Diesel, Rudolf

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Dr.-Ing. h. c.[1] Rudolf Diesel

Rudolf Christian Karl Diesel (Lebensrune.png 18. März 1858 in Paris; Todesrune.png verschollen 29. September 1913, zuletzt lebend an Bord eines Schiffes im Ärmelkanal gesehen) war ein deutscher Ingenieur und der Erfinder des Dieselmotors.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Dieselmotor; 1900 wurde dieser mit dem „Grand Prix“ auf der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet.
Rudolf Diesel mit Familie und Besuchern (Edouard Sauvage, Professor an der Ecole des Mines und Frederic-Charles Dyckhoff[2]) in der Giselastraße, München 1897

Rudolf Diesel wurde am 18. März 1858 als zweites Kind von Theodor Diesel (1830–1911) und dessen vier Jahre älterer Ehefrau Elise (1826–1897) in der Rue Notre Dame de Nazareth Nr. 38, einer schmalen Straße unweit des Place de la République in Paris geboren. Der gelernte Buchbinder Theodor Diesel war etwa zehn Jahre zuvor aus Augsburg aus Liebe fortgezogen, weil er in Paris seine spätere Ehefrau Elise Strobel kennengelernt hatte, der Tochter eines Nürnberger Gürtlermeisters und Galanteriewarenhändlers, die sich nach der Auflösung des väterlichen Geschäftes als Hausdame und Gesellschafterin durchgeschlagen hatte. In Paris arbeitete Theodor Diesel zunächst in einer Lederwarenfabrik und richtete dann selbst einen kleinen Betrieb zur Herstellung von Lederwaren ein. Als Frankreich wegen des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) alle Ausländer auswies, zogen sie für die Dauer des Krieges nach London.

Sohn Rudolf wächst auf in einer Zeit technischer und gesellschaftlicher Veränderungen: Heißluftballone, Luftschiffe, die ersten Gas- und Ottomotoren, Photographie, Chemie, Elektrizität, moderne Physik. Die Welt ist auf dem Weg der Technisierung und Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche. Aus finanziellen Gründen schickten die Diesels den zwölfjährigen Rudolf einige Wochen später allein zu seinem Onkel Christoph Barnickel und seiner Tante Barbara („Betty“) nach Augsburg. Rudolf Diesel besuchte in Augsburg die Königliche Kreis-Gewerbsschule. Nachdem er 1873 die Gewerbeschule als Jahrgangsbester abgeschlossen hatte, wechselte er zur neu gegründeten Industrieschule in Augsburg, und 1875 immatrikulierte er sich als Stipendiat an der Königlich Bayerischen Technischen Hochschule in München, die er im Januar 1880 mit der besten Leistung seit Bestehen der Hochschule abschloß.

Leistungen

Diesel studierte ab 1875 Maschinenwesen an der Königlich Bayerische Technische Hochschule München, war unter anderem seit 1877 Mitglied des Akademischen Maschinen-Ingenieur-Vereins München, 1912 wurde er zum Ehrenmitglied genannt.

Im Februar 1881 traf sich Rudolf Diesel mit Heinrich Buz, dem Direktor der Maschinenfabrik Augsburg (ab 1908: Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG, MAN) und vereinbarte mit ihm eine Zusammenarbeit beim Bau einer Versuchsanlage für die Herstellung von Klareis in Flaschen. Für das Verfahren erhielt Rudolf Diesel am 24. September ein kaiserliches und am 24. Oktober ein französisches Patent. Zwei Jahre später wurde die Anlage in Paris fertiggestellt.

In einer 1893 veröffentlichten Schrift mit dem Titel „Theorie und Construktion eines rationellen Wärmemotors zum Ersatz der Dampfmaschine und der heute bekannten Verbrennungsmotoren“ legte Rudolf Diesel seine Idee einer „neuen rationellen Wärmekraftmaschine“ dar, für die er am 27. Februar 1892 Patentschutz angemeldet hatte und ein Jahr später rückwirkend erhielt.

Wie beim Ottomotor liefert auch beim Dieselmotor die chemische Energie des Treibstoffes Wärmeenergie (Verbrennung), die einen Kolben in einem Zylinder bewegt und auf diese Weise in mechanische Energie weiterverwandelt wird. Die beiden Motorarten unterscheiden sich vor allem in der Art der Gemischbildung und Zündung. Der Dieselmotor saugt im ersten Takt statt eines brennbaren Luft-Benzin-Gemisches nur Luft an, die bei der Abwärtsbewegung des Kolbens im zweiten Takt verdichtet und dadurch stark erhitzt wird. Erst jetzt erfolgt die Einspritzung des öligen Kraftstoffes, der sich aufgrund der hohen Temperatur von selbst entzündet.

Die Explosion treibt den Kolben wieder zurück (Arbeitstakt), und mit der gegenläufigen vierten Bewegung stößt der Kolben das verbrannte Luft-Treibstoff-Gemisch aus. Dann beginnt der Zyklus von vorn. Beim Dieselmotor sind also weder Zündanlage noch Vergaser erforderlich. Um so komplizierter ist allerdings die Einspritzanlage. Dieselmotoren laufen nicht mit Benzin, sondern mit einem billigeren Zwischenprodukt der Erdölraffinerien, einem Leichtöl, das nach dem Erfinder des Motors „Diesel“ genannt wird.

