Rosch, Karl-Heinz

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Karl-Heinz Rosch (1926–1944)

Karl-Heinz Rosch (Lebensrune.png 3. Oktober 1926 in Meißen, Deutschland; Todesrune.png gefallen 6. Oktober 1944 in Goirle, Niederlande) war ein deutscher Soldat der Wehrmacht im Rang eines Kanoniers der Luftwaffen-Artillerie während des Zweiten Weltkrieges.

Leben

Seine Jugendzeit verbrachte Karl-Heinz Rosch bei seinem Großvater in Nerchau bei Dresden. Dort besuchte er ein Gymnasium. Im Jahr 1944 wurde er von der Schule eingezogen und bekam eine militärische Ausbildung von sechs Wochen. Dann mußte er an die Front. Mit fünf anderen jungen reichsdeutschen Soldaten wurde er auf einem Bauernhof in Goirle, südlich von Tilburg, Niederlande, einquartiert. In der Nähe dieses Bauernhofes war ihr Geschütz aufgestellt worden. Seinen 18. Geburtstag feierte er dort, mitten im Frontgebiet, am 3. Oktober 1944. An diesem Tag verschickte er zudem einen Brief an seine Familie, der für sie zu einem letzten Lebenszeichen des jungen Artilleristen wurde.

Vorne auf dem Friedhof, links der Mitte wurden die beiden jungen Artilleristen Karl-Heinz Rosch und Rudi Meinel beerdigt.

Der Bauernhof der Großeltern Kilsdonk befand sich an der Sankt-Jakobs-Bahn (ndl: Sint Jacobsbaan),[1] einem alten Pilgerweg und zu dieser Zeit wichtigen Verbindungsweg nach Belgien, der seitens mehrerer eingesetzter reichsdeutscher Kampfgruppen verteidigt und gehalten werden sollte. Die englischen Truppen hatten bereits Hilvarenbach, Poppel und Neukirch (Brabant) erobert und fingen am 6. Oktober mit dem Beschuß Goirles an; einem Beschuß, der drei Wochen dauern sollte. Gerade einige Tage zuvor hatte der Sohn Kilsdonk mit seiner Frau und den gemeinsamen Kindern in dem Bauernhof eine Unterkunftsstätte gefunden, da sein eigener Hof in Alphen während eines alliierten Angriffes in Schutt und Asche gelegt worden war. Unter den Enkelkindern waren die sechsjährige Toos und der vierjährige Jan.

Der 6. Oktober 1944

Am Freitagmittag, dem 6. Oktober, hörten die jungen auf dem Hof einquartierten Soldaten Explosionen, als die Alliierten ihr Geschütz unter Feuer nahmen. Da sie ebenfalls unter Beschuß kamen, liefen sie zu dem Geschütz. Karl-Heinz jedoch sah, wie die Kinder der Bauernfamilie, Jan und Toos, wie üblich bei dem Brunnen auf dem Hof spielten.

Rosch legte sein Gewehr ab, nahm die Kinder auf seine Arme und brachte sie zu ihrer Mutter an die Tür.[2]

Karl-Heinz Roschs Grab

Tod

Sofort nach der Rettung der Kinder ging er zurück, um sein Gewehr wieder aufzunehmen. An dem Ort, wo er es abgelegt hatte, wurde er dann tödlich von einer alliierten Granate getroffen. Sein gerade 18jähriger Körper wurde völlig zerrissen. Durch sein Verhalten hatte er das Leben der Kinder Kilsdonk gerettet, sein eigenes dafür geopfert.

Der 14jährige Leo Vermeer, Sohn des Bauern eines Nachbarhofes, wurde Augenzeuge seines Todes. Aus 150 Metern Entfernung beobachtete er zudem, wie die anderen Soldaten später die Leichenteile aufsammelten und nahe dem Bauernhof begruben. Vier junge Deutsche müssen es gewesen sein, da an diesem 6. Oktober auch der junge Artillerist Rudi Meinel ums Leben kam, der im November seinen 18. Geburtstag hätte feiern sollen.

