Seidemann, Hans

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Generalleutnant Hans Seidemann

Hans Seidemann (Lebensrune.png 18. Januar 1902 in Garlin bei Karstädt; Todesrune.png 27. Dezember 1967 in Braunschweig) war ein deutscher Freiwilliger der Freikorps, Kadett sowie Offizier der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Flieger und Kommandeur des Luftwaffen-Kommandos 8 in Böhmen-Mähren im Zweiten Weltkrieg.

Werdegang

Hans Seidemann, letzter Stabschef der Legion Condor, vor seinen Männern bei der Parade für die Rückkehrer in Berlin am 6. Juni 1939.
Hans Seidemann in der Tropen-Uniform der Wehrmacht in Nordafrika beim Tunesienfeldzug.
Seidemann (links) im Gespräch mit Erich Hartmann
Helmut Bruck (links) wird von Generalleutnant Hans Seidemann zum 100.000. Feindflug des Geschwaders beglückwünscht (Mai 1944)
„Hans Seidemann trat am 15. Januar 1919 kommend in das Freiwilligen-Landjägerkorps von General Maercker ein und dann am 1. März 1919 zum Kadettenkorps übergeben. Am 29. September 1919 wurde er dann als Fahnenjunker in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr zum 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er am 1. Dezember 1922 zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Zugführer in seinem Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann bei der 13. (Minenwerfer-)Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Potsdam eingesetzt. Bei dieser wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Am 1. August 1927 wurde er dann bei dieser zum Oberleutnant befördert. Am 31. März 1928 wurde er als solcher aus der Reichswehr verabschiedet [Anm.: nur zur Tarnung, um das Diktat des Versailler Vertrages einzuhalten]. Er absolvierte dann eine geheime Pilotenausbildung in Lipezk in der Sowjetunion. Am 1. November 1929 wurde er dann wieder in den aktiven Dienst übernommen. Dabei kam er als Zugführer erneut zur 13. (Minenwerfer-) Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Potsdam. Bei dieser wurde er dann wieder mehrere Jahre eingesetzt. Im August 1932 nahm er am 3. Internationalen Europaflug teil und beendete den Rundflug als Rekordhalter in nur drei Tagen. Am 1. Mai 1933 wurde er dann zur Kommandantur München kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1933 absolvierte er dann eine geheime Generalstabsausbildung. Dabei wurde er am 1. April 1934 zum Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er dann in die junge Luftwaffe übernommen. Dabei kam er dann anfangs als Referent zum Reichsluftfahrtministerium (RLM) nach Berlin. Im Sommer 1936 kam er dann zur 1. Abteilung des Generalstabes der Luftwaffe. Dort wurde er am 1. August 1936 zum Major i. G. befördert. Im August 1937 nahm er dann am Internationalen Alpenrundflug für Militärflugzeuge teil und gewann diesen mit der Me 109. Am 1. April 1938 wurde er dann zum Kommandeur der III. Gruppe vom Lehrgeschwader Greifswald ernannt. Ab dem 1. Dezember 1938 wurde er dann als Chef des Stabes bei der Legion Condor in Spanien eingesetzt. Dort wurde er am 1. Juni 1939 zum Oberstleutnant i. G. befördert. Am 1. Juli 1939 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) beim Fliegerführer z. b. V. ernannt. Bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er dann als solcher bei der Heeresgruppe Süd im Polenfeldzug eingesetzt. Anschließend wurde er dann Ende Dezember 1939 zum Chef des Generalstabes vom VIII. Fliegerkorps ernannt. In dieser Funktion nahm er dann im Frühjahr 1940 am Westfeldzug teil. Anfang August 1940 wurde er dann zum Stab der Luftflotte 2 kommandiert. Zum 1. Oktober 1940 wurde er zum Oberst i. G. befördert. Als solcher wurde er noch im gleichen Monat zum Generalstabschef der Luftflotte 2 ernannt. Er trug dabei bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Für seine Planung der Einsätze der Luftflotte bei den Einsätzen gegen England und in Rußland wurde er am 20. März 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Ende Juli 1942 wurde er abgelöst und daraufhin in die Führerreserve versetzt. Von August 1942 bis Mitte Februar 1943 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Fliegerführer Afrika eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er dann ab Mitte Februar 1943 als Kommandierender General vom Fliegerkorps Tunis eingesetzt. Mitte Mai 1943 gab er sein Kommando über das Korps ab. Nur wenige Tage später wurde er dann noch Mitte Mai 1943 zum Kommandierenden General vom VIII. Fliegerkorps ernannt. Am 1. Januar 1944 wurde er als solcher zum Generalleutnant befördert. Am 20. Februar 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: ‚Das VIII. Fliegerkorps unter Führung des Generalleutnants Seidemann hat in bewährter Waffenkameradschaft die schwer ringenden Truppen des Heeres vorbildlich unterstützt.‘ Am 18. November 1944 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Ende Januar 1945 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur vom Luftwaffen-Kommando Schlesien ernannt. Am 1. März 1945 wurde er dann noch zum General der Flieger befördert. Ab Ende April 1945 führte er in den letzten Kriegstagen durch die Zusammenlegung seines Stabes mit dem Luftgau-Kommando VIII noch das Luftwaffen-Kommando 8 in Böhmen-Mähren. Nach der Kapitulation wurden die Besatzungstruppen seiner nicht habhaft und damit verbrachte er als einer der wenigen Generale die nicht ins Ausland flohen die Nachkriegszeit komplett in Freiheit.“[1]

