Abramowitsch, Roman

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Roman Abramowitsch

Roman Arkadjewitsch Abramowitsch (Lebensrune.png 24. Oktober 1966 in Saratow) gehört zu den jüdischen Oligarchen in Rußland und war von 2000 bis Juli 2008 Gouverneur der fernöstlichen Region Tschukotka.

Abramowitsch, Sohn jüdischer Eltern aus Saratow an der Wolga, war ein frühes Waisenkind und Schulabbrecher aus der Provinz, stieg während der Jelzin-Zeit zu einem mächtigen Öl- und Metalltycoon auf.

Als Fußballbegeisteter machte er 2003 durch den Kauf des englischen Fußballvereins FC Chelsea London Furore. Abramowitsch hat 2008 nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Forbes ein geschätztes Vermögen von 23,5 Milliarden VS-Dollar[1] und ist damit der zweitreichste Mensch Russlands und auf Platz 15 der reichsten Personen weltweit (Liste der reichsten Menschen der Welt). Die russische Finanzzeitschrift Finans sieht ihn mit 23 Milliarden VS-Dollar geschätztem Vermögen ebenfalls auf Platz 2 in Rußland,[2] 2007 war er noch 18,7 Mrd. Dollar schwer.[3] Im Mai 2018 erhielt Abramowitsch einen israelischen Paß und wurde dadurch sofort der reichste Bürger Israels.[4]


Werdegang

Herkunft

Roman Abramowitsch wurde am 24. Oktober 1966 in Saratow an der Wolga geboren. Die jüdischen Eltern verschlug es danach in die Republik Komi im hohen Norden Rußlands. Als Abramowitsch anderthalb war, starb seine Mutter Irina, eine Klavierlehrerin, an einer Blutvergiftung (an den Folgen einer illegalen Abtreibung), mit vier Jahren verlor er auch Vater Arkadij durch einen Arbeitsunfall (erschlagen durch einen Baukran). Abramowitsch wuchs bei einem Onkel in der Stadt Uchta auf.

Bis zu seinem achten Lebensjahr wächst Roman bei einem Onkel väterlicherseits, Leib Abramowitsch, Ölingenieur in Uchta, 1.300 km von Moskau entfernt in der Ölprovinz Republik Komi nahe des Polarkreises auf, dann bei einem zweiten Onkel, Abraham, in Moskau. Am Moskauer Gubkin-Öl-und-Gas-Institut studiert er Ingenieurwissenschaft.

Ausbildung

Nach der Schule studierte Roman Abramowitsch zwei Jahre am Moskauer Gubkin-Institut für Öl und Gas, bevor er 1987 während der Perestroika-Jahre unter dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (als sich Rußlands Wirtschaft öffnet) eine Kooperative mit dem Namen „Ujut“ (deutsch: „Gemütlichkeit“) gründete. Mit dem Verkauf von Gummienten, Fußbällen und der Galvanisierung von Altreifen verdiente er sein erstes Geld. Der Dieseltreibstoff eines von ihm nach Litauen umgeleiteten Zuges soll 1992 Abramowitschs Startkapital für den Einstieg in das Ölgeschäft gewesen sein. Der Journalist Klaus Bednarz bezeichnete Abramowitsch später als einen Mann, der als „klassischer Vertreter der neureichen Kaste, die mit merkwürdigen Geschäften im Erdöl- und Erdgasbereich unendlich reich geworden ist“.[5]

Wirken

Der Einstieg in das Ölgeschäft beginnt, als er von 1993 bis 1996 das Moskauer Büro des Schweizer Rohölhändlers Runicom leitet. Sein Startkapital sollen 5.000 Tonnen Heizöl gewesen sein, die er sich mit Hilfe gefälschter Dokumente angeeignet haben soll. Über Runicom wickelte er größere Ölgeschäfte mit Raffinerien ab, vor allem mit der größten russischen Raffinerie im sibirischen Omsk. Diese ist heute das Kernstück des Sibneft-Konzerns, den Abramowitsch mittlerweile an den russischen Energiekonzern Gazprom verkauft hat.

