Hohenschönhausen (Alt)

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Alt Hohenschönhausen

Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Lichtenberg
Einwohner (2008): 42.189
Bevölkerungsdichte: 4.687 Ew. p. km²
Fläche: 9 km²
Postleitzahl: 13053, 13055
Alt Hohenschönhausen befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Berlin

Alt-Hohenschönhausen ist ein Ortsteil von Berlin im Bezirk Lichtenberg. Bis zur Bezirksreform 2001 war er ein Teil des Bezirks Hohenschönhausen. Die Ortsteilbildung mit der Bezirksreform brachte 2002 eine Differenzierung in Alt- und Neu-Hohenschönhausen.

Lage

Alt-Hohenschönhausen befindet sich im Nordosten Berlins auf der Barnim-Hochfläche. Westlich des Ortsteils liegt Niederschönhausen. Hohenschönhausen wird im Norden begrenzt durch den Ortsteil Wartenberg, im Osten durch den Ortsteil Marzahn im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, im Süden durch den Ortsteil Lichtenberg und im Westen durch die Ortsteile Fennpfuhl sowie Weißensee im Bezirk Pankow.

Geschichte

Älteste Zeit

Die ältesten Siedlungsfunde auf Hohenschönhauser Gebiet stammen aus der Bronzezeit. Entsprechend der Besiedlung des Berliner Raumes könnten Menschen bis um 10.000 v. Chr. hier gelebt haben. Das Gebiet war in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung vor allem von Sprewanen und Hevellern besiedelt.

Hohenschönhausen wurde um 1200 als ein typisches Straßendorf angelegt. Die Kolonisatoren kamen vermutlich aus der Gegend von Schönhausen in der Altmark. 1230 begann der Bau der spätromanischen Dorfkirche, die heute das älteste noch existierende Gebäude des Ortsteils ist.

Der erste sichere schriftliche Beleg stammt aus dem Jahr 1352, in der der „rector ecclesie in alta schonehusen“, also der Pfarrer der Kirche von Hohen Schönhausen Heinrich Billerbeck in einer in Templin ausgestellten Urkunde erwähnt wird. Billerbeck entlarvte in einem Prozeß einen falschen Woldemar, der sich als den 1320 für tot erklärten Markgrafen Woldemar von Brandenburg ausgab. 1539, dem Jahr der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg, übernahm Hohenschönhausen den häretischen Glauben, die umliegenden Dörfer folgten etwa zur gleichen Zeit.

Im 16. Jahrhundert wurde der brandenburgische Adel von den Getreidezöllen befreit. In der Folgezeit strebte der Adel die Vergrößerung seiner Eigenbetriebe an. Dies geschah vor allem durch das sogenannte „Bauernlegen“, das heißt, die Bauern gerieten zunehmend in die Abhängigkeit der Dorfherren, was den sozialen Niedergang der Bauern bedeutete. Die Röbels hingegen profitierten von den neuen Umständen und bauten ihren Herrschaftssitz in Hohenschönhausen aus. Der neu errichtete Sitz nahm den Grund des Schulzengerichts und eines ehemaligen Bauernhofes ein. Spätestens seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts handelt es sich um einen massiven Steinbau, das Schloß Hohenschönhausen.

Neuere Zeit

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf ab 1626 in Mitleidenschaft gezogen. Neben den hier durchziehenden Schweden plünderten auch die kaiserlichen Truppen unter Wallenstein Hohenschönhausen und die umliegenden Ortschaften. Selbst die Dorfkirche wurde nicht verschont. In der gesamten Umgebung von Hohenschönhausen lag der Bevölkerungsverlust bei etwa 58 %.

Im Siebenjährigen Krieg litt das Dorf ein weiteres Mal. Nach der Niederlage Friedrich II. bei Kunersdorf marschierten erstmals russische als auch österreichische Truppen in Berlin ein. Die umliegenden Dörfer wurden dabei von beiden Truppen gleichermaßen geplündert, in Hohenschönhausen wiederum samt Kircheninventar. Die besorgten Dorfbewohner wandten sich daraufhin an den Weißenseer Landrat Carl Gottlob von Nüßler, einem engen Vertrauten des Königs, woraufhin dieser ihnen eine finanzielle Unterstützung von 450 Talern zukommen ließ, was etwa der Hälfte des Schadens entsprach. Der Gutsbesitzer, der seinen Verlust mit 105.000 Talern angab, ging dagegen leer aus.