Deutschlandflug 1932

Oberleutnant Hans Seidemann steht in der Heeresliste hinter dem nach dem Dienstalter einen Platz vor ihm rangierenden Oberleutnant Hermann Plocher, der seinen Nachkriegsdienst in der Bundeswehr am 31. Dezember 1962 als Generalleutnant und Kommandierender General der Luftwaffengruppe Süd beendet hat. Noch als Oberleutnant hatte Hans Seidemann 1932 am 3. Deutschlandflug teilgenommen, das war jedoch nicht seine erste sportfliegerische Betätigung, denn bereits im September 1925 stand er in der Teilnehmerliste des Münchener Internationalen Flugwettbewerbs (12. bis 14. September 1925), den er mit einer „U 12“ des Udet-Flugzeugbaus bestritt.

„Für den Sommer des Jahres 1932 war ein Internationaler Europaflugtag, der dritte seiner Art, ausgeschrieben. Ich beschloß dafür zum erstenmal ein Flugzeug modernster aerodynamischer Linie zu bauen, allerdings noch als Holzkonstruktion und noch nicht mit einziehbarem Fahrwerk – die He 64. Rot angestrichen, als Roter Teufel wurde diese He 64 zu einer ersten aerodynamischen Sensation, als der Flieger Hans Seidemann im August 1932 mit ihr die Etappen der Rundstrecke herunterfegte. Er rief einen Begeisterungssturm hervor, als das Flugzeug am Abend des letzten Wettbewerbstages, dem 22. August 1932 schnittig wie ein Pfeil in Berlin-Staaken landete. Seidemann hatte für die 7.500 Kilometer lange Strecke, für die eigentlich eine Flugzeit von sechs Tagen vorgesehen war, die beachtlich kurze Zeit von drei Tagen gebraucht.“[2]

Nachkriegszeit

Als nach Kriegsende ehemalige Generäle zunächst nicht gefragt waren und jahrelang auch keine staatlichen Pensionen erhielten, ließ sich der stellungslose Berufsoffizier, der in seine letzte Friedensgarnison nach Braunschweig zu seiner Familie zurückgekehrt war, in einem Blechverpackungswerk der Schmalbach AG zum Stanzer umschulen. Er machte seine Arbeit so gut, daß man ihm auch mehr zutraute und ihn erst in die Verwaltung und dann in den Außendienst übernahm. Sein kleines Verkaufsbüro in Düsseldorf entwickelte sich im Laufe weniger Jahre zu einer zwei Etagen am Düsseldorfer Hofgarten einnehmenden, regelrechten Schmalbach-Niederlassung, der Seidemann als Verkaufsdirektor West vorstand und mit ihr Millionenumsätze abwickelte.

Daneben pflegte er in seiner Freizeit weiter seine geliebte Fliegerei und nahm noch einmal am ersten, nach achtzehnjähriger Pause wieder durchgeführten Deutschland-Rundflug teil, zu dem damals 77 Maschinen vom Bonner Flugplatz Hangelar aus starteten. Hans Seidemann flog allerdings nicht mehr als Flugzeugführer, sondern begleitete den jungen Nachwuchsflieger Bäcker vom Düsseldorfer Aero-Club in einer „Bücker 181“ als Beobachter. Im übrigen freute er sich auch auf den Ruhestand, nachdem er seine beruflichen Zelte in Düsseldorf abgebrochen hatte, er war danach wieder nach Braunschweig zurückgegangen, wo sein Arbeitsvertrag am 31. Dezember 1967 offiziell auslaufen sollte.

Tod

Am 21. Dezember 1967 überraschte den Fünfundsechzigjährigen bei Weihnachtseinkäufen für die Familie ein plötzlicher Herztod. Als er am 28. Dezember 1967 auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof mit militärischen Ehren durch die Bundeswehr zur letzten Ruhe geleitet wurde, versammelte sich an seinem Grabe eine große Trauergemeinde.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Verweise

Fußnoten

  1. Seidemann, HansLexikon der Wehrmacht
  2. Aus den Lebenserinnerungen des berühmten Flugzeugkonstrukteur Professor Dr. Ernst Heinkel (1888–1958)