jagdgruppe 88 (J/88) war ein deutscher Jagdflugzeugverband. Neben der Kampfgruppe 88 (K/88) war sie der größte fliegende Verband der Legion Condor, die auf Seiten des Freiheitskämpfers Franco am Spanischen Bürgerkrieg teilnahm und trotz ihrer vergleichsweise bescheidenen Größe einen erheblichen Beitrag zum Sieg über die kommunistische Spanische Republik beitrug. Die nominale Staffelstärke lag bei jeweils zwölf Jägern.

Einsatz

Hier eine BF 109 der 1. Staffel mit den Insignien der Legion: Flügelkokarde, Rumpfkokarde und Heckkokarde in Schwarz und Weiß, das „X“ soll eine abgewandelte Form des Balkenkreuzes darstellen.
Eine Ju 87 A der Versuchs-Jagdstaffel 88, später 5. Staffel und K/88

Die J/88 war mit einmotorigen Jagdeinsitzern ausgerüstet, die sowohl in der Luft-Luft-Rolle im Luftüberwachungseinsatz oder zum Begleitschutz von Transportflugzeugen oder Bombern eingesetzt wurde als auch in der Luft-Boden-Rolle zur Luftnahunterstützung eigener Bodentruppen. Heinkel-He-51-Jagdbomber der J/88 flogen den strategisch wichtigen und kriegsentscheidenden Luftangriff auf Gernika.

Die Flugzeugführer und Jagdflieger – manche hatten schon in den kaiserlichen Luftstreitkräften gedient – entwickelten neue Einsatztaktiken für den Bodeneinsatz, wie den „Ketten“-Angriff mehrerer Flugzeuge in unmittelbarer Folge. Bekannt wurde insbesondere die Ablösung der klassischen engfliegenden (Dreier-)Kette aus der Zeit des Ersten Weltkrieges durch die lockere (Zweier-)Rotte oder den aus zwei Rotten gebildeten Vier-Finger-Schwarm. Letzterer stand im Zusammenhang mit der im Frühling 1937 beginnenden Ablösung der zunächst eingesetzten He 51 Doppeldecker in der Jagdrolle durch den eine neue Generation darstellenden Eindecker Messerschmitt Bf 109. Anstoß für diese Entwicklung war nicht zuletzt die anfangs geringe Anzahl einsatzklarer Luftfahrzeuge. Die He 51 diente weiterhin als Schlachtflugzeug im Erdkampf.

Einige Flieger der J/88 gehörten später im Zweiten Weltkrieg zu den bekanntesten Angehörigen der Luftwaffe, während des Spanischen Bürgerkrieges wußte die Weltöffentlichkeit allerdings noch nichts über ihre dortige Rolle.

Die Jagdgruppe 88 setzte insgesamt je zirka 130 He 51 B und Bf 109 verschiedener Baureihen ein (B, C, D, E sowie einige Prototypen). Viele Flugzeuge gingen verloren. Dabei überstiegen die Verluste durch Unfälle die durch Feindeinwirkung. Die eigenen Verluste durch Kampfhandlungen waren deutlich geringer als die beeindruckenden Erfolge über die Flugzeuge der Republik.

Im Unterschied zur K/88 operierten die fliegenden Staffeln der J/88 insbesondere in den ersten eineinhalb Jahren über einen großen Teil des Krieges unabhängig voneinander und waren auf verschiedenen Militärflugplätzen (Fliegerhorst) stationiert. Wie in den meisten folgenden Kriegen war die Luftüberlegenheit ein kritischer Erfolgsfaktor für den Gewinn des Bodenkrieges.

Es bleibt zu erwähnen, daß auf Seiten Francos neben der Legion Condor auch noch die italienische Aviazione Legionaria und die nationalspanischen Luftstreitkräfte flogen. Letztere erhielten im Verlauf des Krieges viele gebrauchte Flugzeuge der Legion Condor mit hoher Anzahl Flugstunden. Mit Verlauf des Krieges dienten auch vermehrt Spanier in der J/88, manche von ihnen dienten aus kameradschaftlichen und ideologischen Gründen dann in der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkrieges.