Nochmals rund 50 Jahre später marschierten die nächsten Truppen durch den Berliner Raum, diesmal handelte es sich um die Grande Armée Napoléon Bonapartes, die sich bei der Besetzung Berlins von 1806 bis 1808 in den umliegenden Ortschaften wieder selbst versorgen mußte. Fünf Jahre später marschierten die französischen Truppen ein weiteres Mal durch den Berliner Raum, diesmal allerdings aus Rußland auf dem Weg nach Westen.

Im 19. Jahrhundert

Ab 1817 gehörten Gut und Dorf Hohenschönhausen zum Besitz von Christian Friedrich Scharnweber, der seinerzeit preußischer Staatsrat war. Unter ihm und seinen Nachfolgern kam es zum ersten größeren Wachstum des Dorfes entlang der ausfallenden Straßen und zur Anlage der ersten Kolonien, beispielsweise Neu-Hohenschönhausen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ortsteil) an der Straße nach Berlin oder die Wohnsiedlung Weiße Taube an der Landsberger Chaussee. Außerhalb der Siedlungen wurde vor allem Getreide angebaut und nach der Aufhebung des Mühlenzwangs 1810 auch vor Ort gemahlen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Entwicklung Hohenschönhausens rasant zu. In Berlin wurde in den 1870er-Jahren mit dem Bau einer städtischen Kanalisation nach Plänen von James Hobrecht begonnen, weit außerhalb der Stadtgrenzen wurden die dort produzierten Abwässer verrieselt, so auch in Hohenschönhausen. Die Rieselfelder wiederum konnten so eine Zeit lang zum Anbau von Nahrungsmitteln für den Berliner Markt verwendet werden. Daher stammt auch die saloppe Bezeichnung Hohenschöngrünkohl für die Gemeinde.

Ebenso war die nahe Lage an Berlin positiv für die spätere Entwicklung. Mit der Eröffnung des Zentralvieh- und Schlachthofes südlich der Landsberger Allee vergrößerte sich gleichzeitig die in der Nähe befindliche Kolonie Neu-Hohenschönhausen, um die dort arbeitenden Personen unterzubringen. 1871 entstand eine weitere Kolonie an der Westgrenze der Gemeinde, sie trug ab 1878 den Namen Wilhelmsberg. Das Umfeld dieser Kolonie war vor allem geprägt durch zahlreiche Kleingartenanlagen.

Die unter Suermondt am Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführten Infrastrukturverbesserungen brachten neue Siedler. Neben der mit dem Wasserwerk verbundenen Kanalisation erfolgte die weitgehende Pflasterung der Straßen als auch die Elektrifizierung. Im Handel waren um die Jahrhundertwende annähernd alle wichtigen Branchen vertreten: 1906 gab es fünf Bäckereien, acht Fleischer, fünf Molkereien, vier Schmieden, zwei Brauereien sowie mehrere Schlosser, Schuhmacher, Stellmacher, Schneider und Schankwirte für eine Bevölkerung von rund 5.000 Menschen. Für den Anschluß nach Berlin sorgte ab 1893 eine Pferdeomnibuslinie, 1899 wurde sie durch eine elektrische Straßenbahn ersetzt.

Während nördlich der Berliner Straße das Villenviertel vor allem für wohlbetuchte Personen ein Zuhause bot, entstanden südlich der Straße mit dem Märkischen Viertel mehrere Mietskasernen für die in Lichtenberg und Berlin tätigen Arbeiter.