Zitate

  • „Nein, was machten wir bei unserem Abschied aus Italien für einen Staub. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben nicht wieder erlebt. Mehliger Kalkstaub lag fünf Zentimeter dick auf der Straße. Darauf jagte Georg, was der Wagen hergab, durch das Tal der Piave, und hinter uns breitete sich ein ungeheurer Kegel aus. … Wir entsetzten die Fußgänger wie mit einem Gasangriff, ihre Gesichter verzerrten sich, und wir ließen sie zurück in einer formlos gewordenen Welt, in der weithin Feld und Baum unter einer trockenen Puderschicht alle Farbe verloren hatte.“ — Tagebuchnotiz Rudolf Diesels über eine Autofahrt im Piavetal im Jahr 1905[3]

Tod

Am 29. September 1913 ging Rudolf Diesel in Antwerpen an Bord des britischen Fährschiffs Dresden, um nach Harwich überzusetzen und später in London an einem Treffen der Consolidated Diesel Manufacturing Ltd. teilzunehmen. Er rechnete sogar mit einem Empfang beim britischen König Georg V. Sein Verschwinden in der Nacht vom 29. bis 30. September und vermutlich sein Tod auf hoher See bleiben bis heute mysteriös.

„Zum Abendessen trifft er sich mit seinem belgischen Freund Carels und dessen Chefkonstrukteur. Alles, was heute über die letzten Stunden vor Diesels Verschwinden bekannt ist, entstammt den Aussagen dieser beiden Begleiter. Im deutschen Generalkonsulat in London berichten sie von den heiteren Stunden, die sie gemeinsam mit Diesel an Bord verbrachten, der sich voller Zuversicht und Tatendrang gezeigt habe. Er war auch nicht seekrank, die See sei völlig ruhig gewesen. Nach dem Abendessen promenierten sie noch etwas an Deck, um sich dann gegen 22 Uhr zu trennen. Über Diesels Verschwinden geben sie dem Generalkonsul zu Protokoll: ‚Herr Dr. Diesel ging in seine Kajüte, nachdem er den Steward beauftragt hatte, ihn am Morgen um 6.15 Uhr zu wecken. Wir standen um die gleiche Zeit auf und wunderten uns, als wir angekleidet waren, daß Herr Diesel noch nicht aus seiner Kajüte gekommen war. Da wir ihn auch im Frühstückssaal nicht fanden, klopften wir an seine Kajütentür. Da wir keine Antwort erhielten, traten wir ein und sahen, daß das Bett nicht berührt war. Sein Nachthemd lag gefaltet auf dem Bett und seine Reisebedarfssachen waren, soweit wir sehen konnten, alle vorhanden.‘ Diesels Verschwinden ist gleich nach der Ankunft der „Dresden“ dem deutschen Vizekonsul in Harwich gemeldet worden. Der veranlasste eine sofortige Durchsuchung des Schiffes. Dabei wird auch die Kabine inspiziert, in der Rudolf Diesel seine Taschenuhr so aufgehängt hatte, dass er beim Erwachen gleich darauf sehen könnte. Im Schloss seines Koffers steckt noch der Schlüssel. Als ob er während des Öffnens unterbrochen worden wäre. Zehn Tage später sichtet die Besatzung eines niederländischen Lotsenbootes bei schwerer See zwischen den Schelde-Inseln Noordland und Schouwen einen Toten im Wasser. Die Leiche ist stark verwest, wird deshalb nicht geborgen. Lediglich den Inhalt der Taschen, eine Pastillendose, ein Portemonnaie, ein Taschenmesser und ein Brillenetui nehmen die Seeleute an sich. Auf der Polizeiwache in Vlissingen werden die Gegenstände dem jüngsten Sohn Diesels vorgelegt, der die Sachen seines Vaters gleich erkennt. Nun ist klar, dass Rudolf Diesel zwischen 22 Uhr des 29. und sechs Uhr des 30. September 1913 über Bord gegangen sein muss.“[4]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Eugen Diesel: Rudolf Diesel, in: Hermann Heimpel, Theodor Heuss, Benno Reifenberg (Hrsg.): Die großen Deutschen. Deutsche Biographie. Fünf Bände, Prisma Verlag, Gütersloh, 1978, 3.700 Seiten [Nachdruck der überarbeiteten Ausgabe von 1966 des 1956 neu aufgelegten gleichnamigen Werkes von Willy Andreas u. Wilhelm von Scholz aus den Jahren 1935–1937], Bd. 4, S. 166–174
  • Johannes Lüders: Der Dieselmythus: quellenmässige Geschichte der Entstehung des heutigen Ölmotors, 1913 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verfilmung

Verweise

Fußnoten

  1. Ehrendoktorwürde der Technischen Universität, München 1907
  2. Nachdem Frédéric Charles Dyckhoff 1897 mit Rudolf Diesel die Société Française des Moteurs R. Diesel gegründet hatte, rüstete er 1903 das erste Schiff mit einem Dieselmotor aus.
  3. zitiert nach: Wolfgang Sachs: Die Liebe zum Automobil. Ein Rückblick in die Geschichte unserer Wünsche. Reinbek, 1984
  4. Wie Rudolf Diesel starb – Der Antrieb des Herrn Diesel, Der Tagesspiegel, 22. September 2013
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