Runge, Philipp Otto

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Philipp Otto Runge (Lebensrune.png 23. Juli 1777 in Wolgast; Todesrune.png 2. Dezember 1810 in Hamburg) war ein deutscher Maler. Er starb im Alter von nur 33 Jahren an Tuberkulose (oder Schwindsucht).

Leben

Im Jahre 1795 kam Runge nach Hamburg in das Geschäft seines älteren Bruders, wo er sich zum kaufmännischen Lehrling ausbilden ließ. Von 1799 bis 1801 studierte er dann an der Kunstakademie in Kopenhagen. Nach seinem Kunststudium wechselte Runge von 1801 bis 1803 nach Dresden und bildete sich bei Anton Graff fort. Durch seine Bekanntschaft mit Caspar David Friedrich erhielt er entscheidende Winke für die Gestaltung und Bildgebung seiner Landschaftsmalerei. Ende 1803 zog Runge, der 1801 geheiratet hatte, wieder nach Hamburg, setzte dort sein Malereistudium fort und war als freier Maler tätig. 1806 schrieb er zwei plattdeutsche Märchen auf („Vom Fischer und syner Fru“ und „Von dem Machandelboom“), die später in der Sammlung der Brüder Grimm erschienen. Runge stand im Briefwechsel mit Goethe und arbeitete an der „Zeitung für Einsiedler“ mit, die von Clemens von Brentano und Achim von Arnim herausgegeben wurde. Neben Portraits malte er auch vorzugsweise Kinder-, Jugend- und Familienbilder. Zudem hatte er sich bereits früh in der Kunst des Scherenschnittzeichnens geübt und sich hierbei insbesondere mit Blumen- und Pflanzenmotiven beschäftigt. Darüber hinaus verfaßte er eine Reihe von Gedichten zumeist christlichen Inhalts. Für ihn stellten alle Künste (Lyrik, Architektur, Malerei, Musik) eine Einheit dar, weshalb er auch seine Bilder nur in Verbindung mit entsprechenden Vorträgen in einem geeigneten Raum zeigen wollte.

Philipp Otto Runges Bild „Der kleine Morgen“ als Teil eines unvollendeten vierteiligen Bildzyklus mit dem Titel „Tageszeiten“ gilt als das repräsentativste Bild der frühen Romantik.


Bilderzyklus „Die Tageszeiten“:

Der Morgen Der Tag
Der Abend Die Nacht


Runge schuf auch die erste dreidimensionale Farbenlehre. Goethe schrieb an Runge dessen Farbenkugel betreffend im Jahre 1809:[1][2]

Runges Farbenkugel
„Sie haben mir, werthester Herr Runge, durch Ihren Aufsatz sehr viel Vergnügen gemacht: denn wie sehr meine Vorstellungsweise mit der Ihrigen zusammentrifft, ergiebt sich schon daraus, daß ich am Schlusse meines Entwurfs einer Farbenlehre einige früher mitgetheilte Blätter mit abdrucken ließ. Leider habe ich das Ganze noch nicht abschließen können, und so liegt denn eins mit dem andern noch im Verborgenen.
Desto angenehmer ist mir’s, wenn Sie die gegenwärtige Schrift je eher je lieber herausgeben, damit ich mich darauf beziehen könne. Sie enthält nichts, was sich nicht an die meinige anschlösse, was nicht in das von mir Vorgetragene auf eine oder die andre Weise eingriffe.
So wie ich meine Arbeit durch die Ihrige hie und da supplirt finde, so werden Sie auch sich wieder durch mich gefördert sehen, und es muß sich alsdann eine lebhafte Communication eröffnen. Wie angenehm ist mir’s, daß ich auch unter den Gleichzeitigen Gleichgesinnte nennen kann, die ich bisher mir unter den Abgeschiedenen aufsuchen mußte!
Goethe“.

Noch auf seinem Totenbett las Runge in der Farbenlehre von Goethe, um diesem Hinweise und Empfehlungen dazu geben zu können.


Einführung in Leben und Werk:[3]
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Achim von Arnim auf den Tod des Malers Runge:

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Verschiedenes

Runges Tod hängt unmittelbar mit der französischen Besatzung Deutschlands zusammen. Sein Bruder, der ihn allein wirtschaftlich unterstützte, mußte wegen der Kontinentalsperre das Geschäft aufgeben. So zog Not und Elend in die Familie ein, und die Erkrankung, die zum Tode Runges führte, war eine unmittelbare Folge davon.

Runges Bilder und seine anderen Werke waren seiner Zeit weit voraus. Sie scheinen allesamt anstatt um das Jahr 1800 erst mindestens 100 Jahre später entstanden zu sein. Drei seiner Bilder verbrannten beim Brand des Münchner Glaspalastes im Jahre 1931.

Kurze Einführung in sein Werk

Werke (Auswahl)

  • Farben-Kugel, oder, Construction des Verhältnisses aller Mischungen der Farben zu einander, und ihrer vollständigen Affinität mit angehängtem Versuch einer Ableitung der Harmonie in den Zusammenstellungen der Farben (1810) (PDF-Datei)
  • Hinterlassene Schriften, herausgegeben von dessen ältestem Bruder (Bände 1&2 1840–1841) (PDF-Datei)
  • Gedanken und Gedichte von Philipp Otto Runge, ausgewählt und eingeleitet von Emil Sulger-Gebing, in: „Statuen deutscher Kultur“ Band XVI, 1907 (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Literatur

  • Paul Ferdinand Schmidt: Philipp Otto Runge – Sein Leben und sein Werk (1923) (PDF-Datei)
  • Andreas von Aubert: Runge und die Romantik (1909) (PDF-Datei)
  • Siegfried Krebs: Philipp Otto Runge und Ludwig Tieck (1909) (PDF-Datei)
  • Einführung in Runges Schaffen in: Richard Muther: Geschichte der Malerei im XIX. Jahrhundert, Band 2, 1893, S. 1ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Ulrich Christoffel: Die romantische Zeichnung von Runge bis Schwind, München 1920 (Netzbuch) Achtung! Verweist auf die linksextreme Wikipedia!
  • Hubert Schrade: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Dritter Band, S. 113–139

Verweise

Fußnoten

  1. Philipp Otto Runges Briefwechsel mit Goethe, herausgegeben von Hellmuth Freiherrn von Maltzahn, Verlag der Goethe-Gesellschaft, 1940
  2. auch in: Goethes Sämtliche Werke, Band 19, 1808, S. 299 (PDF-Datei)
  3. Westermann’s illustrierte deutsche Monatshefte, Band 91, 1902, S 541ff. (PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!