Als Nachfolger von Suermondt und Große-Leege wurde 1905 Paul Koenig zum Gemeindevorsteher von Hohenschönhausen gewählt. In seine Amtszeit fällt die Anlage der Gartenstadt ab 1910 sowie der Neubau des Rathauses an der Hauptstraße 50 im Jahr 1911. Im gleichen Jahr erfolgte die Zusammenlegung von Gutsbezirk und Landgemeinde zur neuen Landgemeinde Berlin-Hohenschönhausen. Die politische Selbstständigkeit fand 1920 ihr Ende.

Eingemeindung nach Berlin

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz vom 1. Oktober 1920 wurde Hohenschönhausen rechtswidrig als Bestandteil Berlins dem Bezirk Weißensee zugeordnet. Obwohl der Ortsteil mit rund 6.700 Einwohnern der zweitgrößte des Bezirks war, fiel er im Gegensatz zu Weißensee mit über 45.000 Bewohnern vergleichsweise winzig aus.

Die 1920er-Jahre bedeuteten für Hohenschönhausen vor allem einen Aufschwung im Fürsorge- und Erholungsbereich. So entstanden infolge der wirtschaftlichen Krisen mehrere Schulspeisungsstellen, eine Warmwasserbadeanstalt, ein Kinderhort sowie eine vergleichsweise große Volksbücherei. Auf der anderen Seite wurden am Orankesee ein Freibad und mehrere Sportanlagen, vor allem für Fußball, angelegt.

Der NSDAP-Kreisverband gewann nach den ersten größeren Wahlerfolgen der Partei schnell neue Mitglieder. Die Ortsgruppe Hohenschönhausen wurde im Februar 1931 als eigenständige Sektion innerhalb der Stammortsgruppe Weißensee gebildet. Nach der Machtergreifung traten nochmals zahlreiche Bürger bei, die der neuen Politik positiv gegenüberstanden.

1934 entstanden die Wohnsiedlung Weiße Taube beiderseits der Landsberger Allee und um 1937 die Kriegsopfersiedlung am Malchower Weg, welche für invalide Teilnehmer des Ersten Weltkrieges vorgesehen war. Etwa zur gleichen Zeit entstand am Malchower See die Niles-Siedlung. Die seit 1920 in Weißensee ansässigen NILES-Werke waren zu jener Zeit darum bemüht, eine Stammbelegschaft an den Betrieb zu binden, eigens hierfür sollte die Werkssiedlung entstehen. Nur die Hälfte der ursprünglich bis Wartenberg geplanten, hufeisenförmig angelegten Siedlung wurde verwirklicht.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auch Hohenschönhausen mehrmals von angloamerikanischem Luftterror heimgesucht. Innerhalb der Ortsteile führten die „Luftschutzwarte“ Buch über die vermeldeten Fliegeralarme. Die Eintragungen des hiesigen Luftschutzwarts Franz Gröpler gehen von 1941 bis zum 17. April 1945. Der erste Einschlag wurde am 16. Januar 1943 gemeldet. Allein zwischen Januar und März 1945 wurden schließlich 93 Alarme verzeichnet. Die das Warnsignal abgebende Sirene befand sich auf dem Wasserturm am Obersee.

Neueste Zeit

Mit der Invasion der Sowjettruppen setzte der rote Terror ein, der noch Jahrzehntelang anhalten sollte. FAst ausnahmslos alles Grund- und persönliche Eigentum wurde geraubt bzw. vernichtet. Der Wohlstand der Bevölkerung fiel auf den Stand von 1648 zurück.

Während des Arbeiteraufstands vom 17. Juni 1953 kam es zu Arbeitsniederlegungen und Zusammenrottungen. Bis zum Mauerbau 1961 verließen unzählige Weißenseer den Bezirk Richtung Westberlin.

Bekannte, in Alt-Hohenschönhausen geborene Personen

  • Julius Große-Leege, Generalbevollmächtigter der „Grunderwerbs- und Baugesellschaft zu Berlin“
  • Paul Koenig, Gemeindevorsteher Hohenschönhausens von 1905 bis 1920
  • Hans Christoph von Röbel, Gutsherr von Hohenschönhausen, Wartenberg und Buchholz
  • Christian Dietrich von Röbel, Rittergutsbesitzer und Offizier

Sehenswürdigkeiten