Die überlebenden Kameraden der Kampfgruppe fertigten eine genaue Skizze an, die es Karl-Heinz’ Vater im Jahr 1947 ermöglichte, den Bauern Chris Vermeer in Goirle zu besuchen. Dessen Sohn Leo Vermeer kannte Karl-Heinz Rosch nur flüchtig, pflegte jedoch sein Grab, bis seine Gebeine im Jahr 1947 auf dem großen Deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn (Niederlande) beerdigt wurden.

Neben Karl-Heinz Rosch wurde auf dem Deutschen Soldatenfriedhof im Jahr 1948 sein Kamerad Rudi Meinel beigesetzt.

Ehrerweisung

Hauptartikel: Karl-Heinz-Rosch-Denkmal

Das Karl-Heinz-Rosch-Denkmal ist ein Mahnmal in Form einer Statue zu Ehren des gleichnamigen jungen Wehrmachtsoldaten. Das Denkmal befindet sich im Vorgarten des hehren Stifters Leo Vermeer im heutigen niederländischen Ort Riel.

Die Familie Rosch

Karl-Heinz Roschs Vater, Felix Rosch, lebte bis 1961 in Dresden, siedelte dann nach Köln in die BRD über. Sein Bruder, Diethelm Rosch, lebt in Bad Münster in der Eifel. Die Familie Rosch erhielt 1944 die Nachricht, ihr junges Kind sei „von einem Granatsplitter getroffen, in den Armen eines Kameraden, den Heldentod für Deutschland gestorben“. Als Roschs Vater in den siebziger Jahren von Vertretern der Stadt Goirle eingeladen wurde, konnten sie ihm in Bezug auf den Tod seines Sohnes keine Einzelheiten mitteilen. Erst als am Anfang des neuen Jahrhunderts ein Bruder von Karl-Heinz Rosch in Goirle weilte, erfuhr er von den genauen Umständen. Dabei wurde ihm auch dessen Wehrmachtshelm überreicht. Leo Vermeers Bruder benutzte ihn zuvor mehr als ein halbes Jahrhundert lang als Behälter für das Futter der Hühner auf seinem Hof.

Die Bauernhöfe Kilsdonk und Vermeer

Aufgrund eines Artikels der Goirler Wochenzeitung aus dem Jahr 2004, in dem mit Toos Kilsdonk geredet wird, läßt sich feststellen, daß der Bauernhof ihrer Großeltern sich immer noch an der Sankt-Jakobs-Bahn befindet. Der Bauernhof der Familie Vermeer läßt sich hingegen nicht mehr auffinden. Er soll sich jedoch westlich der heutigen Wegkreuzung des Hoogeindseweg und des Nieuwe Rielseweg befunden haben, ein wenig nördlich des noch vorhandenen Bauernhofes im Hoogeindseweg Nr. 5. Schaute man, so wie einst Leo Vermeer, von dort 150 Meter nach Westen, sah man die Bauernhöfe in der Sankt-Jakobs-Bahn. In der besagten Bahn befinden sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts zwei ehemalige Höfe: ein südlich und ein mehr nördlich an der Abzweigung der Straße Putven gelegenes Anwesen. Das nördliche Anwesen hat eine Scheune und einen Garten an seiner Ostseite, die Leo Vermeer damals einen leichten Einblick in die Kriegsvorgänge ermöglicht haben können.

Der nördlich gelegene Bauernhof ist deshalb als damaliges Wohnhaus der Familie Kilsdonk und somit als Ort der beschriebenen Geschehnisse zu sehen.

Die Bauernhöfe an der Goirler Sankt-Jakobs-Bahn

Verweise

Fußnoten

  1. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich an dieser Stelle das Goirler Viertel De Hellen.
  2. Aus einem Gespräch im Jahr 2004 mit Toos Kilsdonk geht hervor, daß sie und ihr kleiner Bruder von Karl-Heinz Rosch in den Keller verbracht wurden, wo ihm die Mutter eine Tasse Kaffee anbot, die er rasch zu sich nahm, um dann wieder treppauf zu gehen.
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