Oberkommando der Kriegsmarine

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Kommando- und Rangflagge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine als Großadmiral (1939–1945)

Das Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) (auch einfachheitshalber Oberkommando der Marine) war die Oberste Kommandobehörde der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Admiralinspekteur 1943–1945

Entstehung und Gliederung

Stempel Oberkommando der Kriegsmarine.jpg

Auf der Grundlage des Gesetzes für den Aufbau der Wehrmacht vom 16. März 1935 wurde die Reichsmarine in Kriegsmarine umbenannt. Aus der vormaligen Marineleitung ging das neue Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) hervor. Der Chef der Marineleitung erhielt die neue Bezeichnung Oberbefehlshaber der Kriegsmarine bzw. Oberbefehlshaber der deutschen Marine (OBdM).

Die Organisation des OKM änderte sich mehrfach. 1938 bestand das OKM aus dem Stab des Oberbefehlshabers und der Seekriegsleitung (SKL), an deren Spitze der Chef des Stabes SKL, ab 1944 Chef der SKL, stand. Außerdem waren dem OBdM mehrere Ämter für spezielle Aufgabengebiete direkt unterstellt. Die Bezeichnung der nachgeordneten Dienststellen wechselte während des Zweiten Weltkrieges. Es handelte sich um das Flottenkommando und um die Stationskommandos der Ostsee und der Nordsee. Außerdem gab es Marinegruppenkommandos, die 1939 aufgestellt und im Verlaufe des Krieges in Marineoberkommandos umbenannt wurden.

Dem OKM waren die Marinegruppen und -stationen sowie die Befehlshaber der diversen Flottenteile unterstellt. Die Befehle Hitlers, die den Einsatz der Kriegsmarine betrafen, liefen über das OKM.

Das OKM hatte seinen Sitz ab 1934 in Berlin-Tiergarten im Shell-Haus am Tirpitzufer (heute Reichpietschufer 60–62) unweit des Bendlerblocks. Wegen des Bombenterrors der Alliierten auf Berlin zog das OKM mehrfach um, zunächst nach Eberswalde, dann nach Bernau bei Berlin in das sogenannte „Lager Koralle“.[1] Gegen Kriegsende verlegte das OKM nach Plön („Objekt Forelle“[2]) und später, nachdem britische Truppen nach Schleswig-Holstein vorgerückt waren, in den Sonderbereich Mürwik.

Zweiter Weltkrieg

Regierung Dönitz

Am Ende des Zweiten Weltkrieges blieb das OKM auf alliierte Weisung zunächst bestehen, um die Verwaltung der internierten deutschen Marinekräfte und ihre Entwaffnung sicherzustellen. Nach dem Suizid des OBdM Generaladmiral von Friedeburg vor seiner Festnahme durch alliierte Soldaten am 23. Mai 1945 setzten die Besatzungsmächte noch kurzzeitig Generaladmiral Walter Warzecha als Oberbefehlshaber ein, um die Entwaffnung der Kriegsmarine in geordneten Bahnen vollziehen zu können. Außerdem blieb das OKM verantwortlich für den von den Alliierten erzwungenen und blutigen Einsatz der deutschen Minenräumkräfte, die in den Deutschen Minenräumdienst übernommen wurden.[3]

Führung

Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (OBdM)

Die Führung des OKM und somit der gesamten Kriegsmarine oblag dem jeweiligen Oberbefehlshaber der Kriegsmarine:

Adjutant des OBdM (M II)

  • Korvettenkapitän (K.Kapt.) Freiwald: 10.38 - 5.43
  • Korvettenkapitän Hansen-Nootbaar: 5.43 - 9.44
  • Korvettenkapitän Lüdde-Neurath: 9.44 - 4.45
  • Korvettenkapitän Salman: 5.45 - Ende

Admiral beim OBdM

Standiger Vertreter des OBdM im Führerhauptquartier

Siehe auch

Fußnoten

  1. Lager Koralle (auch: Objekt Koralle) war der Deckname einer militärischen Anlage nördlich von Bernau bei Berlin, in der sich zwischen 1943 und 1945 das Führungszentrum des Oberkommandos der Kriegsmarine befand.
  2. Das „Objekt Forelle“, auch „Ausweichquartier Forelle“ genannt, war im Zweiten Weltkrieg ein Barackenlager auf dem Gelände der ehemaligen Fünf-Seen-Kaserne, damals Kaserne Stadtheide, in Plön/Holstein. Es war die alternative Schaltstelle der Marine-Nachrichtenverbindungen, vormals in der Funkstation Koralle einquartiert. Die genaue Lage des Barackenlagers ist schwer zu identifizieren. Jedoch geht aus historischen Aufzeichnungen hervor, daß es direkt beim Suhrer See am Ortsausgang Richtung Eutin lag. Karl Dönitz, letzter Oberbefehlshaber der deutschen Streitkräfte, zog hier mit der letzten geschäftsführenden Reichsregierung ein. Das Vordringen englischer Truppen auf Plön veranlaßte Dönitz, am 2. Mai 1945 nach Flensburg-Mürwik auszuweichen.
  3. Heinz-Ludger Borgert, Walter Stürm, Norbert Wiggershaus: Dienstgruppen und westdeutscher Verteidigungsbeitrag. Vorüberlegungen zur Bewaffnung der Bundesrepublik Deutschland (= Militärgeschichte seit 1945. Bd. 6). Boldt, Boppard am Rhein 1982, ISBN 3-7646-1807-8