Meissner, Otto

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Dr. jur. Otto Meissner, Staatssekretär im Büro des Reichspräsidenten

Otto Lebrecht Eduard Daniel Meissner (Lebensrune.png 13. März 1880 in Bischweiler, Todesrune.png 27. Mai 1953 in München) war ein deutscher Offizier und Staatsbeamter. Der Korporierte diente unter Friedrich Ebert, Paul von Hindenburg und Adolf Hitler, seit 1937 im Rang eines Reichsministers.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Meissner an seinen Freund SS-Obergruppenführer Max Amann

Meissner besuchte das Lyzeum in Straßburg (er gehörte zu den Gründern des „Akademischen Sportclubs Straßburg“) und studierte seit 1898 Jura in Straßburg (seit 1898 Mitglied der Straßburger Burschenschaft „Germania“; sein Studium finanzierte er durch Übersetzungen für das Wolff'sche Telegraphenbüro) und Berlin, im Jahre 1903 wurde er in Erlangen zum Dr. jur. promoviert. Nach dem Studium leistete Meissner von 1903 bis 1904 als Einjährig-Freiwilliger seinen Wehrdienst ab. 1908 wurde Meissner Reichsbahnbeamter in Straßburg im Reichsland Elsaß-Lothringen.

In den Jahren 1915 bis 1917 nahm Meissner beim 4. Lothringischen Infanterie-Regiment Nr. 136 am Ersten Weltkrieg teil, zuletzt als Hauptmann der Reserve des Deutschen Heeres. Anfang 1917 wurde er dem Generalkommando der Militäreisenbahn in Bukarest unterstellt. Im folgenden Jahr war er, nunmehr im Auswärtigen Dienst, in Kiew tätig und im Januar 1919 wurde er deutscher Geschäftsträger bei der ukrainischen Regierung.

Am 1. April 1920 trat Meissner im Rang eines Ministerialdirektors die Nachfolge Rudolf Nadolnys als Leiter des Büros des Reichspräsidenten an und wurde 1923 zum Staatssekretär ernannt. Seine Aufgabe war es, den Reichspräsidenten, dem nach der Weimarer Verfassung eine starke Stellung zukam, umfassend zu unterstützen und zu beraten, vor allem in staats- und verwaltungsrechtlichen Fragen. Am 15. Januar 1930 skizzierte Otto Meissner gegenüber Graf Westarp die geplante „Hindenburg-Regierung“, sie sollte vor allem antiparlamentarisch und antimarxistisch sein.

1935 veröffentlichte er mit Georg Kaisenberg das Buch „Staats- und Verwaltungsrecht im Deutschen Reich“ – „dankbaren Herzens“ gegenüber Adolf Hitler der, wie Meissner im Vorwort schrieb, „die innere Zerrissenheit Deutschlands begraben und seine äußere Ehre wieder hergestellt hat“. Im August 1935, ein Jahr nach Hindenburgs Tod, wurde Meissners Büro in „Präsidialkanzlei“ umbenannt. Am 1. Dezember 1937 ernannte der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei, Otto Meissner, zum Staatsminister.

Das Schloß Bellevue, ab 1939 als Reichsgästehaus genutzt, erhielt einen weiteren Seitenflügel, den sogenannten Meissner-Flügel, benannt nach dem damaligen Chef der Präsidialkanzlei, Otto Meissner. Meissner leitete bis Kriegsende die Präsidialkanzlei in der neuen Reichskanzlei.

Nach 1945 wurde er von der Regierung Dönitz übernommen. Nach deren völkerrechtswidriger Verhaftung am 23. Mai 1945 wurde er in Bad Mondorf (Luxemburg), dann in Dachau und Plattling interniert. Im Nürnberger „Wilhelmstraßen-Prozeß“ wurde er freigesprochen, ebenso später von drei Entnazifizierungskammern. Das Urteil der Hauptkammer München vom 2. Mai 1951 stufte jedoch Otto Meissner als Belasteten (Gruppe II) ein, was unter anderem den Einzug von 30 Prozent des Privatvermögens zur Folge hatte. Die Berufung wurde abgewiesen, das Verfahren 1952 ad acta gelegt. Mit der „Regierung“ der BRD wollte Meissner nichts zu tun haben und verweigerte sogar die Beantwortung einer Anfrage aus dem Bundeskanzleramt.

Familie

Gerichtsassessor Meissner heiratete 1908 seine Verlobte Hildegard Roos (1889–1952), aus der Ehe sind der Sohn Hans-Otto Meissner (1909–1992) und die Tochter Hildegard Meissner (Lebensrune.png 1917) entsprossen.

Auszeichnungen (Auszug)

Bildergalerie

Schriften (Auswahl)

Literatur

Verweise

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