Rummelsburg (Ortsteil)

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Berlin-Rummelsburg

Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Lichtenberg
Einwohner: 20.386
Bevölkerungsdichte: 4.077 Ew. p. km²
Fläche: 5 km²
Postleitzahl: 10317
Berlin-Rummelsburg befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Berlin

Rummelsburg ist ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Lichtenberg von Berlin.

Geschichte

Das erste Gebäude Rummelsburgs war eine Ziegelei, die sich ab 1669 am Ufer des Rummelsburger Sees (damals Stralauer See) befand. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine Meierei, die zunächst als Charlottenhof bezeichnet wurde. Nach 1775 sind ebenfalls Fischereien und Gärtnereien nachgewiesen. Als die Meierei vom Weinhändler Johann Jakob Rummel gekauft und in ein Wirtshaus umgewandelt wurde, nannte er sie Rummelsburg. Dieser Name übertrug sich auf die entstehende Ansiedlung.

1861 wurde Rummelsburg, bis dahin Exklave Berlins im Kreis Niederbarnim, dem Gutsbezirk Boxhagen eingegliedert. Im Jahr 1859 wurde hier das Friedrichs-Waisenhaus eröffnet, 1867 die Gesellschaft für Anilinfabrikation mbH gegründet, der Vorläufer der Agfa. Zwischen 1872 und 1875 entstand die – teilweise von englischen Bauingenieuren errichtete – Victoriastadt, 1877 bis 1879 das städtische Arbeitshaus Rummelsburg (später Gefängnis Rummelsburg). Zwischen 1890 und 1892 wurde die evangelische Erlöserkirche erbaut.

Am 30. Januar 1889 wurde der Gutsbezirk aufgelöst und die eigenständige Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg gebildet, die nun aus vier Siedlungskernen bestand – dem Boxhagener Vorwerk mit seiner Siedlungskolonie, den Etablissements von Rummelsburg, der Kolonie Victoriastadt und der Kolonie Lichtenberger Kietz. Begünstigt durch die Anlage des Bahnhofs Stralau-Rummelsburg im Jahre 1882 (heute Bahnhof Ostkreuz) kam es in den folgenden Jahren zu einem raschen Wachstum von Wohn- und Industriebebauung.

Die Einwohnerzahlen im 19. Jahrhundert steigerten sich mit der raschen industriellen Entwicklung von 1875 mit 2.135 auf rund 20.000 im Jahre 1895.

1912 kam Boxhagen-Rummelsburg zur Stadt Lichtenberg und mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 in den Bezirk Lichtenberg der Hauptstadt Berlin.

Vom 21. Mai 1927 bis in die 1950er-Jahre befand sich in der Köpenicker Chaussee 1–4, unmittelbar am Rummelsburger See, das „Städtische Flußbad Lichtenberg“. Neben 26.000 m² Sandstrand befanden sich hier ein kleineres Schulbecken, ein großes Sportbecken (25 × 100 m) und eine kleineres Warmbecken, dessen Wasser in der kühleren Jahreszeit mit der Abwärme des benachbarten Kraftwerks Klingenberg erwärmt wurde. Ein viertes Becken war dem Zehnmeter-Sprungturm vorbehalten. Die Gesamtfläche des Bades umfaßte 50.000 m².

Bei einer Neugliederung des Bezirkes 2002 (ein Jahr nach der Berliner Bezirksreform) wurde Rummelsburg zu einem eigenständigen Ortsteil. Dieser erstreckt sich seither mit dem Gebiet um die Weitlingstraße bis zum Bahnhof Lichtenberg. Hier dominiert Wohnbebauung aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Jahr 2000 entstand am Ufer der Spree und des Rummelsburger Sees ein neues Wohngebiet, die Wasserstadt Rummelsburg. Dabei wurden auch ältere Gebäude, wie etwa die Arbeitshäuser in der Hauptstraße, mit einbezogen.

Bebauung

Der Ortsteil ist langgestreckt zwischen der Ringbahn um den Bahnhof Ostkreuz im Nordwesten und dem Blockdammweg im Südosten und grenzt im Süden an die Spree und ihren Ausläufer, den Rummelsburger See (auch Rummelsburger Bucht). Der Ortsteil wird von der breiten Trasse der Hauptstraße/Köpenicker Straße und der Eisenbahnstrecke nach Frankfurt (Oder) durchzogen. Ein echtes Ortszentrum gibt es nicht.

Im Nordwesten des Ortsteils liegt das gründerzeitliche Wohngebiet Victoriastadt. Daran anschließend herrscht um den Bahnhof Berlin-Rummelsburg und die Fischerstraße lockere Bebauung vor. An den Ufern des Rummelsburger Sees entstand in den letzten Jahren, teilweise unter Einbeziehung alter Bausubstanz, die Wasserstadt Rummelsburg. Weiter in Richtung Südosten dominiert Industriebebauung und das ausgedehnte Betriebsgelände des Betriebsbahnhof Rummelsburg der Bahn, in dem Fernzüge gewartet werden.

Eines der Wahrzeichen des Ortsteils ist das im Südosten Rummelsburgs nahe der Spree gelegene Elektrizitäts- und Heizkraftwerk Klingenberg, benannt nach dessen Konstrukteur, dem Elektroingenieur Georg Klingenberg. Es wurde 1925/1926 errichtet und galt lange als die größte und modernste Anlage Europas. Es stellt auch heute einen Großteil der Energieversorgung der Stadt Berlin.

Der Ortsteil hat Anschluß an das Berliner S-Bahnnetz mit den Bahnhöfen Rummelsburg, Betriebsbahnhof Rummelsburg, Nöldnerplatz und Lichtenberg (auch Regionalverkehr und U-Bahn). Der S-Bahnhof Ostkreuz liegt am Rande des Ortsteils. Außerdem wird das Gebiet von der Straßenbahnlinie 21 und mehreren Buslinien erschlossen.