Roman Abramowitsch

Der entscheidende Tag für den Aufstieg zu einem der reichsten Männer Rußlands war für Abramowitsch 1992 eine Begegnung mit Boris Beresowski, dem damals mächtigsten Großindustriellen in Rußland.

Abramowitsch baute in den 1990er-Jahren — zunächst als Partner des jüdischen Oligarchen Beresowski — ein weitverzweigtes Firmenimperium auf. Zum Besitz der von ihm kontrollierten Holding Millhouse Capital gehörten 80 % von Rußlands fünftgrößtem Ölkonzern Sibneft, 50 % des Aluminiumkonzerns RUSAL und 26 % der Fluggesellschaft Aeroflot. Dazu gehörten auch 37,5 % am Autoproduzenten Ruspromawto.

Offenbar unter dem Eindruck des Verfahrens gegen den einstigen jüdischen Ölbaron Michail Chodorkowski verkaufte der Unternehmer nach und nach seine Anteile an russischen Unternehmen: Abramowitschs Aeroflot-Aktien gingen im März 2003 an den Staat. Die RUSAL-Anteile verkaufte Millhouse in zwei Schritten 2003 und 2004 an die Gruppe „Basowy Element“ von Oleg Deripaska. Ende 2005 übernahm der halbstaatliche Gaskonzern Gazprom eine Mehrheit an Abramowitschs Ölunternehmen Sibneft und benannte es später in Gazprom Neft um. Jedoch blieb Abramowitsch auch danach durchaus in Rußland als Unternehmer aktiv. So wurde im Dezember 2007 bekannt, daß Millhouse mit 40 Prozent beim russischen Goldproduzenten Highland Gold Mining Ltd einsteigt.

Lange Zeit galt Abramowitsch als der wichtigste Oligarch im System von Präsident Wladimir Putin. Er gilt als einer der entscheidenden Wegbereiter für den Machtwechsel von Ex-Präsident Boris Jelzin zu Putin im Jahr 2000. Die britischen Autoren Dominic Midgley und Chris Hutchins behaupten in der Biographie „Der Milliardär aus dem Nichts“ sogar, Abramowitsch habe sämtliche Mitglieder der ersten Regierung unter Putin, einer persönlichen Prüfung unterzogen, bevor diese für ein Amt in Frage kamen.

Im Dezember 2000 wurde Abramowitsch zum Gouverneur der Region Tschukotka gewählt und im Oktober 2005 im Amt bestätigt, der Gouverneursposten ist zudem mit strafrechtlicher Immunität verbunden. Am 3. Juli 2008 akzeptierte der russische Präsident Dmitri Medwedew sein mehrfach geäußertes Rücktrittsgesuch und entließ ihn als Gouverneur. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Roman Kopin.[6]

Er ist der Bauherr des Hotels Safisa Istanbul & Istanbul Palace in Kundu, Türkei. Die Eröffnung war für Juni 2008 geplant.

Anfang 2008 bestellte Infrastruktura, die Bau-Firma Abramowitschs, die derzeit weltgrößte Tunnelvortriebsmaschine bei der Herrenknecht AG, um damit eine Nische auf dem russischen Infrastrukturmarkt zu erschließen. Das Gerät soll vor allem beim Bau von Objekten für die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Schwarzmeer-Badeort Sotschi eingesetzt werden. Infrastruktura erwartet nach eigenen Angaben Tunnelbauaufträge von einigen Milliarden VS-Dollar pro Jahr.

Roman Abramowitsch hatte nach Medienberichten Probleme mit der Verlängerung seines Visums in Großbritannien und wanderte 2018 nach Israel ein und erhielt die israelische Staatsbürgerschaft. Er wurde damit der reichste Israeli. Er steht damit im Milliardärs-Ranking von 2018 an 140. Stelle.[7]

Fußballclubs, Yachten und Gemälde

"Eclipse" für 250 Millionen Euro
Die Pelorus zur Wartung in der Werft Blohm & Voss, Hamburg
Abramowitschs B767

