Heuss, Theodor

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den ersten deutschen Bundespräsidenten. Weitere Bedeutungen unter Theodor Heuss (Auswahlseite).


Professor Dr. Theodor Heuss

Theodor Heuss (Lebensrune.png 31. Januar 1884 in Brackenheim; Todesrune.png 12. Dezember 1963 in Stuttgart) war ein deutscher Politiker und Publizist. Er war von 1949 bis 1959 der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Werdegang

Theodor Heuss’ Grab
Stuttgart-Degerloch, Waldfriedhof
Inschrift des Grabsteins

Theodor Heuss, geboren am 31. Januar 1884 in Brackenheim, ev., war der jüngste der drei Söhne des späteren Leiters des Heilbronner Tiefbauamtes, des Straßenbauingenieurs Louis Heuss. Von 1892 bis zum Abitur 1902 besuchte er das humanistische Karlsgymnasium in Heilbronn und studierte dann in München und Berlin von 1902-1905 Nationalökonomie und Kunstgeschichte. Im Herbst 1905 promovierte er in München bei Lujo Brentano mit einer Arbeit über den Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn zum Dr. rer. pol.

Wirken

Bereits als Schüler und Student hatte sich Theodor Heuss dem „Nationalsozialen Verein“ Friedrich Naumanns angeschlossen (der verfocht den Gedanken eines von Deutschland geführten Großraumes »Mitteleuropa«) und sich journalistisch betätigt. Noch vor Abschluß seiner Promotion wurde er 1905 von Naumann nach Berlin geholt, um hier den kulturell-literarischen Teil von Naumanns Zeitschrift „Die Hilfe“ redaktionell zu betreuen. Später war er auch für den politischen Teil der Zeitschrift mitverantwortlich. 1912 wurde Theodor Heuss Chefredakteur der „Neckarzeitung“ in Heilbronn und redigierte hier bis 1918 außerdem die Kunst-und Kulturzeitschrift „März“.

1915 erscheint Heuss' Werk »Kriegssozialismus«. 1924 bis 1928 saß er als Abgeordneter der DDP, 1930 bis 1933 als Parlamentarier der Deutschen Staatspartei im Reichstag. 1932 erschien seine Schrift »Hitlers Weg«, die seinerzeit als Versuch einer Verbindung zwischen Naumann und Nationalsozialismus begriffen wurde. 1933 stimmte er im Reichstag dem Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich zu. 1933 bis 1936 fungierte er als Herausgeber der Zeitschrift »Die Hilfe« und war Lehrkraft für staatsrechtliche, parlamentarische und geschichtliche Vorlesungen an der Wehrmachtakademie. Theodor Heuss verfaßte zahlreiche Bücher, war regelmäßiger Mitarbeiter der »Frankfurter Zeitung« und sogar der führenden Wochenzeitung »Das Reich«.

In seiner Amtszeit als erster Bundespräsident 1949 bis 1959 meinte er gleichwohl, die Deutschen sollten sich für das vor 1945 Geschehene »kollektiv schämen« und setzte sich »voll und ganz« (so Nahum Goldmann) für die „Wiedergutmachung“ ein. Wenig ruhmvoll war seine Haltung zum Lied der Deutschen, das er als Nationalhymne zunächst ablehnte. Seine Amtsführung allerdings war menschlich schlicht und in einem vorbildlichen Sinne liberal.

Als Mitherausgeber (mit Hermann Heimpel und Benno Reifenberg) des Nachkriegs-Sammelwerks „Die großen Deutschen“ (1956/57), ließ er es zu, daß entscheidende Namen fehlten und damit ein recht einseitiges Bild der deutschen Geschichte und Geistesgeschichte aus verkürzter Perspektive entstand.[1]

Familie

Theodor Heuss war mit Elly Heuss-Knapp verheiratet.

Zitate

  • „Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung war nicht München, sondern Versailles, Hitler wurde in Versailles geboren.“
  • „Einige der Leute, die auf der Liste stehen, sind ja menschlich keine schlechte Nachbarschaft, aber daneben findet sich auch das entwurzelte jüdische Literatentum, gegen das ich durch all die Jahre gekämpft habe, und das ist weniger schön, mit diesen in die Geschichte einzugehen.[2]

Mitgliedschaften / Ämter

Als Politiker gehörte er der Fortschrittlichen Volkspartei, der DDP und nach dem Zweiten Weltkrieg der DVP an. Mit der Gründung der FDP 1948 wurde er deren Vorsitzender und war Mitglied im Lions Clubs International.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
  • Bundesverdienstkreuz (Sonderstufe des Großkreuzes)
  • Verdienstorden der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette)
  • Träger des Falkenordens
  • Ehrenbürger von Stuttgart

Siehe auch

Fußnoten

  1. Heuss hatte sich 1958 mit Hans W. Hagen in den „Klüter Blättern“ wegen der „Großen Deutschen“ eine Auseinandersetzung geliefert.
  2. Theodor Heuss in einem Brief an Friedrich Mück vom 7. Mai 1933, anläßlich des Vorfindens seines Namens auf der Liste der zu verbrennenden Literatur. Die Bonner Studentenschaft erstellte zum Ausdruck des Widerstebens, der in den Schriften festgehaltenen Anschauung, solche Listen, welche eine rein symbolische Verbrennung der Literatur zum Zweck hatten.