Versuchs-Jagdstaffel 88

Werner Mölders von der J/88
Die Bf 109 E der 1. Staffel zum Einsatz bereit
Eine Bf 109 E-1 der 2. Staffel

Ein weiterer Jagdverband der Legion Condor war die kurzlebige von Wolfram Freiherr von Richthofen aufgestellte Versuchs-Jagdstaffel 88 bzw. Versuchs-Jagdgruppe 88 (VJ/88), die formal nicht zur J/88 gehörte. Das fliegende Personal rekrutierte sich jedoch aus den Reihen letzter und die Erprobung neuer Flugzeuge erfolgte gemeinsam mit den regulären Elementen der J/88, weshalb sie hier mitberücksichtigt wird.

Neben dem Militär gehörten auch zivile Mitarbeiter der Industrie zur VJ/88. Diese besaß jedoch keine eigene Kommandostruktur. Nach Montage und Einfliegen der Flugzeuge von Sevilla aus verlegten die Maschinen zwecks Einsatzerprobung zu den regulären Staffeln der J/88, wo sie in den Frontflugbetrieb eingegliedert wurden.

Aufklärungsstaffel 88

Die Aufklärungsstaffel 88 (A/88), auch als „Teufelsstaffel“ bekannt (wie später auch die 9. Staffel/JG 54), war ein deutscher Aufklärungsverband. Sie war zwar unabhängig, jedoch mit den beiden Jagd- und Kampfgruppen eng verbunden.

Die Staffel war eine verstärkte Staffel, die aus drei Schwärmen Fern- bzw. Schnellaufklärer (Heinkel He 70) und einem Schwarm Nahaufklärern (Heinkel He 45) aus nominal jeweils sechs Luftfahrzeugen bestand. Diese etwas ungewöhnliche Konstellation führt dazu, daß andere Quellen die A/88 in Analogie zur K/88 und J/88 als eine aus vier Staffeln ausgerüstete Gruppe beschreiben. Im Vergleich zu diesen besaß die A/88 allerdings eine deutlich niedrigere Anzahl an Luftfahrzeugen, die nominale Staffelstärke der beiden Gruppen lag mit jeweils zehn bzw. zwölf Maschinen doppelt so hoch.

Die A/88 war der einzige Fotoaufklärungsverband auf Seiten der Francotruppen, weder die nationalspanischen Luftstreitkräfte (Aviación Nacional) noch die italienische Aviazione Legionaria verfügten über diese Fähigkeit. Die vergleichsweise geringe Anzahl an Do-17-Bombern wurde durch eine hohe Präzision der Bombenangriffe kompensiert, so daß der Staffel auch in dieser Rolle ein wichtiger Beitrag zum Sieg Francos zukam. Insgesamt gingen 14 der 29 von der Legion Condor eingesetzten Do 17 verloren (acht durch Unfälle ohne Feindeinwirkung), von der insgesamt 32 Maschinen nach Spanien geschickt worden waren.

Führende Angehörige der J/88 und A/88

Bf 109 C-1 Stab/Jagdgruppe 88, Legion Condor, La Cenia, Spanien 1938

Gruppenkommandeure (Stab):

Staffelkapitäne der 1. Staffel „Holzauge“:

Staffelkapitäne der 2. Staffel „Zylinderhut“:

Staffelkapitäne der 3. Staffel „Mickey Mouse“:

Staffelkapitäne der 4. Staffel „Pik As“:

Staffelkapitäne der 5. Staffel (u. a. Stuka und Nachtjäger) „Schirm mit Melone“:

Staffelkapitäne der Aufklärungsstaffel 88:

  • Hauptmann Heinsius, Oktober 1936 bis Januar 1937,
  • Oberleutnant Hans-Dettler von Kessel, Januar 1937 bis September 1937, über Llanes durch Flak abgeschossen
  • Hauptmann Joachim Gerndt, September 1937 bis Februar 1938
  • Hauptmann Hentschel, Februar 1938 bis Januar 1939
  • Major Matussek, Januar 1939 bis Juni 1939

Weitere bekannte Angehörige

Träger des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten

J/88:

  • Wilhelm Balthasar / Oblt.
  • Otto Bertram / Oblt.
  • Peter Boddem / Lt.
  • Kraft Eberhardt / Oblt.
  • Wilhelm Ennslen / Oblt.
  • Adolf Galland / Oblt.
  • Harro Harder / Hptm.
  • Oskar Henrici / Lt.
  • Günther Lützow / Hptm.
  • Werner Mölders / Hptm.
  • Walter Oesau / Hptm.
  • Wolfgang Schellmann / Hptm.
  • Joachim Schlichting / Hptm.
  • Reinhard Seiler / Oblt.

A/88:

  • Hans-Detlef v. Kessel / Oblt.
  • Heinz Runze / Lt.