Am 1. Juli 2003 kaufte Abramowitsch für 210 Millionen Euro den englischen Fußballclub FC Chelsea. Seitdem hat er geschätzte rund eine Milliarde Euro in den Verein, hauptsächlich für Ablösesummen und Gehälter, investiert. (Stand 2010).[8] Er ist häufig an der Stamford Bridge zu sehen, besucht aber auch Auswärtsspiele des FC Chelsea, zum Beispiel in der Champions League. Zudem verfügt er durch seinen Minderheitsanteil an Sibneft über geringe Anteile am russischen Club ZSKA Moskau. Außerdem konnte er den niederländischen Erfolgsfußballtrainer Guus Hiddink überreden, die russische Fußballnationalmannschaft ab 2006 zu trainieren.[9]

Abramowitsch ist unter anderem Eigner von drei Yachten: Der Bau der Mega-Yacht Pelorus auf der in Bremen-Vegesack/Lemwerder beheimateten Werft Lürssen[10], die ehedem von dem saudischen Staatsmann Al Sheik Modhassan in Auftrag gegeben wurde, kostete 254 Millionen Euro. 2004 folgte ein 12 Millionen Euro teurer Umbau mit anschließender Neulackierung (markant: Rumpf sandfarben, Aufbau reinweiß) auf der Hamburger Werft Blohm + Voss. Mit ihren 115 Metern Länge liegt sie unter den größten Yachten der Welt auf Platz 13 (Stand 1. August 2007), direkt gefolgt von Abramowitschs 108,3 Meter langen Yacht Le Grand Bleu, die er jedoch im Juni 2006 an seinen Freund Jewgeni Schwidler verkauft hat.[11] Außerdem besitzt er noch die 85,95 Meter lange l'Ecstasea, gebaut 2001 bei Feadship-Royal van Lent. Sie liegt derzeit auf Platz 29 im der Superyacht-Tabelle (gemessen nach Länge) und erreicht mit einer umgebauten Flugzeugturbine einer Boeing 737, eine Spitzengeschwindigkeit von 36 Knoten. Nach dem Verkauf der „Le Grand Bleu“ hat Abramowitsch eine neue Mega-Yacht erworben: Die Eclipse (Projekt M147) wurde von Hermidas Atabeyki[12] entworfen und wird bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut. Das Schiff soll nach seiner Fertigstellung 2008 mit 155 m Länge eine der größten Yachten der Welt werden. [13]

Er besitzt als Privatperson und Nicht-Staatsmann, weltweit das größte zivil genutzte Passagierflugzeug, die zweistrahlige Boeing 767-300 ER mit der Kennung P4-MES, lediglich der Sultan von Brunei besitzt eine größere Boeing 747. Ferner besitzt er zwei U-Boote, die 16,9 und 3,9 Millionen Euro gekostet haben, bei 1,3 Millionen pro Jahr Unterhalt.

Seit 2004 besitzt er das Château de la Croë in Antibes das er aufwendig renovieren ließ.[14]

Dann im Jahre 2008 erwarb er die in unmittelbarer Nachbarschaft liegende "Villa La Leopolda", ein vom ehemaligen König von Belgien - Leopold - in Auftrag gegebenes Refugium, für über 310 Millionen Euro.

2008 kaufte er die Gemälde von Francis Bacon „Triptych“ (1976), für 57,2 Millionen Euro und „Benefits Supervisor Sleeping“ von Lucian Freud für 22,36 Millionen Euro. Abramovitschs Freundin, Daria Zhukova, wird im September 2008 in Moskau eine Kunstgalerie eröffnen.[15]

Familie

Abramowitsch war von 1987 bis zur Scheidung 1989 mit Ehefrau Olga verheiratet, die ein Kind mit in die Ehe brachte. Im Jahre 1991 heiratete er Irina, eine Aeroflot-Stewardess, mit der er fünf Kinder hat. Die Zeitung „News of the World“ berichtete am 15. Oktober 2006, daß Fotoreporter aufgedeckt hätten, daß Abramowitsch eine kurze Beziehung mit einer 23jährigen habe. Seit März 2007 ist er von seiner zweiten Frau Irina geschieden. Seine derzeitige Freundin heißt Daria Zhukova[16].

Literatur

  • Dominic Midgley: Der Milliardär aus dem Nichts – Roman Abramowitsch. Biografie, Murmann-Verlag, 2005, ISBN 3-938017-30-9

Verweise

Fußnoten